Hauptmenü öffnen

Landkreis Havelland

Landkreis in Brandenburg
Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Landkreises Havelland Deutschlandkarte, Position des Landkreises Havelland hervorgehoben

Koordinaten: 52° 36′ N, 12° 20′ O

Basisdaten
Bundesland: Brandenburg
Verwaltungssitz: Rathenow
Fläche: 1.727,3 km2
Einwohner: 161.909 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 94 Einwohner je km2
Kfz-Kennzeichen: HVL, NAU, RN
Kreisschlüssel: 12 0 63
Kreisgliederung: 26 Gemeinden
Adresse der
Kreisverwaltung:
Platz der Freiheit 1
14712 Rathenow
Website: www.havelland.de
Landrat: Roger Lewandowski (CDU)
Lage des Landkreises Havelland in Brandenburg
BerlinPolenFreistaat SachsenFreistaat ThüringenSachsen-AnhaltNiedersachsenMecklenburg-VorpommernFrankfurt (Oder)CottbusPotsdamBrandenburg an der HavelLandkreis PrignitzLandkreis Ostprignitz-RuppinLandkreis OberhavelLandkreis UckermarkLandkreis BarnimLandkreis HavellandLandkreis Potsdam-MittelmarkLandkreis Märkisch-OderlandLandkreis Teltow-FlämingLandkreis Dahme-SpreewaldLandkreis Oder-SpreeLandkreis Elbe-ElsterLandkreis Oberspreewald-LausitzLandkreis Spree-NeißeKarte
Über dieses Bild

Der Landkreis Havelland [ˈhaːfl̩ˌlant] ist ein Landkreis im Westen des Landes Brandenburg.

GeografieBearbeiten

 
Karte des Landkreises Havelland

Der Landkreis Havelland umfasst den größten Teil des Havellandes. Im Osten hat er Anteil am Naturraum der Zehdenick-Spandauer Havelniederung.

Nachbarkreise sind im Norden der Landkreis Ostprignitz-Ruppin und im Nordosten der Landkreis Oberhavel. Den östlichen Abschluss bildet die Landesgrenze zum Berliner Bezirk Spandau. Im Südosten grenzt der Landkreis an die kreisfreie Landeshauptstadt Potsdam, im Süden an den Landkreis Potsdam-Mittelmark und die kreisfreie Stadt Brandenburg an der Havel. An der Grenze im Westen liegen die sachsen-anhaltischen Landkreise Stendal und Jerichower Land.

GeschichteBearbeiten

Aus der Zeit der frühmittelalterlichen slawischen Besiedlung sind die Burgställe mehrerer ehemaliger slawischer Burgwälle wie der Burgwall Bamme oder der Burgwall Hohennauen-Witzke erhalten. Die historische Landschaft Havelland war das Stammesgebiet der slawischen Heveller. Zentraler Burgort war Brandenburg an der Havel. Das Stammesgebiet der Heveller geriet aufgrund eines Erbvertrages zwischen dem Hevellerfürsten Pribislaw-Heinrich und Albrecht dem Bären 1150/1157 in dessen Besitz und war das Stammland der von Albrecht dem Bären gegründeten Mark Brandenburg. Frühdeutsches Zeugnis im Havelland ist der Burgstall der Burg Landin auf dem Teufelsberg.

Der Landkreis Havelland entstand am 6. Dezember 1993 im Rahmen der brandenburgischen Kreisreform durch Zusammenlegung der ehemaligen Kreise Nauen (NAU) und Rathenow (RN). Hier waren auch die Landratsämter der im Königreich Preußen gebildeten und bis 1952 bestehenden Landkreise Westhavelland und Osthavelland. Die Grenzziehung erfolgte nach dem Prinzip der Bildung von Sektoralkreisen.

BevölkerungsentwicklungBearbeiten

Jahr Einwohner
1993 128.742
1994 129.482
1995 131.381
1996 133.823
1997 137.204
1998 141.105
1999 144.944
Jahr Einwohner
2000 148.130
2001 151.514
2002 152.667
2003 153.328
2004 154.044
2005 155.019
2006 155.408
2007 155.359
2008 155.141
2009 154.984
Jahr Einwohner
2010 154.891
2011 152.915
2012 153.294
2013 153.874
2014 155.408
2015 158.236
2016 159.685
2017 160.710
2018 161.909

Gebietsstand und Einwohnerzahl am 31. Dezember des jeweiligen Jahres[2][3][4], ab 2011 auf Basis des Zensus 2011

PolitikBearbeiten

Wahl des Kreistags Havelland 2019
Wahlbeteiligung: 58,4 % (2014: 45,9 %)
 %
30
20
10
0
20,3 %
18,2 %
14,2 %
13,7 %
11,9 %
6,0 %
5,4 %
3,4 %
16,9 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2014
 %p
 10
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
-10
-6,0 %p
-9,0 %p
+7,7 %p
+5,3 %p
-5,2 %p
+1,2 %p
+3,1 %p
+3,4 %p
+9,5 %p

KreistagBearbeiten

Die 56 Sitze im Kreistag verteilen sich seit der Wahl vom 26. Mai 2019 wie folgt auf Parteien und Wählergruppen:[5]

Partei/Gruppierung Stimmen 2014 Stimmen 2019 Sitze 2014 Sitze 2019
CDU 26,3 % 20,3 % 15 11
SPD 27,2 % 18,2 % 15 10
AfD 6,5 % 14,2 % 4 8
GRÜNE/B90 8,4 % 13,7 % 5 8
DIE LINKE 17,1 % 11,9 % 10 7
FDP 4,8 % 6,0 % 3 3
BVB/FREIE WÄHLER 2,3 % 5,4 % 1 3
Wählergruppe Die PARTEI1 - 3,4 % - 2
Wählergruppe Bauern im Havelland 2,8 % 3,2 % 1 2
Ländliche Wählergemeinschaft Nauen (LWN) 0,7 % 1,9 % - 1
NPD 2,8 % 0,9 % 2 1

1 Die PARTEI, Piratenpartei, Die PARTEI der Sorben, Wählergruppe Tierschutz, Wählergruppe Soziales Havelland, Wählergruppe Bürgerfreundlichkeit, Wählergruppe HipHop (gemeinsame Liste)

LandratBearbeiten

  • 1993–2016: Burkhard Schröder (SPD)
  • seit 2016: Roger Lewandowski (CDU)

Lewandowski erreichte in der Landratsstichwahl am 24. April 2016 53,2 % der gültigen Stimmen.[6] Allerdings verfehlte er durch die geringe Wahlbeteiligung von 28,7 % das erforderliche Quorum von 15 % der Wahlberechtigten. Infolgedessen hatte der Kreistag zu entscheiden. Er wählte Lewandowski am 20. Juni 2016 entsprechend § 72 (3) des Brandenburgischen Kommunalwahlgesetzes für eine Amtszeit von acht Jahren zum Landrat.[7]

ParteienBearbeiten

Es existieren Kreisverbände von CDU, SPD, FDP, Bündnis 90/Die Grünen, der Linken, der AfD, der Piratenpartei, der PARTEI und der Familienpartei.

Wappen, Flagge und DienstsiegelBearbeiten

Der Kreistag Havelland hat in seiner 14. Sitzung am 20. Februar 1995[8] die Führung des nachstehend beschriebenen, von der Grafikerin Ruth Peschel entworfenen Wappens beschlossen. Die Genehmigung durch das Brandenburgische Innenministerium erfolgte am 31. August 1995.[9]

Wappenbeschreibung
„Von Blau über Silber durch Wellenschnitt geteilt; oben zwei versetzt rechtshin fliegende, goldgeschnäbelte silberne Schwäne, unten ein goldbewehrtes rotes Adlerhaupt, beiderseits begleitet von einem sechsstrahligen blauen Stern.“[9][10]

Die Wappen der Ämter, Städte und Gemeinden des Landkreises stehen in der Liste der Wappen im Landkreis Havelland.

Der Kreistag Havelland hat in seiner 20. Sitzung am 25. September 1995[11] beschlossen, die nachstehend beschriebene Flagge führen zu wollen und die Genehmigung dazu beim Ministerium des Innern einzuholen.

Flaggenbeschreibung
Die Flagge des Landkreises Havelland ist längsgestreift in den Farben blau: weiß: blau (1 : 2 : 1) und trägt den Wappenschild aufrecht im Mittelstreifen.
Dienstsiegel

Der Landkreis Havelland führt in seinem Dienstsiegel das Kreiswappen[10] und trägt die Umschrift „Landkreis Havelland“ in Großbuchstaben. Vor der Annahme und Genehmigung des Kreiswappens führte der Landkreis Havelland in seinem Dienstsiegel das Brandenburgische Landeswappen.[12]

Wirtschaft und VerkehrBearbeiten

Im Zukunftsatlas 2016 belegte der Landkreis Havelland Platz 367 von 402 Landkreisen und kreisfreien Städten in Deutschland und zählt damit zu den Regionen mit „hohen Zukunftsrisiken“.[13]

 
Regionalbahn im Bahnhof Wustermark, links die Gleise der ICE-Strecke Hannover-Berlin. Gesehen von der Brücke der Bundesstraße 5
Straßenverkehr

Der Landkreis Havelland wird durch die Bundesautobahn 10 und die Bundesstraßen 5, 102, 188 und 273 erschlossen. Die Bundesautobahn 24 tangiert den Landkreis im Norden, die Bundesstraße 2 im Südosten.

Schienenverkehr

Zentral durch den Landkreis führen in Ost-West-Richtung die Berlin-Lehrter Bahn (mit der ICE-Strecke Hannover-Berlin) sowie die Berlin-Hamburger Bahn. Fernzüge durchqueren den Landkreis allerdings ohne Halt. Im Regionalverkehr sind insbesondere die von der ODEG betriebenen RegionalExpress-Linien RE2 und RE4 von Bedeutung. Auf der Hamburger Bahn verkehren aus Berlin kommend bis Nauen zusätzliche DB-Regionalbahnen, eine weitere Regionalbahnverbindung besteht u. a. von Wustermark nach Potsdam.

Flugverkehr

Im Landkreis befinden sich Flugplätze in Stölln/Rhinow, Stechow-Ferchesar und in Bienenfarm. Der Flugplatz Stölln/Rhinow wird von den Betreibern als ältester Flugplatz der Welt bezeichnet.

GemeindenBearbeiten

Seit der Gemeindegebietsreform 2003 umfasst der Landkreis 26 Gemeinden, darunter sieben Städte.

(Einwohner am 31. Dezember 2018)[14]

BrieselangDallgow-DöberitzFalkenseeFriesackGollenberg (Havelland)GroßderschauHavelaueKetzin/HavelKleßen-GörneKotzen (Havelland)Märkisch LuchMilower LandMühlenbergeNauenNennhausenPaulinenauePessinPremnitzRathenowRetzowRhinowSchönwalde-GlienSeeblickStechow-FerchesarWiesenaueWustermarkBrandenburg 

Amtsfreie Städte

  1. Falkensee (43.844)
  2. Ketzin/Havel (6498)
  3. Nauen (17.967)
  4. Premnitz (8453)
  5. Rathenow (24.309)

Weitere amtsfreie Gemeinden

  1. Brieselang (11.999)
  2. Dallgow-Döberitz (9931)
  3. Milower Land (4317)
  4. Schönwalde-Glien (9575)
  5. Wustermark (9302)

Ämter und zugehörige Gemeinden

1. Friesack (6556)

  1. Friesack, Stadt (2538)
  2. Mühlenberge (720)
  3. Paulinenaue (1357)
  4. Pessin (647)
  5. Retzow (514)
  6. Wiesenaue (780)

2. Nennhausen (4626)

  1. Kotzen (589)
  2. Märkisch Luch (1283)
  3. Nennhausen (1856)
  4. Stechow-Ferchesar (898)

3. Rhinow (4532)

  1. Gollenberg (405)
  2. Großderschau (436)
  3. Havelaue (860)
  4. Kleßen-Görne (352)
  5. Rhinow, Stadt (1587)
  6. Seeblick (892)

SchutzgebieteBearbeiten

Im Landkreis befinden sich 26 ausgewiesene Naturschutzgebiete (Stand Februar 2017).

Kfz-KennzeichenBearbeiten

Am 1. Januar 1994 wurde dem Landkreis das Kfz-Kennzeichen HVL zugewiesen und seitdem ausgegeben. Seit dem 4. Januar 2016 sind die 1993 abgelösten Zeichen NAU (Nauen) und RN (Rathenow) wieder erhältlich.

WeblinksBearbeiten

  Commons: Landkreis Havelland – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wiktionary: Havelland – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Bevölkerung im Land Brandenburg nach amtsfreien Gemeinden, Ämtern und Gemeinden 31. Dezember 2018 (XLSX-Datei; 223 KB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen) (Hilfe dazu).
  2. Historisches Gemeindeverzeichnis des Landes Brandenburg 1875 bis 2005. Landkreis Havelland. (PDF) S. 8–9
  3. Bevölkerung im Land Brandenburg von 1991 bis 2015 nach Kreisfreien Städten, Landkreisen und Gemeinden, Tabelle 7
  4. Amt für Statistik Berlin-Brandenburg (Hrsg.): Statistischer Bericht A I 1, A II 4. Bevölkerungsentwicklung und Bevölkerungsstand im Land Brandenburg. (jeweilige Ausgaben des 4. Quartals)
  5. Kommunalwahlen im Land Brandenburg am 26. Mai 2019, S. 17
  6. Ergebnis der Landratsstichwahl am 24. April 2016 (Memento des Originals vom 4. Juli 2016 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.wahlen.brandenburg.de
  7. Roger Lewandowski ist neuer Landrat (Memento vom 26. Oktober 2016 im Internet Archive) auf havelland.de
  8. Amtsblatt, 03/1995 (PDF) S. 61; Wappenabbildung auf S. 78.
  9. a b Wappen des Landkreises Havelland Dienstleistungsportal der Landesverwaltung des Landes Brandenburg
  10. a b § 2 der Hauptsatzung des Landkreises Havelland (PDF)
  11. Amtsblatt, 08/1995 (PDF) S. 97.
  12. § 2 der vorläufigen Hauptsatzung des Havelland-Kreises vom 4. Januar 1994. In: Amtsblatt, 01/1994 (PDF)
  13. Zukunftsatlas 2016. Archiviert vom Original am 2. Oktober 2017; abgerufen am 23. März 2018.
  14. Bevölkerung im Land Brandenburg nach amtsfreien Gemeinden, Ämtern und Gemeinden 31. Dezember 2018 (XLSX-Datei; 223 KB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen) (Hilfe dazu).