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Düsedau ist ein Ortsteil der kreisangehörigen Hansestadt Osterburg (Altmark) im Landkreis Stendal in Sachsen-Anhalt.[1]

Düsedau
Wappen von Düsedau
Koordinaten: 52° 45′ 52″ N, 11° 47′ 39″ O
Höhe: 23 m ü. NHN
Fläche: 12,82 km²
Einwohner: 198 (4. Jan. 2018)
Bevölkerungsdichte: 15 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Juli 2009
Postleitzahl: 39606
Vorwahl: 03937
Düsedau (Sachsen-Anhalt)
Düsedau

Lage von Düsedau in Sachsen-Anhalt

Düsedau

Inhaltsverzeichnis

GeografieBearbeiten

Düsedau liegt an der Uchte, kurz vor deren Mündung in die Biese, etwa drei Kilometer von der Stadt Osterburg (Altmark) entfernt.

OrtschaftsgliederungBearbeiten

Zur Ortschaft Düsedau gehören die Ortsteile Düsedau und Calberwisch.

GeschichteBearbeiten

Archäologische Funde bei Düsedau, die derzeit auf 3500 bis 3300 v. Chr. datiert werden, bezeichnen eine Stufe der Trichterbecherkultur, parallel zu TrB-MES III und Baalberge.[2]

Der Ort Düsedau taucht 1238 erstmals in einer Urkunde als Dusdowe auf. Der Name deutet auf eine ehemals wendische Siedlung hin. Er lässt sich aus einer Eigenschaft der Wische rekonstruieren, er bedeutet nämlich so viel wie ‚modrig/übel riechend‘, was, bevor die Wische melioriert wurde, durchaus zutraf.

Die Düsedauer wie auch die Calberwischer Feldsteinkirchen stammen aus der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts.

Zu den Eigentümern in der wechselvollen Geschichte der Gemarkung Düsedau gehörten Siegfried von Osterburg, der Abt Gerhard von Werden und Helmstedt, die Stadt Helmstedt, Johann von Schulenburg, das Stendaler Domstift sowie die Universität Frankfurt am Main.

Am 17. Oktober 1928 wurde der Gutsbezirk Calberwisch mit der Landgemeinde Calberwisch vereinigt.[3] Die Gemeinde Calberwisch wurde am 1. Juli 1950 in Düsedau eingemeindet.[4]

Durch einen Gebietsänderungsvertrag haben die Gemeinderäte der Gemeinden Ballerstedt (am 24. November 2008), Düsedau (am 12. November 2008), Erxleben (am 10. November 2008), Flessau (am 27. November 2008), Gladigau (am 26. November 2008), Königsmark (am 25. November 2008), Krevese (am 12. November 2008), Meseberg (am 19. November 2008), Rossau (am 10. November 2008), Walsleben (am 10. November 2008) und der Hansestadt Osterburg (Altmark) (am 6. November 2008) beschlossen, dass ihre Gemeinden aufgelöst und zu einer neuen Einheitsgemeinde mit dem Namen Hansestadt Osterburg (Altmark) vereinigt werden. Dieser Vertrag wurde vom Landkreis als unterer Kommunalaufsichtsbehörde genehmigt und trat am 1. Juli 2009 in Kraft.[5][6]

Nach Umsetzung des Gebietsänderungsvertrages der bisher selbständigen Gemeinde Düsedau wurden Düsedau und Calberwisch Ortsteile der Hansestadt Osterburg (Altmark). Für die eingegliederte Gemeinde wurde die Ortschaftsverfassung nach den §§ 86 ff. der Gemeindeordnung Sachsen-Anhalt eingeführt. Die aufgenommene Gemeinde Düsedau (und der Ortsteil Calberwisch) wurden zu den Ortsteilen Düsedau und Calberwisch der neuen Hansestadt Osterburg (Altmark), wobei der Ortsbürgermeister Düsedaus weiterhin auch der Bürgermeister Calberwischs blieb. In der eingegliederten Gemeinde und nunmehrigen Ortschaft Düsedau wurde ein Ortschaftsrat mit vier Mitgliedern einschließlich des Ortsbürgermeisters gebildet.

PolitikBearbeiten

Der letzte Bürgermeister der Gemeinde war Roland Märker. Der derzeitige Ortsbürgermeister des Ortsteils Düsedau ist Oliver Rüdrich.

WappenBearbeiten

Blasonierung: „In Grün ein schräglinker silberner Wellenbalken, oben ein sechsspeichiges silbernes Wagenrad, unten eine silberne Lilie.“

Die Gestaltung des Wappens für die Gemeinde Düsedau wurde von der Gemeinde im Jahr 2003 an den Heraldiker Jörg Mantzsch in Auftrag gegeben, um im Siegel, auf der Flagge der Gemeinde und im sonstigen Gebrauch ein den Regeln der Heraldik entsprechendes und von der Landesregierung genehmigtes Wappen als kommunales Hoheitszeichen des Ortes zu führen.

Düsedaus Ortsname hängt unmittelbar mit dem Namen der Grundherren von Düsedow zusammen. Sie führten in ihrem Familienwappen u. a. eine heraldische Lilie. Der Ortsteil Calberwisch war im Besitz der Familie von Jagow, deren Wappen ein Rad zierte.

Diese beiden Bezugspunkte in Verbindung mit dem Fluss Uchte sind Bestandteile des Ortswappens. Sie drücken sich durch das Rad (von Jagow), durch die Lilie (von Düsedow) und den schräglinken Wellenbalken (Uchte) aus. Auf der Gemeinderatssitzung am 3. Dezember 2003 wurde beschlossen, die o. g. Symbolik in das Ortswappen aufzunehmen. Der Schild soll dabei grün sein.

Die Gemeindefarben sind Silber (Weiß) – Grün.

FlaggeBearbeiten

Die Flagge ist Weiß – Grün (1:1) gestreift (Querform: Streifen waagerecht verlaufend, Längsform: Streifen senkrecht verlaufend) und mittig mit dem Gemeindewappen belegt.

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

In Düsedau befindet sich die vom Ende des 12. Jahrhunderts stammende Dorfkirche Düsedau. Das Neorenaissance-Schloss Calberwisch im benachbarten Ort Calberwisch − 1875 errichteter und unter Denkmalschutz stehender Gropiusbau − restauriert und zu einem Restaurant mit Gästezimmern ausgebaut. Heute jedoch nicht mehr als Hotel betrieben, sondern ausschließlich in privater Nutzung.

 
Dorfkirche Düsedau

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

VerkehrsanbindungBearbeiten

Düsedau liegt nahe der Bundesstraße 189 (StendalWittenberge), welche in Erxleben zu erreichen ist. Eine Landstraße (L14) führt über Hindenburg nach Arneburg und in die Wische. Der nächste Bahnhof befindet sich nach Stilllegung des eigenen Bahnhofes im 3 km entfernten Osterburg (Bahnstrecke Magdeburg–Stendal–Wittenberge).

SportBearbeiten

Düsedau gehört zu den Altmärkischen Wandernestern, die im Altmärkischen Wanderverein organisiert sind.[7]

Söhne und Töchter von DüsedauBearbeiten

  • Bernhard von Jagow (1840–1916), Gutsbesitzer und preußischer Politiker, Mitglied des Preußischen Herrenhauses
  • Ernst von Jagow (1853–1930), Oberpräsident in Westpreußen
  • Otto Nique (* 1920 in Calberwisch), Politiker (NDPD)

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Hauptsatzung der Hansestadt Osterburg (Altmark). 2. Juli 2014 (PDF; 117 KB [abgerufen am 6. Dezember 2015]).
  2. Periodisierung der Trichterbecher-Gesellschaftenen – ein Arbeitsentwurf. Johannes Müller et al. www.jungsteinSITE.de 26. Oktober 2010
  3. Amtsblatt der Regierung zu Magdeburg, 1928, S. 232
  4. Gemeinden 1994 und ihre Veränderungen seit 01.01.1948 in den neuen Ländern, Metzler-Poeschel, Stuttgart 1995, ISBN 3-8246-0321-7, S. 345
  5. Amtsblatt des Landkreises Nr. 2/2009, S. 13–19 (PDF; 524 kB)
  6. StBA: Gebietsänderungen vom 02. Januar bis 31. Dezember 2009
  7. http://www.wanderverband.de/conpresso/_data/Altmaerkischer.pdf