Leichtathletik-Weltmeisterschaften 2015/200 m der Frauen

Der 200-Meter-Lauf der Frauen bei den Leichtathletik-Weltmeisterschaften 2015 fand am 26., 27. und 28. August 2015 in Peking, Volksrepublik China, statt.

Leichtathletik-Weltmeisterschaften 2015
Leichtathletik
Disziplin 200-Meter-Lauf der Frauen
Stadt China VolksrepublikVolksrepublik China Peking
Ort Nationalstadion Peking
Teilnehmerinnen 51 Athletinnen aus 36 Ländern
Wettkampfphase 26. August 2015 (Vorläufe)
27. August 2015 (Halbfinale)
28. August 2015 (Finale)
Medaillengewinnerinnen
Gold Gold Dafne Schippers (NiederlandeNiederlande NED)
Silbermedaillen Silber Elaine Thompson (JamaikaJamaika JAM)
Bronzemedaillen Bronze Veronica Campbell-Brown (JamaikaJamaika JAM)
Die Medaillengewinnerinnen (v. l. n. r.):
Elaine Thompson, Dafne Schippers, Veronica Campbell-Brown

Es gewann die Niederländerin Dafne Schippers, die vor den beiden Jamaikanerinnen Elaine Thompson und Veronica Campbell-Brown Weltmeisterin wurde.

Aktuelle RekordeBearbeiten

Stand: vor Beginn der Leichtathletik-Weltmeisterschaften 2015

Weltrekord Vereinigte Staaten  Florence Griffith-Joyner 21,34 s OS von Seoul, Südkorea 29. September 1988
Meisterschaftsrekord Deutschland Demokratische Republik 1949  Silke Gladisch (später Silke Möller) 21,74 s WM in Rom, Italien 3. September 1987

VorläufeBearbeiten

Aus den sieben Vorläufen qualifizierten sich die jeweils drei Ersten jedes Laufes – hellblau unterlegt – und zusätzlich die drei Zeitschnellsten – hellgrün unterlegt – für das Halbfinale.

Lauf 1Bearbeiten

 
Die Slowenin Sabina Veit schied als Vierte ihres Vorlaufs aus
 
Die Nigerianerin Blessing Okagbare trat zu ihrem Vorlauf nicht an
 
Die Venezolanerin Nercely Soto belegte Rang fünf in ihrem Vorlauf und erreichte damit nicht die nächste Runde
 
Die Kanadierin Crystal Emmanuel schied nach dem vierten Platz in Vorlauf fünf in der Vorrunde aus
 
Sheniqua Ferguson, Bahamas, erreichte als Sechste ihres Vorlaufs nicht das Halbfinale
 
Die Kasachin Olga Safronowa kam als Fünfte ihres Vorlauf nicht ins Semifinale

26. August 2015, 19:15 Uhr (13:15 Uhr MESZ)
Wind: −0,9 m/s

Platz Bahn Name Land Zeit (s)
1 6 Candyce McGrone Vereinigte Staaten  USA 22,45
2 7 Mujinga Kambundji Schweiz  Schweiz 22,92
3 9 Wiktorija Sjabkina Kasachstan  Kasachstan 22,92
4 3 Ramona Papaioannou Zypern Republik  Zypern 23,30
5 4 Ella Nelson Australien  Australien 23,33
6 5 Celiangeli Morales Puerto Rico  Puerto Rico 23,34
7 8 Anna Kukuschkina Russland  Russland 23,47

Lauf 2Bearbeiten

26. August 2015, 19:22 Uhr (13:22 Uhr MESZ)
Wind: +0,2 m/s

Platz Bahn Name Land Zeit (s)
1 8 Marie-Josée Ta Lou Elfenbeinküste  Elfenbeinküste 22,73 PB
2 7 Jenna Prandini Vereinigte Staaten  USA 22,95
3 5 Justine Palframan Sudafrika  Südafrika 23,09
4 9 Sabina Veit Slowenien  Slowenien 23,18
5 4 Natalija Strohowa Ukraine  Ukraine 23,25
6 3 Kamaria Durant Trinidad und Tobago  Trinidad und Tobago 23,25
7 6 Kineke Alexander Saint Vincent Grenadinen  St. Vincent und die Grenadinen 23,30

Lauf 3Bearbeiten

26. August 2015, 19:29 Uhr (13:29 Uhr MESZ)
Wind: +0,2 m/s

Platz Bahn Name Land Zeit (s)
1 5 Jeneba Tarmoh Vereinigte Staaten  USA 22,79
2 7 Gloria Hooper Italien  Italien 22,99 SB
3 6 Kimberly Hyacinthe Kanada  Kanada 23,03
4 3 Maria Belimbasaki Griechenland  Griechenland 23,15
5 9 Isidora Jiménez Chile  Chile 23,22
6 8 Kelly Proper Irland  Irland 23,28
DNS 4 Blessing Okagbare Nigeria  Nigeria

Lauf 4Bearbeiten

26. August 2015, 19:36 Uhr (13:36 Uhr MESZ)
Wind: +0,2 m/s

Platz Bahn Name Land Zeit (s)
1 5 Elaine Thompson Jamaika  Jamaika 22,78
2 7 Bianca Williams Vereinigtes Konigreich  Großbritannien 22,85 SB
3 9 Khamica Bingham Kanada  Kanada 22,90
4 4 Maja Mihalinec Slowenien  Slowenien 23,05 PB
5 3 Nercely Soto Venezuela  Venezuela 23,16
6 8 LaVerne Jones-Ferrette Jungferninseln Amerikanische  Amerikanische Jungferninseln 23,83
DNS 6 Natalija Pohrebnjak Ukraine  Ukraine

Lauf 5Bearbeiten

26. August 2015, 19:43 Uhr (13:43 Uhr MESZ)
Wind: +0,1 m/s

Ein ziemlich außergewöhnliches Ereignis spielte sich während dieses Vorlaufs ab. Die vielfache Medaillengewinnerin Veronica Campbell-Brown aus Jamaika begann das Rennen auf Bahn fünf und beendete es auf der sechsten Bahn. Am Ende der Kurve war sie sie auf die Bahn der Britin Margaret Adeoye gewechselt, die einige Meter hinter Campbell-Brown gelegen hatte. Da Adeoye nicht behindert worden war, blieb Campbell-Browns Bahnwechsel ohne Konsequenzen für die Jamaikanerin, die den Vorlauf gewann. Auch die Britin qualifizierte sich für das Halbfinale.[1]

Platz Bahn Name Land Zeit (s)
1 5 Veronica Campbell-Brown Jamaika  Jamaika 22,79
2 7 Semoy Hackett Trinidad und Tobago  Trinidad und Tobago 22,89
3 6 Margaret Adeoye Vereinigtes Konigreich  Großbritannien 23,10
4 3 Crystal Emmanuel Kanada  Kanada 23,22
5 2 Chisato Fukushima Japan  Japan 23,30
6 9 Cynthia Bolingo Mbongo Belgien  Belgien 23,45
7 8 Liang Xiaojing China Volksrepublik  Volksrepublik China 23,57 PB
8 4 Shanti Pereira Singapur  Singapur 24,22

Lauf 6Bearbeiten

26. August 2015, 19:50 Uhr (13:50 Uhr MESZ)
Wind: +0,2 m/s

Platz Bahn Name Land Zeit (s)
1 7 Dafne Schippers Niederlande  Niederlande 22,58
2 5 Rosângela Santos Brasilien  Brasilien 23,05
3 9 Reyare Thomas Trinidad und Tobago  Trinidad und Tobago 23,09
4 6 Chrystyna Stuj Ukraine  Ukraine 23,21
5 3 Jekaterina Smirnowa Russland  Russland 23,99
6 4 Sheniqua Ferguson Bahamas  Bahamas 23,44
7 8 Olga Lenskiy Israel  Israel 23,63

Lauf 7Bearbeiten

26. August 2015, 19:57 Uhr (13:57 Uhr MESZ)
Wind: +0,5 m/s

Platz Bahn Name Land Zeit (s)
1 2 Dina Asher-Smith Vereinigtes Konigreich  Großbritannien 22,22 PB
2 6 Sherone Simpson Jamaika  Jamaika 22,52 SB
3 3 Iwet Lalowa-Collio Bulgarien  Bulgarien 22,54 SB
4 4 Anna Kiełbasińska Polen  Polen 22,59
5 8 Olga Safronowa Kasachstan  Kasachstan 23,28 SB
6 5 Vitória Cristina Rosa Brasilien  Brasilien 23,32
7 7 Arialis Gandulla Kuba  Kuba 23,35
8 9 Kristina Pronschenko Tadschikistan  Tadschikistan 25,77

HalbfinaleBearbeiten

Aus den drei Halbfinalläufen qualifizierten sich die beiden Ersten jedes Laufes – hellblau unterlegt – und zusätzlich die beiden Zeitschnellsten – hellgrün unterlegt – für das Finale.

Lauf 1Bearbeiten

 
Wie über 100 Meter schied die Schweizerin Mujinga Kambundji im Halbfinallaufe aus – hier stellte sie mit 22,64 s einen neuen Nationalrekord auf
 
Marie-Josee Ta Lou von der Elfenbeinküste erreichte trotz starker 22,56 s in ihrem Halbfinalrennen nicht das Finale
 
Die Brasilianerin Rosângela Santos scheiterte als Vierte ihres Rennens im Semifinale

27. August 2015, 19:35 Uhr (13:35 Uhr MESZ)
Wind: −0,1 m/s

Platz Bahn Name Land Zeit (s)
1 4 Elaine Thompson Jamaika  Jamaika 22.13
2 6 Candyce McGrone Vereinigte Staaten  USA 22,26
3 9 Iwet Lalowa-Collio Bulgarien  Bulgarien 22,32 PB
4 5 Mujinga Kambundji Schweiz  Schweiz 22,64 NR
5 8 Wiktorija Sjabkina Kasachstan  Kasachstan 22,77 NR
6 7 Bianca Williams Vereinigtes Konigreich  Großbritannien 22,87
7 3 Reyare Thomas Trinidad und Tobago  Trinidad und Tobago 23,03
8 3 Maja Mihalinec Slowenien  Slowenien 23,04 PB

Lauf 2Bearbeiten

27. August 2015, 19:43 Uhr (13:43 Uhr MESZ)
Wind: −0,1 m/s

Platz Bahn Name Land Zeit (s)
1 6 Dafne Schippers Niederlande  Niederlande 22,36
2 5 Sherone Simpson Jamaika  Jamaika 22,53
3 7 Marie-Josée Ta Lou Elfenbeinküste  Elfenbeinküste 22,56 PB
4 4 Semoy Hackett Trinidad und Tobago  Trinidad und Tobago 22,75
5 8 Jenna Prandini Vereinigte Staaten  USA 22,87
6 9 Khamica Bingham Kanada  Kanada 23,02
7 3 Anna Kiełbasińska Polen  Polen 23,07
8 2 Margaret Adeoye Vereinigtes Konigreich  Großbritannien 23,34

Lauf 3Bearbeiten

27. August 2015, 19:51 Uhr (13:51 Uhr MESZ)
Wind: −0,1 m/s

Platz Bahn Name Land Zeit (s)
1 5 Dina Asher-Smith Vereinigtes Konigreich  Großbritannien 22,12 PB
2 6 Jeneba Tarmoh Vereinigte Staaten  USA 22,38
3 4 Veronica Campbell-Brown Jamaika  Jamaika 22,47 SB
4 9 Rosângela Santos Brasilien  Brasilien 22,87
5 7 Gloria Hooper Italien  Italien 22,92 PB
6 3 Justine Palframan Sudafrika  Südafrika 23,04
7 8 Kimberly Hyacinthe Kanada  Kanada 23,07
8 2 Maria Belimbasaki Griechenland  Griechenland 23,28

FinaleBearbeiten

28. August 2015, 21:00 Uhr (15:00 Uhr MESZ)
Wind: +0,2 m/s

Wie schon über 100 Meter zeigten die Sprinterinnen bereits in den Vorläufen und vor allem Halbfinals ausgezeichnete Leistungen. So reichten Marie-Josee Ta Lou 22,56 s nicht für die Finalteilnahme. Die jamaikanische Titelverteidigerin und Olympiazweite von 2012 Shelly-Ann Fraser-Pryce. die hier bereits Weltmeisterin über 100 Meter geworden war, verzichtete auf eine Teilnahme am 200-Meter-Lauf. Zu den Favoritinnen gehörten vor allem die niederländische Europameisterin Dafne Schippers – hier bereits Vizeweltmeisterin über 100 Meter, die beiden Jamaikanerinnen Elaine Thompson – Vizeweltmeisterin von 2013, hier mit der zweitschnellsten Halbfinalzeit – und Veronica Campbell-Brown – Olympiasiegerin von 2008, Weltmeisterin von 2011 und WM-Dritte von 2013, die Britin Dina Asher-Smith als Halbfinalschnellste sowie die US-Amerikanerin Candyce McGrone – drittschnellste Zeit im Halbfinale.

In der ersten Kurve führten die beiden Jamaikanerinnen Thompson und Campbell-Brown sowie McGrone fast gleichauf. Schippers lag mit ihrer bekannten Startschwäche deutlich zurück. Auf der Zielgeraden löste sich Thompson von Campbell-Brown und McGrone. Es entwickelte sich jetzt ein Zweikampf zwischen Thompson und Schippers, die das weitaus beste Stehvermögen hatte und von hinten heranstürmte. Mit den letzten Schritten zog die Niederländerin auch noch an der Jamaikanerin vorbei und wurde Weltmeisterin mit hauchdünnen drei Hundertstelsekunden Vorsprung vor Elaine Thomas. Veronica Campbell-Brown blieb als Dritte noch unter 22 Sekunden. Candyce McGrone verpasste die Bronzemedaille um vier Hundertstelsekunden. Nur weitere sechs Hundertstelsekunden hinter ihr belegte Dina Asher-Smith Rang fünf vor der US-Amerikanerin Jeneba Tarmoh und der Bulgarin Iwet Lalowa-Collio. 22,50 Sekunden reichten für die Jamaikanerin Sherone Simpson lediglich zum achten Platz.

Dafne Schippers gewann das Finale in 21,63 s und unterbot damit nicht nur Silke Möllers Weltmeisterschaftsrekord von 1987 – damals aufgestellt unter ihrem Mädchennamen Silke Gladisch, sondern auch den Europarekord (21,71 s) von Marita Koch – 1979 und 1984 – und Heike Drechsler – zweimal im Jahr 1986.[2] Mit dieser Zeit reihte sich Schippers in der Weltbestenliste über 200 Meter als drittschnellste Läuferin aller Zeiten ein. Die zweitplatzierte Elaine Thompson belegte mit ihrer Zeit von 21,66 s in dieser Liste nun den fünften Platz. Dina Asher-Smith stellte als Fünfte in 22,07 s einen neuen Nationalrekord für Großbritannien auf, in der ewigen Weltbestenliste lag sie damit aktuell auf Platz 34.

Platz Bahn Athletin Land Zeit (s)
  6 Dafne Schippers Niederlande  Niederlande 21,63 CR / ER / WL
  5 Elaine Thompson Jamaika  Jamaika 21,66 PB
  2 Veronica Campbell-Brown Jamaika  Jamaika 21,97 SB
4 7 Candyce McGrone Vereinigte Staaten  USA 22,01 PB
5 4 Dina Asher-Smith Vereinigtes Konigreich  Großbritannien 22,07 NR
6 8 Jeneba Tarmoh Vereinigte Staaten  USA 22,31
7 3 Iwet Lalowa-Collio Bulgarien  Bulgarien 22,41
8 9 Sherone Simpson Jamaika  Jamaika 22,50 SB

Weblinks und QuellenBearbeiten

VideoBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Simeon Gholam: Veronica Campbell-Brown ends up in the wrong lane after Jamaican sprinter loses her bearings during 200m heats. dailymail.co.uk, 26. August 2015, abgerufen am 29. August 2015.
  2. Schippers unterbietet Uralt-Europarekord. 28. August 2015, abgerufen am 28. August 2015.