John Parrott

englischer Snookerspieler

John Stephen Parrott, MBE[4] (* 11. Mai 1964 in Liverpool) ist ein ehemaliger englischer Snookerspieler, der zwischen 1983 und 2010 27 Saisons als Profispieler auf der Profitour spielte. In dieser Zeit gewann er insgesamt neun Ranglistenturniere, darunter auch die Snookerweltmeisterschaft 1991 und die UK Championship desselben Jahres. Mangels eines Titels beim Masters ist er aber nicht Mitglied der Triple Crown.

John Parrott
John Parrott
Geburtstag 11. Mai 1964 (56 Jahre)
Geburtsort Liverpool
Nationalität EnglandEngland England
Spitzname(n) The Entertainer, Mr. JP[1]
Profi 19832010
Preisgeld 3.160.747 £[2]
Höchstes Break 147 (Matchroom League 1992)[2]
Century Breaks 227[2]
Main-Tour-Erfolge
Weltmeisterschaften 1
Ranglistenturniersiege 9
Weltranglistenplatzierungen
Höchster WRL-Platz 2 (1989/90 + 19921994)[3]

Parrott wurde nach einer erfolgreichen Amateurkarriere 1983 Profispieler und spielte schnell auf hohem Niveau, was ihm einen schnellen Aufstieg in die Weltspitze einbrachte. Am Ende der 1980er-Jahre gewann er seine ersten Turniere und verlor unter anderem mit 3:18 im Finale der Snookerweltmeisterschaft 1989 gegen Steve Davis. Zum Anfang der 1990er-Jahre gelang setzte er seine Siegesserie aber fort und gewann dabei die Snookerweltmeisterschaft 1991 und im selben Jahr auch die UK Championship. Auch in den folgenden Jahren gehörte Parrott, der zu beliebtesten Snookerspielern gehört, noch zur Weltspitze, bevor er nach dem Jahrtausendwechsel sukzessive auf der Weltrangliste abrutschte. 2010 beendete er nach 27 Jahren seine Karriere als Snookerspieler, doch er hatte sich mit seiner Karriere als TV-Persönlichkeit, beispielsweise im Job eines der Moderatoren bei Snooker-Übertragungen der BBC, ein zweites Standbein aufgebaut. 2015 wurde er in die Snooker Hall of Fame aufgenommen.

KarriereBearbeiten

Parrott wurde 1964 in Liverpool geboren und wuchs nach der Scheidung seiner Eltern, als er vier Jahre alt war, erst bei seiner Tante und seinem Onkel und später bei seinem Vater auf.[5] In seiner Jugend war er ein sehr guter Bowls-Spieler, bis er mit seinem Vater an einem nassen Tag in die Snooker-Halle des Dudley Institute ging und dort begann, sich für den Sport zu interessieren. Erste Erfahrungen sammelte er in einer lokalen Snooker-Liga. Unter Anleitung des Managers Phil Miller entwickelte sich Parrott zu einem der führenden Juniorenspieler in seiner Region.[6][7] Auf sich aufmerksam machte Parrott, als er 1978 das Halbfinale der britischen U16-Meisterschaft erreichte, dort aber ausschied.[8] 1979 verlor er im Finale gegen Tony Pyle,[9] ein Jahr später an derselben Stelle gegen Terry Whitthread.[10] Mit sechzehn Jahren gelang ihm dann ein 129er-Break.[11] Ein Jahr später verlor er im Achtelfinale der U19-Meisterschaft gegen Dean Reynolds und zugleich im Achtelfinale der Qualifikation für die Haupt-Meisterschaft gegen Ian Williamson.[12] Zudem gewann er den Junioren-Wettbewerb der Pontins Open[11] und spielte beim Junior Pot Black mit einem 97er-Break das höchste Break des Turnieres, das schlussendlich aber von Dean Reynolds gewonnen wurde.[6] 1982 verlor er im Finale der Qualifikation gegen Malcolm Bradley und im Finale der U19-Meisterschaft gegen Neal Foulds, gewann aber die Pontins Spring Open gegen Ex-Weltmeister Ray Reardon.[13] Außerdem siegte er beim Junior Pot Black, ein Titel, den er im folgenden Jahr verteidigen konnte.[11] Zudem gewann er als erster Spieler sowohl das Juniorenturnier als auch das Hauptturnier der Snooker-Meisterschaft von Merseyside.[6] Neben der Titelverteidigung beim Junior Pot Black qualifizierte er sich mit einem 8:4-Sieg über Steve Meakin für das Endspiel um die Haupt-Meisterschaft, in dem er Tony Jones unterlag.[14] Nur kurze Zeit später wurde er Profispieler.[2] Bereits zuvor hatte er mit der Queue-Manufaktur Peradon and Fletcher seinen ersten Sponsorenvertrag im Wert von etwa 5.000 £ unterschrieben.[6]

Erste ProfijahreBearbeiten

Parrotts erste Profisaison war die Spielzeit 1983/84, womit seine Profikarriere in einer Zeit begann, in der nach und nach zahlreiche Turniere Einfluss auf die Weltrangliste bekamen und der Snookersport ökonomisch stark profitabler wurde. In seiner ersten Saison schied er nur bei einem Turnier in der ersten Runde aus und verlor zweimal in der Runde der letzten 32 und ein weiteres Mal im Achtelfinale der Snookerweltmeisterschaft. Sein größter Erfolg war der Einzug in das Halbfinale des Classic, wo er nach mehreren Siegen über führende Spieler der Zeit Steve Davis unterlag, der die 1980er-Jahre prägte.[15] Durch seine Ergebnisse wurde Parrott fortan auf der Weltrangliste auf Rang 20 geführt, wodurch er sich zugleich die zahlreichen Qualifikationsspiele ersparen konnte.[3] Damit legte Parrott einen Traumstart in seine Profikarriere hin und wurde schon zu diesem Zeitpunkt als zukünftiger Weltmeister gehandelt.[11]

Während der nächsten Saison schied Parrott bei den meisten Turnieren ein bis zwei Runden nach Turnierstart aus, was aber immer noch gute Ergebnisse bedeutete. Kurz vor Saisonende gelang ihm jedoch ein weiterer großer Erfolg, als er das Viertelfinale der Snookerweltmeisterschaft erreichte und dort nur knapp Ray Reardon unterlag.[16] Auf Amateurebene erreichte er auch ein Endspiel und zwar das der Pontins Spring Open, einem Turnier sowohl mit Profi- als auch mit Amateurbeteiligung, und verlor dort gegen Jim Chambers.[17] Durch seinen Erfolg bei der WM verbesserte er sich um zwei Plätze auf Rang 18.[3]

In der Saison 1985/86 schied Parrott häufig erst im Achtelfinale aus und erreichte beim Grand Prix mit dem Viertelfinale sein bestes Saisonergebnis bei einem Ranglistenturnier. Bei den zahlreichen kleineren Turnieren verlor er dagegen meist früh, lediglich beim Australian Masters erreichte er mit dem Halbfinale eine höhere Runde.[18] Hinzu kam erneut eine Finalteilnahme bei den Pontins Spring Open, die er diesmal gegen Tony Putnam gewinnen konnte.[19] Auf der Weltrangliste verbesserte er sich auf Rang 17.[3] Nach einem etwas unterdurchschnittlichen Start in die folgende Saison erreichte Parrott auch in dieser mehrmals die letzten Runde wichtiger Turniere, darunter diesmal das Viertelfinale beim Classic und das Halbfinale der UK Championship.[20] Auf der Weltrangliste verbesserte er sich erneut, diesmal auf Rang 13.[3]

Mit der Saison 1987/88 verbesserten sich Parrotts Ergebnisse nochmals, als er bei drei von allen Turnieren im Achtelfinale, bei der UK Championship im Viertelfinale und bei erneut vier Turnieren erst im Halbfinale ausschied, darunter auch das prestigeträchtige Einladungsturnier Masters sowie zwei Ranglistenturniere. Beim Classic erreichte er zum ersten Mal in seiner Profikarriere schließlich ein Endspiel, verlor dieses aber mit 11:13 knapp gegen Steve Davis. Davon abgesehen gewann er jedoch zwei Turniere ohne Weltranglisteneinfluss: den Kent Cup gegen Martin Clark und das Pontins Professional gegen Mike Hallett.[21][22] Auf der Weltrangliste sprang er auf Rang 7.[3]

Jahre der großen ErfolgeBearbeiten

Die Erfolge der vorherigen Saison konnte Parrott in der nächsten Saison, als er zwar mehrfach früh ausschied, aber ebenfalls mehrfach das Viertel- oder Halbfinale eines Ranglistenturnieres erreichte. Insgesamt sieben Mal stand er während der Saison auch im Endspiel eines Turnieres, zumeist bei kleineren Einladungsturnieren, aber auch beim Masters und selbst bei der Snookerweltmeisterschaft, wo er jedoch mit einer 3:18-Niederlage gegen Steve Davis[23] für die höchste Niederlage in einem WM-Finale sorgte.[11] Damit gewann er lediglich ein Turnier; bei den European Open besiegte er im Decider den Waliser Terry Griffiths.[23] Auf der Weltrangliste verbesster er sich um fünf weitere Plätze und belegte nun den zweiten Platz.[3]

Auch in der Saison 1989/90 setzte sich Parrotts Erfolgsserie, diesmal aber mit nur vier Endspielen. Bei einem Großteil der Turniere erreichte er aber mindestens das Achtelfinale, oft auch eine der nächsten Runde, so beispielsweise das Halbfinale der Snookerweltmeisterschaft. Die Endspiele entfielen mehrheitlich erneut auf Turniere ohne Einfluss auf die Weltrangliste und endeten zumeist in Niederlagen, wie zum Beispiel beim Masters. Erneut gewann er lediglich die European Open, diesmal gegen Stephen Hendry.[24] Auf der Weltrangliste verschlechterte er sich trotzdem um einen Platz.[3]

 
Parrott war im Zeitraum seines WM-Titels auch auf der Weltrangliste auf seinem Höchstpunkt

Gleich zu Beginn der folgenden Saison gewann Parrott mit dem Norwich Union Grand Prix ein kleineres Turnier, später folgte beim Humo Masters ein weiterer Titel und beim Irish Masters eine Finalniederlage bei einem solchen Turnier. Davon abgesehen verschlechterte sich Parrotts Form etwas, er erreichte zwar mehrfach das Viertelfinale eines Ranglistenturnieres, schied aber auch mehrfach früh aus. Nach einem Halbfinale bei der UK Championship erreichte er erst bei der Snookerweltmeisterschaft ebenjene Runde und besiegte dort Steve Davis, um zum zweiten Mal in seiner Karriere in einem WM-Finale zu stehen. Dort besiegte er Jimmy White mit 18:11 und wurde damit Snookerweltmeister.[25] Vor der Weltmeisterschaft wurde Parrott noch als ein 16:1-Außenseiter gehandelt.[26] Seine WM-Trophäe präsentierte Parrott, selbst Fan des FC Everton, der Bevölkerung seiner Heimatstadt in einem gut gefüllten Anfield Stadium, der Heimat des FC Liverpool.[6] Dennoch verlor er auf der Weltrangliste einen weiteren Platz und belegte nun Rang 4.[3]

Etwas besser verlief die Saison 1991/92, als er bei so gut wie allen Turnieren zumindest das Viertelfinale erreichte und nur selten früh ausschied. Erneut erreichte er auch mehrere Endspiele und gewann dabei unter anderem das Dubai Classic und mit einem 16:13-Sieg über Jimmy White bei der UK Championship seinen zweiten Triple-Crown-Titel.[27] Trotz des Faktes, dass ihm Ende 1991 am Heathrow Airport sein Queue gestohlen wurde,[6] erreichte er nur wenig später das Finale des Masters, verpasste aber gegen Stephen Hendry seinen dritten Triple-Crown-Titel, den er auch später nicht gewinnen konnte. Damit er kein wirkliches Mitglied der Triple Crown ist. Nach einer Finalniederlage bei den Strachan Open und weiteren guten Ergebnissen bei anderen Turnieren beendete er die Saison mit einer 12:13-Niederlage gegen Alan McManus im Viertelfinale der Snookerweltmeisterschaft, womit der sogenannte Fluch des Crucibles auch auf Parrott zutraf.[27] Zuvor hatte er bei der Weltmeisterschaft mit seinem 10:0-Sieg über Eddie Charlton für den ersten White-wash in der WM-Hauptrunde gesorgt.[26] Während der Saison hatte Parrott zudem bei der Matchroom League ein Maximum Break gespielt, das höchste Break seiner Karriere.[11] Auf der Weltrangliste verbesserte er sich auf Rang 2 und stellte damit seinen Rekord aus der Saison 1989/90 ein.[3]

Etablierung in den Top 5Bearbeiten

Ähnlich verlief auch die Saison 1992/93, als Parrott häufig das Viertelfinale erreichte, sich aber die früheren Niederlagen wieder häuften. So schied er bei drei Ranglistenturnieres bereits in der Runde der letzten 32 aus. Im Gegensatz erreichte er aber auch vier weitere Endspiele und konnte dabei die Indian Challenge und das Dubai Classic gewinnen, bevor er beim Humo Masters und bei der UK Championship das Endspiel verlor. In der zweiten Saisonhälfte kamen keine weiteren Finalteilnahmen, als er lediglich bei dem Einladungsturnier Irish Masters das Halbfinale erreichte, dort aber ausschied.[28] Trotzdem hielt er auf der Weltrangliste seinen zweiten Platz.[3]

In der anschließenden Saison verlor Parrott nur noch einmal in oder vor der Runde der letzten 32 und erreichte sonst bei den Ranglistenturnieren mehrheitlich mindestens das Viertelfinale. Dagegen konnte er bei den Turnieren ohne Einfluss auf die Weltrangliste nur bei der Matchroom League Spiele gewinnen, wobei er dort erst im Finale gegen Stephen Hendry unterlag. Auch bei den Ranglistenturnieres erreichte er ein Endspiel, was er bei den International Open gegen James Wattana für sich entscheiden konnte.[29] Auf der Weltrangliste verschlechterte er sich trotzdem auf Rang 5.[3]

Während der Spielzeit 1994/95 verlor Parrott erneut dreimal in oder vor der Runde der letzten 32, erreichte aber wieder mehrfach ein Viertel- oder Halbfinale, beispielsweise bei der UK Championship oder bei der Snookerweltmeisterschaft. Bei den kleineren Turnieren sah es ähnlich aus, er gewann aber mit dem Malta Grand Prix ein solches Turnier. Dagegen erreichte er zwar das Finale des Ranglistenturnieres European Open, unterlag aber Stephen Hendry.[30] Doch dadurch, dass er ansonsten mehrfach erst kurz vor dem Endspiel ausschied, verbesserte er sich auf der Weltrangliste auf Rang 4.[3]

Die nächste Saison begann Parrott zwar mit einem verlorenen Endspiel bei der Red and White Challenge und wenig später mit einem Sieg beim Thailand Classic, doch vor allem in der ersten Saisonhälfte sowie teilweise auch in der zweiten Hälfte schaffte es Parrott bei mehreren Turnieren nicht, in die Runden kurz vor dem Endspiel vorzustoßen. Diese erreichte er dennoch mehrfach. Dazu gehörten neben seinem Sieg beim Thailand Classic auch zwei weiteren Ranglistenturnierendspiele, wobei er jenes bei den Welsh Open gegen den jungen Waliser Mark Williams verlor und jenes bei den European Open gegen Peter Ebdon gewann.[31] Dadurch konnte er auf der Weltrangliste seinen vierten Platz halten.[3]

Abschied aus der WeltspitzeBearbeiten

In der Saison 1996/97 erreichte Parrott wieder mehr hohe Runden und schied nur bei drei Turnieren überhaupt vor dem Viertelfinale aus. Da er aber bei den übrigen fast immer im Viertel- oder Halbfinale ausschied, erreichte er nur bei den European Open das Endspiel. In diesem traf er auf den jungen Schotten John Higgins, der ihn mit 9:5 besiegte.[32] Auf der Weltrangliste verlor er zwei Plätze und war dadurch auf Rang 6 geführt.[3] Ähnlich verlief auch die nächste Saison als er bei nur drei Turnieren nicht das Viertelfinale erreichte, aber zumeist in dieser oder im nachfolgenden Halbfinale ausschied. Diesmal erreichte er aber zwei Endspiele, verlor er aber sowohl bei den German Open als auch beim Thailand Masters.[33] Auf der Weltrangliste konnte er damit seine Vorjahresplatzierung halten.[3]

Mit der Saison 1998/99 stieg die Zahl der Niederlagen vor dem Viertelfinale auf sechs, trotzdem erreichte Parrott aber wieder mehrfach die höheren Runde. So schied er beispielsweise sowohl bei der UK Championship als auch bei der Snookerweltmeisterschaft im Viertelfinale und bei den Irish Open sowie beim Thailand Masters im Halbfinale aus. Davon abgesehen erreichte er bei Ranglistenturnieres kein höhere Runde, womit die einzige Finalteilnahme Parrotts in dieser Saison auf das German Masters entfiel, wo er gegen Mark Williams siegte.[34] Auf der Weltrangliste verbesserte er sich trotz des Faktes, dass dieses Turnier keinen Einfluss auf die Weltrangliste hatte, auf Rang fünf.[3]

In der nächsten Saison schied jedoch Parrott bei acht von dreizehn Turnieren spätestens in der Runde der letzten 32 oder in der Gruppenphase aus. Lediglich bei drei Einladungs- und zwei Weltranglistenturnieren überstand er diese Runden und schied dabei bei der Snookerweltmeisterschaft im Achtelfinale, beim Scottish Masters und beim Malta Grand Prix im Viertelfinale und beim Masters und dem Irish Masters im Halbfinale aus, ohne ein einziges Endspiel zu erreichen.[35] Lediglich als Mitglied des englischen Teams erreichte er beim Nations Cup ein Endspiel, das das Team für sich entscheiden konnte.[36] Auf der Weltrangliste zeigte sich dies in einem Verlust von vier Plätzen, sodass er nun Rang 10 belegte.[3]

Jahre in den unteren Top 32Bearbeiten

Im Laufe der Saison 2000/01 gewann Parrott nur noch sechs von fünfzehn Spielen, wodurch er neben zahlreichen Auftaktniederlagen zweimal im Achtelfinale und beim Masters im Viertelfinale ausschied, aber auch beim Thailand Masters das Halbfinale erreichte.[37] In der folgenden Saison gewann Parrott zwar ein Spiel mehr, kam er aber nie über die Runde der letzten 32 hinaus, die aber auch bei sieben von neun Turnieren erreichte.[38] Dadurch verbesserte er sich auf der Weltrangliste auf Rang 19, nachdem er zwischenzeitlich auf Rang 22 gefallen war.[3]

Während der Saison 2002/03 gewann er jedoch nur etwas mehr als ein Viertel aller Spiele und verlor bei sechs von acht Turnieren sein Auftaktspiel. Mit seinen insgesamt drei Siegen erreichte er die Runde der letzten 32 der Snookerweltmeisterschaft und das Achtelfinale der British Open, schied dort aber jeweils aus.[39] Auf der Weltrangliste rutschte er dadurch auf Rang 30 ab.[3] In der anschließenden Saison gewann er aber wieder mehr Spiele, erreichte bei der UK Championship, den Welsh Open und der Snookerweltmeisterschaft das Runde der letzten 32, bei der Players Championship das Achtelfinale und beim LG Cup sogar das Halbfinale.[40] Trotzdem verschlechterte er sich auf der Weltrangliste auf Rang 31.[3]

Im Verlauf der Saison 2004/05 schaffte es Parrott wieder nur bei drei Turnieren, sein Auftaktspiel zu gewinnen. Dadurch erreichte er aber neben der Runde der letzten 32 der British Open das Achtelfinale der Welsh Open und das Viertelfinale der UK Championship, in der beziehungsweise in dem er dann jeweils ausschied.[41] Trotzdem reichten die Ergebnisse aus, um sich auf der Weltrangliste auf Rang 29 zu verbessern, wodurch er letztmals in den Top 32 platziert war.[3]

Letzte ProfijahreBearbeiten

In der nächsten Spielzeit gewann Parrott nur noch zwei Auftaktspiele und erreichte dadurch beim Malta Cup und bei der Snookerweltmeisterschaft die Runde der letzten 32, in der in beiden Fällen dem Schotten Graeme Dott unterlag, der zum Saisonende Weltmeister wurde.[42] Auf der Weltrangliste rutschte er aus den Top 32 hinaus auf Rang 43 ab.[3] Doch in der Saison 2006/07 verlor er nur noch zwei Auftaktspiele und schied dreimal erst in der Runde der letzten 48 sowie einmal trotz vier Siegen in der Qualifikations-Gruppenphase des Grand Prix aus. Sein bestes Ergebnis stellte das Achtelfinale der Snookerweltmeisterschaft dar, dass er auch dank eines knappen Sieges über Steve Davis erreicht hatte.[43] Auf der Weltrangliste konnte er sich infolgedessen auf Rang 39 verbessern.[3]

Während der Saison 2007/08 schied Parrott nur zweimal in der ersten Runde aus, verlor aber bei allen anderen Turnieren in seiner zweiten Runde, der Runde der letzten 48.[44] Dennoch konnte er auf der Weltrangliste Rang 39 halten.[3] Doch in der folgenden Saison verlor er wieder vier von sieben Auftaktspielen und schied bei den übrigen Turnieren einmal in der Runde der letzten 48 und ein weiteres Mal in der anschließenden Wildcard-Runde aus. Sein bestes Ergebnis war die Teilnahme am Achtelfinale des Grand Prix.[45] Auf der Weltrangliste stürzte er trotz dieses Ergebnisses auf Rang 53 ab.[3]

In der Saison 2009/10 konnte Parrott nur noch zwei von acht Spielen gewinnen und erreichte damit zweimal eine Runde der letzten 64.[46] Zum Saisonende rutschte er dadurch auf Rang 65 der Weltrangliste ab, womit er seine Startberechtigung für die Profitour verlor.[3] Zuvor hatte Parrott beim Eintreten dieses Ereignisses angekündigt, seine Profikarriere zu beenden.[47] Dies war schlussendlich der Fall, womit die Saison 2009/10 seine 27. und letzte Profisaison war.[2]

Weiteres LebenBearbeiten

 
Parrott und Davis während eines BBC-Interviews im Rahmen der WM 2010

In den folgenden Jahren nahm Parrott, der unter den Spitznamen The Entertainer und Mr. JP bekannt ist,[1] neben einer erfolglosen Teilnahme an einer Qualifikation für die Profi-WM mehrfach an den Ausgaben der World Seniors Championship teil: Dabei erreichte er in den Jahren 2010,[48] 2011[49] und 2015[50] das Halbfinale, wogegen er bei den Ausgaben der Jahrgänge 2016[51] und 2019 bereits im Achtelfinale ausschied.[52] Ebenso nahm Parrott an anderen Senioren-Turnieren teil, allerdings ohne größere Erfolge.[53] Zudem hatte er auch Auftritte in der Exhibition-Serie Snooker Legends.[54]

Parrott, der Fan des FC Everton und des Pferderennens ist, hatte sich schon während seiner aktiven Karriere als Spieler ein zweites Standbein als TV-Persönlichkeit aufgebaut. So trat er für einige Jahre als Teamkapitän bei A Question of Sport an und ist neben Steve Davis regelmäßig ein TV-Kommentator für Snookerspiele bei der BBC.[11] Zudem ist er als Tischredner aktiv.[6] In seiner Freizeit spielt Parrott auf gutem Niveau Golf.[55]

EhrungenBearbeiten

Im Jahr 1996 wurde Parrott für seine „karitativen Leistungen in Merseyside“ zum Member of the Order of the British Empire (MBE) ernannt.[4] 2015 wurde er zusammen mit Mark Selby in die Snooker Hall of Fame aufgenommen.[56]

SpielweiseBearbeiten

Parrotts Spezialität waren Stöße, bei denen der Spielball nahe an der Bande lag, die also generell sehr schwer zu spielen waren.[1] Zeitweise wurde Parrott dabei von Frank Callan trainiert.[57] In den Worten von Steve Davis sei Parrott am Tisch ein Monster gewesen, das hätte mehr gewinnen können, als es tatsächlich hat.[7]

Parrott, der zu den beliebtesten Snookerspielern zählt,[58] galt als ein Spieler, der verbissen trainieren würde, sondern frönte neben dem Snooker auch während seiner aktiven Karriere andere Hobbys wie das Wetten bei Pferderennen. Neben dem Tisch war er für seinen Witz und seinen Charme sowie als Familienmensch bekannt. So galt seine Hochzeit 1989 als eine Kraftquelle für ihn, durch die er zur Erfolgsserie in den nachfolgenden Jahren ansetzen konnte.[26] In dieser Zeit war er auch in den Augen von Stephen Hendry, seinerseits dominierender Spieler der 1990er-Jahre mit sieben WM-Titeln, dessen hauptsächlicher Rivale[59] sowie einer seiner Angstgegner.[60] Hendry schreibt in seiner Autobiographie auch, dass Parrott in dieser Zeit wie von der Rolle gewesen sei, besonderes in Spielen gegen ihn.[61]

ErfolgeBearbeiten

Parrott erreichte während seiner Karriere zahlreiche Endspiele, unter anderem die im Folgenden aufgelisteten Endspiele von Triple-Crown-Turnieren. Alle weiteren Endspiele sind unter dem oben angegebenen Link zu finden.

Ausgang Jahr Turnier Finalist Frames
Finalist 1989 Masters Schottland  Stephen Hendry 6:9
Finalist 1989 Snookerweltmeisterschaft England  Steve Davis 3:18
Finalist 1990 Masters Schottland  Stephen Hendry 4:9
Sieger 1991 Snookerweltmeisterschaft England  Jimmy White 18:11
Sieger 1991 UK Championship England  Jimmy White 16:13
Finalist 1992 Masters Schottland  Stephen Hendry 4:9
Finalist 1992 UK Championship England  Jimmy White 9:16

WeblinksBearbeiten

Commons: John Parrott – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b c Hermund Årdalen: John Parrott, MBE (England). snooker.org, abgerufen am 19. Mai 2020 (englisch).
  2. a b c d e Ron Florax: Career Total Statistics For John Parrott - Professional Results. CueTracker.net, abgerufen am 16. Mai 2020 (englisch).
  3. a b c d e f g h i j k l m n o p q r s t u v w x y z aa Ron Florax: Ranking History For John Parrott. CueTracker.net, abgerufen am 16. Mai 2020 (englisch).
  4. a b Supplement to the London Gazette, 15th June 1996. In: London Gazette. 15. Juni 1996, S. 22 (thegazette.co.uk).
  5. Robert Philip: Parrott pockets perfection with the joys of family life. The Telegraph, 24. April 2004, abgerufen am 20. Mai 2020 (englisch).
  6. a b c d e f g Dean P. Hayes: Snooker Legends – And Where Are They Now? 3. Auflage. Sutton Publishing, Chalford 2004, ISBN 978-0-7509-3233-2, S. 59–62.
  7. a b John Parrott. Pro Snooker Blog, abgerufen am 19. Mai 2020 (englisch).
  8. Ron Florax: John Parrott - Season 1977-1978 - Non-professional Results. CueTracker.net, abgerufen am 16. Mai 2020 (englisch).
  9. Ron Florax: John Parrott - Season 1978-1979 - Non-professional Results. CueTracker.net, abgerufen am 16. Mai 2020 (englisch).
  10. Ron Florax: John Parrott - Season 1979-1980 - Non-professional Results. CueTracker.net, abgerufen am 16. Mai 2020 (englisch).
  11. a b c d e f g Chris Turner: Player Profile: John Parrott MBE. (Nicht mehr online verfügbar.) Chris Turner’s Snooker Archive, 2009, archiviert vom Original am 12. Januar 2012; abgerufen am 19. Mai 2020 (englisch).
  12. Ron Florax: John Parrott - Season 1980-1981 - Non-professional Results. CueTracker.net, abgerufen am 16. Mai 2020 (englisch).
  13. Ron Florax: John Parrott - Season 1981-1982 - Non-professional Results. CueTracker.net, abgerufen am 16. Mai 2020 (englisch).
  14. Ron Florax: John Parrott - Season 1982-1983 - Non-professional Results. CueTracker.net, abgerufen am 16. Mai 2020 (englisch).
  15. Ron Florax: John Parrott - Season 1983-1984 - Professional Results. CueTracker.net, abgerufen am 17. Mai 2020 (englisch).
  16. Ron Florax: John Parrott - Season 1984-1985 - Professional Results. CueTracker.net, abgerufen am 17. Mai 2020 (englisch).
  17. Ron Florax: John Parrott - Season 1984-1985 - Non-professional Results. CueTracker.net, abgerufen am 17. Mai 2020 (englisch).
  18. Ron Florax: John Parrott - Season 1985-1986 - Professional Results. CueTracker.net, abgerufen am 17. Mai 2020 (englisch).
  19. Ron Florax: John Parrott - Season 1985-1986 - Non-professional Results. CueTracker.net, abgerufen am 17. Mai 2020 (englisch).
  20. Ron Florax: John Parrott - Season 1986-1987 - Professional Results. CueTracker.net, abgerufen am 17. Mai 2020 (englisch).
  21. Ron Florax: John Parrott - Season 1987-1988 - Professional Results. CueTracker.net, abgerufen am 17. Mai 2020 (englisch).
  22. Ron Florax: John Parrott - Season 1987-1988 - Non-professional Results. CueTracker.net, abgerufen am 17. Mai 2020 (englisch).
  23. a b Ron Florax: John Parrott - Season 1988-1989 - Professional Results. CueTracker.net, abgerufen am 18. Mai 2020 (englisch).
  24. Ron Florax: John Parrott - Season 1989-1990 - Professional Results. CueTracker.net, abgerufen am 18. Mai 2020 (englisch).
  25. Ron Florax: John Parrott - Season 1990-1991 - Professional Results. CueTracker.net, abgerufen am 18. Mai 2020 (englisch).
  26. a b c Hugo Kastner: John Parrott. (PDF) 2010, abgerufen am 19. Mai 2020 (englisch, entsprechender Artikel aus einem Buch Kastners auf dessen Website).
  27. a b Ron Florax: John Parrott - Season 1991-1992 - Professional Results. CueTracker.net, abgerufen am 18. Mai 2020 (englisch).
  28. Ron Florax: John Parrott - Season 1992-1993 - Professional Results. CueTracker.net, abgerufen am 18. Mai 2020 (englisch).
  29. Ron Florax: John Parrott - Season 1993-1994 - Professional Results. CueTracker.net, abgerufen am 18. Mai 2020 (englisch).
  30. Ron Florax: John Parrott - Season 1994-1995 - Professional Results. CueTracker.net, abgerufen am 18. Mai 2020 (englisch).
  31. Ron Florax: John Parrott - Season 1995-1996 - Professional Results. CueTracker.net, abgerufen am 18. Mai 2020 (englisch).
  32. Ron Florax: John Parrott - Season 1996-1997 - Professional Results. CueTracker.net, abgerufen am 18. Mai 2020 (englisch).
  33. Ron Florax: John Parrott - Season 1997-1998 - Professional Results. CueTracker.net, abgerufen am 18. Mai 2020 (englisch).
  34. Ron Florax: John Parrott - Season 1998-1999 - Professional Results. CueTracker.net, abgerufen am 18. Mai 2020 (englisch).
  35. Ron Florax: John Parrott - Season 1999-2000 - Professional Results. CueTracker.net, abgerufen am 18. Mai 2020 (englisch).
  36. Chris Turner: World Cup / World Team Classic / Nations Cup – Team Events. (Nicht mehr online verfügbar.) Chris Turner’s Snooker Archive, 2011, archiviert vom Original am 7. Januar 2012; abgerufen am 19. Mai 2020 (englisch).
  37. Ron Florax: John Parrott - Season 2000-2001 - Professional Results. CueTracker.net, abgerufen am 19. Mai 2020 (englisch).
  38. Ron Florax: John Parrott - Season 2001-2002 - Professional Results. CueTracker.net, abgerufen am 19. Mai 2020 (englisch).
  39. Ron Florax: John Parrott - Season 2002-2003 - Professional Results. CueTracker.net, abgerufen am 19. Mai 2020 (englisch).
  40. Ron Florax: John Parrott - Season 2003-2004 - Professional Results. CueTracker.net, abgerufen am 19. Mai 2020 (englisch).
  41. Ron Florax: John Parrott - Season 2004-2005 - Professional Results. CueTracker.net, abgerufen am 19. Mai 2020 (englisch).
  42. Ron Florax: John Parrott - Season 2005-2006 - Professional Results. CueTracker.net, abgerufen am 19. Mai 2020 (englisch).
  43. Ron Florax: John Parrott - Season 2006-2007 - Professional Results. CueTracker.net, abgerufen am 19. Mai 2020 (englisch).
  44. Ron Florax: John Parrott - Season 2007-2008 - Professional Results. CueTrascker.net, abgerufen am 19. Mai 2020 (englisch).
  45. Ron Florax: John Parrott - Season 2008-2009 - Professional Results. CueTracker.net, abgerufen am 19. Mai 2020 (englisch).
  46. Ron Florax: John Parrott - Season 2009-2010 - Professional Results. CueTracker.net, abgerufen am 19. Mai 2020 (englisch).
  47. Press Association: John Parrott considers retirement from snooker. The Guardian, 4. März 2010, abgerufen am 19. Mai 2020 (englisch).
  48. Ron Florax: John Parrott - Season 2010-2011 - Professional Results. CueTracker.net, abgerufen am 19. Mai 2020 (englisch).
  49. Ron Florax: John Parrott - Season 2011-2012 - Professional Results. CueTracker.net, abgerufen am 19. Mai 2020 (englisch).
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