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Benndorf war ein Ortsteil von Braunsbedra im heutigen Saalekreis, der durch den Tagebau von Braunkohle zu einer Wüstung in Sachsen-Anhalt geworden ist.

Geographische LageBearbeiten

Benndorf lag im Geiseltal nördlich von Braunsbedra. Nachbarorte waren Gräfendorf im Westen, Körbisdorf im Osten und Zützschdorf im Süden. Die ehemalige Ortsflur liegt heute im Osten des Geiseltalsees zwischen Braunsbedraer Ufer und der Insel im See.[1]

GeschichteBearbeiten

In einem zwischen 881 und 899 entstandenen Verzeichnis des Zehnten des Klosters Hersfeld wird Benndorf als zehntpflichtiger Ort Bebendorpf im Friesenfeld erstmals urkundlich erwähnt.[2] Im Ort befand sich ein Rittergut, nach diesem benannte sich die Familie von Benndorf, eine erloschene Ministerialenfamilie. Dieses Gut stand bis 1847 im Besitz von Julius von Zech-Burkersroda.[3]

Benndorf gehörte bis 1815 zum hochstift-merseburgischen Amt Merseburg, das seit 1561 unter kursächsischer Hoheit stand.[4] Durch die Beschlüsse des Wiener Kongresses kam der Ort zu Preußen und wurde dem Kreis Merseburg[5] im Regierungsbezirk Merseburg der Provinz Sachsen zugeteilt, zu dem er bis 1944 gehörte.

Am 1. April 1937 wurden Benndorf, Körbisdorf und Naundorf zur Gemeinde Benndorf/Geiseltal vereinigt. Durch die Verwaltungsreform im Jahre 1950 kamen Teile des Kreises Querfurt zum Kreis Merseburg. In diesem Zuge wurde am 1. Juli 1950 Wernsdorf[6] (mit dem am 1. Oktober 1936 aufgenommenen Zützschdorf[7]) eingemeindet. Als Folge des Braunkohlenabbaus im Geiseltal wurde Benndorf 1953 umgesiedelt und ein Jahr später abgebaggert. Die Umsiedlung Naundorfs folgte 1954, die von Zützschdorf und Wernsdorf 1956 und ein Jahr später die Umsiedlung von Körbisdorf. Anschließend wurden die Orte devastiert.[8] Dabei wurde auch die 1944 durch einen Luftangriff zerstörte und seitdem als Sommerkirche genutzte romanische Dorfkirche Benndorf im Jahr 1955 abgetragen.[9]

LiteraturBearbeiten

  • Steffan Bruns: Ortschronik Benndorf, Naundorf, inkl. Wernsdorf, Körbisdorf, Zützschdorf, Gräfendorf (Sachsen-Anhalt, Saalekreis, Geiseltal – alle Orte heute wüst). Mit dem Ortsfamilienbuch der Gemeinden Benndorf, inkl. Körbisdorf, Zützschdorf, Gräfendorf (alle von 1575 bis 1815), Wernsdorf (1575 bis 1730) und Naundorf (1575 bis 1899). Vollständige Auswertung der Kirchenbücher. Plaidt: Cardamina 2012, ISBN 978-3-86424-087-4

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Karte mit den verschwundenen Orten im Geiseltal
  2. Reg. Thur. Nr. 287
  3. Geschichte des Ritterguts Benndorf
  4. Karlheinz Blaschke, Uwe Ulrich Jäschke: Kursächsischer Ämteratlas, Leipzig 2009, ISBN 978-3-937386-14-0, S. 84 f.
  5. Der Landkreis Merseburg im Gemeindeverzeichnis 1900
  6. Wernsdorf auf www.genealogy.net
  7. Zützschdorf auf www.genealogy.net
  8. Der Ort auf www.devastiert.de (Memento vom 23. September 2015 im Internet Archive)
  9. Geschichte der Kirche von Benndorf

Koordinaten: 51° 18′ 13″ N, 11° 53′ 4″ O