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Hämerten ist ein Ortsteil der Stadt Tangermünde im Landkreis Stendal in Sachsen-Anhalt (Deutschland).

Hämerten
Koordinaten: 52° 35′ 27″ N, 11° 59′ 18″ O
Höhe: 34 m ü. NHN
Fläche: 6,74 km²
Einwohner: 214 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 32 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Januar 2010
Postleitzahl: 39590
Vorwahl: 039322
Hämerten (Sachsen-Anhalt)
Hämerten

Lage von Hämerten in Sachsen-Anhalt

Kirche zu Hämerten (Oktober 2018)
Kirche zu Hämerten (Oktober 2018)

GeografieBearbeiten

Das Dorf Hämerten liegt am linken Ufer der Elbe, nur wenige Kilometer von den Städten Stendal und Tangermünde entfernt.

GeschichteBearbeiten

Um 1160 taucht der Ort in einer Besitzurkunde des Helmstedter St. Liudger-Klosters als Hamerten auf. Möglicherweise handelt es sich um eine der holländischen Gründungen unter Albrecht dem Bären – ein Ort namens Hamerten existierte seinerzeit zwischen Waal und Maas.[2] Der Name bedeutet „Abhang“.

Bis 1238 gehörte der Ort den Grafen von Osterburg, von 1375 bis 1587 war der Ritterhof in Hämerten im Besitz der Familie von Buchholz, fiel dann an den Rat der Stadt Stendal, wie auch zwei später gegründete Ritterhöfe derer von Buchholz im Jahre 1657. Seit 1448 besaßen auch die von Itzenplitz auf Jerchel die Hälfte des Dorfes. Dieser Familie und dem Rat von Stendal ist das Patronatsrecht verblieben.

Von großer Bedeutung war und ist der Elbedeich bei Hämerten, er schützt bei Hochwassern die Stadt Stendal und die gesamte Uchteniederung. Als dieser 1425 den Wassermassen der Elbe nicht standhielt, wurde auch Stendal überflutet. Davon zeugt noch ein Fisch in der Stendaler Marienkirche. Die Lasten der Deicherhaltung und Deichsanierung waren deshalb auf alle gefährdeten Ortschaften verteilt. Bereits 1695 existierte eine Deichordnung in der Altmark.

Als die Dänen im Dreißigjährigen Krieg bei Tangermünde lagerten, soll Hämerten von ihnen gründlich geplündert worden sein.

1828 und 1903 fanden erfolgreiche Ausgrabungen auf dem La-Tene-Gräberfeld auf dem Hermsberge nördlich von Hämerten, unweit des Ortsausganges zwischen dem Storkauer Weg und dem Abhang zur Elbe, statt.

Bis zum 31. Dezember 2009 war Hämerten eine selbständige Gemeinde und gehörte der jetzt aufgelösten Verwaltungsgemeinschaft Tangermünde an.

Durch einen Gebietsänderungsvertrag hat der Gemeinderat der Gemeinde Hämerten am 9. Juni 2009 beschlossen, dass die Gemeinde Hämerten in die Stadt Tangermünde eingemeindet wird. Dieser Vertrag wurde vom Landkreis als unterer Kommunalaufsichtsbehörde genehmigt und trat am 1. Januar 2010 in Kraft.[3]

Nach Eingemeindung der bisher selbstständigen Gemeinde Hämerten wurde Hämerten Ortsteil der Stadt Tangermünde. Für die eingemeindete Gemeinde wurde die Ortschaftsverfassung nach den §§ 86 ff. der Gemeindeordnung Sachsen-Anhalt eingeführt. Die eingemeindete Gemeinde Hämerten und künftige Ortsteil Hämerten wurde zur Ortschaft der aufnehmenden Stadt Tangermünde. In der eingemeindeten Gemeinde und nunmehrigen Ortschaft Hämerten wurde ein Ortschaftsrat mit neun Mitgliedern einschließlich Ortsbürgermeister gebildet.

Erwähnenswert ist die Dorfkirche Hämerten, das denkmalgeschützte Gebäude ist das älteste seiner Art in der Altmark.

PolitikBearbeiten

BürgermeisterBearbeiten

Die letzte Bürgermeisterin der Gemeinde Hämerten war Annedore Voß.

VerkehrBearbeiten

Bei Hämerten überqueren die Schnellfahrstrecke Hannover–Berlin und die Lehrter Bahn auf der Elbebrücke Hämerten den Fluss – es ist die einzige Eisenbahnbrücke über die Elbe auf dem über 100 Kilometer langen Abschnitt zwischen Magdeburg und Wittenberge. Es besteht auch Anschluss an Regionalbahnen im Bahnhof Hämerten in Richtung Stendal und Rathenow.

Durch Hämerten führt die Elbe-Uferstraße von Tangermünde nach Arneburg. Drei Kilometer südlich verläuft die Bundesstraße 188 (Stendal–Rathenow). Es verkehren Linienbusse und Rufbusse der Regionalverkehrsbetriebe Westsachsen (RVW) unter dem Markennamen stendalbus.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Landkreis Stendal, Nahverkehrsplan 2017 (PDF)
  2. Peter Wilhelm Behrends: Graf Siegfried von Osterburg und Altenhausen resigniert viele Dörfer und Grundstücke in der Altmark 1238. Jahresberichte des Altmärkischen Vereins für vaterländische Geschichte. 4. Jahresbericht, 1841, S. 48 (altmark-geschichte.de [PDF]).
  3. Amtsblatt des Landkreises, Nr. 19/2009. (PDF; 1,4 MB) S. 247–249