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Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Saalekreises Deutschlandkarte, Position des Saalekreises hervorgehoben

Koordinaten: 51° 26′ N, 11° 52′ O

Basisdaten
Bundesland: Sachsen-Anhalt
Verwaltungssitz: Merseburg
Fläche: 1.433,67 km2
Einwohner: 184.582 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 129 Einwohner je km2
Kfz-Kennzeichen: SK, MER, MQ, QFT
Kreisschlüssel: 15 0 88
Kreisgliederung: 20 Gemeinden
Adresse der
Kreisverwaltung:
Domplatz 9
06217 Merseburg
Website: www.saalekreis.de
Landrat: Hartmut Handschak (parteilos)
Lage des Saalekreises in Sachsen-Anhalt
Altmarkkreis SalzwedelLandkreis StendalLandkreis BördeMagdeburgLandkreis Jerichower LandLandkreis HarzSalzlandkreisLandkreis Anhalt-BitterfeldDessau-RoßlauLandkreis WittenbergSaalekreisHalle (Saale)BurgenlandkreisLandkreis Mansfeld-SüdharzBerlinSachsenThüringenNiedersachsenBrandenburgKarte
Über dieses Bild

Der Saalekreis ist ein Landkreis in Sachsen-Anhalt, der im Zuge der zweiten Kreisgebietsreform am 1. Juli 2007 aus dem Saalkreis und dem Landkreis Merseburg-Querfurt entstand.

Merseburg ist mit ca. 35.000 Einwohnern die größte Stadt und Kreissitz

GeographieBearbeiten

Der Landkreis liegt im Süden Sachsen-Anhalts und umschließt die kreisfreie Stadt Halle (Saale) vollständig. Im Süden grenzt er an den Burgenlandkreis, im Nordwesten an den Landkreis Mansfeld-Südharz, im Norden an den Salzlandkreis und im Nordosten an den Landkreis Anhalt-Bitterfeld. Außerdem besitzt er im Westen eine Grenze zu Thüringen (Kyffhäuserkreis) und im Osten eine zu Sachsen (Landkreis Leipzig und Landkreis Nordsachsen).

Der Westen des Landkreises wird von der Querfurter Platte geprägt, der Osten durch die Saale-Elster-Auen und der Norden durch das Saaletal und die Porphyrkuppen. Die höchste Erhebung des Landkreises bildet mit 298,6 m ü. NHN der Kahler Berg in der Ortslage Landgrafroda. Am Südwestrand des Landkreises liegt das ehemalige Tagebaugebiet Geiseltal, in dem durch Flutung der Restlöcher eine Seenlandschaft entsteht.

Neben der Namensgeberin Saale wird der Landkreis noch von ihren Nebenflüssen Weiße Elster, Luppe, Geisel, Laucha und Salza durchflossen.

GeschichteBearbeiten

Der heutige Saalekreis entstand zum 1. Juli 2007 durch Zusammenlegung der bisherigen Landkreise Saalkreis und Merseburg-Querfurt. Historisch gehört das gesamte Gebiet seit 1815 zu Preußen (Provinz Sachsen). Zuvor gehörte der Saalkreis mit der Stadt Halle zum Herzogtum Magdeburg bzw. seit 1680 zu Brandenburg-Preußen; der Altkreis Merseburg-Querfurt gehörte zu den Sekundogenituren des albertinischen Sachsens.

BevölkerungsentwicklungBearbeiten

 
Bevölkerungspyramide für den Saalekreis (Datenquelle: Zensus 2011[2])

Entwicklung der Einwohnerzahl (Gebietsstand vom 31. Dezember 2006/ab 1995 Stichtag 31. Dezember):

  • 1990 – 209.742 *
  • 1995 – 209.372
  • 2000 – 217.487
  • 2005 – 208.094
  • 2010 – 196.946

* 3. Oktober

Laut 4. Regionalisierter Bevölkerungsprognose des Statistischen Landesamtes Sachsen-Anhalt vom 30. Januar 2007 werden im Jahr 2025 noch 184.716 Einwohner im Landkreis Saalekreis leben. Der Saalekreis profitiert insbesondere von Wanderungsbewegung aus der Stadt Halle/Saale in das Umland der Stadt. Die Bevölkerungsreduktion ist daher weniger stark als in anderen Landkreisen Sachsen-Anhalts.

PolitikBearbeiten

Wahl des Kreistags im Saalekreis 2019[3]
Wahlbeteiligung: 56,4 % (2014: 44,9 %)
 %
30
20
10
0
27,2 %
15,1 %
12,1 %
5,3 %
9,0 %
6,7 %
0,6 %
21,1 %
3,0 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2014
 %p
 20
 18
 16
 14
 12
 10
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
-10
-12
-10,9 %p
-6,2 %p
-2,3 %p
-4,3 %p
+1,8 %p
+2,9 %p
-1,6 %p
+19,2 %p
+1,5 %p
Sitzverteilung im
Kreistag des Saalekreises 2019
        
Insgesamt 54 Sitze

KreistagBearbeiten

(Ergebnis der Kommunalwahlen vom 26. Mai 2019)[4][5]

Parteien und Wählergemeinschaften Prozent
2019
Sitze
2019
Prozent
2014
Sitze
2014
Prozent
2007
Sitze
2007
Prozent
2004
Prozent
1999
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 27,2 15 38,1 21 33,5 20 38,2 39,2
AfD Alternative für Deutschland 21,1 11 1,9 1 - - - -
DIE LINKE. DIE LINKE. 15,1 8 21,3 12 18,8 12 18,0 16,0
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 12,1 6 14,4 8 19,2 12 17,8 27,8
FDP Freie Demokratische Partei 9,0 5 7,2 4 9,5 6 11,1 8,6
GRÜNE Bündnis 90/Die Grünen 6,7 4 3,8 2 2,4 1 2,2 1,4
STATT Partei STATT Partei – Die Unabhängigen 5,3 3 9,6 5 7,5 4 2,5 1,7
UBV Unabhängige Bürgervereinigung Teutschenthal e.V. 3,0 2 0,9 - - - - -
NPD Nationaldemokratische Partei Deutschlands 0,6 - 2,2 1 2,4 1 0,4 -
USD Unabhängige Saalekreis-Demokraten - - 0,6 - 1,2 1 2,7 -
WG SLS Soziale Liste Saalekreis - - - - 2,5 2 1,7 -
NEUES FORUM Neues Forum - - - - 1,2 1 1,1 1,8
FWG Freie Wählergemeinschaft - - - - 0,7 - - -
FW Freie Wählergemeinschaft - - - - 0,7 - - -
WASG Arbeit & soziale Gerechtigkeit – Die Wahlalternative - - - - 0,4 - - -
EB Einzelbewerber - - - - 0,1 - 0,3 0,2
Sonst. Sonstige - - - - - - 3,9 3,2
Gesamt 100 54 100 54 100 60 100 100
Wahlbeteiligung in Prozent 56,4 44,9 32,3 45,4 53,1
  • Ezb.: Einzelbewerber 2007: Günter Keil; 2004 und 1999: k. A.
  • Die Ergebnisse von 1999 und 2004 wurden auf den Gebietsstand von 2007 umgerechnet.

LandratBearbeiten

In Sachsen-Anhalt gilt seit 1990 die süddeutsche Ratsverfassung mit direkt gewähltem Landrat als Vertreter des Landkreises und Leiter der Verwaltung.

WappenBearbeiten

Das Wappen wurde am 8. August 2007 durch das Ministerium des Innern Sachsen-Anhalts genehmigt.

Blasonierung: „Geviert; Feld 1: geteilt von Rot über Silber, Feld 2: in Gold ein rotbewehrter schwarzer Löwe, Feld 3: in Gold ein schwarzes Kreuz, Feld 4: siebenmal geteilt von Silber über Rot.“[6]

Feld 1 zeigt das Wappen des Bistums Magdeburg, Feld 2 trägt den Wettiner Löwen, Feld 3 zeigt das schwarze Kreuz des Bistums Merseburg, während Feld 4 die Insignien der Edlen von Querfurt führt.

Das Wappen wurde von dem Magdeburger Heraldiker Jörg Mantzsch gestaltet.

Die Wappen der Verwaltungsgemeinschaften, Städte und Gemeinden des Landkreises findet man in der Liste der Wappen im Saalekreis.

FlaggeBearbeiten

Die Flagge ist rot – weiß (1:1) gestreift (Querformat: Streifen waagerecht verlaufend, Längsform: Streifen senkrecht verlaufend) und mittig mit dem Landkreiswappen belegt.[6]

Wirtschaft und VerkehrBearbeiten

Im Zukunftsatlas 2016 belegte der Saalekreis Platz 369 von 402 Landkreisen und kreisfreien Städten in Deutschland und zählt damit zu den Regionen mit „hohen Zukunftsrisiken“.[7]

VerkehrBearbeiten

 
Die Saale-Elster-Talbrücke der Neubaustrecke Erfurt–Leipzig/Halle bei Schkopau

Der Landkreis wird im Süden von der A 38, im Osten von der A 9 und im Norden von der A 14 erschlossen. Durch die fehlende Saalebrücke im Zuge der A 143 ist die Fernstraßenstruktur noch lange Zeit lückenhaft. Außerdem sind die Bundesstraßen B 6 (Abschnitt Könnern – Schkeuditz), B 80 (Abschnitt Halle – Eisleben), B 91 (Halle – Zeitz), B 100 (Abschnitt Halle – Bitterfeld), B 176 (Abschnitt Freyburg – Weißenfels), B 180 (Abschnitt Eisleben – Naumburg) und B 181 (Merseburg – Leipzig) zu nennen.

Durch den Saalekreis verlaufen die Bahnstrecken Berlin–Halle, Halle–Erfurt, Halle–Kassel, Halle–Halberstadt, Halle–Eilenburg–Cottbus, Magdeburg–Halle–Leipzig und ein kurzes Stück der Bahnstrecke Leipzig–Großkorbetha, die Geiseltalbahn Merseburg–Mücheln–Querfurt sowie Teilstrecken der Unstrutbahn. Im Saalekreis halten drei Linien der S-Bahn Mitteldeutschland. Die Neubaustrecke Erfurt–Leipzig/Halle durchquert den Landkreis ungefähr mittig, die zu ihr gehörende Saale-Elster-Talbrücke ist mit einer Gesamtlänge von 8614 m das längste Brückenbauwerk Deutschlands.

Zum Nahverkehr im Landkreis gehört die Überlandstraßenbahn Halle – Bad Dürrenberg, die Schkopau, Merseburg und Leuna bedient.

GemeindenBearbeiten

SachsenThüringenBurgenlandkreisHalle (Saale)Landkreis Anhalt-BitterfeldLandkreis Mansfeld-SüdharzSalzlandkreisBad DürrenbergBad LauchstädtBarnstädtBraunsbedraFarnstädtKabelsketalLandsberg (Saalekreis)LeunaWettin-LöbejünMerseburgMücheln (Geiseltal)Nemsdorf-GöhrendorfObhausenPetersberg (Saalekreis)QuerfurtSalzatalSchkopauSchraplauSteigraTeutschenthal 

Einheitsgemeinden
(Städte sind fett hervorgehoben)
(* Sitz des Landkreises)

Wappen Gemeinde Einwohner[8] Fläche
in km²[9]
Solestadt Bad Dürrenberg 11.643 36,15
Goethestadt Bad Lauchstädt 8783 85,37
Braunsbedra 10.678 74,3
Kabelsketal 8828 50,99
Landsberg 15.054 125,38
Leuna 13.969 87,71
Merseburg * 34.080 53,76
Mücheln (Geiseltal) 8681 98,58
Petersberg 9504 102,68
Querfurt 10.593 155,41
Salzatal 11.425 109,38
Schkopau 10.870 99,74
Teutschenthal 12.850 90,63
Wettin-Löbejün 9828 127,1

Verbandsgemeinden mit ihren Mitgliedsgemeinden
(* Sitz der Verbandsgemeinde)

Verbandsgemeinde Weida-Land
Wappen Mitgliedsgemeinde Einwohner[8] Fläche
in km²[9]
Barnstädt 995 18,22
Farnstädt 1504 27,12
Nemsdorf-Göhrendorf * 834 17,11
Obhausen 2240 37,33
Schraplau 1073 7,06
Steigra 1150 29,65

GebietsänderungenBearbeiten

 
Landsberg ist mit ca. 15.000 Einwohnern die zweitgrößte Stadt im Kreis
 
Leuna ist mit ca. 14.000 Einwohnern die drittgrößte Stadt
 
Teutschenthal ist mit knapp 14.000 Einwohnern die viertgrößte Gemeinde
 
Salzatal ist mit ca. 12.000 Einwohnern die fünftgrößte Gemeinde

Veränderungen auf GemeindeebeneBearbeiten

Veränderungen bei Verwaltungsgemeinschaften (VG)Bearbeiten

NamensänderungenBearbeiten

  • von Stadt Bad Lauchstädt zu Goethestadt Bad Lauchstädt (9. Oktober 2008)
  • von Löbejün-Wettin zu Wettin-Löbejün (7. April 2011)

SchutzgebieteBearbeiten

Im Landkreis befinden sich 23 ausgewiesene Naturschutzgebiete (Stand Februar 2017).

Kfz-KennzeichenBearbeiten

Am 1. Juli 2007 wurde dem Landkreis das am 1. Januar 1991 im Saalkreis eingeführte Unterscheidungszeichen SK zugewiesen. Seit dem 29. November 2012 sind auch die Unterscheidungszeichen MER (Merseburg), MQ (Merseburg-Querfurt) und QFT (Querfurt) erhältlich.

WeblinksBearbeiten

  Commons: Saalekreis – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Statistisches Landesamt Sachsen-Anhalt, Bevölkerung der Gemeinden – Stand: 31. Dezember 2018 (PDF) (Fortschreibung) (Hilfe dazu).
  2. Zensusdatenbank
  3. Ergebnisse der Kreistagswahlen 2019
  4. Ergebnis der Kreistagswahl 2019 auf der Website des Saalekreises
  5. Ergebnisse der Kreistagswahlen 1999–2007 auf der Website des Statistischen Landesamtes Sachsen-Anhaltes
  6. a b Amtsblatt des Landesverwaltungsamtes Nr. 11/2007 Seite 189 (Memento des Originals vom 16. Januar 2016 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.lvwa.sachsen-anhalt.de (PDF; 253 kB)
  7. Zukunftsatlas 2016. (Nicht mehr online verfügbar.) Archiviert vom Original am 2. Oktober 2017; abgerufen am 23. März 2018.   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.prognos.com
  8. a b Statistisches Landesamt Sachsen-Anhalt, Bevölkerung der Gemeinden – Stand: 31. Dezember 2018 (PDF) (Fortschreibung) (Hilfe dazu).
  9. a b regionalstatistik.de Regionaldatenbank des Bundesamtes für Statistik (Stand: 31. Dezember 2016)