Eichstedt (Altmark)

Gemeinde im Landkreis Stendal, Sachsen-Anhalt
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Eichstedt (Altmark)
Eichstedt (Altmark)
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Eichstedt (Altmark) hervorgehoben

Koordinaten: 52° 41′ N, 11° 51′ O

Basisdaten
Bundesland: Sachsen-Anhalt
Landkreis: Stendal
Verbandsgemeinde: Arneburg-Goldbeck
Höhe: 34 m ü. NHN
Fläche: 32,82 km2
Einwohner: 901 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 27 Einwohner je km2
Postleitzahl: 39596
Vorwahl: 039388
Kfz-Kennzeichen: SDL, HV, OBG
Gemeindeschlüssel: 15 0 90 135
Adresse der Verbandsverwaltung: An der Zuckerfabrik 1
39596 Goldbeck
Website: arneburg-goldbeck.de
Bürgermeister: Karlheinz Schwerin
Lage der Gemeinde Eichstedt (Altmark) im Landkreis Stendal
AlandAlandAltmärkische HöheAltmärkische WischeArneburgBismark (Altmark)Bismark (Altmark)EichstedtGoldbeckHasselHavelbergHohenberg-KrusemarkHohenberg-KrusemarkIdenKamernKlein SchwechtenKlietzOsterburgRochauSandau (Elbe)ScholleneSchönhausen (Elbe)StendalStendalStendalStendalSeehausenSeehausenTangerhütteTangermündeWerben (Elbe)Wust-FischbeckZehrentalSachsen-AnhaltKarte
Über dieses Bild
St.-Katharinen-Kirche Eichstedt

Eichstedt (Altmark) ist eine Gemeinde im Landkreis Stendal in Sachsen-Anhalt. Sie gehört der Verbandsgemeinde Arneburg-Goldbeck an, die ihren Verwaltungssitz in der Gemeinde Goldbeck hat.

GeografieBearbeiten

Eichstedt in der Ostaltmark liegt am rechten Ufer der Uchte, etwa 8 km nördlich von Stendal.

Zur Gemeinde Eichstedt (Altmark) gehören die Ortsteile Baben (mit der Villa Baben), Baumgarten, Eichstedt (Altmark), Lindtorf und Rindtorf.[2]

Nachbargemeinden von Eichstedt (Altmark) sind Goldbeck im Norden, Hohenberg-Krusemark im Nordosten, Arneburg im Osten, Hassel im Südosten, Stendal im Süden und Westen sowie Klein Schwechten im Nordwesten.

GeschichteBearbeiten

Im Jahre 1204 wurden Wolradus et Theodericus de Eckstede als Zeugen in einer Urkunde genannt.[3][4] 1225 war Tiderici de Ecsted ein Zeuge.[5] Das gilt als erstmalige Erwähnung des ursprünglich als Rundling angelegten Dorfes Eichstedt in Urkunden.[6] Nach ihm nannte das altmärkische Uradelsgeschlecht von Eichstedt, dessen Wappen mit den gestürzten Schwertern auf blauem Grund sich auch im Gemeindewappen wiederfindet.

EingemeindungenBearbeiten

Am 30. September 1928 wurde der Gutsbezirk Eichstedt mit der Landgemeinde Eichstedt, der Landgemeinde Baumgarten und mit dem Gutsbezirk Baumgarten zu einer Landgemeinde Eichstedt zusammengeschlossen.[7]

Am 25. Juli 1952 wurde Eichstedt vom Landkreis Stendal in den Kreis Stendal umgegliedert, nach dessen Auflösung kam sie am 1. Juli 1994 zum neuen Landkreis Stendal.[8] Zu einer Namensänderung kam es am 1. Januar 1998, als sich die Gemeinde von Eichstedt in Eichstedt (Altmark) umbenannte.

Durch einen Gebietsänderungsvertrag haben die Gemeinderäte der Gemeinden Baben (am 27. Januar 2009), Eichstedt (Altmark) (am 11. Februar 2009) und Lindtorf (am 29. Januar 2009) beschlossen, dass ihre Gemeinden aufgelöst und zu einer neuen Gemeinde mit dem Namen Eichstedt (Altmark) vereinigt werden. Dieser Vertrag wurde vom Landkreis als unterer Kommunalaufsichtsbehörde genehmigt und trat am 1. Januar 2010 in Kraft.[9]

EinwohnerentwicklungBearbeiten

Dorf/Landgemeinde/GemeindeBearbeiten

Jahr Einwohner
1734 236
1772 176
1790 296
1798 289
Jahr Einwohner
1801 287
1818 296
1840 303
1864 369
Jahr Einwohner
1871 308
1885 339
1892 [0]425[10]
1895 402
Jahr Einwohner
1900 [0]456[10]
1905 469
1910 [0]500[10]
1925 595
Jahr Einwohner
1939 615
1946 950
1964 635
1971 608
Jahr Einwohner
1981 0509
1993 0466
2006 0450
2009 [0]1012[11]
Jahr Einwohner
2010 989[11]
2018 901[11]

OrtsteilBearbeiten

Jahr Einwohner
2014 322[12]
2015 344[12]
2017 337[13]
2018 326[13]

Gut/GutsbezirkBearbeiten

Jahr Einwohner
1871 52
1885 59
1895 48
1905 31

Quelle wenn nicht angegeben:[14]

ReligionenBearbeiten

Die Volkszählung in der Europäischen Union 2011 zeigte, dass von den 950 Einwohnern der Gemeinde Eichstedt rund 36 % der evangelischen und rund 3 % der katholischen Kirche angehörten.[15]

Die evangelischen Kirchengemeinden Eichstedt und Baumgarten gehörten zur Pfarrei Eichstedt[16], die Kirchengemeinden Baben und Lindtorf zur Pfarrei Baben[17], während Rindtorf als mater combinata zur Pfarrei Jarchau gehörte.

Die Kirchengemeinde Eichstedt gehört jetzt zum Pfarrbereich Klein Schwechten. Am 1. Juni 2007 wurden die evangelischen Kirchengemeinden Lindtorf und Rindtorf zum evangelischen Kirchspiel Lindtorf-Rindtorf zusammengeschlossen.[18] Es gehört wie die Kirchengemeinden Baben und Baumgarten zum Pfarrbereich Arneburg. Beide Pfarrbereiche gehören zum Kirchenkreis Stendal im Propstsprengel Stendal-Magdeburg der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland.

Die katholischen Christen gehören zur Pfarrei St. Anna in Stendal.

PolitikBearbeiten

GemeinderatBearbeiten

Die Gemeinderatswahl am 26. Mai 2019 ergab folgendes Ergebnis:[19][20]

  • vier Wählergruppen mit zusammen 96,7 %
    • 3 Sitze Wählergemeinschaft Eichstedt
    • 1 Sitz Wählergemeinschaft Baben
    • 2 Sitze Für Eichstedt
    • 3 Sitze Wählergemeinschaft Rindtorf/Lindtorf
  • ein Sitz CDU 3,3 %

Vier Gemeinderäte sind Frauen. Die Wahlbeteiligung betrug 67,8 %.

WappenBearbeiten

Das Wappen wurde am 28. Juli 2004 durch das Regierungspräsidium Magdeburg genehmigt.

Blasonierung: „Gespalten von Blau und Silber; vorn fächerförmig drei gesenkte goldene Schwerter mit rundem Kopf, hinten pfahlweise zwei blaue Eichenblätter mit je zwei kleinen goldenen Eicheln in blauer Kapsel an den Blattstielen.“

Die Farben der Gemeinde sind Blau - Silber (Weiß).

Die Tinktur Blau bezieht sich auf die Uchte, die Eichstedt im Bogen umfließt. Auf die Familie von Eichstedt weisen die drei Schwerter hin, deren Stammsitz Eichstedt erstmals 1204 urkundlich erwähnt wurde. Durch die mit Eicheln bewinkelten zwei Eichenblätter wird Bezug auf den Ortsnamen und auf die beiden Ortsteile Eichstedt und Baumgarten genommen.

Das Wappen wurde vom Kommunalheraldiker Jörg Mantzsch gestaltet und ins Genehmigungsverfahren geführt.

Der Gemeinderat der neugebildeten Gemeinde Eichstedt (Altmark) hat am 14. Januar 2010 beschlossen, dass alte Wappen der eingeflossenen Gemeinde Eichstedt anzunehmen und weiterzuführen. Dies wurde am 1. Februar 2010 durch den Landkreis genehmigt.

FlaggeBearbeiten

Die Flagge ist Weiß - Blau (1:1) gestreift (Querform: Streifen waagerecht verlaufend, Längsform: Streifen senkrecht verlaufend) und mittig mit dem Gemeindewappen belegt.

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

  • Die evangelische Katharinenkirche in Eichstedt ist eine umgebaute Feldsteinkirche, die vom Bischof von Havelberg geweiht wurde.[21] Beckmann berichtete 1753 von einem 500 Jahre alten Siegel der Weihe.[22] Das von Wilhelm Zahn angegebene Weihejahr 1230 ist urkundlich nicht erwiesen.[23] Im Jahre 1725 wurde der Chor abgebrochen und das Schiff nach Osten verlängert. Auf der Südseite befindet sich ein barocker Gruftanbau der Familie von Schulenburg.[21]
  • Der Ortsfriedhof befindet sich auf dem Kirchhof.
  • In Eichstedt steht auf dem Kirchhof ein Denkmal aus Granitblöcken mit großem Eisernen Kreuz als Mittelteil und gekrönt von einer Stahlhelm-Plastik für die Gefallenen des Ersten und Zweiten Weltkrieges.[24]

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

VerkehrsanbindungBearbeiten

Der Haltepunkt Eichstedt (Altm) liegt an der Bahnstrecke Magdeburg–Stendal–Wittenberge und wird von der Linie S1 (Schönebeck-Salzelmen–Magdeburg–Stendal–Wittenberge) der S-Bahn Mittelelbe im Stundentakt bedient.

Von Eichstedt (Altmark) führt eine Landstraße über Jarchau nach Arneburg sowie nach Stendal.

PersönlichkeitenBearbeiten

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten

 Commons: Eichstedt (Altmark) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Statistisches Landesamt Sachsen-Anhalt, Bevölkerung der Gemeinden – Stand: 31. Dezember 2018 (PDF) (Fortschreibung) (Hilfe dazu).
  2. Verzeichnis Gemeinden und Gemeindeteile. Gebietsstand: 1. April 2013 (= Statistisches Landesamt Sachsen-Anhalt [Hrsg.]: Verzeichnisse / 003. Nr. 2013). Halle (Saale) Mai 2013, S. 113 (destatis.de [PDF; 1,6 MB; abgerufen am 24. August 2019]).
  3. Hermann Krabbo: Regesten der Markgrafen von Brandenburg aus askanischem Hause. Hrsg.: Verein für Geschichte der Mark Brandenburg. 1. Lieferung. Duncker & Humblot, Leipzig 1910, S. 108, Nr. 523 (uni-potsdam.de).
  4. Adolph Friedrich Riedel: Codex diplomaticus Brandenburgensis: Sammlung der Urkunden, Chroniken und sonstigen Quellschriften. Hauptteil 2. Band 1. Berlin 1843, S. 2 (Digitalisathttp://vorlage_digitalisat.test/1%3D~GB%3D~IA%3D~MDZ%3D%0A10001004~SZ%3D00014~doppelseitig%3D~LT%3D~PUR%3D).
  5. Adolph Friedrich Riedel: Codex diplomaticus Brandenburgensis: Sammlung der Urkunden, Chroniken und sonstigen Quellschriften. Hauptteil 1. Band 6. Berlin 1846, S. 399 (Digitalisathttp://vorlage_digitalisat.test/1%3D~GB%3D~IA%3D~MDZ%3D%0A10001022~SZ%3D00409~doppelseitig%3D~LT%3D~PUR%3D).
  6. Eichstedt (Altmark) auf arneburg-goldbeck.de. Abgerufen am 4. Januar 2020.
  7. Regierungsbezirk Magdeburg (Hrsg.): Amtsblatt der Regierung zu Magdeburg. 1928, ZDB-ID 3766-7, S. 208.
  8. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Gemeinden 1994 und ihre Veränderungen seit 01.01.1948 in den neuen Ländern. Metzler-Poeschel, Stuttgart 1995, ISBN 3-8246-0321-7, S. 342.
  9. Amtsblatt des Landkreises Nr. 10/2009 Seite 104-106 (PDF; 264 kB)
  10. a b c Wilhelm Zahn: Heimatkunde der Altmark. Nach Hinterlassenschaften des Verfassers bearbeitet von Martin Ehlies. 2. Auflage. Verlag Salzwedeler Wochenblatt, Graphische Anstalt, G.m.b.H., Salzwedel 1928, DNB 578458357, S. 109.
  11. a b c Bevölkerung der Gemeinden nach Landkreisen (= Statistisches Landesamt Sachsen-Anhalt [Hrsg.]: Statistische Berichte / A / I / A / II / A / III / 102). ZDB-ID 2921504-3 (destatis.de). (Jahr anklicken)
  12. a b Doreen Schulze: Erstmals Zuwachs in Arneburg-Goldbeck. In: Volksstimme Stendal. 15. Januar 2016.
  13. a b Karina Hoppe: Verbandsgemeinde Arneburg-Goldbeck verlor 2018 insgesamt 93 Einwohner. In: Volksstimme Stendal. 14. Februar 2019.
  14. Peter P. Rohrlach: Historisches Ortslexikon für die Altmark (Historisches Ortslexikon für Brandenburg, Teil XII). Berliner Wissenschafts-Verlag, Berlin 2018, ISBN 978-3-8305-2235-5, S. 581–586.
  15. Datenbank Zensus 2011, Eichstedt (Altmark), Religion
  16. Pfarr-Almanach oder die evangelischen Geistlichen und Kirchen der Provinz Sachsen der Grafschaften Wernigerode, Rossla und Stolberg. 19. Jahrgang, 1903, ZDB-ID 551010-7, S. 110 (wiki-de.genealogy.net [abgerufen am 14. Juni 2017]).
  17. Pfarr-Almanach oder die evangelischen Geistlichen und Kirchen der Provinz Sachsen der Grafschaften Wernigerode, Rossla und Stolberg. 19. Jahrgang, 1903, ZDB-ID 551010-7, S. 109 (wiki-de.genealogy.net [abgerufen am 14. Juni 2017]).
  18. Amtsblatt der Föderation evangelischer Kirchen in Mitteldeutschland. 2007, ISSN 0014-326X, S. 155 (kirchenrecht-ekm.de).
  19. Ingo Gutsche: Ein Duo überspringt 1000er-Marke. In: Stendaler Volksstimme. 28. Mai 2019, S. 16.
  20. Statistisches Landesamt Sachsen-Anhalt, Kommunalwahlen in Sachsen-Anhalt 2019, Gemeinderatswahlen - Gemeinde Eichstedt (Altmark) - Landkreis Stendal. 27. September 2019, abgerufen am 12. Januar 2020.
  21. a b Thomas Hartwig: Alle Altmarkkirchen von A bis Z. Elbe-Havel-Verlag, Havelberg 2012, ISBN 978-3-9814039-5-4, S. 116.
  22. Johann Christoph Becmann, Bernhard Ludwig Beckmann: Historische Beschreibung der Chur und Mark Brandenburg. Band 2. Berlin 1753, 5. Teil, 1. Buch, II. Kapitel, Spalte 264 (Digitalisathttp://vorlage_digitalisat.test/1%3D~GB%3D~IA%3D~MDZ%3D%0A10936702~SZ%3D00212~doppelseitig%3D~LT%3D~PUR%3D).
  23. Gottfried Wentz: Die Bistümer der Kirchenprovinz Magdeburg. Das Bistum Havelberg (= Germania Sacra, Alte Folge, Erste Abteilung. Band 2). Berlin 1933, DNB 361869304, S. 45 (Digitalisat).
  24. Onlineprojekt Gefallendenkmäler. In: Eichstedt auf www.denkmalprojekt.org. 1. Juni 2012, abgerufen am 4. Januar 2020.