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Leichtathletik-Weltmeisterschaften 2015/20 km Gehen der Frauen

Das 20-km-Gehen der Frauen bei den Leichtathletik-Weltmeisterschaften 2015 fand am 28. August 2015 in Peking, Volksrepublik China, statt.

Leichtathletik-Weltmeisterschaften 2015
Leichtathletik
Disziplin 20-km-Gehen der Frauen
Stadt China VolksrepublikVolksrepublik China Peking
Ort Nationalstadion Peking
Teilnehmerinnen 50 Athletinnen aus 27 Ländern
Wettkampfphase 28. August 2015
Medaillengewinnerinnen
Gold Gold Liu Hong (China VolksrepublikVolksrepublik China CHN)
Silbermedaillen Silber Lü Xiuzhi (China VolksrepublikVolksrepublik China CHN)
Bronzemedaillen Bronze Ljudmyla Oljanowska (UkraineUkraine UKR)
Himmelstempel in Peking

Es gab einen chinesischen Doppelsieg. Weltmeisterin wurde Liu Hong, Lü Xiuzhi gewann die Silbermedaille. Bronze ging an die Ukrainerin Ljudmyla Oljanowska.

RekordeBearbeiten

Weltrekord China Volksrepublik  Liu Hong 1:24:38 h La Coruña, Spanien 6. Juni 2015
Meisterschaftsrekord Russland  Olimpiada Iwanowa 1:25:41 h WM in Helsinki, Finnland 7. August 2005

DopingBearbeiten

Im Frauengehen kam es zu einem weiteren Dopingfall dieser Weltmeisterschaften. Die Ukrainerin Olena Shumkina wurde wegen der Werte in ihrem biologischen Pass für drei Jahre gesperrt. Sämtliche Resultate seit Mai 2011 wurden annulliert, betroffen davon waren ihre Ergebnisse bei drei Weltmeisterschaften und den Olympischen Spielen 2012.[1]

AusgangssituationBearbeiten

Zu den Favoritinnen zählte zunächst einmal die Chinesin Liu Hong, die noch im Juni 2015 einen neuen Weltrekord aufgestellt hatte. Sie war die Weltmeisterin von 2011, WM-Dritte von 2013 und Olympiadritte von 2012. Zu ihren stärksten Gegnerinnen gehörten ihre Landsfrau Lü Xiuzhi, Olympiafünfte von 2012, die italienische WM-Fünfte und Olympiasechste Elisa Rigaudo, die ukrainische Vizeeuropameisterin Ljudmyla Oljanowska und die EM-Dritte Anežka Drahotová aus Tschechien.

WettbewerbsverlaufBearbeiten

 
Weltmeisterin Liu Hong, China

Von Beginn an machten die Chinesinnen Lü Xiuzhi und Liu Hong mit einem für die Verhältnisse in Peking hohen Tempo Druck auf ihre Konkurrentinnen. Zusammen mit Drahotová bildeten sie eine Dreiergruppe, die mit einigen Sekunden Vorsprung an der Spitze lagen. Oljanowska und die Italienerin Eleonora Giorgi fanden sich bald zu einer Verfolgergruppe zusammen. Auch dahinter gab es kein großes Hauptfeld mehr, die Geherinnen bildeten größere oder kleinere Gruppen, in denen sie den Wettbewerb bestritten. Drahotová bekam nach wenigen Kilometern Schwierigkeiten, das Tempo der beiden Chinesinnen zu halten. Bei Kilometer fünf betrug ihr Rückstand zwei Sekunden, mit weiteren fünf Sekunden folgten Giorgi, Oljanowska und auch Rigaudo, die Anschluss an die beiden gefunden hatte. Dahinter ging mit wenigen Sekunden Abstand die Brasilianerin Erica De Sena.

Lü und Liu vergrößerten ihren Vorsprung nun Stück für Stück. Bald waren es mehr als zwanzig Sekunden, während sich hinter ihnen mit Giorgi, Oljanowska, Rigaudo, Drahotová und De Sena eine Fünfergruppe zusammenfand, die allerdings nicht lange Bestand hatte. Drahotová musste auch in dieser Gruppe wieder abreißen lassen und bei Kilometer fünfzehn machte sich Oljanowska auf die alleinige Verfolgung der führenden Chinesinnen. Die Ukrainerin konnte den Abstand sogar um einige Sekunden verkürzen, kam jedoch nicht an die Spitze heran. Die nächsten Verfolgerinnen waren nur noch die beiden Italienerinnen Giorgi und Rigaudo, die jedoch im weiteren Verlauf nach jeweils drei Verwarnungen disqualifiziert wurden. Mit einer halben Minute Rückstand auf Oljanowska folgte die Portugiesin Ana Cabecinha zehn Sekunden vor einer Dreiergruppe mit der Italienerin Antonella Palmisano, De Sena und Drahotová.

Um den Sieg ging es nur noch zwischen Lü und Liu. Oljanowska hatte einen großen Rückstand auf die beiden, lag aber so deutlich vor ihren Verfolgerinnen, dass ihr die Bronzemedaille kaum noch zu nehmen war. Schließlich gelangten die beiden Chinesinnen gemeinsam ins Stadion. Liu Hong hatte jetzt die Führung übernommen und ging zu ihrem zweiten Weltmeistertitel. Lü Xiuzhi erreichte das Ziel als Zweite, die beiden trennte nicht einmal eine Sekunde. Eine knappe halbe Minute hinter ihnen gewann Ljudmyla Oljanowska die Bronzemedaille. Ihr Vorsprung vor der Vierten Ana Cabecinha betrug mehr als eine Minute. Antonella Palmisano kam fünf Sekunden hinter Cabecinha auf den fünften Platz, eine halbe Minute später folgte Erica De Sena als Sechste. Rang sieben ging an die Litauerin Brigita Virbalytė-Dimšienė, Rang acht an die Tschechin Anežka Drahotová.

Zwischenzeiten
Marke Zwischenzeit Führende 5-km-Zeit
5 km 22:24 min Lü, Liu – 2 s vor Drahotová – 7 s vor Giorgi, Oljanowska, Rigaudo 15 s vor De Sena 22:24 min
10 km 44:19 min Lü, Liu – 26 s vor Rigaudo, Oljanowska, Giorgi, De Sena – 29 s vor Drahotová – 39 s vor Cabecinha 21:55 min
15 km 1:06:24 h Lü, Liu – 21 s vor Oljanowska – 23 s vor Giorgi, Rigaudo – 55 s vor Cabecinha – 1:04 min vor Palmisano, De Sena, Drahotová 22:05 min
20 km 1:27:34 h Liu Hong 21:10 min

ErgebnisBearbeiten

 
Bronzemedaillengewinnerin Ljudmyla Oljanowska (links) aus der Ukraine
 
Ana Cabecinha, Portugal (rechts), Platz vier / Elisa Rigaudo, Italien (links), wurde disqualifiziert
 
Brigita Virbalytė-Dimšienė, Litauen (rechts), Platz sieben / Neringa Aidietyte, ebenfalls Litauen (links), wurde disqualifiziert
 
Die Tschechin Anežka Drahotová belegte Rang acht
 
Die Spanierin María José Poves kam auf den zehnten Platz

28. August 2015, 8:30 Ortszeit Ortszeit (2:30 Uhr MESZ)

Platz Athletin Land Zeit (h) Verwarnungen
  Liu Hong China Volksrepublik  Volksrepublik China 1:27:45
  Lü Xiuzhi China Volksrepublik  Volksrepublik China 1:27:45 Bod
  Ljudmyla Oljanowska Ukraine  Ukraine 1:28:13
04 Ana Cabecinha Portugal  Portugal 1:29:29 Bod
05 Antonella Palmisano Italien  Italien 1:29:34
06 Erica De Sena Brasilien  Brasilien 1:30:06
07 Brigita Virbalytė-Dimšienė Litauen  Litauen 1:30:20 PB
08 Anežka Drahotová Tschechien  Tschechien 1:30:32 Bod
09 Alejandra Ortega Mexiko  Mexiko 1:31:04 PB
10 María José Poves Spanien  Spanien 1:31:06 SB
11 Nadija Borowska Ukraine  Ukraine 1:31:18 Bod
12 Mirna Ortíz Guatemala  Guatemala 1:31:32 Bod
13 Rachel Seaman Kanada  Kanada 1:31:39
14 Raquel González Spanien  Spanien 1:32:00
15 Viktória Madarász Ungarn  Ungarn 1:32:01 Bod
16 Paola Pérez Ecuador  Ecuador 1:32:12 Bod
17 Nie Jingjing China Volksrepublik  Volksrepublik China 1:32:40
18 Alana Barber Neuseeland  Neuseeland 1:33:20 NR Bod
19 Sandra Arenas Kolumbien  Kolumbien 1:33:24
20 Maria Michta-Coffey Vereinigte Staaten  Vereinigte Staaten 1:33:24
21 Vera Santos Portugal  Portugal 1:34:01 Bod
22 Wendy Cornejo Bolivien  Bolivien 1:34:12 PB
23 Inês Henriques Portugal  Portugal 1:34:47 Bod
24 Claudia Ștef Rumänien  Rumänien 1:34:51
25 Kumiko Okada Japan  Japan 1:34:56
26 Miranda Melville Vereinigte Staaten  Vereinigte Staaten 1:35:19
27 Jeon Yeongeun Korea Sud  Südkorea 1:35:48 Bod
28 Maritza Poncio Guatemala  Guatemala 1:35:53 Bod
29 Cisiane Lopes Brasilien  Brasilien 1:36:06
30 Maria Czaková Slowakei  Slowakei 1:36:08
31 Emilie Menuet Frankreich  Frankreich 1:36:17
32 Laura García-Caro Spanien  Spanien 1:36:22
33 Laura Polli Schweiz  Schweiz 1:36:26 SB
34 Rachel Tallent Australien  Australien 1:36:27
35 Jeong Eun-lee Korea Sud  Südkorea 1:36:52
36 Lucie Pelantová Tschechien  Tschechien 1:38:34
37 Khushbir Kaur Indien  Indien 1:38:53
38 Agnieszka Dygacz Polen  Polen 1:39:06
39 Mayra Carolina Herrera Guatemala  Guatemala 1:39:23
40 Marie Polli Schweiz  Schweiz 1:39:49
41 Mária Gáliková Slowakei  Slowakei 1:40:06 Knie
DNF Kimberly García Peru  Peru
DSQ Beki Smith Australien  Australien Bod / Bod / Bod
Claudia Balderrama Bolivien  Bolivien Knie / Knie / Knie
Sapana Sapana Indien  Indien Knie / Knie / Knie
Eleonora Giorgi Italien  Italien Bod / Bod / Bod
Elisa Rigaudo Italien  Italien Bod / Bod / Bod
Neringa Aidietyte Litauen  Litauen Knie / Knie / Bod
DOP Olena Shumkina Ukraine  Ukraine [1]
DNS Kelly Ruddick Australien  Australien

WeblinksBearbeiten

VideoBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b Ukrainian race walker Olena Shumkina banned for doping, The Indian Express, 13. Juni 2017 (englisch), abgerufen am 11. November 2018