Leichtathletik-Weltmeisterschaften 2015/Diskuswurf der Männer

Der Diskuswurf der Männer bei den Leichtathletik-Weltmeisterschaften 2015 fand am 27. und 29. August 2015 in Peking, Volksrepublik China, statt.

Leichtathletik-Weltmeisterschaften 2015
Leichtathletik
Disziplin 100-Meter-Lauf der Männer
Stadt China VolksrepublikVolksrepublik China Peking
Ort Nationalstadion Peking
Teilnehmer 31 Athleten aus 21 Ländern
Wettkampfphase 27. August 2015 (Qualifikation)
29. August 2015 (Finale)
Medaillengewinner
Gold Gold Piotr Małachowski (PolenPolen POL)
Silbermedaillen Silber Philip Milanov (BelgienBelgien BEL)
Bronzemedaillen Bronze Robert Urbanek (PolenPolen POL)
Diskus-Medaillengewinner, v. l. n. r.: Milanov, Małachowski, Urbanek

Der Pole Piotr Małachowski siegte vor dem Belgier Philip Milanov. Bronze gewann Malachowskis Landsmann Robert Urbanek.

RekordeBearbeiten

Weltrekord Deutschland Demokratische Republik 1949  Jürgen Schult 74,08 m Neubrandenburg, DDR (heute Deutschland) 6. Juni 1986
Meisterschaftsrekord Litauen  Virgilijus Alekna 70,17 m WM in Helsinki, Finnland 7. August 2005

QualifikationBearbeiten

Die Qualifikation wurde in zwei Gruppen durchgeführt. Die Qualifikationsweite betrug 65,00 m. Da nur zwei Athleten diese Weite übertrafen (hellblau unterlegt), wurde das Finalfeld mit den nächstbesten Athleten beider Gruppen auf zwölf Werfer aufgefüllt (hellgrün unterlegt). So war für die Finalteilnahme schließlich eine Weite von 62,48 m zu erbringen.

Gruppe ABearbeiten

27. August 2015, 9:30 Ortszeit (3:30 MESZ)

Platz Athlet Land 1. Versuch 2. Versuch 3. Versuch Weite (m)
01 Fedrick Dacres Jamaika  Jamaika 65,77 65,77
02 Piotr Małachowski Polen  Polen x 59,08 65,59 65,59
03 Apostolos Parellis Zypern Republik  Zypern 63,93 64,41 63,25 64,41
04 Vikas Gowda Indien  Indien 63,86 63,84 x 63,86
05 Philip Milanov Belgien  Belgien x 62,20 63,85 63,85
06 Daniel Ståhl Schweden  Schweden 62,66 61,22 62,06 62,66
07 Julian Wruck Australien  Australien 60,84 60,80 62,63 62,63
08 Victor Hogan Sudafrika  Südafrika 62,41 x 62,33 62,41
09 Andrius Gudžius Litauen  Litauen 59,64 58,25 62,22 62,22
10 Martin Kupper Estland  Estland 60,23 61,59 59,98 61,59
11 Zoltán Kővágó Ungarn  Ungarn 56,19 x 61,37 61,37
12 Martin Wierig Deutschland  Deutschland 61,35 x x 61,35
13 Lukas Weißhaidinger Osterreich  Österreich 60,68 61,26 60,62 61,26
14 Ronald Julião Brasilien  Brasilien 61,02 59,71 59,28 61,02
NM Rodney Brown Vereinigte Staaten  USA x x x ohne Weite

Gruppe BBearbeiten

27. August 2015, 10:50 Ortszeit (4:50 MESZ)

Platz Athlet Land 1. Versuch 2. Versuch 3. Versuch Weite (m)
01 Gerd Kanter Estland  Estland x 64,78 61,94 64,78
02 Robert Urbanek Polen  Polen 62,97 64,23 x 64,23
03 Christoph Harting Deutschland  Deutschland 64,23 64,23
04 Mauricio Ortega Kolumbien  Kolumbien 58,81 x 62,54 62,54
05 Benn Harradine Australien  Australien 60,75 62,48 x 62,48
06 Daniel Jasinski Deutschland  Deutschland 57,65 61,53 61,70 61,70
07 Chad Wright Jamaika  Jamaika 60,78 61,53 61,23 61,53
08 Jason Morgan Jamaika  Jamaika 60,85 60,81 60,02 60,85
09 Axel Härstedt Schweden  Schweden 60,52 x x 60,52
10 Ehsan Hadadi Iran  Iran 60,39 x x 60,39
11 Alex Rose Samoa  Samoa 57,78 59,07 x 59,07
12 Russell Winger Vereinigte Staaten  USA 56,08 53,16 58,69 58,69
13 Essa Mohamed al-Zankawi Kuwait  Kuwait 58,44 58,68 57,64 58,68
14 Lois Maikel Martínez Spanien  Spanien 58,01 57,91 x 58,01
15 Jared Schuurmans Vereinigte Staaten  USA 55,95 57,71 57,74 57,74
16 Gerhard Mayer Osterreich  Österreich x 57,73 x 57,73

FinaleBearbeiten

29. August 2015, 19:50 Ortszeit (13:50 MESZ)

Der in den Jahren ab 2009 in fast allen großen internationalen Meisterschaften siegreiche Deutsche Robert Harting musste bei diesen Weltmeisterschaften verletzungsbedingt passen. Aber es waren starke Werfer am Start. Zu den Favoriten gehörten vor allem der Pole Piotr Małachowski – Vizeweltmeister von 2009 und 2013 / Europameister von 2010, der Este Gerd Kanter – Olympiasieger von 2008, Olympiadritter von 2012, Vizeweltmeister von 2011 und Vizeeuropameister von 2012 / 2014, der iranische Olympiazweite von 2012 und WM-Dritte von 2011 Ehsan Hadadi sowie der polnische EM-Dritte von 2014 Robert Urbanek. Hadadi war allerdings mit zwei ungültigen Versuchen nach einem schwächeren ersten Wurf bereits in der Qualifikation ausgeschieden.

In Runde eins setzte sich Malachowski mit 65,09 m vor Kanter – 64,82 m – an die Spitze. Mit seinem zweiten Wurf steigerte Malachowski sich auf 67,40 m und sicherte seine Führung damit erst einmal ab. Dem Zyprioten Apostolos Parellis gelangen 64,55 m, womit er in der Zwischenwertung Dritter war. Mit 64,38 m verbesserte sich der Belgier Philip Milanov auf den zwischenzeitlich vierten Platz. Milanov stellte in seinem anschließenden dritten Versuch mit 66,90 m sogar einen neuen belgischen Landesrekord auf, was ihm Position zwei vor dem Finale der besten acht Werfer brachte. Auch dahinter gab es weitere Steigerungen und es war insgesamt eng im Kampf um die Medaillen. Kanter war nun Dritter mit seinen 64,82 m aus dem ersten Durchgang. Parellis folgte – 64,55 m aus Runde zwei, der Schwede Daniel Ståhl warf in seinem dritten Versuch 64,42 m, das war Platz fünf. Der Jamaikaner Fedrick Dacres war Sechster mit 64,42 m aus Runde eins. Urbanek, dem nun 64,14 m gelangen, belegte Rang sieben. Als Achter folgte noch der Deutsche Christoph Harting, Bruder des fehlenden Robert Harting, mit 63,94 m.

Im vierten Durchgang gab es weitere Verschiebungen. Urbanek warf 64,62 m und war damit Vierter hinter Kanter. Doch Ståhl schob sich mit 64,73 m zwischen die Beiden. Urbanek steigerte sich mit seinem fünften Wurf noch einmal auf 65,18 m und verdrängte damit Kanter vom Bronzerang, den dieser seit Runde eins innehatte. Im letzten Durchgang hatte Harting, bis dahin Achter, einen weiten Wurf, der jedoch ungültig gegeben wurde. Harting beschwerte sich beim Kampfgericht, doch es blieb bei der Wertung. Die Betrachtung des Videos von diesem Wurf zeigt eindeutig, dass diese Entscheidung korrekt war. Der Deutsche hatte zwei Mal den Wurfkreisrand übertreten.[1] Ansonsten gab es keine Veränderungen mehr, die Entscheidung war gefallen.

Piotr Malachowski wurde Weltmeister vor dem Überraschungszweiten Philip Milanov. Robert Urbanek hatte sich in Durchgang fünf Bronze gesichert, er lag 36 Zentimeter vor Gerd Kanter auf Rang vier. Nur neun weitere Zentimeter Rückstand hatte Daniel Ståhl als Fünfter. Achtzehn Zentimeter hinter Ståhl folgte Apostolos Parellis, der wiederum 33 Zentimeter Vorsprung vor dem siebtplatzierten Fedrick Dacres hatte. Auch Christoph Harting lag mit dreißig Zentimetern Rückstand auf Dacres nicht weit zurück. So trennten am Ende den Dritten lediglich 1,24 Meter vom Achten.

Platz Athlet Land 1. Versuch 2. Versuch 3. Versuch 4. Versuch 5. Versuch 6. Versuch Weite (m)
  Piotr Małachowski Polen  Polen 65,09 67,40 62,04 64,40 65,59 64,84 67,40
  Philip Milanov Belgien  Belgien 60,06 64,38 66,90 x 62,32 65,67 66,90 NR
  Robert Urbanek Polen  Polen 60,47 61,58 64,14 64,62 65,18 x 65,18
04 Gerd Kanter Estland  Estland 64,82 63,52 63,95 64,01 64,65 x 64,82
05 Daniel Ståhl Schweden  Schweden 61,74 60,42 64,42 64,73 x x 64,73 SB
06 Apostolos Parellis Zypern Republik  Zypern 63,20 64,55 63,63 63,46 64,39 62,66 64,55
07 Fedrick Dacres Jamaika  Jamaika 64,22 59,80 x 62,74 61,73 x 64,22
08 Christoph Harting Deutschland  Deutschland 63,94 63,55 x x x x 63,94
09 Vikas Gowda Indien  Indien 60,28 x 62,24 nicht im Finale der
besten acht Werfer
62,24
10 Benn Harradine Australien  Australien 58,15 x 62,05 62,05
11 Mauricio Ortega Kolumbien  Kolumbien 13,10 x 62,01 62,01
12 Julian Wruck Australien  Australien 59,74 60,01 56,78 60,01

Weblinks und QuellenBearbeiten

VideoBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Discus last round WC Beijing 2015, Bereich 1:27 min bis 1:35 min auf youtube.com, veröffentlicht am 29. August 2015, abgerufen am 1. November 2018