Hauptmenü öffnen

Stephen Hendry

schottischer Snookerspieler

Stephen Gordon Hendry MBE (* 13. Januar 1969 in South Queensferry) ist ein ehemaliger schottischer Snookerspieler. Gemessen an der Zahl der Siege bei Ranglistenturnieren ist er gemeinsam mit Ronnie O’Sullivan der erfolgreichste Spieler der Snookergeschichte. Hendry hat in seiner Karriere zahlreiche Rekorde aufgestellt, die zum Teil inzwischen eingestellt oder überboten wurden. So spielte Hendry die meisten Centuries, gewann die meisten Turniere wie auch die meisten WM-Titel in Sheffield. Zudem war er mit 21 Jahren der jüngste Spieler, der einen WM-Titel erringen konnte.

Stephen Hendry
Stephen Hendry
Geburtstag 13. Januar 1969 (50 Jahre)
Geburtsort South Queensferry
Nationalität SchottlandSchottland Schottland
Spitzname(n) The Golden Boy
Profi 1985–2012
Preisgeld £ 8.750.581[1]
Höchstes Break 147 (11×)
Century Breaks 775[2]
Main-Tour-Erfolge
Weltmeisterschaften 7
Ranglistenturniersiege 36
Minor-Turniersiege
Weltranglistenplatzierungen
Höchster WRL-Platz 1 (90/9197/98, 06/07)

LebenBearbeiten

Hendry wurde in South Queensferry in der heutigen Council Area City of Edinburgh geboren und wuchs im benachbarten Dalgety Bay, Fife, auf.[3] Im Alter von 16 Jahren begann er 1985 seine Profikarriere. Bereits 1987 gewann er beim Grand Prix als bis dahin jüngster Ranglistenturniersieger seinen ersten derartigen Titel, was später von Ronnie O’Sullivan unterboten wurde. Hendry führte von 1990 bis 1997 ohne Unterbrechung die Snookerweltrangliste an und dominierte in dieser Zeit den Snookersport. Er ist Rekordsieger bei den Weltmeisterschaften in Sheffield, die er sieben Mal gewann (1990, 1992–1996, 1999), allein viermal mit einem Finalsieg über Jimmy White. Bei seinem ersten Erfolg 1990 war Hendry mit 21 Jahren der jüngste Weltmeister der Snooker-Geschichte. In der Saison 1990/91 stellte er mit fünf Ranglistenturniersiegen innerhalb einer Spielzeit einen weiteren Rekord auf, den WM-Titel konnte er in diesem Jahr allerdings nicht verteidigen.

Mit dem Aufkommen jüngerer Spieler wie Mark Williams, John Higgins oder Ronnie O’Sullivan wurden Hendrys Erfolge Ende der 1990er Jahre seltener. Nach seinem letzten WM-Gewinn 1999 gewann er nur noch vier Ranglistenturniere, zuletzt 2005 den Malta Cup. Höhepunkte seiner späteren Karriere waren das Erreichen des WM-Finales im Jahr 2002, in dem er Peter Ebdon mit 17:18 unterlag, sowie die Rückeroberung der Weltranglistenführung im Jahr 2006.

Die Saison 2007/08 verlief für Hendry durchwachsen. Seine besten Ergebnisse waren Halbfinalteilnahmen bei den Welsh Open und der Weltmeisterschaft, wo er jedoch Ronnie O’Sullivan mit 6:17 deutlich unterlag. Dennoch rückte er in der Weltrangliste noch einmal auf Position 6 vor.

Hendry, einer der erfolgreichsten Snookerspieler überhaupt, gewann insgesamt 36 Ranglistenturniere (siehe: Gesamtstatistik der Ranglistenturniere) und damit genauso viele wie Ronnie O’Sullivan. Mit 18 Erfolgen bei den Triple-Crown-Events liegt er an zweiter Stelle hinter O'Sullivan (19). Er spielte 775 offizielle Century Breaks und liegt damit auf Platz zwei hinter Ronnie O’Sullivan (siehe: Liste der Spieler mit mind. 100 Century Breaks). Im Finale der UK Championship 1994 gegen Ken Doherty spielte er sieben Centuries in einem Match und während der Weltmeisterschaft 2002 16 Centuries in einem Turnier, beides sind Rekorde. Bei den Maximum Breaks steht er mit insgesamt 11 ebenfalls auf dem zweiten Platz hinter O’Sullivan. Sein letztes Maximum Break spielte Hendry am 21. April 2012 in seinem Erstrundenmatch bei der Weltmeisterschaft gegen Stuart Bingham zum Stande von 6:1. Zudem hat er mehr als tausend Frames bei Weltmeisterschaften gewonnen.

Am Tisch trat Hendry meist ruhig auf, spielte aber dennoch relativ riskant. Seine Erfolge in den 1990er Jahren führten dazu, dass Teile seiner Spielweise im Snooker Standard wurden. Dazu zählt sowohl die lange Rote als Einstiegsball, was in der Zeit davor als zu riskant erachtet wurde, als auch der aggressive Split des Pulks der roten Bälle über den blauen Ball. Seit 1994 ist Hendry Member of the Order of the British Empire (MBE). Zweimal wurde er zu Schottlands Sportler des Jahres gewählt (1989 und 1996).

Bis zum Beginn der Saison 2009/10 gewann Hendry ein Preisgeld von 8,6 Millionen Pfund.[4] Er ist zudem ein guter Golfer und Poker-Spieler. Seit 1995 ist er mit Mandy verheiratet und hat zwei Söhne, Blaine (* 1996) und Carter (* 2004). 2014 wurde die Trennung des Ehepaars bekanntgegeben.

2011 wurde er in die Snooker Hall of Fame aufgenommen.

Am 1. Mai 2012 gab Stephen Hendry direkt nach seiner 2:13-Niederlage gegen Stephen Maguire im Viertelfinale der Snookerweltmeisterschaft seinen Rücktritt vom Profisport bekannt. Seinen Entschluss soll er schon drei Monate vorher gefasst haben.[5]

Ab Ende Mai 2017 war Hendry für rund zwei Jahre Werbeträger der Onlinepoker-Plattform PokerStars.[6]

ErfolgeBearbeiten

Während seiner Karriere erreicht Hendry 124 Endspiele oder alternativ zweite Plätze, wobei er in 77 Fällen auch das Turnier gewinnen konnte. Während sich eine Auflistung aller Endspiele von Hendry auf dieser Seite befindet, sind in der unten stehenden Tabelle alle Finalteilnahmen bei Turnieren der Triple Crown aufgeführt.

Ergebnis Jahr Turnier Gegner im Finale Endstand
Finalist 1988 UK Championship Wales  Doug Mountjoy 12:16
Sieger 1989 Masters England  John Parrott 9:6
Sieger 1989 UK Championship Wales  Doug Mountjoy 16:12
Sieger 1990 Masters England  John Parrott 9:4
Sieger 1990 Snookerweltmeisterschaft England  Jimmy White 18:12
Sieger 1990 UK Championship England  Steve Davis 16:15
Sieger 1991 Masters England  Mike Hallett 9:8
Sieger 1992 Masters England  John Parrott 9:4
Sieger 1992 Snookerweltmeisterschaft England  Jimmy White 18:14
Sieger 1993 Masters Thailand  James Wattana 9:5
Sieger 1993 Snookerweltmeisterschaft England  Jimmy White 18:5
Finalist 1993 UK Championship England  Ronnie O’Sullivan 6:10
Finalist 1994 Masters Schottland  Alan McManus 8:9
Sieger 1994 Snookerweltmeisterschaft England  Jimmy White 18:17
Sieger 1994 UK Championship Irland  Ken Doherty 10:5
Sieger 1995 Snookerweltmeisterschaft England  Nigel Bond 18:9
Sieger 1995 UK Championship England  Peter Ebdon 10:3
Sieger 1996 Masters England  Ronnie O’Sullivan 10:5
Sieger 1996 Snookerweltmeisterschaft England  Peter Ebdon 18:12
Sieger 1996 UK Championship Schottland  John Higgins 10:9
Finalist 1997 Snookerweltmeisterschaft Irland  Ken Doherty 12:18
Finalist 1997 UK Championship England  Ronnie O’Sullivan 6:10
Finalist 1998 Masters Wales  Mark Williams 9:10
Sieger 1999 Snookerweltmeisterschaft Wales  Mark Williams 18:11
Finalist 2002 Snookerweltmeisterschaft England  Peter Ebdon 17:18
Finalist 2003 Masters Wales  Mark Williams 4:10
Finalist 2003 UK Championship Wales  Matthew Stevens 8:10
Finalist 2006 UK Championship England  Peter Ebdon 6:10

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Profil von Stephen Hendry bei CueTracker (Stand: 2. Dezember 2018)
  2. Century Breaks (Stand 8. Mai 2012)
  3. Where I grew up: Stephen Hendry, The Independent, 9. Februar 1997, abgerufen am 6. Februar 2014
  4. Datenblatt bei Yahoo! Sport (Memento vom 19. Juli 2012 im Webarchiv archive.today)
  5. Snooker-WM – Hendry tritt nach WM-Debakel zurück, Eurosport.yahoo.com, abgerufen am 1. Mai 2012
  6. "Man muss mental stark sein" – Snooker-Legende Stephen Hendry neu bei PokerStars auf pokerolymp.com vom 27. Mai 2017, abgerufen am 21. Juni 2017.

WeblinksBearbeiten

  Commons: Stephen Hendry – Sammlung von Bildern