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Ringfurth ist ein Ortsteil der Stadt Tangerhütte im Süden des Landkreises Stendal in Sachsen-Anhalt.

Ringfurth
Wappen von Ringfurth
Koordinaten: 52° 22′ 52″ N, 11° 54′ 11″ O
Höhe: 45 m
Fläche: 12,52 km²
Einwohner: 314 (31. Dez. 2008)
Bevölkerungsdichte: 25 Einwohner/km²
Eingemeindung: 31. Mai 2010
Postleitzahl: 39517
Vorwahl: 039366

Inhaltsverzeichnis

GeografieBearbeiten

Geografische LageBearbeiten

Der Ort liegt an einem Gleithang am linken Ufer der Elbe, die hier einen S-förmigen Bogen beschreibt. Tangerhütte befindet sich nordwestlich, die Städte Tangermünde und Stendal nördlich von Ringfurth. Das waldreiche Gebiet zwischen Elbe und Tanger ist überwiegend flach, fällt aber zum Elbtal um bis zu 20 Meter ab. Die Elbe bildet die Grenze zum Landkreis Jerichower Land.

OrtschaftsgliederungBearbeiten

Zur ehemaligen Gemeinde und jetzigen Ortschaft Ringfurth gehören noch die am Elbe-Hochufer liegenden Ortsteile Polte und Sandfurth.

GeschichteBearbeiten

 
Dorfkirche Ringfurth

Ringfurth wurde erstmals 973 in einer Urkunde von Otto II., Kaiser des Heiligen Römischen Reichs (967–983) erwähnt. Darin bestätigt er die von seinem Vater und Vorgänger Otto I. vorgenommene Schenkung von Rinchurst an das Mauritiuskloster zu Magdeburg (Vorläufer des Magdeburger Doms). Im 16. Jahrhundert entstand die Dorfkirche Ringfurth.

Sandfurth wurde etwa vor 1100 Jahren gegründet. Das Landbuch der Mark Brandenburg von 1375 führte neben dem Üblichen zwei Besonderheiten auf: das Hundekorn (sonst nur in Gräben und Steinfeld (Altmark)) und als einzige im ganzen Urbar eine Schiffmühle (molendinum in Albea).[1][2][3] Das Landbuch nannte Ludolph von Grieben als Grundherr, später kam das Dorf an das Erzstift Magdeburg.[4] Eine lange Tradition hatte die Elbschifferei, in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts lebten fast alle Sandfurther Familien von diesem Wirtschaftszweig.

Polte, nordöstlich von Ringfurth gelegen, entstand aus einem Vorwerk des Ritterguts in Bittkau.

Am 31. Mai 2010 schloss sich Ringfurth mit den übrigen Gemeinden der Verwaltungsgemeinschaft Tangerhütte-Land zur neuen Stadt Tangerhütte zusammen.[5] Im Rahmen der Dorferneuerung wurde in den letzten Jahren die Straßenbeleuchtung erneuert, Gehwege teilweise ausgebaut sowie in Eigeninitiative die Feuerwehrhäuser der Freiwilligen Feuerwehren Ringfurth und Sandfurth saniert.

PolitikBearbeiten

BürgermeisterBearbeiten

Ortsbürgermeister ist Hans-Peter Gürnth.

WappenBearbeiten

Das Wappen wurde am 21. Mai 2010 durch den Landkreis genehmigt.

Blasonierung: „In Blau ein schlangenlinienförmig gebogener silberner Pfahl, begleitet in der Biegung oben links von drei goldenen Ähren und in der Biegung unten rechts von einem goldenen Anker.“[6]

Die Farben des Ortsteils sind – abgeleitet vom Hauptwappenmotiv (Pfahl) und der Schildfarbe – Silber (Weiß) und Blau.

Das Wappen wurde vom Magdeburger Heraldiker Jörg Mantzsch gestaltet. Es verweist auf den Flusslauf der Elbe im Einzugsgebiet, auf die von vielen Einwohnern einst betriebene Binnenschifffahrt (im Ortsteil Sandfurth steht ein Denkmal zu Ehren der Binnenschiffer) und auf die Landwirtschaft.

FlaggeBearbeiten

Die Ortsteilflagge ist blau - weiß - blau (1:4:1) gestreift (Querformat: Streifen waagerecht verlaufend, Längsformat: Streifen senkrecht verlaufend) und mittig mit dem Gemeindewappen belegt.[6]

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

 
Taubenturm auf dem Gutsgelände

BauwerkeBearbeiten

  • Taubenturm in Ringfurth, ältestes Gebäude der Gemeinde, im Bereich des Gutshauses
  • Dorfkirche Ringfurt, 16. Jahrhundert
  • ehemaliges Gutshaus Polte mit Park
  • Schifferdenkmal in Sandfurth mit Gedenktafel und Elbekarte

NaturBearbeiten

Zwischen Sandfurth und Kehnert wurden in der DDR-Zeit wegen der flachen, sandigen Uferbereiche zahlreiche militärische Übungen und Manöver durchgeführt (Unterwasserfahrten der Panzer, Durchquerungen mit Schützenpanzerwagen, Brückenbau durch Pioniereinheiten). Die Natur hat sich seitdem regeneriert und es lassen sich Fischreiher, Graukraniche, Schwarz- und Weißstörche beobachten.

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

UnternehmenBearbeiten

Neben kleinen Handwerksbetrieben spielt in Ringfurth die Landwirtschaft – besonders Tierzucht und Milchviehhaltung – eine große Rolle.

VerkehrBearbeiten

Ringfurth liegt an der Elbuferstraße (Tangermünde–Kehnert). Des Weiteren besteht eine Straßenverbindung nach Tangerhütte. Es verkehren Linienbusse und Rufbusse der Regionalverkehrsbetriebe Westsachsen (RVW) unter dem Markennamen stendalbus. Im neun Kilometer entfernten Mahlwinkel bestehen Bahnanschlüsse nach Magdeburg und Stendal.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Johannes Schultze (Hrsg.): Das Landbuch der Mark Brandenburg von 1375 (= Brandenburgische Landbücher. Band 2; Veröffentlichungen der Historischen Kommission für die Provinz Brandenburg und die Reichshauptstadt Berlin. Band VIII, 2). Kommissionsverlag von Gsellius, Berlin 1940, Antiqua marchia. [Tangermündescher Kreis]. Santforde, S. 362 (Digitalisat in Universitätsbibliothek Potsdam).
  2. Johannes Schultze (Hrsg.): Das Landbuch der Mark Brandenburg von 1375 (= Brandenburgische Landbücher. Band 2; Veröffentlichungen der Historischen Kommission für die Provinz Brandenburg und die Reichshauptstadt Berlin. Band VIII, 2). Kommissionsverlag von Gsellius, Berlin 1940, Czucha. Groben, S. 215 (Digitalisat in Universitätsbibliothek Potsdam).
  3. Johannes Schultze (Hrsg.): Das Landbuch der Mark Brandenburg von 1375 (= Brandenburgische Landbücher. Band 2; Veröffentlichungen der Historischen Kommission für die Provinz Brandenburg und die Reichshauptstadt Berlin. Band VIII, 2). Kommissionsverlag von Gsellius, Berlin 1940, Antiqua marchia. Hii sunt redditus in villis domἱcellorum de Bertensleve. Steinvelde, S. 303–304, Hindenkorn S. 304 (Digitalisat in Universitätsbibliothek Potsdam).
  4. Lieselott Enders: Die Altmark. Geschichte einer kurmärkischen Landschaft in der Frühneuzeit (Ende des 15. bis Anfang des 19. Jahrhunderts). Hrsg.: Klaus Neitmann (= Veröffentlichungen des Brandenburgischen Landeshauptarchivs. Band 56). Berliner Wissenschafts-Verlag, Berlin 2008, ISBN 978-3-8305-1504-3, IV. Die Dorfverfassung. 2. Die Gemeinde. c) Ökonomische Grundlagen und Aktivitäten. öffentliche Lasten. [Hundekorn], S. 599–600.
  5. Amtsblatt für den Landkreis Stendal vom 30. Mai 2010 (PDF-Datei; 1,90 MB)
  6. a b Amtsblatt des Landkreis Nr. 13/2010, S. 181 (PDF-Datei; 1,90 MB)