Volksstimme

Tageszeitung für Sachsen-Anhalt

Die Volksstimme ist eine Tageszeitung für das nördliche und mittlere Sachsen-Anhalt mit Stammsitz in Magdeburg. Sie orientiert sich in ihrem Verbreitungsgebiet an den Grenzen des ehemaligen Bezirkes Magdeburg. Im Süden Sachsen-Anhalts, auf dem Gebiet des ehemaligen Bezirkes Halle, erscheint die Mitteldeutsche Zeitung. In der Mitte Sachsen-Anhalts ist die Volksstimme als regional erscheinende Tageszeitung Monopolist. Lediglich in der Altmark hat sie mit der 1990 gegründeten Altmark Zeitung einen Wettbewerber.

Volksstimme
Logo
Beschreibung Tageszeitung
Verlag Mitteldeutsche Verlags- und Druckhaus GmbH[1]
Erstausgabe 15. Juni 1890
Erscheinungsweise täglich außer sonntags
Verkaufte Auflage 147.032 Exemplare
(IVW 1/2021, Mo–Sa)
Reichweite 0,425 Mio. Leser
(MA 2017 II)
Chefredakteur Alois Kösters
Geschäftsführer Marco Fehrecke
Weblink volksstimme.de
Das Geschäftshaus der Volksstimme in Magdeburg
Stand auf der Deutschen Theaterausstellung 1927
Verkaufsstelle in Stendal, 1991

Die Volksstimme wird verlegt von der Mitteldeutsche Verlags- und Druckhaus GmbH[2], die zur Bauer Media Group gehört. Der Bauer Media Group gehört seit Januar 2020 mit der Mitteldeutschen Zeitung auch die zweite große Tageszeitung aus Sachsen-Anhalt.[3]

Die Zeitung erscheint werktäglich sechs Mal wöchentlich im Rheinischen Format. Bundesweit vertrieben und zitiert wird die Lokalausgabe der Landeshauptstadt, die Magdeburger Volksstimme, die im Untertitel einige Jahre den traditionsreichen Namen der ehemaligen bürgerlich-liberalen Magdeburgischen Zeitung weiterführte. Die verkaufte Auflage beträgt 147.032 Exemplare, ein Minus von 48 Prozent seit 1998.[4]

Chefredakteur ist seit 1. Oktober 2011 Alois Kösters.[5]

GeschichteBearbeiten

Die 1890 gegründete, damals sozialdemokratisch orientierte Tageszeitung Volksstimme erreichte vor dem Ersten Weltkrieg eine Auflage von 34.000 Exemplaren und wurde 1933 von den Nationalsozialisten verboten. Ab August 1947 als Zeitung der SED für Magdeburg herausgegeben, war sie seit 1952 Organ der SED-Bezirksleitung Magdeburg. Nachdem sich die Redaktion am 15. Januar 1990 von ihrem Herausgeber lossagte, wird sie in Eigenregie geschrieben.[6] Eine Übereignung an die Belegschaft erfolgte nicht. Die SPD als früherer Eigentümer gab ihren Eigentumsanspruch auf, stattdessen nahm sie eine Beteiligung an der Dresdner Sächsischen Zeitung an.

Der Treuhandanstalt lagen im Jahr 1991 13 Gebote zur Privatisierung und Übernahme für die im früheren Magdeburger Pressehaus von Fritz Faber residierende Volksstimme vor, wo bis 1944 die Magdeburgische Zeitung, die im 17. Jahrhundert gegründete älteste fortlaufend erschienene Zeitung Deutschlands, produziert worden war. Die Volksstimme erschien seitdem bei der Magdeburger Verlags- und Druckhaus GmbH, einer hundertprozentigen Tochter der für ihre Programm- und Yellowpress-Blätter bekannten Bauer Verlagsgruppe Hamburg, der heutigen Bauer Media Group. Die Druckerei befindet sich seit Mitte der 1990er Jahre und die Mantelredaktion seit 1998 wenige Kilometer nördlich von Magdeburg in Barleben im Landkreis Börde. Mit dem Kauf der Mitteldeutschen Zeitung im Januar 2020 ging eine Umbenennung des Verlages in Mitteldeutsche Verlags- und Druckhaus GmbH einher.[2]

AuflageBearbeiten

Die Volksstimme hat in den vergangenen Jahren erheblich an Auflage eingebüßt. Die verkaufte Auflage ist in den vergangenen 10 Jahren um durchschnittlich 2,8 % pro Jahr gesunken. Im vergangenen Jahr hat sie um 3,1 % abgenommen.[7] Sie beträgt gegenwärtig 147.032 Exemplare.[8] Der Anteil der Abonnements an der verkauften Auflage liegt bei 91 Prozent.

Entwicklung der verkauften Auflage[9]

LokalausgabenBearbeiten

(als Kopfblätter)

 
Das Druckzentrum der Volksstimme in Barleben

ChefredakteureBearbeiten

Chefredakteure der Volksstimme (1947– heute):

Zeitraum Name
1947–1950 Robert Büchner
1950–1953 Arno Gropp
1953–1958 Karl Jakobi
1958–1969 Herbert Kopietz
1969–1990 Heinz Wiese
1990–1992 Karl-Heinz Schwarzkopf
1992–1994 Reinhold Stimpert
1994–1999 Heinzgeorg Oette
1999–2001 Paul-Josef Raue
2001–2010 Franz Kadell
2010–2011 Peter Wendt und Günther Tyllack; kommissarisch
seit 2011 Alois Kösters

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Impressum. In: volksstimme.de, abgerufen am 10. März 2021
  2. a b Entstanden aus der Magdeburger Verlags- und Druckhaus GmbH durch Umbenennung im Dezember 2020. siehe: Mitteldeutsche Verlags- und Druckhaus GmbH - Name · Satzung. In: northdata.de, abgerufen am 10. März 2021
  3. Coup im Printmarkt: Was die Bauer Media Group mit der “Mitteldeutsche Zeitung” vorhaben könnte meedia.de, 15. Januar 2020
  4. laut IVW (Details auf ivw.eu)
  5. Alois Kösters wird neuer Volksstimme-Chefredakteur volksstimme.de, 9. April 2011
  6. Bernd Kaufholz: Magdeburg: Journalisten wählten neue Chefredaktion. In: volksstimme.de. Volksstimme Magdeburg, 14. Januar 2020, abgerufen am 15. Januar 2020.
  7. laut IVW (online)
  8. laut IVW, erstes Quartal 2021, Mo–Sa (Details und Quartalsvergleich auf ivw.eu)
  9. laut IVW, jeweils viertes Quartal (Details auf ivw.eu)