Jamie Rhys Clarke

walisischer Snookerspieler

Jamie Rhys Clarke (* 5. Oktober 1994 in Llanelli, Carmarthenshire) ist ein walisischer Snookerspieler.

Jamie Rhys Clarke
Geburtstag 5. Oktober 1994 (25 Jahre)
Geburtsort Llanelli
Nationalität WalesFlag of Wales (1959–present).svg Wales
Spitzname(n) The Welsh Whirlwind
Profi 2018–
Preisgeld 39.891 £ (Stand: 28. Mai 2020)
Höchstes Break 116[1] (Riga Open 2015)
Century Breaks 7 (Stand: 28. Mai 2020)
Main-Tour-Erfolge
Weltmeisterschaften
Ranglistenturniersiege
Minor-Turniersiege
Weltranglistenplatzierungen
Höchster WRL-Platz 116 (Februar 2019– )
Aktueller WRL-Platz 90 (Stand: 16. März 2020)

KarriereBearbeiten

2010–2013: Jugend und erste PTC-TurniereBearbeiten

Seinen ersten größeren Erfolg erreichte Jamie Rhys Clarke Anfang 2010 mit dem Sieg bei der letzten Ausgabe des Junior Pot Black.[2] Im August 2010 zog er dann ins Viertelfinale der U-21-Weltmeisterschaft, in dem er dem Chinesen Li Hang mit 1:5 unterlag.[3] In der Saison 2010/11 nahm er an sechs Turnieren der erstmals ausgetragenen Players Tour Championship teil, bei denen er jedoch nicht über die Runde der letzten 128 hinauskam. Am Ende der Saison nahm er an der Q School teil, einem Qualifikationswettbewerb für die Snooker Main Tour, bei dem er nicht über das Achtelfinale im dritten Turnier hinauskam.

In der Saison 2011/12 nahm Clarke an drei PTC-Turnieren (Nr. 5, 7 und 10) teil und schied dort jeweils in der Qualifikation aus. Im März 2012 erreichte er das Viertelfinale der U-21-Europameisterschaft, das er mit 0:5 gegen den Engländer Shane Castle verlor. Bei der Q School 2012 kam er nicht über die Runde der letzten 32 hinaus. Im Juni 2012 gelang ihm der Einzug ins Achtelfinale des Pro-am-Turniers Pink Ribbon.[4] Einen Monat später gelangte er bei der U-21-Weltmeisterschaft in die Runde der letzten 32.[5] In der Saison 2012/13 nahm er erneut an drei PTC-Turnieren teil, bei denen er in der Qualifikation beziehungsweise der ersten Runde ausschied. Bei der Europameisterschaft 2013 erreichte er das Achtelfinale, in dem er dem Deutschen Lukas Kleckers mit 3:4 unterlag.

2013–2014: Walisischer Meister und Amateurspieler auf der Main TourBearbeiten

Beim zweiten Turnier der Q School 2013 schaffte es Clarke ins Finale, in dem er mit 1:4 gegen Ahmed Saif verlor und damit die Qualifikation zur Main Tour 2013/14 verpasste. Über die Order of Merit der Q School konnte er dennoch am Qualifikationsturnier der Australian Goldfields Open 2013, und damit erstmals an einem Weltranglistenturnier, teilnehmen. Er schied jedoch in der ersten Qualifikationsrunde mit 4:5 gegen den Engländer Elliot Slessor aus. Im Juli 2013 erreichte er bei der U-21-WM erneut die Runde der letzten 32.[6] Nachdem er in der Saison bereits die Hauptrunde des Paul Hunter Classic und der Antwerp Open 2013 erreicht hatte, gelang ihm im Februar 2014 bei den Gdynia Open sein erster Hauptrundensieg bei einem PTC-Turnier. In der ersten Runde gewann er nach einem 0:1-Rückstand mit 4:1 gegen den Belgier Luca Brecel, bevor er in der zweiten Runde mit 0:4 gegen Sam Baird verlor.[7] Einen Monat später schied er bei der U-21-Europameisterschaft in der Runde der letzten 32 aus. Im April 2014 gelang ihm beim Playoff der EBSA Qualifying Tour 2013/14 der Einzug ins Finale, in dem er Ian Glover mit 2:4 unterlag und damit die Qualifikation zur Main-Tour-Saison 2014/15 verpasste. Zwei Wochen später erreichte er durch einen 6:0-Sieg gegen Darren Morgan das Finale der Walisischen Amateurmeisterschaft, in dem er anschließend Lee Walker mit 8:6 besiegte.[8][9]

Im Mai 2014 versuchte Clarke erneut, sich über die Q School für die Main Tour zu qualifizieren. Nachdem er beim ersten Turnier im Finale mit 3:4 gegen Zhang Anda verloren hatte, schied er beim zweiten Turnier im Viertelfinale aus. Er verpasste damit erneut die Qualifikation, konnte aber in der Saison 2014/15 über die Q-School-Order-of-Merit an den Qualifikationsturnieren mehrerer Weltranglistenturniere teilnehmen. Bereits wenige Tage nach der Q School traf er in der Qualifikation zum Wuxi Classic 2014 auf den Schotten Jamie Burnett, dem er mit 3:5 unterlag. Im Juni 2014 erreichte er das Viertelfinale der Europameisterschaft. Nachdem er in der ersten Qualifikationsrunde des Shanghai Masters ausgeschieden war und beim Paul Hunter Classic 2014 zum zweiten Mal in die zweite Runde eines PTC-Turniers eingezogen war, nahm er im September 2014 erstmals an einem Einladungsturnier der Main Tour, der 6-Red World Championship, teil und erreichte dort das Achtelfinale, in dem er mit 0:6 gegen Stephen Maguire verlor, der anschließend das Turnier gewann.

2014–2016: Vizeeuropameister und U-21-VizeweltmeisterBearbeiten

Im November 2014 gelang ihm erstmals der Einzug in die Finalrunde der Amateur-Weltmeisterschaft, bei der er in der Runde der letzten 32 gegen Lucky Vatnani ausschied. Bei den Lisbon Open 2014 schaffte er es nach Siegen gegen Anthony McGill und Zack Richardson erstmals ins Sechzehntelfinale eines PTC-Turniers, in dem er jedoch Joe Perry mit 1:4 unterlag. In der wenige Tage später stattfindenden Qualifikation zum German Masters 2015 schied er in der ersten Runde gegen Titelverteidiger Ding Junhui aus. Nachdem er im Februar 2015 in den Qualifikationsturnieren zu den Indian Open und den China Open ausgeschieden war, unterlag er bei den Welsh Open 2015, bei denen alle 128 Teilnehmer direkt für die Hauptrunde qualifiziert waren, in der ersten Runde mit 2:4 gegen Alan McManus verlor. Im März 2015 erreichte er das Achtelfinale der U-21-EM. Im April 2015 nahm er erstmals an der Qualifikation zur Profi-Weltmeisterschaft teil, bei der er in der ersten Runde nach einer zwischenzeitlichen 4:2-Führung mit 7:10 gegen seinen Landsmann Ryan Day ausschied.[10]

Bei den EBSA Amateur Play Offs gelang ihm der Einzug ins Finale, in dem er jedoch mit 3:4 gegen Martin O’Donnell verlor. Bei der Q School 2015 kam er nicht über das Achtelfinale im zweiten Turnier hinaus und verpasste damit erneut die Qualifikation für die Main Tour 2015/16. Im Juni 2015 gelangte er ins Finale der Europameisterschaft, das er jedoch mit 4:7 gegen Michael Wild verlor. Einen Monat später erreichte er auch bei der U-21-Weltmeisterschaft das Endspiel und unterlag dort dem Thailänder Boonyarit Keattikun nur knapp mit 7:8. Im September 2015 zog er erneut in die Finalrunde der 6-Red World Championship ein und verlor im Sechzehntelfinale mit 5:6 gegen Noppon Saengkham. Bei der Amateur-Weltmeisterschaft 2015 schied er in der Runde der letzten 32 gegen Kritsanut Lertsattayathorn aus. Im Februar 2016 gelang Clarke nach Siegen gegen Alex Borg, Adam Stefanów und Rhydian Richards zum zweiten Mal der Einzug ins Finale der Europameisterschaft. Dort unterlag er jedoch wie im Vorjahr einem ehemaligen Main-Tour-Profi, seinem Landsmann Jak Jones, mit 4:7.

Bei der Qualifikation zur Profi-Weltmeisterschaft 2016, zu der er als Finalist der U-21-WM 2015 eingeladen worden war,[11] besiegte er Jamie Burnett in der ersten Runde mit 10:9 und traf anschließend auf den Chinesen Xiao Guodong, gegen den er nach einem 1:6-Rückstand sechs Frames in Folge gewinnen konnte, schließlich aber mit 8:10 verlor. Wenige Tage später verpasste er bei den EBSA Amateur Play Offs wie im Vorjahr knapp die Main-Tour-Qualifikation. Im entscheidenden Spiel unterlag er dem Engländer Elliot Slessor mit 3:4.

Nach seinem wiederholten Unglück im Finale der Qualifikationsturniere begannen die Fans auf Clarke als "walisischen Jimmy White" oder den "walisischen Wirbelwind" zu verweisen, dessen letzterer seitdem als sein permanenter Spitzname auf den Tourenveranstaltungen angenommen wurde.

ErfolgeBearbeiten

FinalteilnahmenBearbeiten

Ausgang Jahr Turnier Finalgegner Ergebnis
Amateurturniere
Sieger 2014 Junior Pot Black Wales  Tom Rees 1:0
Sieger 2014 Welsh Amateur Championship Wales  Lee Walker 8:6
Zweiter 2015 Europameisterschaft England  Michael Wild 4:7
Zweiter 2015 U-21-Weltmeisterschaft Thailand  Boonyarit Keattikun 7:8
Zweiter 2016 Europameisterschaft Wales  Jak Jones 4:7
Qualifikationsturniere
Zweiter 2013/2 Q School Katar  Ahmed Saif 1:4
Zweiter 2013/14 EBSA Qualifying Tour England  Ian Glover 2:4
Zweiter 2014/1 Q School China Volksrepublik  Zhang Anda 3:4
Zweiter 2014/15 EBSA Amateur Play Offs England  Martin O’Donnell 3:4
Zweiter 2015/16 EBSA Amateur Play Offs England  Elliot Slessor 3:4
Sieger 2017/18 EBSA Amateur Play Offs England  George Pragnall 4:3

WeblinksBearbeiten

QuellenBearbeiten

  1. Profil von Jamie Clarke bei CueTracker (Stand: 5. August 2018)
  2. Breezy and easy for Ronnie and Williams. South Wales Argus, abgerufen am 19. Juli 2018.
  3. 2010 World Under-21 Championship – Men. In: cuetracker.net. Ron Florax, abgerufen am 21. Dezember 2015.
  4. 2012 Pink Ribbon. In: cuetracker.net. Ron Florax, abgerufen am 21. Dezember 2015.
  5. 2012 World Under-21 Championship – Men. In: cuetracker.net. Ron Florax, abgerufen am 21. Dezember 2015.
  6. 2013 World Under-21 Championship – Men. In: cuetracker.net. Ron Florax, abgerufen am 21. Dezember 2015.
  7. 2014 European Tour – Event 8. In: cuetracker.net. Ron Florax, abgerufen am 21. Dezember 2015.
  8. Jamie Clarke crowned Welsh Amateur Champion 2014. In: welshsnooker.com. Welsh Snooker, abgerufen am 21. Dezember 2015.
  9. Llanelli’s Jamie Clarke crowned amateur snooker champ. In: llanellistar.co.uk. Llanelli Star, 7. Mai 2014, abgerufen am 21. Dezember 2015.
  10. 2015 World Championship. In: cuetracker.net. Ron Florax, abgerufen am 21. Dezember 2015.
  11. WPBSA Finalises World Championship Invitations. In: worldsnooker.com. World Professional Billiards & Snooker Association, 4. April 2016, abgerufen am 4. April 2016.