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Der Comer See (Comosee, Schweizer Schreibweise Comersee,[1] italienisch Lago di Como, Lario, deutsch veraltet Chumer See) ist ein fischreicher oberitalienischer See in der Lombardei. Die Römer nannten den See Larius Lacus.

Comer See
Sentiero del Viandante DSC 6340 (14020554463).jpg
Der Comer See mit Blick auf Bellagio
Geographische Lage Lombardei (Italien)
Zuflüsse Adda, Breggia, Livo, Mera, Varrone
Abfluss Adda
Daten
Koordinaten 46° 0′ N, 9° 16′ OKoordinaten: 46° 0′ N, 9° 16′ O
Comer See (Lombardei)
Comer See
Höhe über Meeresspiegel 197 m s.l.m.
Fläche 146 km²dep1
Länge 51 km
Breite 4,2 km
Maximale Tiefe 425 m
Lago di Como.png
Blick über Como am Comer See

Charakteristisch sind die zahlreichen direkt am Ufer liegenden kleinen Dörfer, von denen viele ihren ganz eigenen Charakter bis heute erhalten haben. Viele der oft luxuriösen Villen (u. a. Villa Carlotta, Villa d'Este) stammen noch aus dem 15. Jahrhundert, als die Region durch die Seidenraupenzucht und die dadurch entstandene Seidenindustrie reich geworden war. Während der Zeit Napoleons erbaute der Vizepräsident der italienischen Republik (1802–1805) Francesco Melzi d’Eril die Villa Melzi. Durch das mediterrane Klima gedeihen viele subtropische Pflanzen wie z. B. Palmen, Zitrusfrüchte, Zypressen und Olivenbäume.

Inhaltsverzeichnis

GeografieBearbeiten

 
Der Comer See aus der Luft

Der Comer See, von den Einheimischen auch Lario genannt, ist 146 km² groß, 51 km lang und max. 4,2 km breit. Damit ist er nach dem Gardasee und dem Lago Maggiore, gemessen an der Wasserfläche, der drittgrößte See Italiens. Mit einer durch seine charakteristische Form bedingten Uferlinie von 170 km übertrifft er die beiden vorgenannten Seen in diesem Punkt. Seine maximale Tiefe beträgt (bei Nesso) 425 m.

Der Comer See liegt in einem Zungenbecken des ehemaligen Addagletschers, das sich vor der Alta Brianza in die Arme von Como und Lecco teilte. Daher hat der See heute seine charakteristische Form eines umgekehrten Y. Der nördliche Arm beginnt bei der Stadt Colico, während die Städte Como und Lecco an den Enden des südwestlichen bzw. südöstlichen Armes liegen.

Der Comer See wird von der Adda durchflossen. Die Adda mündet bei Colico in den See ein und verlässt ihn bei Lecco, während der Comer Arm keinen Abfluss besitzt.

Die einzige Insel im Comer See ist die Isola Comacina. Sie war bereits in der Antike bewohnt, die Siedlungen wurden aber im 12. Jahrhundert von den Truppen Comos zerstört.[2]

Orte am SeeBearbeiten

TourismusBearbeiten

Der Comer See ist ein Touristenziel mit zahlreichen Kurorten, Parks und Golfplätzen. Auf seiner Westseite liegt der Sacro Monte di Ossuccio, der 2003 in die Liste der Weltkulturerbe der UNESCO aufgenommen wurde. Die umliegenden Berge bieten Wander- und Klettermöglichkeiten. Durch das milde Klima gibt es eine reiche Vegetation. Jährlich im Frühjahr findet das Oldtimerevent Concorso d’Eleganza Villa d’Este statt.

Prominente wie George Clooney[3] besitzen ein Feriendomizil am Comer See. Dieser dient immer wieder als Filmkulisse, beispielsweise wurde hier für Star Wars: Episode II, Casino Royale oder Ocean’s 12 gedreht.

Der deutsche Bundeskanzler Konrad Adenauer (1876–1967) verbrachte dort auf seinem Anwesen in Cadenabbia viel Zeit. Nach dem Niederlegen seines Amtes, kurz vor seinem Tod, schrieb er dort einen großen Teil seiner Memoiren. Die 1899 erbaute Villa la Collina mit ihrem Park wird seit 1977 als internationale Tagungsstätte von der Konrad-Adenauer-Stiftung genutzt.

SchifffahrtBearbeiten

Täglich fahren mehrere Boote zwischen Como und Colico, des Weiteren gibt es verschiedene Routen zwischen Como und Lecco oder Menaggio und Como bzw. Lecco. Es existiert eine Fährverbindung zwischen Lierna, Varenna, Menaggio und Bellagio.

WassersportBearbeiten

 
Vorbereitung zum Kitesurfen am Strand von Colico

Zwischen Bellagio und Colico herrscht ein reges Treiben von Wassersportlern, da dort zuverlässige Windverhältnisse herrschen.

Laut Berichten aus dem Jahr 2010 lässt die Wasserqualität an gewissen Stellen (durch fehlende Kläranlagen) zu wünschen übrig.[4]

WindverhältnisseBearbeiten

Außer im Winter weht im oberen Teil des Comersees praktisch täglich ein thermischer Wind, die Breva. Am Morgen beginnt der Wind etwa ab 10 Uhr mit 1 bis 3 Bft und frischt am Nachmittag auf 3 bis 6 Bft auf. Juni bis September sind die besten Monate zum Wind- und Kitesurfen. Im Oktober lässt die Breva nach, um dann bis Anfang Februar ganz einzuschlafen.

Der Südwind Breva hat seinen Gegenpart im nördlichen Fallwind Tivano, der bei großem Luftdruckunterschied zwischen der nördlichen und der südlichen Seite der Alpen entsteht. Der Tivano weht bereits am frühen Morgen und ist oft stärker als die Breva, am stärksten in der Region von Lecco. Im Süden des Sees, im Larian-Dreieck, dem Gebiet zwischen den beiden Seearmen, bietet auch er gute Voraussetzungen zum Wind- und Kitesurfen.[5]

GalerieBearbeiten

Siehe auchBearbeiten

WeblinksBearbeiten

  Commons: Comer See – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien
  Wikivoyage: Comer See – Reiseführer

EinzelnachweiseBearbeiten