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Bilanz

Flagge Ungarns
Übertragende Rundfunkanstalt
MTVA
Erste Teilnahme
1993
Anzahl der Teilnahmen
19 (Stand 2019)
Höchste Platzierung
4 (1994)
Höchste Punktzahl
200 (2017)
Niedrigste Punktzahl
3 (1995)
Punkteschnitt (seit erstem Beitrag)
68,67 (Stand 2018)
Punkteschnitt pro abstimmendem Land im 12-Punkte-System
2,15 (Stand 2018)

Dieser Artikel befasst sich mit der Geschichte Ungarns als Teilnehmer am Eurovision Song Contest.

Regelmäßigkeit der TeilnahmeBearbeiten

Bereits 1993 beteiligte sich Ungarn an der osteuropäischen Vorentscheidung in Ljubljana, die Sängerin Andrea erreichte mit ihrem Lied Árva reggel den sechsten Platz unter sieben Teilnehmern und qualifizierte sich damit nicht für Millstreet. Ungarn nahm 1994 zum ersten Mal am Finale teil und reichte bis einschließlich 1998 zu jedem Wettbewerb einen Beitrag ein. 1996 schied man in der internen Qualifikationsrunde neben sieben anderen Ländern aus. In den Jahren 2000 bis 2004 wurde aus finanziellen Gründen auf eine Teilnahme verzichtet, ebenso wie 2006 nach einer kurzen Rückkehr 2005. 2007 bis 2009 kehrte Ungarn zum Wettbewerb zurück, verzichtete aber 2010 auf eine Teilnahme, nachdem man zweimal in Folge den Finaleinzug verpasste. Seit 2011 nimmt das Land jedes Jahr regelmäßig teil und erreichte bis 2018 immer das Finale.

Erfolge im WettbewerbBearbeiten

Bei der ersten Teilnahme im Jahr 1993 scheiterte das Land an der Qualifikation für das Finale. Im Folgejahr 1994 erreichte man einen überraschenden vierten Platz, das bisher beste Ergebnis Ungarns. In den Jahren 1997 und 1998 reichte es dann jedoch nur für einen Platz in der hinteren Tabellenhälfte. Nach der Pause von 2000 bis 2004 kehrte man 2005 wieder zurück und belegte einen akzeptablen 12. Platz im Finale. Nachdem man 2006 keinen Beitrag zum ESC schickte, belegte man 2007 einen 9. Platz, das bisher beste Ergebnis seit 1994. 2008 und 2009 scheiterte man dann jedoch an einer Qualifikation fürs Finale; man wurde 2008 sogar Letzter. Nach Fernbleiben 2010 wurde 2011 wieder das Finale erreicht (dort Platz 22 von 25). Seitdem qualifizierte sich Ungarn durchgehend fürs Finale. 2013 belegte Kedvesem einen 10. Platz, 2014 wurde der Beitrag Running im Finale 5. Im Jahr 2017 belegte Origo den 8. Platz mit 200 Punkten, Ungarns bestes Ergebnis nach der Punktzahl gesehen. Nachdem sich das Land acht mal in Folge für das Finale qualifizierte, schied man 2019 zum ersten Mal im Halbfinale aus. Mit einem 12. Platz ist der Einzug ins Finale jedoch nur knapp verpasst worden.

Insgesamt landeten 7 von 17 Beiträgen in der vorderen Tabellenhälfte, also weniger als die Hälfte. Damit gehört Ungarn zu den eher durchschnittlichen Ländern beim ESC.

Liste der BeiträgeBearbeiten

Farblegende: – 1. Platz. – 2. Platz. – 3. Platz. – Punktgleichheit mit dem letzten Platz. – ausgeschieden im Halbfinale/in der Qualifikation/im osteuropäischen Vorentscheid. – keine Teilnahme/nicht qualifiziert.

Jahr Interpret Titel
Musik (M) und Text (T)
Sprache Übersetzung Finale Halbfinale/
Qualifikation
Nationaler
Vorentscheid
Platz Punkte Platz Punkte
1993 Andrea Szulák Árva reggel
M: László Pásztor; T: György Jakab, Emese Hatvani
Ungarisch Einsamer Morgen Nicht qualifiziert
Osteuropäischer Vorentscheid
6 / 7 44 interne Auswahl
1994 Friderika Kinek mondjam el vétkeimet?
M/T: Szilveszter Jenei
Ungarisch Wem soll ich meine Sünden sagen? 4 / 25 122 Direkt für das Finale qualifiziert Nationaler Vorentscheid
1995 Csaba Szigeti Új név egy régi ház falán
M: Ferenc Balázs; T: Attila Horváth
Ungarisch Ein neuer Name an der Wand eines alten Hauses 22 / 23 3 interne Auswahl
1996 Gjon Delhusa Fortuna
M/T: Gjon Delhusa
Ungarisch - Nicht qualifiziert
Qualifikationsrunde
23 / 29 26 A cél: Oslo
1997 V.I.P. Miért kell, hogy elmenj?
M: Viktor Rakonczai; T: Krisztina Bokor Fekete
Ungarisch Warum musst du gehen? 12 / 25 39 Direkt für das Finale qualifiziert Nationaler Vorentscheid
1998 Charlie A holnap már nem lesz szomorú
M: István Lerch; T: Attila Horváth
Ungarisch Der morgige Tag wird nicht mehr traurig sein 23 / 25 4 interne Auswahl
1999 Nicht qualifiziert
2000
bis
2004
Auf Teilnahme verzichtet
2005 Nox Forogj világ
M: Szabolcs Harmath; T: Atilla Valla
Ungarisch Dreh dich, Erde 12 / 24 97 5 / 25 167 Nationaler Vorentscheid
2006 Auf Teilnahme verzichtet
2007 Magdi Rúzsa Unsubstantial Blues
M: Magdi Rúzsa; T: Imre Mózsik
Englisch Halbherziger Blues 9 / 24 128 2 / 28 224 Fonogram 2007
2008 Csézy Candlelight
M: Viktor Rakonczai; T: Imre Mózsik & Jánosi
Englisch, Ungarisch Kerzenschein Ausgeschieden 19 / 19 6 Eurovíziós Dalverseny 2008: Magyarországi döntő
2009 Zoltán Ádok Dance with Me
M: Zé Szabó; T: Jnoffin Kasai
Englisch Tanz mit mir Ausgeschieden 15 / 19 15 interne Auswahl
2010 Auf Teilnahme verzichtet
2011 Kati Wolf What About My Dreams?
M: Viktor Rakonczai, Gergő Rácz; T: Péter Geszti, Johnny K. Palmer
Englisch, Ungarisch Und meine Träume? 22 / 25 53 7 / 19 72 interne Auswahl
2012 Compact Disco Sound of Our Hearts
M/T: Gábor Pál, Attila Sándor, Csaba Walkó, Behnam Lotfi
Englisch Klang unserer Herzen 24 / 26 19 10 / 18 52 A Dal 2012
2013 ByeAlex Kedvesem (Zoohacker Remix)
M: Alex Márta, Zoltán Palásti Kovács, Zoohacker; T: Alex Márta
Ungarisch Meine liebe 10 / 26 84 8 / 17 66 A Dal 2013
2014 András Kállay-Saunders Running
M: András Kallay-Saunders, Krisztián Szakos; T: András Kallay-Saunders
Englisch Rennen 5 / 26 143 3 / 16 127 A Dal 2014
2015 Boggie Wars for Nothing
M/T: Boglárka Csemer, Áron Sebestyén, Sára Hélène Bori
Englisch Kriege für nichts 20 / 27 19 8 / 16 67 A Dal 2015
2016 Freddie Pioneer
M/T: Zé Szabó, Borbála Csarnai
Englisch Pionier 19 / 26 108 4 / 18 197 A Dal 2016
2017 Joci Pápai Origo
M/T: József Pápai
Ungarisch Herkunft 8 / 26 200 2 / 18 231 A Dal 2017
2018 AWS Viszlát nyár
M: Dániel Kökényes, Bence Brucker, Áron Veress, Soma Schiszler; T: Örs Siklósi
Ungarisch Tschüss Sommer 21 / 26 93 10 / 18 111 A Dal 2018
2019 Joci Pápai Az én apám
M: Joci Pápai, Molnár Ferenc Caramel; T: Molnár Ferenc Caramel
Ungarisch Mein Vater Ausgeschieden 12 / 17 97 A Dal 2019

SprachenBearbeiten

Die vier ersten Teilnahmen Ungarns fielen in die Zeit, als jedes Land in seiner jeweiligen Sprache singen musste. Auch 2005 wurde der ungarische Beitrag auf Ungarisch gesungen. 2007 war Unsubstantial Blues der erste Beitrag in englischer Sprache, auch wenn der Originaltext – geschrieben von der Sängerin – auf Ungarisch war. Gleiches gilt für 2008 und (wobei in der Version beim Song Contest einige Zeilen auf Ungarisch gesungen wurden) und 2009. Bei der Rückkehr 2011 war das Lied bis auf die Bridge (ungarisch) komplett auf Englisch. 2012 sowie von 2014 bis 2016 wurden die ungarischen Beiträge wieder auf Englisch gesungen. 2013, 2017, 2018 und 2019 hingegen wurden die Beiträge wieder auf Ungarisch vorgestellt. Die Beiträge der Jahre 1994, 1997, 1998 und 2005 wurden jeweils auch auf Englisch aufgenommen. Die englische Fassung von Forogj, világ entstand erst ca. ein Jahr nach dem Wettbewerb.

Nationale VorentscheidungenBearbeiten

1993, 1994, 1996 und 1997 fand eine nationale Vorausscheidung im Fernsehen statt, die jeweils zwischen zwölf und neunzehn Teilnehmer umfasste. Bei der Rückkehr 2005 gab es wie 2008 einen Vorentscheid. 2007 wurde Magdi Rúzsa während einer Musikpreisverleihung per Telefonabstimmung aus sieben Künstlern als Favoritin ausgewählt, das Lied wurde intern vom Ungarischen Fernsehen bestimmt. Ab 2012 wurde die Show A Dal (dt. „Der Song“) eingeführt und beinhaltet seit 2013 neben zwei Semifinals auch drei Viertelfinalrunden. Dieses Auswahlverfahren ist bis heute der Vorentscheid zum ESC. 1995, 1998, 2009 sowie 2011 wurden Sänger und Lied direkt intern vom Sender ausgewählt.

PunktevergabeBearbeiten

Folgende Länder erhielten die meisten Punkte von oder vergaben die meisten Punkte an Ungarn (Stand: 2018):

Die meisten im Finale vergebenen Punkte
Platz Land Punkte
1 Schweden  Schweden 67
2 Danemark  Dänemark 53
Niederlande  Niederlande 53
4 Aserbaidschan  Aserbaidschan 52
5 Norwegen  Norwegen 51
Die meisten im Finale erhaltenen Punkte
Platz Land Punkte
1 Serbien  Serbien 68
2 Rumänien  Rumänien 67
3 Finnland  Finnland 61
4 Kroatien  Kroatien 53
5 Polen  Polen 50
Die meisten insgesamt vergebenen Punkte
Platz Land Punkte
1 Niederlande  Niederlande 110
2 Danemark  Dänemark 106
3 Aserbaidschan  Aserbaidschan 103
4 Norwegen  Norwegen 96
Russland  Russland 96
Die meisten insgesamt erhaltenen Punkte
Platz Land Punkte
1 Serbien  Serbien 138
2 Rumänien  Rumänien 136
3 Kroatien  Kroatien 112
4 Finnland  Finnland 111
5 Estland  Estland 099

Vergaben der HöchstwertungBearbeiten

Bei 17 Contests vergab Ungarn die Höchstpunktzahl an 16 verschiedene Länder, davon jeweils zweimal an Aserbaidschan, Dänemark, die Niederlande und Island.

Erhaltendes Land
Jahr Land Platz
1994 Deutschland  Deutschland 3
1995 Zypern Republik  Republik Zypern 9
1996 Nicht qualifiziert
1997 Vereinigtes Konigreich  Vereinigtes Königreich 1
1998 Niederlande  Niederlande 4
1999 Nicht qualifiziert
2000
bis
2004
Auf Teilnahme verzichtet
2005 Griechenland  Griechenland 1
2006 Auf Teilnahme verzichtet
2007 Serbien  Serbien 1
2008 Aserbaidschan  Aserbaidschan 8
2009 Norwegen  Norwegen 1
2010 Auf Teilnahme verzichtet
2011 Island  Island 20
2012 Schweden  Schweden 1
2013 Aserbaidschan  Aserbaidschan 2
2014 Niederlande  Niederlande 2
2015 Belgien  Belgien 4
2016 Australien  Australien (J) 2
Ukraine  Ukraine (T) 1
2017 Portugal  Portugal (J) 1
Bulgarien  Bulgarien (T) 2
2018 Danemark  Dänemark (J & T) 9
2019 Tschechien  Tschechien (J) 11
Island  Island (T) 10

VerschiedenesBearbeiten

  • 1994 war Ungarn das erste Land, das bei seiner ersten Teilnahme direkt bei der Wertung vom ersten Land die höchste Punktzahl erhalten hat – tatsächlich sogar von den ersten drei Ländern.
  • Magdi Rúzsa war die erste Frau, die einen ungarischen Beitrag zum Wettbewerb komponiert hat. Beim Eurovision Song Contest 2007 erhielt sie für Unsubstantial Blues den Preis als bester Komponist.
  • Halbfinale und Finale gerechnet, erhielt Ungarn durchschnittlich am meisten Punkte aus Serbien (9,3). Am meisten Punkte vergeben hat Ungarn ebenfalls an Serbien (10,3).
  • 2009 brauchte es drei Anläufe, um das teilnehmende Lied zu finden. Zunächst wurde nämlich der Sänger Márk Zentai mit If You Wanna Party ausgewählt. Da das Lied unter dem Titel We Became Friends bereits 2004 veröffentlicht worden war, wurde es durch Magányos csónak von Kátya Tompos ersetzt. Diese zog ihre Teilnahme allerdings freiwillig zurück, weil es terminliche Schwierigkeiten wegen ihrer Theaterkarriere gab. Schließlich wurde Zoli Ádok mit Dance with Me ausgewählt.
  • 2013 erhielt ByeAlex für Kedvesem 12 Punkte aus Deutschland, es war die einzige Höchstpunktzahl für Ungarn an diesem Abend.
  • 2014 konnte man das beste Ergebnis seit der Einführung des Halbfinales erzielen: Man erreichte 143 Punkte auf Platz 5.
  • Joci Pápai ist der bisher einzige Kandidat, der Ungarn zweimal beim ESC vertrat (2017 und 2019).

ImpressionenBearbeiten