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St. Anna (Stendal)

katholische Kirche in Stendal in Sachsen-Anhalt
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Die Kirche Sankt Anna ist die katholische Kirche in Stendal, der Kreisstadt des gleichnamigen Landkreises in Sachsen-Anhalt. Die nach der heiligen Anna, der Mutter Marias, benannte Kirche befindet sich am Mönchskirchhof. Sie ist Sitz der Pfarrei „St. Anna“ und Sitz des Dekanates Stendal, welches das nördlichste im Bistum Magdeburg und das flächenmäßig größte Dekanat in Deutschland[1] ist.

GeschichteBearbeiten

Vermutlich wurde die Kirche im Jahre 1461 geweiht,[2] zu ihr gehörte ein im 15. Jahrhundert gegründetes Franziskanerinnenkloster. Um 1540 wurde in Stendal die Reformation eingeführt und das Kloster aufgelöst.

Um 1700 kamen wieder Katholiken nach Stendal. Es handelte sich um Soldaten, für die ab 1739 in verschiedenen profanen Räumen Stendals katholischer Gottesdienst durch Geistliche des Benediktinerklosters Ammensleben gehalten wurde. Ab 1784 konnte dafür die Kirche „St. Anna“ genutzt werden. Nach der 1804 erfolgten Säkularisation des Klosters Ammensleben ließ sich 1808 Benediktus Greb, einer der Benediktinerpatres aus Ammensleben, in Stendal als Pfarrer nieder, und die Pfarrei Stendal wurde gegründet. 1907 wurde die Kirche von der katholischen Gemeinde gekauft. Nach dem Zweiten Weltkrieg vergrößerte sich die Zahl der Katholiken in Stendal durch den Zuzug von Flüchtlingen und Heimatvertriebenen aus den Ostgebieten des Deutschen Reiches. Von 1967 bis 1975 war Leo Nowak, der spätere Bischof des Bistums Magdeburg, als Vikar an „St. Anna“ tätig. 1973 wurde die Kirche von einem Brand heimgesucht, bei dem das Dach mit dem damals noch vorhandenen Dachreiter sowie die Orgel zerstört wurde. In der Wendezeit entstanden Kontakte zur St.-Bernward-Gemeinde im niedersächsischen Wolfsburg.

Am 1. Februar 2007 wurde der Gemeindeverbund „Stendal – Bismark – Giesenslage – Goldbeck – Meßdorf – Osterburg“ errichtet,[3] zu dem außer der Stendaler Kirche „St. Anna“ auch die Kirchen „Heilig Kreuz“ in Bismark, „Unbefleckte Empfängnis“ in Giesenslage, „St. Bernhard“ in Goldbeck, „Hl. Maria von der Verkündigung“ in Meßdorf, „St. Joseph“ in Osterburg, „St. Johannes Baptist“ in Seehausen und „St. Elisabeth“ in Tangerhütte gehörten. Am 2. Mai 2010 entstand aus dem Gemeindeverbund die heutige Pfarrei „St. Anna“.[4] Die Kirchen in Bismark, Giesenslage, Goldbeck und Meßdorf wurden inzwischen profaniert.[5] Die Volkszählung in der Europäischen Union 2011 zeigte, dass von den 119.204 Einwohnern des Landkreises Stendal 3.110, und somit rund 2,6 %, der römisch-katholischen Kirche angehörten.

Architektur und AusstattungBearbeiten

 
Blick in den Chorraum

Die einschiffige, heute turmlose Backsteinkirche wurde im Baustil der Spätgotik errichtet.

Die heutige Orgel wurde im Sommer 2014 installiert. Das Instrument hat 21 Register und 1068 Pfeifen. Es wurde 1870 von Thomas Joseph Frederick Robson für die St. Andrews Church im englischen Hastings erbaut.[6] Infolge des 1970 erfolgten Abrisses dieser Kirche kam sie in eine Kirche in Prestbury, danach wurde sie 2010 vom niederländischen Orgelrestaurateur Fokke-Rinke Feenstra (Grootegast) erworben und 2014 für die Stendaler Kirche restauriert und umgebaut. In Stendal wurde sie am 12. Oktober 2014 von Bischof Gerhard Feige geweiht.

Siehe auchBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Katholische Propstei St. Anna, Stendal (Hrsg.): St. Anna zu Stendal. Stendal 2008.
  • Tag des Herrn (Zeitung) Nr. 42/2014 vom 19. Oktober 2014, S. 10 (Artikel zur neuen Orgel)

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Bonifatiuswerk der deutschen Katholiken (Hrsg.): Diaspora-Jahrheft 2013/2014. Paderborn 2013, S. 73
  2. Archivierte Kopie (Memento des Originals vom 25. Oktober 2014 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.bistum-magdeburg.de
  3. http://www.bistum-magdeburg.de/front_content.php?client=4&lang=5&idcat=1410&idart=2469
  4. http://www.bistum-magdeburg.de/front_content.php?client=4&lang=5&idcat=2760&idart=14430
  5. http://www.volksstimme.de/nachrichten/lokal/osterburg/1081112_Katholische-Kirche-steht-zum-Verkauf.html
  6. Tag des Herrn. (Zeitung) Nr. 30/2015 vom 26. Juli 2015, S. 15

Koordinaten: 52° 36′ 10,5″ N, 11° 51′ 20″ O