Landkreis Stendal

Landkreis in Sachsen-Anhalt

Der Landkreis Stendal ist ein Landkreis im Nordosten des Landes Sachsen-Anhalt. Flächenmäßig ist er der zehntgrößte Landkreis in Deutschland und der größte Landkreis in Sachsen-Anhalt. Nachbarkreise sind im Norden der brandenburgische Landkreis Prignitz, im Osten die ebenfalls brandenburgischen Landkreise Ostprignitz-Ruppin und Havelland, im Süden die Landkreise Jerichower Land und Börde und im Westen der Altmarkkreis Salzwedel sowie im Nordwesten der niedersächsische Landkreis Lüchow-Dannenberg.

Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Landkreises Stendal Deutschlandkarte, Position des Landkreises Stendal hervorgehoben

Koordinaten: 52° 42′ N, 11° 50′ O

Basisdaten
Bundesland: Sachsen-Anhalt
Verwaltungssitz: Stendal
Fläche: 2.423,16 km2
Einwohner: 111.190 (31. Dez. 2019)[1]
Bevölkerungsdichte: 46 Einwohner je km2
Kfz-Kennzeichen: SDL, HV, OBG
Kreisschlüssel: 15 0 90
Kreisgliederung: 25 Gemeinden
Adresse der
Kreisverwaltung:
Hospitalstraße 1–2
39576 Stendal
Website: landkreis-stendal.de
Landrat: Patrick Puhlmann (SPD)
Lage des Landkreises Stendal in Sachsen-Anhalt
Altmarkkreis SalzwedelLandkreis StendalLandkreis BördeMagdeburgLandkreis Jerichower LandLandkreis HarzSalzlandkreisLandkreis Anhalt-BitterfeldDessau-RoßlauLandkreis WittenbergSaalekreisHalle (Saale)BurgenlandkreisLandkreis Mansfeld-SüdharzBerlinSachsenThüringenNiedersachsenBrandenburgKarte
Über dieses Bild

GeographieBearbeiten

Der Landkreis Stendal umfasst die östliche Altmark sowie den Elbe-Havel-Winkel. Wichtigste Gewässer sind Elbe, Havel, Tanger, Biese, Aland und Uchte. Der nördlichste Punkt des Landes Sachsen-Anhalt befindet sich in der Gemeinde Aland.

GeschichteBearbeiten

Preußen und Deutsches ReichBearbeiten

Der Kreis Stendal im Regierungsbezirk Magdeburg der preußischen Provinz Sachsen wurde im Rahmen der preußischen Verwaltungsreformen nach dem Wiener Kongress zum 1. Juli 1816 eingerichtet. Das Landratsamt befand sich in Stendal. Der Kreis gliederte sich in die drei Städte Arneburg, Bismark und Stendal sowie in Landgemeinden und – bis zu deren Auflösung im Jahre 1929 – in selbstständige Gutsbezirke.

Am 6. Oktober 1862 wurde die Colbitz-Letzlinger Heide aufgeteilt. Der Kreis Stendal erhielt die östlichen Teile der Oberförstereien Burgstall und Jävenitz. Seit dem 1. Juli 1867 gehörte der Kreis zum Norddeutschen Bund und seit dem 18. Januar 1871 zum Deutschen Reich.

Am 1. April 1909 schied die Stadt Stendal aus dem Kreis aus und bildete einen eigenen Stadtkreis. Der Kreis Stendal wurde fortan als Landkreis bezeichnet. Zum 30. September 1929 fand auch im Kreis Stendal wie im übrigen Preußen eine Gebietsreform statt, bei der alle selbstständigen Gutsbezirke aufgelöst und benachbarten Landgemeinden zugeteilt wurden. Mit Einführung des preußischen Gemeindeverfassungsgesetzes vom 15. Dezember 1933 gab es ab dem 1. Januar 1934 eine einheitliche Kommunalverfassung für alle preußischen Gemeinden. Mit Einführung der Deutschen Gemeindeordnung vom 30. Januar 1935 wurde zum 1. April 1935 das Führerprinzip auf Gemeindeebene durchgesetzt. Eine neue Kreisverfassung wurde nicht mehr geschaffen; es galt weiterhin die Kreisordnung für die Provinzen Ost- und Westpreußen, Brandenburg, Pommern, Schlesien und Sachsen vom 19. März 1881.

Die Gemeinde Tangerhütte, die bis 1928 Vaethen hieß, erhielt 1935 das Stadtrecht.

Nach der Auflösung der preußischen Provinz Sachsen zum 1. Juli 1944 gehörte der Kreis zur neuen Provinz Magdeburg. Im Frühjahr 1945 wurde der westelbische Teil des Kreisgebietes durch die amerikanischen Streitkräfte, der ostelbische Teil durch polnische und sowjetische Streitkräfte besetzt.

Sowjetische Besatzungszone und Deutsche Demokratische RepublikBearbeiten

Am 1. Juli 1950 kam es in der DDR zu einer ersten Verwaltungsreform, in deren Rahmen die Stadt Stendal wieder in den Landkreis Stendal eintrat.[2]

Im Zuge der Verwaltungsreform von 1952 in der DDR wurden an der Abgrenzung des Landkreises umfangreiche Änderungen vorgenommen:[3]

Am 1. Januar 1988 wurde der Kreis Tangerhütte aufgelöst und in Teilen wieder in den Kreis Stendal eingegliedert.[2]

Bundesrepublik DeutschlandBearbeiten

1994 wurden die Kreise Osterburg und Havelberg sowie die Verwaltungsgemeinschaft Bismark (Altmark) des Kreises Salzwedel mit dem Landkreis Stendal zunächst unter dem Arbeitstitel Landkreis Östliche Altmark vereinigt, der konstituierende Kreistag beschloss dann aber den Namen Landkreis Stendal.

EinwohnerentwicklungBearbeiten

 
Bevölkerungspyramide für den Landkreis Stendal (Datenquelle: Zensus 2011[4])
Jahr Einwohner Quelle
1816 29.286 [5]
1843 37.872 [6]
1871 48.830 [7]
1890 62.393 [8]
1900 73.564 [8]
1910 54.027 [8]
Jahr Einwohner Quelle
1925 55.086 [8]
1939 54.523 [8]
1946 75.529 [9]
1955 83.200 [8]
1960 77.525 [8]
1971 73.423 [10]
Jahr Einwohner Quelle
1981 076.491 [10]
1990 095.400 [8]
2000 140.600 [11]
2007 127.464 [12]
2010 121.899 [12]
2014 114.668 [13]

PolitikBearbeiten

Wahl des Stendaler Kreistags 2019[14]
Wahlbeteiligung: 54,0 % (2014: 43,3 %)
 %
30
20
10
0
24,4 %
17,0 %
16,5 %
16,3 %
10,1 %
5,7 %
5,5 %
4,6 %
keine %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2014
 %p
 18
 16
 14
 12
 10
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
-10
-12
-14
-16
-18
-17,4 %p
+17,0 %p
-7,3 %p
+16,3 %p
-7,6 %p
+2,1 %p
+1,9 %p
-1,2 %p
-3,8 %p
Vorlage:Wahldiagramm/Wartung/Anmerkungen
Anmerkungen:
b Wählergruppe Pro Altmark
h Landwirte für die Region – Unabhängige Wählergemeinschaft

KreistagBearbeiten

Am 6. Mai 1990 fanden die ersten Kommunalwahlen nach der politischen Wende von 1989 statt. Am 31. Mai konstituierte sich damit der erste freigewählte Kreistag und der Landkreis Stendal bekam mit Lothar Riedinger wieder einen Landrat.[15]

Die Fraktionsvorsitzenden der im ersten Kreistag vertretenen Parteien waren:

  • Wolfgang Kühnel (CDU)
  • Siegfried Wagner (SPD)
  • Sylvia Lingner (PDS)
  • Karl-Friedrich Behrends (FDP)
  • Irmgard Schmidt (Neues Forum)[16]
Sitzverteilung im
Stendaler Kreistag 2019
        
Insgesamt 48 Sitze
Wahlergebnisse der Kreistagswahlen seit 1994[17][14]
Parteien und Wählergemeinschaften Prozent
2019
Sitze
2019
Prozent
2014
Sitze
2014
Prozent
2009
Sitze
2009
Prozent
2004
Sitze
2004
Prozent
1999
Sitze
1999
Prozent
1994
Sitze
1994
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 24,4 12 41,8 20 37,2 18 40,9 20 42,7 21 34,5 18
Pro Altmark Wählergruppe Pro Altmark 17,0 8
Linke Die Linke 16,5 8 23,8 11 23,9 11 27,8 13 17,7 9 17,1 9
AfD Alternative für Deutschland 16,3 8
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 10,1 5 17,7 9 18,7 9 20,4 10 31,1 15 33,2 18
FDP Freie Demokratische Partei 5,7 3 3,6 2 7,6 4 6,0 3 3,8 2 5,4 3
Grüne Bündnis 90/Die Grünen 5,5 2 3,6 2 3,2 2 2,6 1 1,9 1 5,2 3
Landwirte Landwirte für die Region – Unabhängige Wählergemeinschaft 4,6 2 5,8 3 9,1 4
NPD Nationaldemokratische Partei Deutschlands 2,3 1
Piraten Piratenpartei Deutschland 0,7 0
Zentrum Deutsche Zentrumspartei 0,4 0 2,4 1 0,6 0
FWG TGM Freie Wählergemeinschaft Tangermünde 0,9 0 2,4 2
FWG TGH Freie Wählergemeinschaft (Tangerhütte) 0,5 0
DSU Deutsche Soziale Union 0,4 0
EB Einzelbewerber 0,8 0 0,4 0
Sonstige Sonstige 1,7 0
Gesamt 00 48 100 48 100 48 100 48 100 48 100 54
Wahlbeteiligung 53,9 % 43,3 % 40,6 % 44,4 % 45,0 % 67,5 %
  • Die Linke ist bis 2004 als PDS angetreten.
  • Ezb.: Einzelbewerber 2014: Bernd Schulze; 1999: Werner Stahlberg.

Im aktuellen Kreistag haben sich folgende Fraktionen gebildet: CDU (12 Mitglieder), Pro Altmark (8 Mitglieder), DIE LINKE (8 Mitglieder), AfD (8 Mitglieder), FDP-GRÜNE-Landwirte (7 Mitglieder) und SPD (5 Mitglieder).

Landräte und RatsvorsitzendeBearbeiten

  • Baron von Uslar 1813–März 1816
  • Levin Friedrich Christoph August von Bismarck, März 1816–Dezember 1824
  • Friedrich Josef Johann Karl Graf von Itzenplitz, Januar 1824–Februar 1848
  • Johannes Schrader, ab März 1848 vertretungsweise, im November 1850 ernannt–Mai 1863

Verwaltung bis April 1864 durch Kreisdeputierte

Zwischenzeitliche Verwaltung des Amtes durch Beauftragte der Regierung ca. 18 Monate, u. a. kommissarisch durch Herrn Rosenbruch

  • Fritz Herkt, Dezember 1920–März 1926
  • Gerhard Schmidt, April 1926–April 1933
  • Heinrich Detloff von Kalben, 1933–April 1944
  • Julius Heinrich Wilhelm Grabenstein, Mai 1945–August 1945
  • August Langnickel, April 1946–Juli 1951
  • Julius Neumann, August 1951–Juli 1952

1952 Umstrukturierung Vorsitzender Rat des Kreises

  • Julius Neumann, August 1952–November 1952
  • Kurt Müller, Dezember 1952–Dezember 1956
  • Alfred Giersemehl, Januar–Dezember 1965
  • Werner Bachert, Januar 1966–Oktober 1976
  • Heinz Hoffmann, November 1976–März 1980
  • Rolf Schultze, April 1980–April 1990

1990 Wiedereinführung des Begriffs Landrat

WappenBearbeiten

Zu den einzelnen Wappen im Landkreis siehe Liste der Wappen im Landkreis Stendal.
 
Wappen 1937–1994

Der Landkreis Stendal führte vom 31. Juli 1937 bis 1994 das Wappen mit folgender Blasonierung:

„Geteilt von Silber über Blau; oben ein wachsender goldbewehrter roter Adler; unten ein dreiblättriges goldenes Kleeblatt, bewinkelt von drei silbernen Eichenblättern.“

Der rote Adler am Spalt symbolisiert die jahrhundertelange Zugehörigkeit des Kreisgebietes zur Mark Brandenburg. Das von drei silbernen Eichenblättern bewinkelte goldene Kleeblatt in Blau ist das Wappen des wohl bekanntesten altmärkischen Adelsgeschlechts derer von Bismarck.

 
Wappen ab 1995
 
Siegelmarke Amtsbezirk No. VI - Kreis Stendal / Noch mit Preußenadler

Seit 1995 führt der Landkreis auf Grund der Fusion mit den ehemaligen Landkreisen Havelberg und Osterburg ein neues Wappen mit folgender Blasonierung:

„Gespalten und halb geteilt, vorn in Silber ein roter goldbewehrter Adler am Spalt, hinten oben in Blau ein dreiblättriges goldenes Kleeblatt, bewinkelt von drei silbernen Eichenblättern, hinten unten in Schwarz drei goldene Rauten (2: 1).“

Die Genehmigung des Wappens erfolgte am 20. Dezember 1995.

Das Wappen knüpft an die Wappen der alten Landkreise Stendal und Osterburg an. So sind neben den Elementen des alten Landkreiswappens, drei goldene Rauten auf Schwarz aus dem Wappen der Grafen von Osterburg übernommen, die in der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts die Herrschaft Osterburg besaßen, aber bereits im 13. Jahrhundert ausgestorben sind. Das Wappen des Grafen Siegfried von Osterburg, überliefert im Siegel an einer Urkunde von 1214, zeigt im geteilten Schild unten drei 2:1 angeordnete Rauten.

Farben des Landkreises: Blau/Weiß

Die Wappen der Verwaltungsgemeinschaften, Städte und Gemeinden des Landkreises findet man in der Liste der Wappen im Landkreis Stendal.

FlaggeBearbeiten

Der Landkreis Stendal führt eine Flagge, wie nachfolgend beschrieben: blau-weiß gestreift mit aufgelegtem Kreiswappen. Die Flagge wurde zusammen mit dem Wappen am 20. Dezember 1995 genehmigt.

ReligionenBearbeiten

KonfessionslosigkeitBearbeiten

Die meisten Einwohner des Landkreises sind konfessionslos.

Evangelische KircheBearbeiten

Die meisten konfessionell gebundenen Bürger gehören der evangelischen Kirche an. Die Gemeinden sind innerhalb der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland organisiert, abgesehen vom Pfarrsprengel Havelberg, der zur Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-Schlesische Oberlausitz (EKBO) gehört.

Römisch-Katholische KircheBearbeiten

Die römisch-katholischen Gemeinden im Kreisgebiet gehören administrativ zum Dekanat Stendal des Bistums Magdeburg. Die römisch-katholische Gemeinde St. Norbert in Havelberg gehört jedoch zur Pfarrei Wittenberge (Dekanat Wittenberge) im Erzbistum Berlin. (Quelle: Schematismus für das Erzbistum Berlin 2009, hrsg. vom Erzbischöflichen Ordinariat Berlin, Niederwallstraße 8–9, 10117 Berlin)

Weitere KonfessionenBearbeiten

Im Kreisgebiet gibt es Gemeinden der neuapostolischen Kirche sowie verschiedener Freikirchen. Im bundesweiten Vergleich gering ist heutzutage die Anzahl der Angehörigen des Islam und des Judentums.

Gemeinden vor 1945Bearbeiten

Stand 1945Bearbeiten

Der Landkreis Stendal umfasste 1945 vier Städte und 92 weitere Gemeinden:[8]

Bis 1945 aufgelöste GemeindenBearbeiten

GemeindenBearbeiten

AlandAlandAltmärkische HöheAltmärkische WischeArneburgBismark (Altmark)Bismark (Altmark)EichstedtGoldbeckHasselHavelbergHohenberg-KrusemarkHohenberg-KrusemarkIdenKamernKlein SchwechtenKlietzOsterburgRochauSandau (Elbe)ScholleneSchönhausen (Elbe)StendalStendalStendalStendalSeehausenSeehausenTangerhütteTangermündeWerben (Elbe)Wust-FischbeckZehrentalSachsen-Anhalt 
Über dieses Bild

Einheitsgemeinden
(Städte sind fett hervorgehoben)
(* Sitz des Landkreises)

Wappen Gemeinde Einwohner[19] Fläche
in km²[20]
Bismark (Altmark) 8143 289,45
Hansestadt Havelberg 6547 149,12
Hansestadt Osterburg (Altmark) 9680 229,75
Hansestadt Stendal * 39.103 268,02
Tangerhütte 10.705 294,75
Kaiser- und Hansestadt Tangermünde 10.319 89,87

Verbandsgemeinden mit ihren Mitgliedsgemeinden
(* Sitz der Verbandsgemeinde)

Verbandsgemeinde Arneburg-Goldbeck
Wappen Mitgliedsgemeinde Einwohner[19] Fläche
in km²[20]
Arneburg 1493 30,64
Eichstedt (Altmark) 890 32,82
Goldbeck * 1389 26,85
Hassel 905 20,57
Hohenberg-Krusemark 1195 63,45
Iden 795 37,37
Rochau 1015 39,01
Hansestadt Werben (Elbe) 1042 53,37
Verbandsgemeinde Elbe-Havel-Land
Wappen Mitgliedsgemeinde Einwohner[19] Fläche
in km²[20]
Kamern 1215 67,84
Klietz 1739 66,46
Sandau (Elbe) 838 18,58
Schollene 1117 65,33
Schönhausen (Elbe) * 2091 74,09
Wust-Fischbeck 1228 68,15
Verbandsgemeinde Seehausen (Altmark)
Wappen Mitgliedsgemeinde Einwohner[19] Fläche
in km²[20]
Aland 1346 92,35
Altmärkische Höhe 1834 98,9
Altmärkische Wische 853 67,1
Hansestadt Seehausen (Altmark) * 4825 107
Zehrental 883 72,32

Gebietsänderungen seit 1994Bearbeiten

In den Jahren seit 1994 fanden im Gebiet des Landkreises Stendal wie im gesamten Land Sachsen-Anhalt umfangreiche Gebietsänderungen statt.[21] Von der Kreisreform Sachsen-Anhalt 2007 blieb der Landkreis allerdings unberührt.

Von den ursprünglich 14 Verwaltungsgemeinschaften bestand am 1. Januar 2010 noch eine Verwaltungsgemeinschaft. Die Anzahl der Gemeinden verringerte sich von 135 auf 51.

VerwaltungsgemeinschaftenBearbeiten

EingemeindungenBearbeiten

NeugründungenBearbeiten

NamensänderungenBearbeiten

WirtschaftBearbeiten

Im Zukunftsatlas 2016 belegte der Landkreis Stendal den letzten Platz unter 402 Landkreisen und kreisfreien Städten in Deutschland und zählt damit zu den Regionen mit „sehr hohen Zukunftsrisiken“. Der eher strukturschwache Landkreis ist von Landwirtschaft geprägt.

VerkehrBearbeiten

Die Kreisstadt Stendal hat eine große Verkehrsbedeutung, hauptsächlich im Eisenbahnverkehr. Sie liegt direkt an der Berlin-Lehrter Eisenbahn und besitzt weitere wichtige Bahnverbindungen nach Magdeburg, Wittenberge, Uelzen und Salzwedel. Mit der Elbe quert eine wichtige Binnenschifffahrtsstraße das Kreisgebiet. Geplant ist auch der Bau einer Altmark-Autobahn (A 14) von Magdeburg nach Schwerin, die Stendal in Nord-Süd-Richtung berühren würde.

Der gesamte regionale Busverkehr sowie die Stadtbuslinien in Stendal und der Schülerverkehr werden seit von der Stendalbus GmbH mit sieben Stadtlinien, 34 Regionallinien und einer Landeslinie im Landesnetz Sachsen-Anhalt betrieben.

In der Kreisstadt Stendal befindet sich auch der Verkehrslandeplatz Stendal (Kennung: EDOV) er ist der meistfrequentierte Flugplatz Sachsen-Anhalts. Neben der privaten Sportfliegerei wird er auch von Geschäftsfliegern, sowie von der Bundespolizei und der Bundeswehr genutzt.

NaturschutzgebieteBearbeiten

Im Landkreis befinden sich zwölf ausgewiesene Naturschutzgebiete (Stand Februar 2017).

SpracheBearbeiten

Im Kreisgebiet wird von Teilen der Bevölkerung im privaten Umfeld brandenburgisches Plattdeutsch gesprochen. Ansonsten hat sich weitgehend das Standarddeutsche durchgesetzt.

Kfz-KennzeichenBearbeiten

Am 1. Januar 1991 wurde dem Landkreis das Unterscheidungszeichen SDL zugewiesen. Seit dem 29. November 2012 sind zudem die Unterscheidungszeichen HV (Havelberg) und OBG (Osterburg) erhältlich.

LiteraturBearbeiten

  • Günter G. A. Marklein: 100 Jahre Landratsamt Stendal. Die Geschichte des Landratsamtes in der Altmark mit einem kurzen Abriß deutscher Geschichte seit dem 30jährigen Krieg. Bismark/Altmark 1999, ISBN 3-929743-09-4.
  • Klaus Schwarz: Zur vorgeschichtlichen Besiedlung des Landes an der Speckgrabenniederung im Kreise Stendal In: Jahresschr. f. mitteldt, Vorgeschichte 33 1949 S. 58–85

WeblinksBearbeiten

Commons: Landkreis Stendal – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Statistisches Landesamt Sachsen-Anhalt, Bevölkerung der Gemeinden – Stand: 31. Dezember 2019 (PDF) (Fortschreibung) (Hilfe dazu).
  2. a b Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Gemeinden 1994 und ihre Veränderungen seit 01.01.1948 in den neuen Ländern. Metzler-Poeschel, Stuttgart 1995, ISBN 3-8246-0321-7, S. 311.
  3. Landkreis Stendal im Geschichtlichen Ortsverzeichnis des Vereins für Computergenealogie
  4. Zensusdatenbank
  5. Christian Gottfried Daniel Stein: Handbuch der Geographie und Statistik des preußischen Staats. Vossische Buchhandlung, Berlin 1819, Der Regierungsbezirk Magdeburg, S. 336 (Digitalisat [abgerufen am 5. Juli 2016]).
  6. Handbuch der Provinz Sachsen. Rubachsche Buchhandlung, Magdeburg 1843, S. 159 (Digitalisat [abgerufen am 6. Juli 2016]).
  7. Königlich Statistisches Büro Preußen (Hrsg.): Die Gemeinden und Gutsbezirke des Preussischen Staates und ihre Bevölkerung. Die Gemeinden und Gutsbezirke der Provinz Sachsen. Verlag d. Königl. Statist. Bureaus, Berlin 1873 (Digitalisat [abgerufen am 5. Juli 2016]).
  8. a b c d e f g h i Michael Rademacher: Deutsche Verwaltungsgeschichte von der Reichseinigung 1871 bis zur Wiedervereinigung 1990. Landkreis Stendal. (Online-Material zur Dissertation, Osnabrück 2006).
  9. Volkszählung 1946
  10. a b Statistische Jahrbücher der Deutschen Demokratischen Republik. In: DigiZeitschriften. Abgerufen am 6. Oktober 2009.
  11. Statistische Jahrbücher der Bundesrepublik Deutschland. In: DigiZeitschriften. Abgerufen am 6. Juli 2016.
  12. a b Bevölkerung nach Altersgruppen und Geschlecht sowie Bevölkerungsentwicklung und Bevölkerungsstand / Land, Kreisfreie Städte, Landkreise (1981 – 2010), Gebietsstand 1. Juli 2007 (= Statistisches Landesamt Sachsen-Anhalt [Hrsg.]: Statistische Berichte / A / I / S / 107). ZDB-ID 2953930-4 (destatis.de).
  13. Statistisches Landesamt Sachsen-Anhalt
  14. a b Statistisches Landesamt Sachsen-Anhalt: Kreistagswahl vom 26. Mai 2019 – Landkreis Stendal – Endgültiges Ergebnis. 27. September 2019, abgerufen am 9. April 2020.
  15. Historische Ereignisse im 20. Jahrhundert
  16. Sachsen-Anhalt 1991/1992: Das Jahrbuch: Übersichten, Statistiken, Chronik des Jahres, Rückblick, Tendenzen, Ausblicke, Die Stadt- und Landkreise, Firmenporträts, Halle 1992, S. 176.
  17. Statistisches Landesamt Sachsen-Anhalt: Vergleichbare Wahlergebnisse – Landkreis Stendal (Kreistagswahlen 1999 – 2014). 19. März 2019, abgerufen am 9. April 2020.
  18. Günter G. A. Marklein: 100 Jahre Landratsamt Stendal - Die Geschichte des Landratsamtes in der Altmark mit einem kurzen Abriß deutscher Geschichte seit dem 30jährigen Krieg. Bismark/Altmark 1999, S. 59f.
  19. a b c d Statistisches Landesamt Sachsen-Anhalt, Bevölkerung der Gemeinden – Stand: 31. Dezember 2019 (PDF) (Fortschreibung) (Hilfe dazu).
  20. a b c d regionalstatistik.de Regionaldatenbank des Bundesamtes für Statistik (Stand: 31. Dezember 2016)
  21. Statistisches Landesamt Sachsen-Anhalt: Gebietsinformationen. 18. August 2017, abgerufen am 9. April 2020.