Menaggio

italienische Gemeinde

Menaggio ist eine italienische Gemeinde mit 3124 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2019) in der Lombardei in der Provinz Como.

Menaggio
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Menaggio (Italien)
Menaggio
Staat Italien
Region Lombardei
Provinz Como (CO)
Lokale Bezeichnung Menas
Koordinaten 46° 1′ N, 9° 14′ OKoordinaten: 46° 1′ 0″ N, 9° 14′ 0″ O
Höhe 202 m s.l.m.
Fläche 13 km²
Einwohner 3.124 (31. Dez. 2019)[1]
Postleitzahl 22017
Vorwahl 0344
ISTAT-Nummer 013145
Volksbezeichnung menaggini
Schutzpatron Stephanus (26. Dezember)
Website Menaggio
Menaggio Santo Stefano.JPG
Die Gemeinde Menaggio in der Provinz Como
Menaggio (1890–1900)

GeographieBearbeiten

Menaggio liegt am Westufer des Comersees an der Mündung der Sanagra. Westlich des Ortes liegt das Valle Menaggio, durch welches ein Verbindungsweg über Porlezza ins schweizerische Lugano führt. Die Gemeinde umfasst folgende Fraktionen: Castello, Croce, Fossato, Loveno, Nobiallo, Sonenga.

Die Nachbargemeinde sind: Grandola ed Uniti, Griante, Perledo (LC), Plesio, San Siro, Tremezzina und Varenna (LC).

Menaggio gehört zu den am meisten vom Tourismus geprägten Orten am See. Es gibt viele Hotels entlang der langen Seepromenade. Das Herz Menaggios ist die Piazza Garibaldi, die zwischen dem See und der Kirche Santo Stefano liegt.

Im Ortsteil Loveno oberhalb des Zentrums befindet sich das Deutsch-Italienische Zentrum Villa Vigoni, welches gemeinsam von der deutschen Bundesregierung und der italienischen Regierung betrieben wird.

Eine Fähre verbindet Menaggio mit Varenna und Bellagio an den gegenüberliegenden Ufern, zwischen 1884 und 1939 verkehrte die Eisenbahn Menaggio-Porlezza zwischen Porlezza am Luganersee und dem Ort.

GeschichteBearbeiten

Von Menaggio führte in römischer Zeit die Via Regina, eine römische Straße, die den Flusshafen von Cremona mit Clavenna (Chiavenna) verband und durch Mediolanum (Mailand) führte. Einige Gräber und Grabsteine, die in der Gegend gefunden wurden, stammen aus der römischen Zeit (darunter eines, das Lucius Mincius Exoratus gewidmet ist, von dem sich der Ortsname angeblich ableiten soll).

Die Gründung der Diözese Como im Jahr 386 brachte die Errichtung von Menaggio an der Spitze der gleichnamigen Pfarrei mit sich, die vom Presbiter (später Erzpriester) der Kirche Santo Stefano geleitet wurde und mit einem am Seeufer gelegenen und San Giovanni geweihten Baptisterium ausgestattet war.

Nach dem Untergang des Römischen Reiches wurde das Gebiet zuerst von den Goten und dann, im Jahr 535, von den Byzantinern eingenommen. Diese wurden 568 von den Langobarden abgelöst, die Menaggio mit einem Signalturm ausstatteten, der am Seeufer errichtet wurde. Im Jahr 1140 vergab Konrad III. von Schwaben Menaggio als Lehen an einen gewissen Ardizzone de Castello.

Im 13. Jahrhundert kam es zu weiteren Streitigkeiten zwischen zahlreichen Familien des Comer und Mailänder Adels. In diesem Zusammenhang wurde Menaggio 1295 von den Comaschi erobert, die den Lehnsherrn Littardo de Castello (der in Bellagio Zuflucht suchte) in die Flucht schlugen und die Burg Menaggio an Matteo I. Visconti übergaben.

Die besondere Verbindung zwischen der Via Regina und Menaggio findet sich noch in den Statuten von Como aus dem Jahr 1335, in denen die comune burgi de Menaxio als Ortsvorsteher erwähnt wird, der für die Instandhaltung des Straßenabschnitts zuständig war, der von den maronellos seu arbores que sunt in somo ad introitum Saxi Ranzii bis ad casaritium quod est in medio Saxo Rantio in costa führte. Im ersten Viertel des 16. Jahrhunderts wurde Menaggio zum Ziel von Expansionsbestrebungen der Bündner der Republik der Drei Bünde. Nachdem die Stadt 1516 und 1521 mit Feuer und Schwert bedroht wurde, erfolgte 1523 ein Angriff, bei dem die Burg Menaggio zerstört wurde.

Mit der Vertreibung der Graubündner aus den Gebieten des mittleren Comer See durch die Mailänder, wurde Menaggio wieder Teil des Herzogtums Mailand bis zum Ende des 18. Jahrhunderts. In diesem Zusammenhang folgte auf die schwierige Periode der spanischen Herrschaft, die durch zwei Jahrhunderte Banditentum gekennzeichnet war, eine Periode unter den Österreichern ab 1714.

Menaggio war im Herbst 1944 das Hauptquartier des Centro antiribelli der 6. Kompanie der 11. Schwarzen Brigade unter dem Kommando von Emilio Castelli, dem stellvertretenden Federale von Como. Das Anti-Rebellen-Zentrum war verantwortlich für zahlreiche Folterungen und den Tod von 19 Partisanen, darunter die Ermordung von Enrico Caronti, genannt Romolo, am 23. Dezember 1944. Am 26. April 1945 beherbergte das Zentrum Benito Mussolini bei seinem Fluchtversuch aus Italien.

BevölkerungBearbeiten

Bevölkerungsentwicklung
Jahr 1861 1871 1881 1901 1911 1921 1931 1951 1961 1971 1981 1991 2001 2011 2020
Einwohner 2295 2146 2318 2459 3118 2988 3028 3161 3250 3310 3157 3138 3121 3182 3083

InfrastrukturenBearbeiten

  • Villa Vigoni Centro Italo-Tedesco per l’Eccellenza Europea[2]

SehenswürdigkeitenBearbeiten

  • Propsteikirche Santo Stefano[3]
  • Kirche Santa Marta[4]
  • Kirche Santi Loreno e Agnese im Ortsteil Loveno, mit Gemälde Madonna Addolorata[5]
  • Kirche Santi Bartolomeo e Nicola im Ortsteil Nobiallo[6]
  • Wallfahrtskirche Madonna della Pace[7]
  • Kirche San Giusto im Ortsteil Croce[8]
  • Kirche San Carlo im Ortsteil Castello[9]
  • Villa Erba[10]
  • Villa Pensa[11]
  • Villa Scanavino im Ortsteil Loveno[12]

PersönlichkeitenBearbeiten

StädtepartnerschaftenBearbeiten

BilderBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Anna Ferrari-Bravo, Paola Colombini: Guida d'Italia. Lombardia (esclusa Milano). Milano 1987, S. 299.
  • Lombardia – Touring club italiano, Touring Editore (1999), ISBN 88-365-1325-5, Menaggio Online.
  • Federico Cereghini, Damiano Cereghini: Nobiallo di Menaggio e il suo Santuario. Menaggio 2002.

WeblinksBearbeiten

Commons: Menaggio – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten