Verein für Computergenealogie

Der Verein für Computergenealogie (CompGen) wurde am 26. Oktober 1989 in Dortmund gegründet. Der 1. Vorsitzende war Dieter God aus Lünen, der auch den 50. Deutschen Genealogentag 1998 organisierte. Der vollständige Name des Vereins lautete zunächst „Verein zur Förderung EDV-gestützter familienkundlicher Forschungen e. V.“, inzwischen „Verein für Computergenealogie (CompGen) e. V.“. Er ist überregional tätig und im Vereinsregister des Amtsgerichtes Lünen Nr. 470 eingetragen. Ziel des Vereins ist die „Förderung von Wissenschaft und Forschung in genealogischer und familienkundlicher Hinsicht, einschließlich der wissenschaftlichen Nachbargebiete“.

Verein für Computergenealogie
(CompGen)
Zweck Ahnenforschung, Familienforschung
Vorsitz: Susanne Nicola
Gründungsdatum: 26. Oktober 1989
Mitgliederzahl: über 4000 (Stand: 2021)[1]
Sitz: Lünen
Website: www.compgen.de

Der Verein hat über 4000 Mitglieder (Stand: Januar 2021)[2] aus Deutschland und etlichen anderen Ländern. Er ist damit heute die größte genealogische Vereinigung in Deutschland und zugleich (abgesehen von Dachverbänden wie der Deutschen Arbeitsgemeinschaft genealogischer Verbände und dem Gesamtverein der Deutschen Geschichts- und Altertumsvereine) die mitgliederstärkste Vereinigung von Geschichtsinteressierten und Archivnutzern.

Auf eigenen Internetservern betreibt der Verein für Computergenealogie genealogische Mailinglisten und diverse Online-Datenbanken[3] sowie weitere genealogische Projekte wie das GenWiki. Mitglieder können über den Verein ihre genealogischen Forschungsergebnisse werbefrei veröffentlichen.

Das Geschichtliche Orts-Verzeichnis (GOV, bis 2016 Genealogisches Ortsverzeichnis) ist ein Projekt des Vereins für Computergenealogie. Diese Ortsdatenbank enthält neben der geographischen Lage auch andere und frühere Namen von Orten sowie deren historisch sich ändernde politische und kirchliche Zugehörigkeit und richtet sich damit an Familienforscher, Historiker und Soziologen.[4][5][6]

Mit dem Daten-Eingabe-System (DES) für historische Personendaten[7] hat der Verein eine technische Grundlage für historische Crowdsourcing-Projekte geschaffen, mit deren Hilfe Nutzer digitalisierte druckschriftliche oder handschriftliche Quellen direkt vom Scan strukturiert erfassen können. Nach einem ersten Erfassungsprojekt von ca. 8 Millionen Personendatensätzen aus den Verlustlisten des Ersten Weltkriegs werden zur Zeit vor allem historische Adressbücher, Polizeiblätter und Kirchenbücher erfasst.

Der Verein gibt vierteljährlich die Zeitschrift Computergenealogie (CG) heraus, deren Bezug im Mitgliedsbeitrag enthalten ist.[8] Außerdem erscheint in unregelmäßigen Abständen das fast 200-seitige Heft Familienforschung (Ahnenforschung leicht gemacht – Computergenealogie für Jedermann).

Siehe auchBearbeiten

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Mitgliederportal "Verein Online". Verein für Computergenealogie e. V., abgerufen am 20. Januar 2021.
  2. CompGen – offen, vernetzt, geschichtsbegeistert! In: CompGen – unser Verein. 2020. Verein für Computergenealogie e. V. (CompGen). Auf CompGen.de, abgerufen am 6. Dezember 2020.
  3. Datenbankvielfalt – Von A wie Adel bis Z wie Zufallsfunde. In: Projektdatenbanken. 2020. Verein für Computergenealogie e. V. (CompGen). Auf CompGen.de, abgerufen am 6. Dezember 2020.
  4. GOV. Verein für Computergenealogie e. V., abgerufen am 10. November 2014.
  5. Jesper Zedlitz, Thekla Kluttig: Das Genealogische Ortsverzeichnis (GOV). In: Der Archivar. Nr. 3, 2014, S. 289–292.
  6. Jesper Zedlitz, Norbert Luttenberger: Modelling (Historical) Administrative Information on the Semantic Web. In: IARIA – International Academy, Research and Industry Association (Hrsg.): WEB 2014, The Second International Conference on Building and Exploring Web Based Environments. 2014, ISBN 978-1-61208-333-9, ISSN 2308-4421, S. 33–39.
  7. Daten-Eingabe-System, auf des.genealogy.net
  8. Nachweis in der Zeitschriftendatenbank: ZDB-ID 807177-9