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FC Differdingen 03

luxemburgischer Fußballverein

GeschichteBearbeiten

Er wurde 2003 als Zusammenschluss der beiden Vereine Red Boys und AS gegründet.

VorgängervereineBearbeiten

Red Boys DifferdingenBearbeiten

Red Boys Differdingen wurde am 25. Mai 1907 als SC Differdingen gegründet und ist somit einer der ältesten luxemburgischen Fußballvereine. Am 11. Juli 1919 erfolgte die Umbenennung in Red Boys.[1] Während der deutschen Besetzung Luxemburgs hieß der Verein ab 1940 FK 07 Differdingen. Seit 1944 trug er wieder den Namen Red Boys. Die Red Boys wurden sechsmal Landesmeister und sind mit 16 Titeln luxemburgischer Rekordpokalsieger. Darüber hinaus erreichten sie weitere neun Male das Pokalfinale. Spielstätte war das 1921 erbaute Stade du Thillenberg mit einer Kapazität von 6.300 Plätzen.[2]

Red Boys nahm zehnmal an der Hauptrunde eines europäischen Wettbewerbs teil. Dabei traf das Team auf so prominente Mannschaften wie den AC Mailand, Benfica Lissabon, Ajax Amsterdam und Olympique Lyon. Der einzige Sieg datiert vom 19. September 1979, als Omonia Nikosia in der Vorrunde des Europapokals der Landesmeister vor heimischer Kulisse mit 2:1 geschlagen wurde. Aufgrund einer 1:6-Niederlage im Rückspiel schied Red Boys wie bei allen anderen Teilnahmen an einem europäischen Wettbewerb bereits in der ersten Runde aus.

Am 18. September 1984 gelang im Hinspiel der ersten Runde des UEFA-Pokals 1984/85 im Stade Municipal Obercorn ein bemerkenswertes 0:0-Unentschieden gegen Ajax Amsterdam. Das Rückspiel verloren die Red Boys jedoch mit 0:14, was bis heute einen Rekord im UEFA-Pokal darstellt.

1965 und 1979 wurden die Red Boys zur luxemburgischen Mannschaft des Jahres gewählt.

AS DifferdingenBearbeiten

Die Association Sportive (Sportvereinigung) Differdingen wurde 1921 gegründet. 1940 wurde der Verein in FK Rotstern Differdingen umbenannt, 1941 verboten und aufgelöst. 1944 erfolgte die Wiedergründung und Rückbenennung in AS.

AS gehörte in den Spielzeiten 1928/29, 1935/36, 1937/38 und 1939/40 der Nationaldivision an, stieg jedoch jeweils nach nur einer Saison wieder ab.

Größter Erfolg nach dem Zweiten Weltkrieg war das Erreichen des nationalen Pokalfinales 1990 gegen Swift Hesperingen, in dem AS nach einem 3:3 nach Verlängerung im Wiederholungsspiel mit 1:7 unterlag.

Sportliche Entwicklung nach der FusionBearbeiten

Im Jahr der Fusion belegte Red Boys in der Abschlusstabelle der zweitklassigen Ehrenpromotion den elften Rang. AS Differdingen spielte zu diesem Zeitpunkt drittklassig. Der FC Differdingen 03 nahm den Platz von Red Boys ein und schaffte 2006 den Aufstieg in die Nationaldivision. Am Ende der Saison 2006/07 gelang dem Verein als Drittplatzierter den Einzug in den UEFA Intertoto Cup. Dort schieden die Differdinger in der ersten Runde gegen Slovan Bratislava mit 0:2 und 0:3 aus.

Am Ende der Saison 2008/09 wurde FC 03 erstmals Vizemeister und qualifizierte sich für die neue UEFA Europa League. In der 2. Qualifikationsrunde traf das Team auf den Dritten der kroatischen Meisterschaft HNK Rijeka. Das Hinspiel wurde mit 1:0 durch ein Tor von Pierre Piskor gewonnen, das Rückspiel eine Woche später in Kroatien ging allerdings mit 0:3 verloren, weshalb man auch 2009 schon in der ersten Runde ausschied.

Von 2009 bis 2013 belegte Differdingen 03 viermal hintereinander den vierten Platz. 2010 und 2011 qualifizierte sich die Mannschaft jeweils als Pokalsieger, 2012 über die Platzierung für die Europa League.

In der 2. Qualifikationsrunde der Europa League 2011/12 setzte sich Differdingen gegen den estnischen Teilnehmer FC Levadia Tallinn mit 0:0 und 1:0 durch. In der folgenden Runde unterlag man dem griechischen Vertreter Olympiakos Volos in beiden Spielen mit 0:3. Weil Volos wegen Manipulationsvorwürfen nur kurze Zeit später von der UEFA aus dem Wettbewerb ausgeschlossen wurde, rückte Differdingen als erster luxemburgischer Verein in die Play-off-Runde vor, unterlag dann dort jedoch dem französischen Erstligisten Paris Saint-Germain.

 
Szene aus dem Spiel CS Grevenmacher – FC Differdingen 03 am 17. August 2014

Im Juni 2012 wurde die Verpflichtung von Michel Leflochmoan als Nachfolger des kurz zuvor zurückgetretenen Trainers Paolo Amodio bekanntgegeben.[3] Unter Leflochmoan gelang in den Spielzeiten 2013 und 2014 jeweils die Qualifikation zur UEFA Europa League sowie der Gewinn des Coupe de Luxembourg 2014. In der Saison 2012/13 eliminierte der Klub NSÍ Runavík in der ersten Qualifikationsrunde und scheiterte in der nächsten Runde am belgischen Erstligisten KAA Gent. 2013/14 setzte sich der FC Differdingen in der ersten Qualifikationsrunde zur Europa League gegen KF Laçi und in der nächsten Runde überraschend gegen FC Utrecht durch. In der dritten Runde verloren sie gegen den norwegischen Klub Tromsø IL nach Elfmeterschießen und schieden somit aus dem Wettbewerb aus.

Nachdem der Verein schon vor Ende der Saison angekündigt hatte, den Vertrag mit Leflochmoan nicht zu verlängern,[4] wurde einen Tag nach dem Pokaltriumph die Verpflichtung von Marc Thomé als neuen Trainer zur Saison 2014/15 bekanntgegeben.[5] Mit Thomé erreichten die Differdinger 2015 und 2016 die Qualifikationsrunde der UEFA Europa League. In der Spielzeit 2015/16 trat der FC Differdingen 03 in der ersten Qualifikationsrunde zur UEFA Europa League an und besiegte den walisischen Vertreter Bala Town, scheiterte jedoch in der folgenden Runde an dem türkischen Vertreter Trabzonspor.

Zur Saison 2016/17 übernahm der Franzose Pascal Carzaniga den Posten des Cheftrainers[6] und verpasste die Meisterschaft mit nur einer Saisonniederlage aufgrund der schlechteren Tordifferenz gegenüber F91 Düdelingen. In der UEFA Europa League kam der FC 03 nicht über die erste Qualifikationsrunde hinaus und unterlag Zirə FK aus Aserbaidschan mit 0:2 und 1:2. In der Saison 2017/18 verpasste man, trotz Mitwirkens des ehemaligen Topstars Florent Malouda, durch einen enttäuschenden fünften Platz die erneute Qualifikation für den Europapokal.

 

ErfolgeBearbeiten

Red BoysBearbeiten

AS DifferdingenBearbeiten

  • Luxemburgischer Pokalfinalist: 1990

FC 03Bearbeiten

Ewige TabelleBearbeiten

In der Ewigen Tabelle der höchsten luxemburgischen Spielklasse seit 1909 belegen FC 03 und die Vorgängervereine folgende Plätze:

Rang Verein Punkte
004. Red Boys Differdingen 02.150
018. FC Differdingen 03 00582
041. AS Differdingen 00057

Stand: Saisonende 2017/18

EuropapokalbilanzBearbeiten

Red Boys DifferdingenBearbeiten

Saison Wettbewerb Runde Gegner Gesamt Hin Rück
1972/73 Europapokal der Pokalsieger 1. Runde Italien  AC Mailand 1:7 0:1 (H) 1:6 (A)
1974/75 UEFA-Pokal 1. Runde Frankreich  Olympique Lyon 00:11 0:7 (A) 1:4 (H)
1976/77 UEFA-Pokal 1. Runde Belgien  KSC Lokeren 1:6 0:3 (H) 1:3 (A)
1977/78 UEFA-Pokal 1. Runde Niederlande  AZ'67 Alkmaar 01:16 00:11 (A) 0:5 (H)
1979/80 Europapokal der Landesmeister 1. Runde Zypern Republik  Omonia Nikosia 3:7 2:1 (H) 1:6 (A)
1980/81 UEFA-Pokal 1. Runde Niederlande  AZ'67 Alkmaar 00:10 0:6 (A) 0:4 (H)
1981/82 UEFA-Pokal 1. Runde Portugal  Sporting Lissabon 00:11 0:4 (A) 0:7 (H)
1982/83 Europapokal der Pokalsieger 1. Runde Belgien  KSV THOR Waterschei 1:8 1:7 (A) 0:1 (H)
1984/85 UEFA-Pokal 1. Runde Niederlande  Ajax Amsterdam 00:14 0:0 (H) 00:14 (A)
1985/86 Europapokal der Pokalsieger 1. Runde Schweden  AIK Solna 00:13 0:8 (A) 0:5 (H)

Legende: (H) – Heimspiel, (A) – Auswärtsspiel, (N) – neutraler Platz, (a) – Auswärtstorregel, (i. E.) – im Elfmeterschießen, (n. V.) – nach Verlängerung

Gesamtbilanz: 20 Spiele, 1 Sieg, 1 Unentschieden, 18 Niederlagen, 8:103 Tore (Tordifferenz −95)

FC Differdingen 03Bearbeiten

 
Vor dem Europa League Play-off-Rückspiel gegen Paris Saint-Germain am 25. August 2011 im Parc des Princes
Saison Wettbewerb Runde Gegner Gesamt Hin Rück
2007 UEFA Intertoto Cup 1. Runde Slowakei  ŠK Slovan Bratislava 0:5 0:2 (H) 0:3 (A)
2009/10 UEFA Europa League 2. Qualifikationsrunde Kroatien  HNK Rijeka 1:3 1:0 (H) 0:3 (A)
2010/11 UEFA Europa League 2. Qualifikationsrunde Serbien  FK Spartak Zlatibor Voda 3:5 3:3 (H) 0:2 (A)
2011/12 UEFA Europa League 2. Qualifikationsrunde Estland  FC Levadia Tallinn 1:0 0:0 (H) 1:0 (A)
3. Qualifikationsrunde Griechenland  Olympiakos Volos[9] 0:6 0:3 (H) 0:3 (A)
Play-offs Frankreich  Paris Saint-Germain 0:6 0:4 (H) 0:2 (A)
2012/13 UEFA Europa League 1. Qualifikationsrunde Faroer  NSÍ Runavík 6:0 3:0 (H) 3:0 (A)
2. Qualifikationsrunde Belgien  KAA Gent 2:4 0:1 (A) 2:3 (H)
2013/14 UEFA Europa League 1. Qualifikationsrunde Albanien  KF Laçi 3:1 1:0 (A) 2:1 (H)
2. Qualifikationsrunde Niederlande  FC Utrecht 5:4 2:1 (H) 3:3 (A)
3. Qualifikationsrunde Norwegen  Tromsø IL 1:1
(3:4 i. E.)
0:1 (A) 1:0 n. V. (H)
2014/15 UEFA Europa League 1. Qualifikationsrunde Litauen  Atlantas Klaipėda 2:3 1:0 (H) 1:3 (A)
2015/16 UEFA Europa League 1. Qualifikationsrunde Wales  Bala Town 4:3 3:1 (H) 1:2 (A)
2. Qualifikationsrunde Turkei  Trabzonspor 1:3 0:1 (A) 1:2 (H)
2016/17 UEFA Europa League 1. Qualifikationsrunde Nordirland  Cliftonville FC 1:3 1:1 (H) 0:2 (A)
2017/18 UEFA Europa League 1. Qualifikationsrunde Aserbaidschan  Zirə FK 1:4 0:2 (A) 1:2 (H)

Legende: (H) – Heimspiel, (A) – Auswärtsspiel, (N) – neutraler Platz, (a) – Auswärtstorregel, (i. E.) – im Elfmeterschießen, (n. V.) – nach Verlängerung

Gesamtbilanz: 32 Spiele, 10 Siege, 4 Unentschieden, 18 Niederlagen, 31:51 Tore (Tordifferenz −20)

Kader Saison 2018/19Bearbeiten

Stand: 9. April 2019

Aktueller KaderBearbeiten

Tor Abwehr Mittelfeld Angriff
01 Patrick Worré Luxemburg 
30 Julien Weber Frankreich 
99 Erkan Agovic Luxemburg 
02 Ante Bukvic Luxemburg  Kroatien 
04 André Rodrigues Luxemburg  Portugal 
05 Tom Siebenaler Luxemburg 
12 Dylan Dinis Luxemburg 
19 David Vandenbroeck Belgien 
21 Mathias Jänisch (C)  Luxemburg  Deutschland 
25 Geoffrey Franzoni Frankreich 
39 Alexandre Semedo Luxemburg  Kap Verde 
66 Henrique Ferreira Luxemburg 
06 Jordan Swistek Frankreich 
08 Pedro Ribeiro Luxemburg  Portugal 
09 Maxime Deruffe Frankreich 
12 David Fleurival Guadeloupe 
17 Ilhan Skenderovic Luxemburg 
20 Gilles Bettmer Luxemburg 
27 Mickael Garos Frankreich 
50 Ndriqim Halili Deutschland  Albanien 
80 Mirza Osmanovic Luxemburg 
07 Ryan Lohei Luxemburg 
10 Gonçalo Almeida Luxemburg 
14 Ricardo Couto Pinto Luxemburg 
11 Gauthier Caron Frankreich 
22 Thibault Sponhar Frankreich 
23 Jordan Oukache Frankreich 
45 Edvin Muratovic Luxemburg  Montenegro 

ZugängeBearbeiten

Sommerpause

Winterpause

AbgängeBearbeiten

Sommerpause

Trainerstab und FunktionäreBearbeiten

Funktion Name Nationalität
Chef-Trainer Paolo Amodio Luxemburg 
Co-Trainer Emilio Lobo Portugal 
Torwart-Trainer Rui Lomar Portugal 
Konditionstrainer Pascal Bürger Luxemburg 
Teammanager Jean-Philippe Caillet Frankreich 

Bekannte ehemalige SpielerBearbeiten

FC 03Bearbeiten

Red BoysBearbeiten

AS DifferdingenBearbeiten

TrainerBearbeiten

Amtszeit Nat. Trainer
20.11.2003 – 30.06.2006 Luxemburg  Dan Theis
01.07.2006 – 30.06.2008 Luxemburg  Maurice Spitoni
01.07.2008 – 30.06.2009 Luxemburg  Roland Schaack
01.07.2009 – 10.04.2011 Luxemburg  Dan Theis
10.04.2011 – 30.06.2011 Luxemburg  Maurice Spitoni (Interim)
01.07.2011 – 30.06.2012 Luxemburg  Paolo Amodio
01.07.2012 – 30.06.2014 Frankreich  Michel Leflochmoan
01.07.2014 – 30.06.2016 Luxemburg  Marc Thomé
01.07.2016 – 09.04.2018 Frankreich  Pascal Carzaniga
09.04.2018 – 31.05.2018 Luxemburg  Dan Theis
07.06.2018 – 17.03.2019 Luxemburg  Arno Bonvini
Seit 18.03.2019 Luxemburg  Paolo Amodio

WeblinksBearbeiten

BilderBearbeiten

  Commons: FC Differdange 03 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Vor hundert Jahren begann in Differdingen das Fussballfieber. (Nicht mehr online verfügbar.) Archiviert vom Original am 16. September 2014; abgerufen am 24. Mai 2014.   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.differdange.lu auf dem Portal der Stadt Differdingen
  2. www.stadionwelt.de
  3. tageblatt.lu: „Leflochmoan ist neuer Trainer“ vom 6. Juni 2012
  4. wort.lu: „Leflochmoan verlängert nicht“ vom 24. Mai 2014
  5. lessentiel.lu: „Marc Thomé prend les rênes de Differdange“ vom 24. Mai 2014
  6. lessentiel.lu: „Pascal Carzaniga übernimmt Differdingen“ vom 23. Mai 2016
  7. tageblatt.lu: „D03 holt den Pott“ vom 23. Mai 2014
  8. wort.lu: „Differdingen triumphiert im Elfmeterschießen“ vom 31. Mai 2015
  9. Der eigentliche Gewinner der Drittrundenqualifikation, Olympiakos Volos, wurde aufgrund von Manipulationsvorwürfen nachträglich für drei Jahre von allen UEFA-Wettbewerben ausgeschlossen. Als Ersatzteam wurde seitens der UEFA FC Differdange festgelegt.