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Ballerstedt

Ortsteil von Osterburg (Altmark)

Ballerstedt ist ein Ortsteil der kreisangehörigen Hansestadt Osterburg (Altmark) im Landkreis Stendal in Sachsen-Anhalt.[1]

Ballerstedt
Koordinaten: 52° 43′ 55″ N, 11° 42′ 40″ O
Höhe: 34 m ü. NHN
Fläche: 11,86 km²
Einwohner: 265 (31. Okt. 2012)
Bevölkerungsdichte: 22 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Juli 2009
Postleitzahl: 39606
Vorwahl: 039328
Ballerstedt (Sachsen-Anhalt)
Ballerstedt

Lage von Ballerstedt in Sachsen-Anhalt

Dorfkirche Groß Ballerstedt

GeografieBearbeiten

Die Ortschaft Ballerstedt in der Altmark liegt südwestlich von Osterburg und nordwestlich von Stendal. Das flachwellige Gebiet um Ballerstedt wird von zahlreichen Gräben durchzogen, die nach Norden zur Biese entwässern.

OrtschaftsgliederungBearbeiten

Zur Ortschaft Ballerstedt gehören die Ortsteile Groß Ballerstedt und Klein Ballerstedt.

GeschichteBearbeiten

Ballerstedt taucht 1238 als Ballerstede erstmals in einer Urkunde auf.[2]

Groß Ballerstedt war ursprünglich ein Pfarrdorf, das dem Kloster Krevese gehörte. Das Kirchdorf Klein Ballerstedt wurde auch Lütgen-Ballerstedt genannt und war ursprünglich von Wenden bewohnt. Die selbständigen Landgemeinden Groß Ballerstedt und Klein Ballerstedt wurden am 1. April 1939 zu einer Gemeinde mit dem Namen Ballerstedt zusammengeschlossen.[3]

In der Mitte des 19. Jahrhunderts wurde in Groß Ballerstedt erstmals Lupine zur Fruchtbarkeitssteigerung des Bodens angebaut, die guten Versuchsergebnisse setzten sich danach überregional durch. In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts hatte die Gemeinde einen Kleinbahnanschluss (Altmärkische Kleinbahn, Strecke StendalArendsee), der hauptsächlich dem Zuckerrüben-Transport nach Goldbeck diente.

Südwestlich von Ballerstedt gab es eine Gruppe von drei jungsteinzeitlichen Grabanlagen.

PolitikBearbeiten

Durch einen Gebietsänderungsvertrag beschlossen die Gemeinderäte der Gemeinden Ballerstedt (am 24. November 2008), Düsedau (am 12. November 2008), Erxleben (am 10. November 2008), Flessau (am 27. November 2008), Gladigau (am 26. November 2008), Königsmark (am 25. November 2008), Krevese (am 12. November 2008), Meseberg (am 19. November 2008), Rossau (am 10. November 2008), Walsleben (am 10. November 2008) und der Hansestadt Osterburg (Altmark) (am 6. November 2008), dass ihre Gemeinden aufgelöst und zu einer neuen Einheitsgemeinde mit dem Namen Hansestadt Osterburg (Altmark) vereinigt werden. Dieser Vertrag wurde vom Landkreis als unterer Kommunalaufsichtsbehörde genehmigt und trat am 1. Juli 2009 in Kraft.[4][5]

Nach Umsetzung des Gebietsänderungsvertrages der bisher selbstständigen Gemeinde Ballerstedt werden Groß Ballerstedt und Klein Ballerstedt Ortsteile der neuen Hansestadt Osterburg (Altmark). Für die eingeflossene Gemeinde wurde die Ortschaftsverfassung nach den §§ 86 ff. der Gemeindeordnung Sachsen-Anhalt eingeführt. Die aufgenommene Gemeinde Ballerstedt und künftigen Ortsteile Groß Ballerstedt und Klein Ballerstedt wurden zur Ortschaft der neuen Hansestadt Osterburg (Altmark). In der eingeflossenen Gemeinde und nunmehrigen Ortschaft Ballerstedt wurde ein Ortschaftsrat mit vier Mitgliedern einschließlich Ortsbürgermeister gebildet.

Der letzte Bürgermeister der Gemeinde war Joachim Pierau.

VerkehrsanbindungBearbeiten

Ballerstedt liegt an der Landstraße von Bismark nach Osterburg. Im nahen Erxleben besteht Anschluss an die Bundesstraße 189. Von 1908 bis 1979 war der Ortsteil Groß Ballerstedt Unterwegshalt der Bahnstrecke Stendal–Arendsee. Seit Einstellung dieser Strecke befindet sich der nächstgelegene Bahnhof im 9 Kilometer entfernten Osterburg an der Strecke Magdeburg–Wittenberge.

SehenswürdigkeitenBearbeiten

Die Groß Ballerstedter Dorfkirche stammt aus dem 12. Jahrhundert. Die Dorfkirche in Klein Ballerstedt wurde in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts errichtet. Beide Kirchen sind Feldsteinkirchen.

ReligionBearbeiten

Die evangelische Pfarrei Ballerstedt wurde bis 1978 Groß-Ballerstedt genannt.[6] Zu ihr gehörten die Kirchengemeinden Groß Ballerstedt mit Kirche und Orgel, Klein Ballerstedt mit Kirche Orgel und die Tochterkirche Grävenitz mit Orgel.[7]

PersönlichkeitenBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Thomas Hartwig: Alle Altmarkkirchen von A bis Z. Elbe-Havel Verlag, Havelberg 2012, ISBN 978-3-9814039-5-4, S. 156 u. 253.
  • Wilhelm Zahn: Heimatkunde der Altmark. Nach Hinterlassenschaften des Verfassers bearbeitet von Martin Ehlies. 2. Auflage. Verlag Salzwedeler Wochenblatt, Graphische Anstalt, Salzwedel 1928, S. 188.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Hauptsatzung der Hansestadt Osterburg (Altmark). 2. Juli 2014 (osterburg.de [PDF; 117 kB; abgerufen am 6. Dezember 2015]).
  2. Peter Wilhelm Behrends: Graf Siegfried von Osterburg und Altenhausen resigniert viele Dörfer und Grundstücke in der Altmark 1238. Jahresberichte des Altmärkischen Vereins für vaterländische Geschichte. 4. Jahresbericht, 1841, S. 51 (altmark-geschichte.de [PDF]).
  3. Regierungsbezirk Magdeburg (Hrsg.): Amtsblatt der Regierung zu Magdeburg. 1939, ZDB-ID 3766-7, S. 6.
  4. Amtsblatt des Landkreises, Nr. 2/2009 (PDF; 524 kB) S. 13–19
  5. Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2009, 2. Liste. StBA
  6. Verein für Pfarrerinnen und Pfarrer in der Evangelischen Kirche der Kirchenprovinz Sachsen e. V. (Hrsg.): Pfarrerbuch der Kirchenprovinz Sachsen. Series Pastorum. Band 10. Evangelische Verlagsanstalt, Leipzig 2009, ISBN 978-3-374-02142-0, S. 111.
  7. Haase, Hilbert: Pfarr-Almanach oder die evangelischen Geistlichen und Kirchen der Provinz Sachsen der Grafschaften Wernigerode, Rossla und Stolberg. 19. Jahrgang, 1903, ZDB-ID 551010-7, S. 86 (wiki-de.genealogy.net [abgerufen am 21. Mai 2017]).