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Tatjana Pinto Leichtathletik

100 m women Tallinn 2011.jpg
Pinto (rechts) nach dem Gewinn der Bronzemedaille
über 100 Meter bei den U20-Europameisterschaften 2011 in Tallinn

Voller Name Tatjana Lofamakanda Pinto
Nation DeutschlandDeutschland Deutschland
Geburtstag 2. Juli 1992 (26 Jahre)
Geburtsort Münster, Deutschland
Größe 170 cm
Gewicht 56 kg
Beruf Studentin (Soziale Arbeit)
Karriere
Disziplin 60 Meter, 100 Meter, 200 Meter
Bestleistung 60 Meter (Halle): 7,06 s
100 Meter: 11,00 s
200 Meter: 22,84 s
Verein LC Paderborn, vorm.: LG Ratio Münster
Trainer Thomas Prange, erste Trainer: Elke und Frank
Bartschat; Thomas Kremer; Nanny Wichmann
Medaillenspiegel
Juniorenweltmeisterschaften 0 × Gold 1 × Silber 0 × Bronze
Europameisterschaften 1 × Gold 0 × Silber 2 × Bronze
U23-Europameisterschaften 1 × Gold 0 × Silber 1 × Bronze
Junioreneuropameisterschaften 1 × Gold 0 × Silber 1 × Bronze
Deutsche Meisterschaften 2 × Gold 1 × Silber 1 × Bronze
Deutsche Hallenmeisterschaften 3 × Gold 2 × Silber 2 × Bronze
Deutsche U23-Meisterschaften 1 × Gold 0 × Silber 0 × Bronze
Logo der EAA Europameisterschaften
0Gold0 2012 Helsinki 4 × 100 m
0Bronze0 2016 Amsterdam 4 × 100 m
0Bronze0 2018 Berlin 4 × 100 m
Logo der EAA U23-Europameisterschaften
0Gold0 2013 Tampere 4 × 100 m
0Bronze0 2013 Tampere 100 m
Logo der IAAF Juniorenweltmeisterschaften
0Silber0 2010 Moncton 4 × 100 m
Logo der EAA Junioreneuropameisterschaften
0Gold0 2011 Tallinn 4 × 100 m
0Bronze0 2011 Tallinn 100 m
Logo des DLV Deutsche Meisterschaften
0Silber0 2012 Wattenscheid 100 m
0Gold0 2014 Ulm 100 m
0Gold0 2016 Kassel 100 m
0Bronze0 2017 Erfurt 100 m
Logo des DLV Deutsche Hallenmeisterschaften
0Bronze0 2012 Karlsruhe 60 m
0Silber0 2013 Dortmund 60 m
0Gold0 2016 Leipzig 60 m
0Silber0 2016 Leipzig 4 × 200 m
0Gold0 2018 Dortmund 60 m und 200 m
0Bronze0 2018 Dortmund 4 × 200 m
Deutsche Juniorenmeisterschaften
0Gold0 2014 Wesel 100 m
letzte Änderung: 2. Oktober 2018

Tatjana Lofamakanda Pinto (* 2. Juli 1992 in Münster) ist eine deutsche Leichtathletin, die sich auf den Sprint spezialisiert hat. Sie war deutsche Meisterin 2014 und 2016 über 100 Meter und wurde 2012 Europameisterin mit der 4-mal-100-Meter-Staffel.

Inhaltsverzeichnis

Lebens- und BerufswegBearbeiten

Tatjana Pinto ist Tochter eines portugiesischen Vaters und einer angolanischen Mutter.[1] Sie wuchs in ihrer Geburtsstadt Münster auf. 2012 absolvierte sie ihr Fachabitur in Sozial- und Gesundheitswesen.[2] Pinto studiert Soziale Arbeit.[3]

Sportliche KarriereBearbeiten

Pinto begann erst im Alter von 14 Jahren mit der Leichtathletik, nachdem sie vorher Ballett, Schwimmen und Volleyball ausprobierte.[3]

Erste internationale Erfolge sammelte Pinto im Juniorenbereich. Bei den Juniorenweltmeisterschaften 2010 in Moncton (Kanada) gewann sie mit der 4-mal-100-Meter-Staffel die Silbermedaille und belegte im 100-Meter-Lauf den sechsten Rang. Bei den Junioreneuropameisterschaften 2011 in Tallinn (Estland) errang sie über 100 Meter die Bronzemedaille und mit der Staffel den Titel. Dabei verbesserte die Mannschaft um Alexandra Burghardt, Katharina Grompe, Tatjana Pinto und Anna-Lena Freese den 23 Jahre alten Junioreneuroparekord auf 43,42 s.[4]

2012 steigerte Pinto Ihre 100-Meter-Bestleistung bei der Kurpfalz-Gala in Weinheim um 27 Hundertstelsekunden auf 11,19 s. Damit erfüllte sie die Qualifikationsnorm des Deutschen Leichtathletik-Verbands für die Olympischen Spiele in London[5] und sicherte sich ihre Teilnahme.[6] Bei den Europameisterschaften in Helsinki gewann Pinto gemeinsam mit Leena Günther, Anne Cibis und Verena Sailer den Titel in der 4-mal-100-Meter-Staffel. Im 100-Meter-Lauf belegte sie den achten Platz.

Bei den Olympischen Spielen in London erreichte Pinto in der 4-mal-100-Meter-Staffel mit Günther, Cibis und Sailer den fünften Platz. Über 100 Meter schied sie als Vierte ihres Vorlaufs in 11,39 s vorzeitig aus. 2013 errang sie bei den Junioreneuropameisterschaften in Tampere (Finnland) über 100 Meter die Bronzemedaille und mit der Staffel den Titel. In Ulm wurde sie bei den 113. Deutschen Meisterschaften 2014 mit einer Zeit von 11,20 s Deutsche Meisterin auf der 100-Meter-Strecke.

Bei den Deutschen Hallenmeisterschaften in Leipzig wurde sie 2016 mit 7,07 s Deutsche Meisterin über die 60-Meter-Distanz und rückte damit auf den dritten Platz der aktuellen Weltrangliste hinter Dafne Schippers (7,00 s) und Marie Josée Ta Lou (7,06 s) vor.[7] Damit lief sie die bis dato viertbeste Zeit einer deutschen Athletin.[8] Lediglich die drei DDR-Sprinterinnen Marita Koch (7,04 s), Silke Möller (7,04 s) und Katrin Krabbe (7,06 s) liefen schnellere Zeiten.[8] Bei deutschen Hallenmeisterschaften war sogar nur Katrin Krabbe jemals schneller.[7] Mit dieser Leistung gelang es Pinto einen Platz im Kader für die 16. Hallenweltmeisterschaften in Portland zu erhalten,[9] wo sie als fünfte ihres Halbfinallaufs mit 7,22 s ausschied.

In Kassel konnte sie ihren Erfolg aus dem Jahr 2014 wiederholen und wurde bei den 116. Deutschen Meisterschaften 2016 mit einer Zeit von 11,22 s erneut Deutsche Meisterin auf der 100-Meter-Strecke.[10] Damit qualifizierte sie sich für die Europameisterschaften in Amsterdam,[11] wo sie über 100 m Sechste wurde und mit der Sprintstaffel Bronze gewann. Am 29. Juli 2016 stellte sie bei einem Meeting in Mannheim mit 11,00 s bei einem Rückenwind von 1,2 Metern pro Sekunde eine neue persönliche Bestleistung über die 100-Meter-Distanz auf.[12] Bei den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro belegte sie mit der deutschen 4-mal-100-Meter-Staffel den vierten Platz. Im 100-Meter-Lauf erreichte sie die Halbfinalrunde.

2017 gewann Pinto gemeinsam mit Lara Matheis, Rebekka Haase und Gina Lückenkemper die Silbermedaille in der 4-mal-200-Meter-Staffel in einer Zeit von 1:30,68 min bei den IAAF World Relays 2017 auf den Bahamas. Die Mannschaft setzte sich dabei knapp gegen das Team aus den Vereinigten Staaten durch.[13] In Erfurt belegte sie bei den Deutschen Meisterschaften im 100-Meter-Lauf den 3. Platz.

2018 holte sich Pinto bei den Deutschen Hallenmeisterschaften mit persönlicher Bestleistung und Meisterschaftsrekord von 7,06 s den Titel über die 60 m und einen Tag später ebenfalls mit persönlicher Bestleistung von 23,19 s den Titel über die 200 m. Mit der 4-mal-200-Meter-Staffel des LC Paderborn kam sie auf den 3. Platz. Diesen erreichte sie auch Monate später im August bei den Europameisterschaften mit der 4-mal-100-Meter-Staffel.[14]

Tatjana Pinto ist 1,70 m groß und wiegt 56 kg.

VereinszugehörigkeitenBearbeiten

Pinto tritt seit 2016 für den LC Paderborn an. Bis 2015 startete sie für die LG Brillux Münster, welche bis 2013 LG Ratio Münster hieß.
Sie wird von Thomas Prange trainiert, nachdem sie bis 2012 von Frank und Elke Bartschat und bis 2014 von Thomas Kremer betreut worden war.

AuszeichnungenBearbeiten

  • Tatjana Pinto wurde vom Sportbund der Stadt Münster beim Ball des Sports 2010 als Sportlerin des Jahres ausgezeichnet.[15]
  • 2018 erhielt Pinto Mitte Januar von ihrer Heimatstadt Paderborn die Auszeichnung Sportlerin des Jahres.[16]

BestzeitenBearbeiten

(Stand: 19. Februar 2018)

Halle
  • 60 m: 7,06 s, 17. Februar 2018, Dortmund
  • 200 m: 23,19 s, 18. Februar 2018, Dortmund
Freiluft
  • 100 m: 11,00 s (+1,2 m/s), 29. Juli 2016, Mannheim
  • 200 m: 22,84 s (+0,1 m/s), 26. Mai 2018, Weinheim

ErfolgeBearbeiten

national
international

WeblinksBearbeiten

  Commons: Tatjana Pinto – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Westfälische Nachrichten: Tatjana Pinto aus Münster feiert Olympia-Premiere, Welt Online 3. August 2012
  2. Martin Ilgen: Nach EM-Gold: Ganz Münster ist stolz auf Tatjana Pinto (Memento vom 11. Februar 2013 im Webarchiv archive.is), Münsterland Zeitung 2. Juli 2012.
  3. a b 2016 Hallen-WM Portland Team-Broschüre des DLV, S. 13 (PDF 9,9 MB)
  4. leichtathletik.de: U20-EM: Staffel löscht Uralt-Rekord, 25. Juli 2011.
  5. leichtathletik.de: Tatjana Pinto fliegt zur Olympia-Norm, 26. Mai 2012.
  6. Athletenprofil (Memento vom 11. Februar 2013 im Webarchiv archive.is).
  7. a b Westfälische Nachrichten: Tatjana Pinto fliegt zu Gold – Leichtathletik: Münsteranerin gelingt märchenhaftes Comeback / Malkus muss passen / Klehn glänzt in Padua, Lokaler Sport, Münster, wis, 29. Februar 2016
  8. a b Westfälische Nachrichten: Sport: Pinto holt sich Meistertitel, Titelseite, 29. Februar 2016
  9. Westfälische Nachrichten: Mit Pinto, aber ohne Holzdeppe – Leichtathletik: DLV nominiert zwölf Starter für die Hallen-WM in Portland, Sport, Darmstadt, dpa, 2. März 2016
  10. Westfälische Nachrichten: Tatjana Pinto mit dem Titel nach Rio: Sprinterin nach 2014 erneut Deutsche Meisterin über 100 Meter / Lena Malkus enttäuscht in Kassel, Lokaler Sport, Kassel, Jürgen Beckgerd, 20. Juni 2016
  11. Westfälische Nachrichten: Pinto zur EM, Malkus nicht, Lokaler Sport, Leichtathletik, 23. Juni 2016
  12. Westfälische Nachrichten: Pinto drückt eigene Bestleistung, Sport, Leichtathletik, 1. August 2016
  13. Bob Ramsak: Women's 4x200m final - IAAF/BTC World Relays Bahamas 2017 (englisch) IAAF. 22. April 2017. Abgerufen am 23. April 2017.
  14. Tatjana Pinto sichert sich mit der Staffel die Bronzemedaille (14. August 2018)
  15. Westfälische Nachrichten: Letzte Runde ist eingeläutet – Hochgeschwindigkeits-Endspurt: Viele Kandidaten geben im neuen Jahr schon wieder Vollgas, Münsters Sportler des Jahres 2012, 30. Januar 2013
  16. Silke Bernhart: Flash-News des Tages – Leichtathleten setzen sich bei Sportler-Wahlen durch (Memento vom 17. Januar 2018 im Internet Archive), Notizen, vom 16. Januar 2018, abgerufen 17. Januar 2018