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Merseburg–Querfurt[1]
Streckennummer:6807
Kursbuchstrecke (DB):586
Streckenlänge:36,7 km
Spurweite:1435 mm (Normalspur)
Streckenklasse:CM4, CE
Höchstgeschwindigkeit:80 km/h
Strecke – geradeaus
von Halle (Saale) Hbf
   
von Schafstädt und von Halle-Nietleben
Bahnhof, Station
-0,017 Merseburg
   
nach Leipzig-Leutzsch
   
nach Bebra
Straßenbrücke
Bundesstraße 91
Haltepunkt, Haltestelle
2,213 Merseburg-Bergmannsring
   
von Merseburg Gbf und von Leuna
   
3,000 Merseburg Süd
   
ehem. Awanst und Abzw nach Geusa
   
nach Geusa
Haltepunkt, Haltestelle
4,861 Beuna (Geiseltal)
Straßenbrücke
Landesstraße 181
Gleisdreieck – geradeaus, ex nach links, von links
Gewerbegebiet Beuna, ehem. bis Großkayna
Brücke (mittel)
Bundesautobahn 38
Bahnhof, Station
Frankleben
Haltepunkt, Haltestelle
10,550 Braunsbedra Ost
Bahnhof, Station
11,866 Braunsbedra
   
Gewerbegebiet Braunsbedra/Krumpa
Brücke (mittel)
Landesstraße 178
Haltepunkt, Haltestelle
14,069 Krumpa
Haltepunkt, Haltestelle
17,431 Mücheln (Geiseltal) Stadt
   
Viadukt Mücheln (264 m), Geisel
Bahnhof, Station
18,229 Mücheln (Geiseltal)
   
ehem. Anschluss nach Stöbnitz
Brücke über Wasserlauf (mittel)
Stöbnitz
Planfreie Kreuzung – oben
21,600 Leipzig Hbf–Ebensfeld (Schnellfahrstrecke)
Kilometer-Wechsel
22,345
20,400
Kilometersprung +1945 m
Haltepunkt, Haltestelle
22,090 Langeneichstädt (früher Bahnhof)
Haltepunkt, Haltestelle
28,850 Nemsdorf-Göhrendorf
Brücke (mittel)
Bundesstraße 180
Brücke (mittel)
Landesstraße 178
Brücke über Wasserlauf (mittel)
Querne
   
von Röblingen am See
   
Anschlussgleis an Industriegebiet
   
34,730 Querfurt
   
nach Vitzenburg (Unstrut)

Die Bahnstrecke Merseburg–Querfurt (auch Geiseltalbahn) ist eine Nebenbahn in Sachsen-Anhalt. Sie führt von Merseburg über Mücheln nach Querfurt. Die Strecken von Querfurt nach Röblingen am See bzw. nach Vitzenburg sind stillgelegt (1999 und 2003), aber noch vorhanden.

GeschichteBearbeiten

Die Bahnstrecke wurde in den 1880er Jahren errichtet, der Abschnitt Mücheln–Merseburg im Dezember 1886. 1911 wurde sie bis Querfurt verlängert, wodurch sie keine Stichbahn mehr war. Zahlreiche Betriebe an der Strecke erhielten Gleisanschlüsse, so die Zuckerfabrik in Körbisdorf 1894 und die Brikettfabrik Pfännerhall 1912.

Wegen des Braunkohlebergbaues im Geiseltal musste die Bahn 1935 ein erstes Mal verlegt werden, sie fuhr nun direkt zwischen Wernsdorf und Körbisdorf hindurch, wobei Wernsdorf auch einen neuen Bahnhof erhielt. 1953 erfolgte dann eine weitere Verlegung der Bahntrasse, die nun einen weiten Bogen nördlich um Körbisdorf und Benndorf machte. Nächster Bahnhof war nun der von Neumark-Bedra. Die letzte Verlegung erfolgte 1958, als die Bahn einen Großteil des mittleren (nunmehr ehemaligen) Geiseltales weiträumig im Süden umging.[2][3] Heute zeugen Reste ehemaliger Anschlussbahnen und großer Güterbahnhöfe (Braunsbedra, Beuna) von der vergangenen industriellen Aktivität im Geiseltal.

Der Abschnitt Mücheln–Merseburg Süd war von 1959 bis 1996 mit Bahnstrom elektrifiziert (vgl. DR-Elektrifizierungschronik).

Die Burgenlandbahn GmbH übernahm als gemeinsame Tochtergesellschaft von DB Regio AG und Karsdorfer Eisenbahngesellschaft zu Jahresbeginn 1999 den Betrieb. Die Strecke war Teil des Vertrags über das Netz Sachsen-Anhalt Süd mit dem Land Sachsen-Anhalt, der bis zum 31. Dezember 2006 lief. Nach der 2003 durchgeführten zweiten Ausschreibung wurde das Netz erneut an die mittlerweile reine DB-Tochter Burgenlandbahn für weitere zwölf Jahre bis 2018 vergeben.[4] Dieser Vertrag wurde im Januar 2017 verlängert und läuft noch bis zum 14. Dezember 2019.[5]

Die Strecke war nicht im Dieselnetz Sachsen-Anhalt enthalten,[6] sondern wurde 2017 gemeinsam mit der Strecke Weißenfels–Zeitz ausgeschrieben.[7] Die DB Regio erhielt im Oktober 2018 den Zuschlag für das neue Netz Elster-Geiseltal und bedient die Strecke bis voraussichtlich Dezember 2032.[8]

VerkehrBearbeiten

Der Personenverkehr wird derzeit als RB 78 im Stundentakt von der DB Regio Südost unter der Marke Burgenlandbahn als Teil des mittlerweile geschrumpften Netzes Sachsen-Anhalt Süd betrieben.[9] Zum Einsatz kommt meist eine Doppeltraktion des Triebwagentyps DWA LVT/S, bei schwachem Fahrgastaufkommen nur ein einzelner.

Mitte 2017 nutzten 250 bis 350 Fahrgäste pro Tag die Strecke. Die Zahlen schwankten in den vergangenen Jahren. Laut Wolfgang Ball, Sprecher der landeseigenen Nahverkehrsservice Sachsen-Anhalt GmbH, seien ein Ausbau der Stationen sowie der Strecke auf eine durchgehende Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h nötig, um eine drohende Einstellung zu verhindern.[10]

Die Strecke liegt vollständig im Tarifgebiet des Mitteldeutschen Verkehrsverbundes und durchquert die Zonen 231, 232, 234 und 233 (in Richtung Merseburg).[11]

Durch einige Güteranschlüsse in Querfurt, Braunsbedra und Beuna kann Güterverkehr realisiert werden.

EreignisseBearbeiten

Anfang Dezember 2008 begab sich ein Triebwagen der Baureihe 672 ohne jegliche Besetzung durch Personal oder Reisende auf Fahrt von Merseburg Richtung Querfurt.[12] Dabei kam es zu keinem Unfall, auch nicht an den Bahnübergängen. Erst kurz vor Querfurt kam der Zug zum Stehen.

WeblinksBearbeiten

  Commons: Merseburg–Querfurt railway line – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Eisenbahnatlas Deutschland 2007/2008. 6 Auflage. Schweers+Wall, Aachen 2007, ISBN 978-3-89494-136-9; S. 57, 130
  2. Chronik der Geiseltalorte von Steffan Bruns, abgerufen am 12. April 2015
  3. Karte mit den verschwundenen Orten im Geiseltal, abgerufen am 12. April 2015
  4. SPNV-Wettbewerb im Jahr 2007. Abgerufen am 18. September 2017.
  5. Sachsen-Anhalt: DB Regio bekommt Vertragsverlängerung im SPNV-Netz Süd. In: eurailpress.de. DVV Media Group GmbH, 25. Januar 2017, abgerufen am 9. Februar 2017.
  6. NASA GmbH Geschäftsbericht 2015. (PDF) (Nicht mehr online verfügbar.) August 2016, archiviert vom Original am 11. Februar 2017; abgerufen am 9. Februar 2017.
  7. Sachsen-Anhalt: Vergabe des SPNV-Netzes Elster-Geiseltal gestartet. In: eurailpress.de. DVV Media Group GmbH, 12. September 2017, abgerufen am 18. September 2017.
  8. NASA erteilt DB Regio Zuschlag für Netz Elster-Geiseltal. PM-Nr. 18/16. Nahverkehrsservice Sachsen-Anhalt, 12. Oktober 2018, abgerufen am 7. November 2018.
  9. SPNV-Wettbewerb im Jahr 2007. Abgerufen am 18. September 2017.
  10. Michael Bertram und Jan Iven: Verbindung Merseburg-Querfurt: Burgenlandbahn bleibt im Saalekreis – vorerst. In: Mitteldeutsche Zeitung. 2. Oktober 2017 (mz-web.de [abgerufen am 10. November 2017]).
  11. Tarifzonenplan des MDV. Abgerufen am 24. Januar 2019.
  12. Regionalzug in Sachsen-Anhalt 40 Kilometer führerlos unterwegs. In: Süddeutsche Zeitung. 11. Mai 2012, abgerufen am 13. Mai 2015.