Gladigau

Ortsteil von Osterburg

Gladigau ist ein Ortsteil der kreisangehörigen Hansestadt Osterburg (Altmark) im Landkreis Stendal in Sachsen-Anhalt.[1]

Gladigau
Koordinaten: 52° 46′ 22″ N, 11° 34′ 8″ O
Höhe: 27 m ü. NHN
Fläche: 15,5 km²
Einwohner: 363 (31. Dez. 2007)
Bevölkerungsdichte: 23 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Juli 2009
Postleitzahl: 39606
Vorwahl: 039392
Gladigau (Sachsen-Anhalt)
Gladigau

Lage von Gladigau in Sachsen-Anhalt

GeografieBearbeiten

Gladigau liegt an der Biese, westlich der Kernstadt Osterburg (Altmark) und nordwestlich von Stendal. Das überwiegend flache Gebiet wird vom isoliert stehenden Gladigauer Mühlenberg (51 m ü. NN) um etwa 25 m überragt. Der Augraben bildet die westliche Begrenzung der Gemarkung Gladigau und gleichfalls die Grenze zum Altmarkkreis Salzwedel.

OrtschaftsgliederungBearbeiten

Zur Ortschaft Gladigau gehören die Ortsteile Gladigau, Orpensdorf und Schmersau.

GeschichteBearbeiten

Der Ort Gladigau taucht 1238 erstmals als Gladegowe in einer Urkunde auf.[2] Zu diesem Zeitpunkt war die romanische Feldsteinkirche im Dorf schon ca. 30 Jahre alt. Aufzeichnungen aus der Mitte des 18. Jahrhunderts zufolge war Gladigau einst von einer schützenden Dornenhecke umgeben.

In der Mitte des 19. Jahrhunderts wurde in Gladigau eine Kattun-Färberei betrieben, einige Jahrzehnte später gab es im Ort eine Molkerei, zwei Mühlen, eine Zementsteinfabrik und einen Anschluss an das Bahnnetz. An die längst stillgelegte Kleinbahn erinnert heute eine Traditionsinsel am ehemaligen Bahnhof.

Nach der Anfang des 20. Jahrhunderts erfolgten Melioration der Biese konnte die landwirtschaftliche Nutzfläche erweitert werden und die Hochwassergefahr nahm in der Region deutlich ab. Die Straßenbrücke über die Biese wurde 1913 errichtet.

Durch einen Gebietsänderungsvertrag haben die Gemeinderäte der Gemeinden Ballerstedt (am 24. November 2008), Düsedau (am 12. November 2008), Erxleben (am 10. November 2008), Flessau (am 27. November 2008), Gladigau (am 26. November 2008), Königsmark (am 25. November 2008), Krevese (am 12. November 2008), Meseberg (am 19. November 2008), Rossau (am 10. November 2008), Walsleben (am 10. November 2008) und der Hansestadt Osterburg (Altmark) (am 6. November 2008) beschlossen, dass ihre Gemeinden aufgelöst und zu einer neuen Einheitsgemeinde mit dem Namen Hansestadt Osterburg (Altmark) vereinigt werden. Dieser Vertrag wurde vom Landkreis als unterer Kommunalaufsichtsbehörde genehmigt und trat am 1. Juli 2009 in Kraft.[3][4]

Nach Umsetzung des Gebietsänderungsvertrags der bisher selbstständigen Gemeinde Gladigau werden Gladigau, Orpensdorf und Schmersau Ortsteile der neuen Hansestadt Osterburg (Altmark). Für die eingeflossene Gemeinde wird die Ortschaftsverfassung nach den §§ 86 ff. der Gemeindeordnung Sachsen-Anhalt eingeführt. Die aufgenommene Gemeinde Gladigau und künftigen Ortsteile Gladigau, Orpensdorf und Schmersau werden zur Ortschaft der neuen Hansestadt Osterburg (Altmark). In der eingeflossenen Gemeinde und nunmehrigen Ortschaft Gladigau wird ein Ortschaftsrat mit vier Mitgliedern einschließlich Ortsbürgermeister gebildet.

Freiwillige Feuerwehr, Sport- und Schützenverein, das Dorftheater sowie der Gladigauer Posaunen- und Kirchenchor bestimmen das Leben im Ort, zu dem auch das traditionelle Landsportfest und der Weihnachtsmarkt gehören.

PolitikBearbeiten

BürgermeisterBearbeiten

Der letzte Bürgermeister der Gemeinde war Matthias Müller.

PersönlichkeitenBearbeiten

  • Ernst Kredel jun. (1893– ), in Schmersau geborener Jagdpilot des Ersten Weltkriegs und Autor von Luftfahrtsliteratur.

WeblinksBearbeiten

Commons: Gladigau – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Hauptsatzung der Hansestadt Osterburg (Altmark). 2. Juli 2014 (osterburg.de [PDF; 117 kB; abgerufen am 6. Dezember 2015]).
  2. Peter Wilhelm Behrends: Graf Siegfried von Osterburg und Altenhausen resigniert viele Dörfer und Grundstücke in der Altmark 1238. Jahresberichte des Altmärkischen Vereins für vaterländische Geschichte. 4. Jahresbericht, 1841, S. 48 (altmark-geschichte.de [PDF]).
  3. Amtsblatt des Landkreises, Nr. 2/2009. (PDF; 524 kB) S. 13–19
  4. Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2009, 2. Liste. StBA