Walsleben (Osterburg)

Siedlung in Deutschland

Walsleben ist ein Ortsteil der kreisangehörigen Hansestadt Osterburg (Altmark) im Landkreis Stendal in Sachsen-Anhalt.[1]

Walsleben
Wappen von Walsleben
Koordinaten: 52° 45′ 25″ N, 11° 51′ 25″ O
Höhe: 23 m ü. NHN
Fläche: 13,07 km²
Einwohner: 452 (31. Dez. 2007)
Bevölkerungsdichte: 35 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Juli 2009
Postleitzahl: 39606
Vorwahlen: 039388, 03937
Walsleben (Sachsen-Anhalt)
Walsleben

Lage von Walsleben in Sachsen-Anhalt

Kirche in Walsleben 2016

GeografieBearbeiten

Walsleben in der Altmark am Rande der Wische liegt an der Uchte, die von Süden aus Richtung Stendal kommend, nach Westen abbiegt. Der Ort ist etwa 9 km von der Stadt Osterburg (Altmark) entfernt.

OrtschaftsgliederungBearbeiten

Zur Ortschaft Walsleben gehören die Ortsteile Walsleben und Uchtenhagen.

GeschichteBearbeiten

Walsleben wurde durch Thietmar von Merseburg, in dessen Chronik zu 929, vor 1018 erstmals schriftlich genannt und besaß in der Vergangenheit Stadtrechte. Der Chronik zufolge sollen die aufständischen Slawen im Jahr 929 die Burg „wallislevu“ zerstört haben. An einer Furt durch die Uchte gelegen gehörte sie zu jenem Burgensystem, welches damals die deutschen Gebiete gegen die slawischen Siedlungsgebiete im Osten sicherte. Die Burg wurde wieder aufgebaut, ab 1230 ist eine ritterliche Familie von Walsleben nachweisbar, die jedoch im Zuge der deutschen Ostexpansion frühzeitig ihren Stammsitz verließ. Danach war der Rittersitz in den Händen verschiedener adeliger Familien, von 1375 und bis zum Ende des 16. Jahrhunderts von Lüderitz, ab 1598 von der Schulenburg, 1778 im Erbweg Friedrich Werner von Podewils, danach gelangte er an die Familien von Berg und von Voß, bis er schließlich 1846 an Eduard von Jagow auf Calberwisch verkauft wurde. Im Jahre 1869 erwarb ihn Adolfine von Rohr auf Hohenwulsch. Sie ließ in Walsleben ein neues Schloss erbauen, sowie einen Park und Alleen anlegen. 1946 wurde das Schloss zur Gewinnung von Baumaterial für Siedlerstellen abgebrochen. Heute sind vom einstigen Gut nur noch das frühere Verwalterhaus und die 1997 freigelegten Fundamente des Eiskellers vorhanden.

Am 1. Juli 1950 wurde die bis dahin eigenständige Gemeinde Uchtenhagen eingegliedert.

Durch einen Gebietsänderungsvertrag haben die Gemeinderäte der Gemeinden Ballerstedt (am 24. November 2008), Düsedau (am 12. November 2008), Erxleben (am 10. November 2008), Flessau (am 27. November 2008), Gladigau (am 26. November 2008), Königsmark (am 25. November 2008), Krevese (am 12. November 2008), Meseberg (am 19. November 2008), Rossau (am 10. November 2008), Walsleben (am 10. November 2008) und der Hansestadt Osterburg (Altmark) (am 6. November 2008) beschlossen, dass ihre Gemeinden aufgelöst und zu einer neuen Einheitsgemeinde mit dem Namen Hansestadt Osterburg (Altmark) vereinigt werden. Dieser Vertrag wurde vom Landkreis als unterer Kommunalaufsichtsbehörde genehmigt und trat am 1. Juli 2009 in Kraft.[2][3]

Nach Umsetzung des Gebietsänderungsvertrages der bisher selbständigen Gemeinde Walsleben wurden Walsleben und Uchtenhagen Ortsteile der neuen Hansestadt Osterburg (Altmark). Für die eingeflossene Gemeinde wurde die Ortschaftsverfassung nach den §§ 86 ff. der Gemeindeordnung Sachsen-Anhalt eingeführt. Die aus der aufgenommenen Gemeinde Walsleben hervorgegangenen Ortsteile Walsleben und Uchtenhagen wurden zur Ortschaft der neuen Hansestadt Osterburg (Altmark). In der eingeflossenen Gemeinde und nunmehrigen Ortschaft Walsleben wurde ein Ortschaftsrat mit fünf Mitgliedern einschließlich Ortsbürgermeister gebildet.

PolitikBearbeiten

BürgermeisterBearbeiten

Der letzte Bürgermeister der Gemeinde war Friedhelm Roesler.

WappenBearbeiten

Das Wappen wurde am 6. Februar 2001 durch das Regierungspräsidium Magdeburg genehmigt.

Blasonierung: „Von Rot über Silber schrägrechts geteilt; oben drei untereinander versetzte silberne Jagdhörner mit goldener Schnur, von oben nach unten kleiner werdend, die Schallöffnung nach rechts gekehrt; unten ein achtspeichiges rotes Wagenrad; im silbernen Schildfuß mit blauem Wellengrund eine durchgehende, einbögige, schwarz gefugte rote Steinbrücke mit glattem Joch.“

Die Farben der ehemaligen Gemeinde sind Rot – Silber (Weiß).

Der ehemalige Gemeinderat Walsleben hatte beschlossen, als Wappenzeichen Jagdhörner, Wagenrad, Fluss und Brücke in das Gemeindewappen aufzunehmen. Die Jagdhörner nehmen Bezug auf das Wappen derer von Walsleben, die drei Jagdhörner auf ihrem Schild führen. Das achtspeichige Wagenrad steht für den Ortsteil Uchtenhagen. Er erscheint gleichberechtigt in dem Wappen. Walsleben liegt an der Uchte. Mit dem Fluss wird auf sie Bezug genommen. Brücken verbanden und verbinden die Anwesen beiderseits der Uchte und die an ihr gelegenen Ländereien. Stets gab es in Walsleben und seiner Gemarkung mehrere Brücken.

FlaggeBearbeiten

Die Flagge ist Rot – Weiß – Rot (1:4:1) gestreift. Hissflagge (Streifen senkrecht verlaufend) mit dem aufgelegten Wappen der Gemeinde auf dem Mittelstreifen.

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

VerkehrBearbeiten

Von Walsleben aus führen Landstraßen in die umliegenden Städte Osterburg (Altmark) und Werben (Elbe). Die nächsten Bahnhöfe befinden sich in Osterburg und Goldbeck an der Strecke Magdeburg–Stendal–Wittenberge; die über Walsleben führende Kleinbahn Goldbeck–Werben (Elbe) wurde 1971 stillgelegt.

PersönlichkeitenBearbeiten

  • Horst Eberlein (* 1950 in Walsleben), römisch-katholischer Geistlicher, Weihbischof im Erzbistum Hamburg
  • Rudolf Prietze (1854–1933), Afrika-Sprachforscher, geboren in Uchtenhagen

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Hauptsatzung der Hansestadt Osterburg (Altmark). 2. Juli 2014 (PDF; 117 KB [abgerufen am 4. Dezember 2015]).
  2. Amtsblatt des Landkreises Nr. 2/2009, S. 13–19 (PDF; 524 kB)
  3. StBA: Gebietsänderungen vom 02. Januar bis 31. Dezember 2009