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Otto Korn

deutscher Archivar und Heraldiker
Otto Korn, 1946, Zeichnung von Wolfgang Pagenstecher

Otto Johannes Gotthilf Erich Korn (* 31. Mai 1898 in Wanzleben; † 3. April 1955 in Münster) war ein deutscher Archivar und Heraldiker.

LebenBearbeiten

Geboren in Wanzleben als Sohn des Geologen Johannes Korn und späteren Landesgeologen und Professors an der Preußischen Geologischen Landesanstalt und Bergakademie Berlin. Er besuchte von 1904 bis 1916 das Bismarck-Gymnasium in Berlin-Wilmersdorf. Danach wurde er eingezogen und nahm am Ersten Weltkrieg teil (Verwundung und bleibender Kriegsschaden). Anfang der zwanziger Jahre nahm Korn ein Studium der Geschichte, Germanistik, Kunstgeschichte, Latein und historischen Hilfswissenschaften an der Berliner Universität auf und schloss dieses 1927 als Dr. phil. ab. Ab Januar 1929 Tätigkeit als Volontär im Geheimen Staatsarchiv Berlin und ab 1930 am Staatsarchiv Marburg. Am 1. Mai 1933 trat Korn in die NSDAP ein. In Marburg wurde er am 27. März 1934 zum Staatsarchivrat ernannt und im April 1936 trat er seinen Dienst im Staatsarchiv Magdeburg an. Aufgrund von Einberufungen zum Kriegsdienst wurde er im März 1943 an das Staatsarchiv Düsseldorf delegiert. Noch im September 1946 nahm er dort die Funktion des kommissarischen Direktors wahr. Ab Oktober 1948 war er Hilfsarbeiter im Personenstandsarchiv II in Lütgendortmund und von 1949 bis Anfang 1952 Facharbeiter im Düsseldorfer Stadtarchiv. Nach seiner Entnazifizierung erfolgte ab Februar 1952 die erneute Aufnahme in den Staatsdienst als Staatsarchivrat im Staatsarchiv in Münster. Diese Position hatte Otto Korn bis zu seinem Tode Anfang April 1955 inne.

Am 14. Mai 1930 heiratete er Elisabeth Hibben aus Berlin. Aus der Ehe gingen insgesamt sechs Kinder hervor, darunter Hans-Enno Korn.

Heraldisches WerkBearbeiten

Neben zahlreichen historischen und heimatgeschichtlichen Veröffentlichungen, darunter mehrere über Wappen und Siegel von Städten und Gemeinden: „Rheinisches Siegel- und Urkundenbuch“ Brühl 1952; Wappen und Siegel der Ortschaften des Kreises Wanzleben, 1937; „Siegel und Wappen der Stadt Düsseldorf“ 1955; „Siegel und Wappen der Rheiner Richter und Gografen“ 1952; sowie über eine hofpfalzgräfliche Registratur, das „Wappenbuch Beyssel“ (Düsseldorfer Jahrbuch 1947), war Otto Korn Schöpfer vieler ostfriesischer Kommunalwappen, auch Landkreiswappen sowie einer Reihe von Familienwappen.[1]

Korn interessierte sich für die Kommunalheraldik und war zeichnerisch begabt und so verwundert es nicht, dass er während seiner Dienstzeit im Staatsarchiv Magdeburg die Zeit dafür nutzte, um auf dem heraldischen Gebiet tätig zu werden. So schuf er etliche Landkreiswappen und viele Gemeinden, die den Wunsch hatten, sich durch ein Wappen nach außen hin zu repräsentieren, wandten sich an ihn. Für bestimmte Regionen schuf Otto Korn Wappen „auf Vorrat“, d. h. bot sie – nicht immer erfolgreich – den Gemeinden zum Kauf an. Viele dieser Vorabzeichnungen sind heute im Bestand des Landesarchivs Sachsen-Anhalt in Magdeburg.

LiteraturBearbeiten

  • Nachruf auf Otto Korn. In: Der Archivar 8. 1955, Sp. 313.
  • Wolfgang Leesch: Die deutschen Archivare 1500–1945. Band 2: Biographisches Lexikon. Saur, München u. a. 1992, ISBN 3-598-10605-X, S. 330.

WeblinksBearbeiten

  Commons: Otto Korn – Sammlung von Bildern

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Biographisches Lexikon der Heraldiker herausgegeben vom HEROLD, Verein für Heraldik, Genealogie und verwandte Wissenschaften, Bearbeitet von Jürgen Arndt unter Mitwirkung von Horst Hilgenberg und Marga Wehner im VERLAG BAUER & RASPE NEUSTADT AN DER AISCH 1992.