Lee Walker

walisischer Snookerspieler

Lee Walker (* 11. Februar 1976 in Newbridge[2]) ist ein walisischer Snookerspieler. 1994 wurde er erstmals Profi und spielt seitdem mit Unterbrechungen auf der Main Tour.

Lee Walker
Lee Walker
Geburtstag 11. Februar 1976 (45 Jahre)
Geburtsort Newbridge
Nationalität WalesFlag of Wales (1959–present).svg Wales
Profi 1994–2006, 2007/08, seit 2014[1]
Preisgeld 379.418 £ (Stand: 4. März 2021)
Höchstes Break 140[1] (European Open 2004, Q; Q School 2011 − Event 3)
Century Breaks 46 (Stand: 4. März 2021)
Main-Tour-Erfolge
Weltmeisterschaften
Ranglistenturniersiege
Minor-Turniersiege
Weltranglistenplatzierungen
Höchster WRL-Platz 42 (2000)[1]
Aktueller WRL-Platz 123 (Stand: 22. Februar 2021)

KarriereBearbeiten

Anfänge und erste ProfijahreBearbeiten

Lee Walker ist in Newbridge im Süden von Wales geboren und aufgewachsen. Mit fünf Jahren begann er mit dem Snooker an einem eigenen Kinderbillardtisch. Später spielte er oft mit seinem Bruder in einem nahe gelegenen Snookerclub und nahm an Ranglistenturnieren im Juniorenbereich teil. Zweimal wurde er walisischer und einmal britischer Jugendmeister. 1993 gewann er die Welsh Masters und wurde im Jahr darauf mit 18 Jahren Snookerprofi.[2]

Bereits in seiner ersten Saison 1994/95 erreichte er beim Thailand Open die Runde der letzten 128. Bei der Weltmeisterschaft verpasste er sie nur knapp nach einer 8:10-Niederlage gegen den Engländer Darryn Walker. Im Jahr darauf erreichte dreimal die Top 128. Einen großen Sprung nach vorne machte er dann in der Saison 1996/97. Beim Asian Classic und den German Open stieß er bis unter die letzten 64 vor und bei der Snookerweltmeisterschaft 1997 erreichte er nicht nur erstmals eine Hauptrunde, sondern kam bis ins Viertelfinale. Dabei besiegte er Spieler wie Dennis Taylor, Dave Harold und Alan McManus. Damit verbesserte er sich bis unter die Top 80 der Weltrangliste.

Herausragende Ergebnisse der folgenden Jahre waren Top-32-Platzierungen bei Weltmeisterschaft und German Open 1998, das Achtelfinale der Welsh Open und der UK Championship 1999. In der Weltrangliste machte Walker langsame Fortschritte und stand 2000 auf Platz 42. In den folgenden beiden Jahren konnte er die Erfolge aber nicht halten, lediglich bei der Benson & Hedges Championship, dem Qualifikationsturnier für das Masters, erreichte er größere Erfolge und stand 2001 im Viertelfinale. Das Turnier zählte jedoch nicht zur Weltrangliste und so fiel er bis 2003 wieder aus den Top 80 heraus.

Die Saison 2003/04 begann dann mit einem Achtelfinaleinzug beim LG Cup, den er in der Mastersqualifikation wiederholen konnte. Beim Irish Masters erreichte er die letzten 32, bevor er bei der Snookerweltmeisterschaft 2004 die Saison mit einem weiteren Achtelfinale abschloss, nachdem er unter anderem Mark Selby und Stephen Lee, damals Nummer 9 der Weltrangliste, besiegt hatte. Es folgte aber eine völlig verkorkste Saison fast ausschließlich mit Auftaktniederlagen, darunter ein 0:10 gegen Ricky Walden bei der Weltmeisterschaft. Nachdem er zwischenzeitlich wieder auf Platz 58 der Weltrangliste gestiegen war, musste der Waliser 2005/06 um den Verbleib auf der Main Tour kämpfen. Das Erreichen der letzten 32 beim Grand Prix blieb jedoch sein einziger Saisonerfolg und so verlor er nach 12 Jahren wieder seinen Profistatus.

Amateurjahre und späte TourrückkehrBearbeiten

Walker nahm im Jahr darauf an der PIOS-Tour teil, um sich wieder zu qualifizieren und erreichte bei den acht Turnieren zweimal das Finale und je einmal noch Halb- und Viertelfinale. In der PIOS-Wertung wurde er Dritter und kehrte damit auf die Main Tour zurück. Aber nur bei der Northern Ireland Trophy konnte er in der Saison 2007/08 weiter vordringen, was zu wenig war für eine weitere Profisaison. Nach einem Jahr Pause versuchte er in den folgenden beiden Jahren über die PIOS-Turniere und nach deren Abschaffung über die Q School eine Wiederqualifikation. Bei der Q School 2011 scheiterte er im entscheidenden Spiel gegen Simon Bedford. Im selben Jahr trat er auch bei der Amateurweltmeisterschaft an, wo er das Finale erreichte und knapp mit 9:10 gegen Hossein Vafaei verlor. Damit verpasste er eine zweite Qualifikationsmöglichkeit in diesem Jahr um ein Spiel.

Während seiner Amateurzeit gewann Lee Walker zwei Titel mit dem Team und wurde 2009 und 2011 mit Wales Europameister.[3] 2014 erreichte er Platz eins der Amateurrangliste in Wales und trat daraufhin mit 38 Jahren noch einmal in der Q School an. Beim zweiten Turnier gewann er seine Gruppe und nach den neuen Regeln hatte er damit das Main-Tour-Ticket für die nächsten beiden Spielzeiten sicher. In der Saison 2014/15 konnte er immerhin viermal sein Auftaktmatch gewinnen, darunter das bei den Welsh Open gegen den Weltranglistendritten Ding Junhui und bei der Weltmeisterschaft gegen David Morris. Die folgende Saison begann er damit als Nummer 83 der Weltrangliste. Im zweiten Jahr erreichte er zwar immerhin bei der International Championship und den China Open mit einem Sieg über Ding Junhui die letzten 32, die anderen größeren Turniere verliefen aber weniger erfolgreich. So kam er am Saisonende nicht über Platz 74 der Rangliste hinaus und hätte seinen Profistatus wieder verloren. Allerdings hatte er bei fast allen Turnieren der Players Tour Championship gepunktet und als zweitbester nicht qualifizierter Spieler der Tourwertung bekam er erneut ein zweijähriges Startrecht.

In der Saison 2016/17 war sein erstes besseres Ergebnis die Runde der Letzten 32 beim Paul Hunter Classic. Sonst schied er immer spätestens in Runde 2 aus. Das änderte sich erst im neuen Jahr, als er bei den Welsh Open Neil Robertson und Graeme Dott besiegte und ins Achtelfinale einzog. Beim Gibraltar Open erreichte er Runde 3 und in Runde 3 bei der WM verpasste er durch eine 8:10-Niederlage gegen Noppon Saengkham knapp den Endrundeneinzug. Damit hatte er sich eine bessere Ausgangsposition geschaffen als zwei Jahre zuvor. In der nächsten Saison brauchte er allerdings wieder einen gewissen Anlauf, bevor er bei den World Open den Weltranglistenersten Mark Selby mit 5:2 schlug und bis ins Achtelfinale kam. Danach folgten wieder sehr viele Auftaktniederlagen, bis die Gibraltar Open kamen. Nach 3 Siegen traf er im Achtelfinale auf Anthony McGill, einen Top-16-Spieler, und gewann mit 4:2. Damit hatte er sein bestes Karriereergebnis eingestellt, er besiegte aber anschließend mit Kyren Wilson einen weiteren Top-Nachwuchsspieler mit 4:0 und erreichte sein erstes Halbfinale bei einem Profiturnier. Das verlor er dann aber gegen Cao Yupeng. Leider war es ein Turnier mit geringer Wertigkeit für die Rangliste und nach zwei Zweitrundenniederlagen zum Saisonende verpasste er Platz 64 um wenige Plätze. Von den Spielern ab Platz 65 war er aber einer der besten Spieler in der Ein-Jahres-Wertung und das genügte diesmal für eine Verlängerung seines Profistatus.

Mit zwei Qualifikationssiegen startete Walker in die Saison 2018/19 und beim Paul Hunter Classic wiederholte er mit dem Erreichen des Viertelfinals sein zweitbestes Turnierergebnis. Danach folgten allerdings wieder zwei Auftaktniederlagen.

Lee Walker als TrainerBearbeiten

Während Walker als Amateur spielte, schloss er im März 2011 auch eine Qualifizierung als offizieller Snookertrainer (Level 2) der WPBSA ab.[4] Er arbeitet nicht nur in seiner Heimat in Südwales, sondern betreibt unter anderem auch Nachwuchsarbeit in Schweden und Hong Kong. Auch in seinen Profijahren ab 2014 setzte er seine Trainertätigkeit fort.

Lee Walker ist eng befreundet mit dem ebenfalls aus Wales stammenden dreifachen Weltmeister Mark Williams.[5] Mit Steve Feeney hatten sie nach 2015 auch einen gemeinsamen Trainer, der außerdem auch noch Ronnie O’Sullivan und Stuart Bingham betreute.[6]

ErfolgeBearbeiten

Ranglistenturniere:

Andere Profiturniere:

Qualifikationsturniere:

Amateurturniere:

  • Welsh Youth Champion (2×)
  • UK Youth Champion
  • European Team Champion mit Wales (2×)
  • Finale: Weltmeisterschaft (2011)

QuellenBearbeiten

  1. a b c Lee Walker bei CueTracker (Stand: 6. November 2018)
  2. a b Gareth Hughes: Lee Walker – Jan 2001. Newbridge-Online, Januar 2015, abgerufen am 28. Juli 2015.
  3. Ergebnisse der European Team Championships: Dariusz Goral: Sankt Petersburg 2009. (Nicht mehr online verfügbar.) snooker.pl, archiviert vom Original am 6. Juni 2015; abgerufen am 28. Juli 2015.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/snooker.pl / Dariusz Goral: Malta 2009. snooker.pl, abgerufen am 28. Juli 2015.
  4. Lee Walker. In: worldsnooker.com. World Professional Billiards & Snooker Association, abgerufen am 6. November 2018 (englisch).
  5. Mark Williams woke up this morning in bed with a man and has no idea how, Cathy Owen, Wales Online, 8. Mai 2018
  6. Ronnie O’Sullivan’s coach Steve Feeney on his innovative methods giving the Rocket another gear, Lawrence Ostlere, Independent, 2. November 2018

WeblinksBearbeiten

Commons: Lee Walker – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien