Hauptmenü öffnen
Der Sieger der IndyCar Series 2011: Dario Franchitti

Die Izod IndyCar-Series-Saison 2011 war die 16. Saison der US-amerikanischen IndyCar Series und die 100. Saison im US-amerikanischen Monoposto-Sport. Es wurden 18 Rennen an 17 Rennwochenenden ausgetragen. Die Saison begann am 27. März in Saint Petersburg und endete am 16. Oktober in Las Vegas.

Dario Franchitti gewann zum vierten Mal die Gesamtwertung. Er setzte sich mit 573 zu 555 Punkten gegen Will Power durch. Die beiden Piloten wechselten sich während der Saison mehrfach auf der Führungsposition ab. James Hinchcliffe wurde Rookie of the year. Power erhielt die Mario-Andretti-Trophäe für den besten Fahrer auf Straßenkursen und Scott Dixon die A.J.-Foyt-Trophäe für den besten Piloten auf den Ovalkursen. Dan Wheldon gewann das Indianapolis 500.

Die Saison wurde durch den tödlichen Unfall Dan Wheldons beim Saisonfinale auf dem Las Vegas Motor Speedway überschattet, der zum Rennabbruch führte.

Inhaltsverzeichnis

RegeländerungenBearbeiten

Sportliche ÄnderungenBearbeiten

Ab 2011 wurde die Regel der Double-Wide-Restarts auf den Ovalkursen eingeführt. In einer Gelbphase reihten sich die überrundeten Piloten hinter den Fahrzeugen in der Führungsrunde ein. Somit wurde verhindert, dass überrundete Piloten beim Restart eine entscheidende Rolle spielen. Die Fahrzeuge wurden sich in der letzten Runde unter gelber Flagge gemäß der aktuellen Reihenfolge positionieren. Der führende Pilot musste dabei die innere Bahn wählen.[1] Außerdem wurde eine Commitment-Line bei der Boxeneinfahrt durch Warnhütchen markiert. So wurden Piloten, die sich auf den Weg an die Box befinden, jedoch noch nicht in der Boxengasse sind, nicht mehr benachteiligt, falls es spontan zu einer Gelbphase kam.[1] Bei diesen beiden Änderungen orientierte man sich an der NASCAR.

Die Reihenfolge in der Boxengasse wurde nicht mehr mittels des Punktestands ermittelt, sondern orientierte sich an der Startaufstellung des vorherigen Rennens. Somit sollten Piloten, die ein gutes Qualifying absolviert haben, belohnt werden.[1]

Das erste freie Training dauerte ab der Saison 2011 75 Minuten. In den ersten 45 Minuten durften nur Neulinge und Piloten, die nicht innerhalb der ersten zehn der Fahrerwertung lagen, teilnehmen. Diese Piloten erhielten für diesen Zeitraum einen weiteren Satz Reifen. Für die restlichen 30 Minuten durften auch die jeweils besten zehn Piloten teilnehmen.[1] Im Nicht-Oval-Qualifying, das weiterhin aus drei Abschnitten bestand, durften die Piloten in jedem Abschnitt nur einen Satz Reifen verwenden. Es wurde weiterhin zwischen weichen („Reds“) und härteren („Blacks“) Reifen unterschieden.[1] Um sich für das Rennen zu qualifizieren, durfte die Qualifikationszeit eines Piloten höchstens 105 % der schnellsten Runde betragen. Zuvor galt eine 107-Prozent-Regel.[1]

Vor der Saison gab es Überlegungen das Starterfeld für jedes IndyCar-Rennen, ausschließlich des Indianapolis 500 und des Saisonfinales, auf 26 Teilnehmer zu limitieren.[2] Kurz vor Saisonbeginn distanzierte sich die IndyCar Series allerdings wieder von dieser Idee und führte das Limit nicht ein.[3]

Teams und FahrerBearbeiten

Alle Teams benutzen Chassis von Dallara, Motoren von Honda und Reifen von Firestone.

Team Nr. Fahrer Veranstaltung
Vereinigte Staaten  Target Chip Ganassi Racing 09 Neuseeland  Scott Dixon[4] 1–17
10 Vereinigtes Konigreich  Dario Franchitti[4] 1–17
Vereinigte Staaten  Service Central Chip Ganassi Racing 38 Vereinigte Staaten  Graham Rahal[5] 1–17
Vereinigte Staaten  Novo Nordisk Chip Ganassi Racing 83 Vereinigte Staaten  Charlie Kimball[5] 1–17
Vereinigte Staaten  Team Penske 03 Brasilien  Hélio Castroneves[6] 1–17
06 Australien  Ryan Briscoe[6] 1–17
12 Australien  Will Power[7] 1–17
Vereinigte Staaten  Andretti Autosport 07 Vereinigte Staaten  Danica Patrick[8] 1–17
26 Vereinigte Staaten  Marco Andretti 1–17
27 Vereinigtes Konigreich  Mike Conway[9] 1–17
28 Vereinigte Staaten  Ryan Hunter-Reay[10] 1–17
Vereinigte Staaten  Panther Racing 04 Vereinigte Staaten  J. R. Hildebrand[11] 1–17
44 Vereinigte Staaten  Buddy Rice[12] 5, 16, 17
Vereinigte Staaten  Dreyer & Reinbold Racing 11 Vereinigte Staaten  Davey Hamilton[13] 5, 6, 17
22 Vereinigtes Konigreich  Justin Wilson[14] 1–11
Frankreich  Simon Pagenaud[15] 11
Sudafrika  Tomas Scheckter[16] 12
Italien  Giorgio Pantano[17] 13–15
Vereinigte Staaten  Townsend Bell[18] 16, 17
23 Kanada  Paul Tracy[19] 5
24 Brasilien  Ana Beatriz[20] 1, 3–17
Frankreich  Simon Pagenaud[21] 2
Vereinigte Staaten  A. J. Foyt Enterprises 14 Brasilien  Vitor Meira[22] 1–17
41 Brasilien  Bruno Junqueira[23] 5
Vereinigte Staaten  Ryan Hunter-Reay[24] 5
Vereinigte Staaten  Dragon Racing 08 Kanada  Paul Tracy[25] 3, 6, 9, 10, 17
China Volksrepublik  Ho-Pin Tung[26] 5
20 Kanada  Patrick Carpentier[27] 5
Vereinigte Staaten  Scott Speed[28] 5
88 China Volksrepublik  Ho-Pin Tung 13
Vereinigte Staaten  KV Racing Technology - Lotus[29] 05 Japan  Takuma Satō[30] 1–17
59 Venezuela  E. J. Viso[30] 1–17
82 Brasilien  Tony Kanaan[31] 1–17
Vereinigte Staaten  Dale Coyne Racing 18 Vereinigtes Konigreich  James Jakes[32] 1–17
19 Frankreich  Sébastien Bourdais[32] 1–4, 9–11, 13–15
Vereinigtes Konigreich  Alex Lloyd[33] 5–8, 12, 16, 17
Vereinigte Staaten  Newman/Haas Racing 02 Spanien  Oriol Servià[34] 2–17
02 1
06 Kanada  James Hinchcliffe[35] 2–17
Vereinigte Staaten  Nuclear Clean Air Energy HVM Racing 78 Schweiz  Simona de Silvestro[36] 1–17
Frankreich  Simon Pagenaud[37] 13
Vereinigte Staaten  Conquest Racing 34 Kolumbien  Sebastian Saavedra[38] 1–14, 17
Brasilien  João Paulo de Oliveira[39] 15
Vereinigtes Konigreich  Dillon Battistini[40] 16
36 Vereinigtes Konigreich  Pippa Mann[41] 5
Vereinigte Staaten  Sarah Fisher Racing 57 Sudafrika  Tomas Scheckter[42] 17
67 Vereinigte Staaten  Ed Carpenter[43] 5–8, 11–14, 16, 17
Vereinigte Staaten  Richard Petty/Andretti Autosport 43 Vereinigte Staaten  John Andretti[44] 5
Vereinigte Staaten  Rahal Letterman Lanigan Racing 15 Vereinigtes Konigreich  Jay Howard 17
30 Belgien  Bertrand Baguette[45] 5
Vereinigtes Konigreich  Pippa Mann[46] 12, 16, 17
Vereinigte Staaten  Sam Schmidt Motorsports 17 Vereinigtes Konigreich  Martin Plowman[47][# 1] 11, 13, 14
Japan  Hideki Mutoh[48] 15
Neuseeland  Wade Cunningham 16, 17
77 Kanada  Alex Tagliani[49] 1–15
Vereinigtes Konigreich  Dan Wheldon[50] 16, 17
88 Vereinigtes Konigreich  Jay Howard[51] 5, 6
99 Vereinigte Staaten  Townsend Bell[52] 5
Neuseeland  Wade Cunningham[53] 6
Vereinigte Staaten  Bryan Herta Autosport with Curb/Agajanian 98 Vereinigtes Konigreich  Dan Wheldon[54] 5
Kanada  Alex Tagliani 17
Vereinigte Staaten  AFS Racing 17 Brasilien  Raphael Matos[55] 1–5
Vereinigte Staaten  SH Racing 07 Sudafrika  Tomas Scheckter[56][57][# 2] 5, 14
Anmerkungen
  1. Das Auto wird zusammen mit AFS Racing eingesetzt.
  2. Das Auto wurde beim Indianapolis 500 zusammen mit KV Racing Technology und wird in Baltimore zusammen mit Dreyer & Reinbold Racing eingesetzt.

Änderungen bei den FahrernBearbeiten

Die folgende Auflistung enthält alle Fahrer, die an der IndyCar-Series-Saison 2010 teilgenommen haben und in der Saison 2011 nicht für dasselbe Team wie 2010 starteten.

Fahrer, die ihr Team gewechselt haben:

Fahrer, die in die IndyCar Series einsteigen bzw. zurückkehren:

Fahrer, die die IndyCar Series verlassen haben:

Änderungen während der SaisonBearbeiten

RennkalenderBearbeiten

Die IndyCar-Series-Saison 2011 umfasst 18 Rennen auf 17 Strecken.[59] Erst im Februar wurde bekannt gegeben, dass das Saisonfinale in Las Vegas stattfinden wird.[60] Wegen Streckenschäden am Twin Ring Motegi, die durch ein Erdbeben im März 2011 entstanden sind, wurde das Rennen vom Ovalkurse auf den permanenten Straßenkurs verlegt.[61]

Nr. Datum Rennstrecke Erster Zweiter Dritter Pole-Position Schnellste Runde Meiste Führungsrunden
1. 27. März Vereinigte Staaten  Saint Petersburg (T) Vereinigtes Konigreich  Dario Franchitti Australien  Will Power Brasilien  Tony Kanaan Australien  Will Power Brasilien  Hélio Castroneves Vereinigtes Konigreich  Dario Franchitti
2. 10. April Vereinigte Staaten  Birmingham (P) Australien  Will Power Neuseeland  Scott Dixon Vereinigtes Konigreich  Dario Franchitti Australien  Will Power Neuseeland  Scott Dixon Australien  Will Power
3. 17. April Vereinigte Staaten  Long Beach (T) Vereinigtes Konigreich  Mike Conway Australien  Ryan Briscoe Vereinigtes Konigreich  Dario Franchitti Australien  Will Power Vereinigtes Konigreich  Dario Franchitti Australien  Ryan Briscoe
4. 02. Mai Brasilien  São Paulo (T) Australien  Will Power Vereinigte Staaten  Graham Rahal Australien  Ryan Briscoe Australien  Will Power Schweiz  Simona de Silvestro Australien  Will Power
5. 29. Mai Vereinigte Staaten  Indianapolis (O) Vereinigtes Konigreich  Dan Wheldon Vereinigte Staaten  J. R. Hildebrand Vereinigte Staaten  Graham Rahal Kanada  Alex Tagliani Vereinigtes Konigreich  Dario Franchitti Neuseeland  Scott Dixon
6A. 11. Juni Vereinigte Staaten  Fort Worth (O) Vereinigtes Konigreich  Dario Franchitti Neuseeland  Scott Dixon Australien  Will Power Kanada  Alex Tagliani Venezuela  E. J. Viso Vereinigtes Konigreich  Dario Franchitti
6B. Australien  Will Power Neuseeland  Scott Dixon Australien  Ryan Briscoe Brasilien  Tony Kanaan[# 1] Neuseeland  Scott Dixon Australien  Will Power
7. 19. Juni Vereinigte Staaten  West Allis (O) Vereinigtes Konigreich  Dario Franchitti Vereinigte Staaten  Graham Rahal Spanien  Oriol Servià Vereinigtes Konigreich  Dario Franchitti Vereinigtes Konigreich  Dario Franchitti Vereinigtes Konigreich  Dario Franchitti
8. 25. Juni Vereinigte Staaten  Newton (O) Vereinigte Staaten  Marco Andretti Brasilien  Tony Kanaan Neuseeland  Scott Dixon Japan  Takuma Satō Kanada  Alex Tagliani Vereinigtes Konigreich  Dario Franchitti
9. 10. Juli Kanada  Toronto (T) Vereinigtes Konigreich  Dario Franchitti Neuseeland  Scott Dixon Vereinigte Staaten  Ryan Hunter-Reay Australien  Will Power Vereinigtes Konigreich  Justin Wilson Australien  Will Power
10. 24. Juli Kanada  Edmonton (T) Australien  Will Power Brasilien  Hélio Castroneves Vereinigtes Konigreich  Dario Franchitti Japan  Takuma Satō Frankreich  Sébastien Bourdais Australien  Will Power
11. 07. August Vereinigte Staaten  Lexington (P) Neuseeland  Scott Dixon Vereinigtes Konigreich  Dario Franchitti Vereinigte Staaten  Ryan Hunter-Reay Neuseeland  Scott Dixon Neuseeland  Scott Dixon Neuseeland  Scott Dixon
12. 14. August Vereinigte Staaten  Loudon (O) Vereinigte Staaten  Ryan Hunter-Reay Spanien  Oriol Servià Neuseeland  Scott Dixon Vereinigtes Konigreich  Dario Franchitti Neuseeland  Scott Dixon Vereinigtes Konigreich  Dario Franchitti
13. 28. August Vereinigte Staaten  Sonoma (P) Australien  Will Power Brasilien  Hélio Castroneves Australien  Ryan Briscoe Australien  Will Power Australien  Will Power Australien  Will Power
14. 04. September Vereinigte Staaten  Baltimore (T) Australien  Will Power Spanien  Oriol Servià Brasilien  Tony Kanaan Australien  Will Power Australien  Will Power Australien  Will Power
15. 18. September Japan  Motegi (P) Neuseeland  Scott Dixon Australien  Will Power Vereinigte Staaten  Marco Andretti Neuseeland  Scott Dixon Italien  Giorgio Pantano Neuseeland  Scott Dixon
16. 02. Oktober Vereinigte Staaten  Sparta (O) Vereinigte Staaten  Ed Carpenter Vereinigtes Konigreich  Dario Franchitti Neuseeland  Scott Dixon Australien  Will Power Vereinigte Staaten  Ed Carpenter Vereinigtes Konigreich  Dario Franchitti
17. 16. Oktober Vereinigte Staaten  Las Vegas (O) abgebrochen[# 2] Brasilien  Tony Kanaan[# 3] Venezuela  E. J. Viso Brasilien  Tony Kanaan[# 4]
Anmerkungen
  1. gelost, kein Bonuspunkt
  2. Das Rennen wurde nach einem Massenunfall, in dem 15 der 34 gestarteten Piloten involviert waren, in der 13. Runde abgebrochen. Dan Wheldon starb wenig später an den Folgen des Unfalls. Das Rennen ging nicht in die Wertung ein, da hierfür 50 % der Renndistanz + 1 Runde hätten absolviert werden müssen.
  3. Tony Kanaan erhielt zunächst den Bonuspunkt für die Pole-Position. Da das Rennen nachträglich aus den offiziellen Statistiken entfernt wurde, verlor Kanaan den Bonuspunkt.
  4. Tony Kanaan führte das Rennen durchgängig an, erhielt aber keine Bonuspunkte, da das Rennen abgebrochen wurde.

RennberichteBearbeiten

1. Veranstaltung: Honda Grand Prix of St. PetersburgBearbeiten

Platz Fahrer Team Zeit
1 Vereinigtes Konigreich  Dario Franchitti Vereinigte Staaten  Target Chip Ganassi Racing 2:00:59,6886
2 Australien  Will Power Vereinigte Staaten  Team Penske + 7,1612
3 Brasilien  Tony Kanaan Vereinigte Staaten  KV Racing Technology - Lotus + 16,1045
PP Australien  Will Power Vereinigte Staaten  Team Penske 1:01,9625
SR Brasilien  Hélio Castroneves Vereinigte Staaten  Team Penske 1:03,8683

Streckentyp: temporäre Rennstrecke (Stadtkurs)

Der Honda Grand Prix of St. Petersburg in den Streets of St. Petersburg, Saint Petersburg, Florida, Vereinigte Staaten fand am 27. März 2011 statt und ging über eine Distanz von 100 Runden à 2,897 km, was einer Gesamtdistanz von 289,682 km entspricht.

Gleich in der ersten Kurve des Rennens war es zu einer Massenkollision gekommen, welche den Ausfall oder zumindest mehrere Runden Rückstand für diverse Topfahrer zur Folge hatte. Bei dem anschließenden Neustart kam es in dem durch den neu eingeführten Neustart in Zweierreihen engen Feld sofort wieder zu Kollisionen – eine Konstellation, die sich im weiteren Rennverlauf mehrfach wiederholte. Dario Franchitti gewann das Rennen vor Will Power und Tony Kanaan, der den dritten Platz bis zum Ende des Rennens gegen Simona de Silvestro verteidigen musste, welche das beste Ergebnis ihrer Karriere einfuhr.[62]

Der viermalige Champ-Car-Meister Sébastien Bourdais, der bei diesem Rennen sein Comeback im nordamerikanischen Monoposto-Rennsport geben sollte, musste nach einem Unfall im Warm-Up auf den Start verzichten, da sein Auto nicht rechtzeitig repariert werden konnte.[63] Im Rennen zogen sich die beiden Dreyer & Reinbold-Piloten Justin Wilson und Ana Beatriz jeweils eine Handgelenksfraktur zu. Während Wilson ohne operativen Eingriff keine Pause benötigte,[64] musste Beatriz nach einer Operation ein Rennen pausieren.[21]

2. Veranstaltung: Honda Indy Grand Prix of AlabamaBearbeiten

Platz Fahrer Team Zeit
1 Australien  Will Power Vereinigte Staaten  Team Penske 2:14:42,9523
2 Neuseeland  Scott Dixon Vereinigte Staaten  Target Chip Ganassi Racing + 3,3828
3 Vereinigtes Konigreich  Dario Franchitti Vereinigte Staaten  Target Chip Ganassi Racing + 15,5243
PP Australien  Will Power Vereinigte Staaten  Team Penske 1:11,4546
SR Neuseeland  Scott Dixon Vereinigte Staaten  Target Chip Ganassi Racing 1:13,8666

Streckentyp: permanente Rennstrecke

Der Honda Indy Grand Prix of Alabama im Barber Motorsports Park, Birmingham, Alabama, Vereinigte Staaten fand am 10. April 2011 statt und ging über eine Distanz von 90 Runden à 3,701 km, was einer Gesamtdistanz von 333,134 km entspricht.

Das Rennen war durch mehrere Gelbphasen und Restarts geprägt. Im Verlauf des Rennens entwickelte sich ein Duell zwischen Will Power, der von der Pole-Position startete, und Scott Dixon um den Sieg. Power behielt die Führung allerdings bei jedem Restart und erzielte schließlich einen Start-Ziel-Sieg vor dem Ganassi-Duo Dixon und Dario Franchitti sowie Marco Andretti und Oriol Servià. Um den sechsten Platz entwickelte sich zwischenzeitlich ein Duell zwischen Danica Patrick und Tony Kanaan, bei dem sich Kanaan durchsetzte. Patrick, deren Reifen abgebaut hatten, musste schließlich noch einen weiteren Stopp absolvieren und beendete das Rennen als 17. Ihr Kontrahent Kanaan fiel insbesondere dadurch auf, dass er in der Startrunde zehn Gegner überholte.[66]

Simon Pagenaud, der bei diesem Rennen als Vertretung für die verletzte Ana Beatriz sein Debüt in der IndyCar Series gab, kam auf dem achten Platz ins Ziel.[67]

Power übernahm mit dem Sieg die Führung in der Meisterschaft.

3. Veranstaltung: Toyota Grand Prix of Long BeachBearbeiten

Platz Fahrer Team Zeit
1 Vereinigtes Konigreich  Mike Conway Vereinigte Staaten  Andretti Autosport 1:53:11,1000
2 Australien  Ryan Briscoe Vereinigte Staaten  Team Penske + 6,3203
3 Vereinigtes Konigreich  Dario Franchitti Vereinigte Staaten  Target Chip Ganassi Racing + 6,7163
PP Australien  Will Power Vereinigte Staaten  Team Penske 1:09,0649
SR Vereinigtes Konigreich  Dario Franchitti Vereinigte Staaten  Target Chip Ganassi Racing 1:10,6597

Streckentyp: temporäre Rennstrecke (Stadtkurs)

Der Toyota Grand Prix of Long Beach auf dem Long Beach Grand Prix Circuit, Long Beach, Kalifornien, Vereinigte Staaten fand am 17. April 2011 statt und ging über eine Distanz von 85 Runden à 3,167 km, was einer Gesamtdistanz von 269,211 km entspricht.

In der Anfangsphase des Rennens setzten sich Will Power, Ryan Hunter-Reay und Mike Conway vom restlichen Feld ab. Durch die ersten Boxenstopps kam es zu mehreren Positionsverschiebungen an der Spitze. Während Ryan Briscoe mit einer anderen Strategie die Führung vor Power und Hunter-Reay übernahm, fiel Conway durch einen Fehler beim Boxenstopp auf den 22. Platz zurück. In der zweiten Hälfte des Rennens kam es zu einem folgenreichen Unfall bei einem Restart. Während Briscoe die Führung gegen Hunter-Reay und Power verteidigte, bremste Hélio Castroneves zu spät und drehte seinen Penske-Teamkollegen Power. Eine Strafe gegen Castroneves wurde nicht ausgesprochen.[68] Nachdem es zu einer weiteren Gelbphase kam, schied Hunter-Reay mit einem Getriebeschaden aus. Währenddessen war sein Teamkollege Conway wieder in die Spitzengruppe gefahren und übernahm 13 Runden vor Schluss die Führung von Briscoe.

Conway erzielte schließlich seinen ersten IndyCar-Sieg im dritten Rennen nach seinem Comeback. Briscoe wurde vor Franchitti, der die Meisterschaftsführung übernahm, Zweiter. Auf dem vierten Platz kam James Hinchcliffe, der sein zweites IndyCar-Rennen absolvierte, ins Ziel.[69]

4. Veranstaltung: Itaipava Sao Paulo Indy 300 presented by NestleBearbeiten

Platz Fahrer Team Zeit
1 Australien  Will Power Vereinigte Staaten  Team Penske 2:04:05.2964
2 Vereinigte Staaten  Graham Rahal Vereinigte Staaten  Service Central Chip Ganassi Racing + 4,6723
3 Australien  Ryan Briscoe Vereinigte Staaten  Team Penske + 7,9037
PP Australien  Will Power Vereinigte Staaten  Team Penske 1:21,8958
SR Schweiz  Simona de Silvestro Vereinigte Staaten  Nuclear Clean Air Energy HVM Racing 1:39,8231

Streckentyp: temporäre Rennstrecke (Stadtkurs)

Das Itaipava Sao Paulo Indy 300 presented by Nestle in den Streets of São Paulo, São Paulo, Brasilien fand am 1. und 2. Mai 2011 statt und ging über eine Distanz von 55 Runden à 4,081 km, was einer Gesamtdistanz von 224,471 km entspricht.

Das Rennen wurde planmäßig am Sonntag bei starken Regenfällen gestartet. Zunächst kam es zu einer Startkollision, in die Dario Franchitti, Hélio Castroneves, Danica Patrick, Tony Kanaan und Simona de Silvestro verwickelt waren.[70] Nach einer halben Stunde wurde das Rennen zunächst für zweieinhalb Stunden unterbrochen. Anschließend wurden weitere fünf Runden absolviert, bis das Rennen für den Sonntag endgültig abgebrochen und auf Montag verschoben wurde. Insgesamt fanden am Sonntag 15 Runden statt.[71]

Am Montag wurde das Rennen schließlich erneut auf nasser Strecke gestartet. Alle Piloten traten an, hatten aber teilweise schon mehrere Runden Rückstand. Will Power, der das Rennen am Sonntag durchgängig angeführt hatte, blieb auch am Montag zunächst in Führung. Nach einem Restart in Runde 26 musste Power die Führung an Takuma Satō abgeben. Während die meisten Piloten in einer Gelbphase um Runde 37 einen weiteren Boxenstopp absolvierten, blieb Satō draußen und versuchte, die noch ausstehende halbe Stunde Rennen durchzufahren. Eine ähnliche Strategie verfolgte Marco Andretti, der hinter Satō auf dem zweiten Platz lag. Da es zu keiner weiteren Gelbphase kam und die Strecke abtrocknete, ging diese Strategie nicht auf. Andretti absolvierte seinen Stopp in der 47., Satō in der 49. Runde. Andretti, der auf Slicks wechselte, fiel schließlich auf den 14., Satō auf den 8. Platz zurück.

Da wegen der nassen Verhältnisse das Renntempo langsamer war, wurde das Rennen nach Ablauf des 2-Stunden-Limits abgebrochen. Power setzte sich durch und gewann das Rennen vor Graham Rahal und Ryan Briscoe. Power übernahm damit wieder die Führung in der Fahrerwertung.[72] Die schnellste Runde erzielte de Silvestro, die zwar mit den Fahrzeugen an der Spitze mithielt, wegen der Startkollision am Sonntag allerdings neun Runden zurücklag und auf Platz 20 ins Ziel kam.[73]

5. Veranstaltung: 95. Indianapolis 500Bearbeiten

Das Indianapolis 500 wurde 2011 als 100-jähriges Jubiläum gefeiert, da das erste Rennen 1911 stattfand. Da während der beiden Weltkriege einige Rennen ausgefallen sind, handelte es sich um die 95. Ausgabe des Rennens.

Bereits im Vorfeld der Qualifikation hatten einige Zwischenfälle von sich Reden gemacht. Simona de Silvestro hatte zwei Tage zuvor ihren Einsatzwagen bei einem Unfall verloren und sich bei diesem Verbrennungen an beiden Händen zugezogen.[74] Unmittelbar vor dem Training hatte zudem Ryan Briscoe sein Einsatzauto zerstört. Beide mussten daher mit einem technisch nicht ganz gleichwertigen Ersatzauto die Qualifikation antreten.[75]

QualifyingBearbeiten

Die Qualifikation wurde wie schon im vergangenen Jahr an zwei Tagen ausgefahren, wobei am ersten Tag 24 Startplätze zu vergeben waren. Theoretisch bewarben sich 40 Starter um die 33 Startplätze.

Relativ früh im Training zerstörte der für Dragon Racing startende Chinese Ho-Pin Tung seinen einzigen Wagen gleich im ersten Versuch, womit dieses Fahrzeug zurückgezogen wurde – die vorherigen Runden dieses Qualifikationsversuches hätten für eine klare Qualifikation gereicht. Der zweite Wagen von Dragon Racing verzichtete am ersten Tag auf Qualifikationsversuche, nachdem es Meinungsverschiedenheiten mit dem Fahrer Scott Speed über die Fahrbarkeit des Wagens gab.[76] Anders als im Vorjahr waren die Stammfahrer der Serie nicht haushoch überlegen, sondern viele von ihnen mühten sich mit dem Erreichen eines Platzes unter den ersten 24 vergebens ab. Dadurch waren nach dem ersten Tag unter anderem alle vier Stammfahrer von Andretti Autosport (Marco Andretti, Mike Conway, Ryan Hunter-Reay und Danica Patrick), Paul Tracy (Dreyer & Reinbold), Ryan Briscoe (Penske) und die Ganassi-Autos von Graham Rahal und Charlie Kimball nicht qualifiziert. Im Gegensatz dazu hatte Simona de Silvestro sich trotz ihrer Handverletzung als 24. qualifiziert.[77]

Ganz vorne qualifizierte sich überraschend Alex Tagliani (Sam Schmidt) vor Scott Dixon (Ganassi) und Oriol Servià (Newman/Haas). Die weiteren Plätze unter den Top 9, die am Abend noch einmal ihre Positionen untereinander ausfuhren, waren nicht weniger überraschend: Vier der Fahrer hatten bei diesem Rennen ihren ersten Start in der IndyCar-Series-Saison 2011. Buddy Rice (Panther) war gar seit zwei Jahren nicht mehr in einem IndyCar gesessen.[78] Während im Vorjahr noch die großen Teams Penske und Ganassi das Geschehen dominierten, waren diese dieses Jahr deutlich gehemmt: Ganassi hatte bei beiden qualifizierten Autos Benzinprobleme, Penske war einzig mit dem auf Ovalen sonst eher schwächeren Will Power überhaupt in den Top 9.[77]

Der zweite Tag begann erneut mit einem Unfall, diesmal war es Patrick Carpentier, der bei Dragon Racing als Ersatz für Scott Speed fahren sollte. Danach zog sich das Team vom diesjährigen Indianapolis 500 zurück.[27] Während sich die meisten der oben genannten Fahrer am zweiten Tag relativ klar qualifizierten, galt dies mit Ausnahme von Danica Patrick nicht für die Autos von Andretti Autosport. Mike Conway gelang in seinen Versuchen keine einzige Runde, die auch nur ansatzweise ausgereicht hätte. Zehn Minuten vor Ende des Trainings ergab sich nun folgende Situation: Ryan Hunter-Reay und Marco Andretti waren als 32. und 33. am Ende des Feldes qualifiziert; neben diesen hatten lediglich die beiden bisher nicht qualifizierten Autos von Dale Coyne (James Jakes und Alex Lloyd) noch einen Versuch. In der Reihenfolge Lloyd, Jakes, Andretti und Hunter-Reay stellten sich diese nun für einen Versuch an, wobei die Zeit nur knapp für drei der vier reichen würde. Als erstes qualifizierte sich Lloyd klar für das Rennen, womit er Andretti verdrängte. Nun folgte ein Versuch von Jakes, der sich jedoch als vergebens erwies. 50 Sekunden vor dem Ende startete nun Andretti den Versuch, sich für das Rennen zu qualifizieren – zu diesem Zeitpunkt war bereits klar, dass nur zwei der vier Andretti-Autosport-Autos am Rennen teilnehmen würden; er oder Hunter-Reay. Tatsächlich war Andretti in der Lage, sich sogar als 28. für das Rennen zu qualifizieren.[79]

Einen Tag nach der Qualifikation gab das Team A. J. Foyt Enterprises bekannt, dass Bruno Junqueira in dem Auto mit der Nummer 41 für das Rennen durch Ryan Hunter-Reay ersetzt wird. Damit war Junqueira nach 2009, wo er zu Gunsten seines damaligen Teamkollegen Alex Tagliani bei Conquest Racing verzichten musste, zum zweiten Mal Opfer eines nachträglichen Fahrerwechsels. In beiden Fällen ging es bei den Wechseln darum, dass ein regulärer IndyCar-Fahrer noch Meisterschaftspunkte einfahren konnte. Ungewöhnlich war dieses Mal jedoch ein Wechsel über Teamgrenzen hinaus, der seitens Foyt unter anderem mit der Tatsache, dass Hunter-Reay der siegreichste aktive US-amerikanische Fahrer ist und mit Sponsorverpflichtungen begründet wurde.[80]

RennenBearbeiten

Platz Fahrer Team Zeit
1 Vereinigtes Konigreich  Dan Wheldon Vereinigte Staaten  Bryan Herta Autosport with Curb/Agajanian 2:56:11,7267
2 Vereinigte Staaten  J. R. Hildebrand Vereinigte Staaten  Panther Racing + 2,1086
3 Vereinigte Staaten  Graham Rahal Vereinigte Staaten  Service Central Chip Ganassi Racing + 5,5949
PP Kanada  Alex Tagliani Vereinigte Staaten  Sam Schmidt Motorsports 2:38,2613
SR Vereinigtes Konigreich  Dario Franchitti Vereinigte Staaten  Target Chip Ganassi Racing 40,0593

Streckentyp: Ovalkurs (Superspeedway)

Das 95. Indianapolis 500 auf dem Indianapolis Motor Speedway, Indianapolis, Indiana, Vereinigte Staaten fand am 29. Mai 2011 statt und ging über eine Distanz von 200 Runden à 4,023 km, was einer Gesamtdistanz von 804,672 km entspricht.

Das Rennen wurde zunächst überraschend deutlich von den beiden Ganassi-Fahrern Scott Dixon und Dario Franchitti bestimmt. Alex Tagliani war der einzige Pilot, der mithalten konnte, der aber später aufgrund eines technischen Problems zunächst zurückfiel und in der Folge auch noch in der Mauer landete. Wenig später schied auch Taglianis Teamkollege, Townsend Bell nach einer Kollision mit Briscoe aus. Die dadurch ausgelöste Gelb-Phase war die letzte dieses Rennens, in dem es im Gegensatz zu den Vorjahren zu keinen Unfällen mit ernsthaften Verletzungen kam.

Kurz vor Schluss erwies sich das Rennen einmal mehr als Benzinpoker, bei dem einige Fahrer – insbesondere Danica Patrick und Bertrand Baguette, die beide einige Runden führten – auf ihr Heil in der Flucht und einen kurzen Boxenstopp; andere in extrem langsamen Rundenzeiten – hier insbesondere Franchitti und J. R. Hildebrand – suchten. Die Flucht-Strategie erwies sich ganz und gar nicht als hilfreich; die langsame funktionierte insbesondere für Franchitti ebenfalls nicht. Als Baguette vier Runden vor Schluss an die Box musste, übernahm Hildebrand in seinem ersten Indianapolis 500 die Führung. Diese behielt er mit praktisch leeren Tank bis in die allerletzte Kurve. In dieser verlor er jedoch bei einer Überrundung von Charlie Kimball die Kontrolle über seinen Wagen und landete in der Mauer. An dieser entlang rutschte er nun ins Ziel, verlor dabei aber die Führung an Dan Wheldon. Der Brite Wheldon, der sein erstes Rennen der Saison überhaupt bestritt, gewann damit zum zweiten Mal das Indianapolis 500. Für sein Team, Bryan Herta Autosport, war es wiederum das zweite IndyCar-Rennen überhaupt. Damit wurde zum ersten Mal seit 2005 wieder ein Oval-Rennen von einem Fahrer gewonnen, der nicht für eines der drei großen Teams – Andretti, Ganassi bzw. Penske – fuhr. Hildebrand wurde als Zweiter gewertet, womit zum vierten Mal in Folge ein Fahrer von Panther Racing diesen Platz belegte. Graham Rahal kam auf dem dritten Platz ins Ziel.

Für die drei klassischen Topteams war das Rennen weniger erfolgreich. Ganassi war mit seinen beiden Topautos am Anfang dominant, wurde aber am Ende vom Verbrauch gestoppt. Bester Ganassi-Pilot war Rahal. Für Andretti Autosport fiel einzig Danica Patrick auf, wobei sich Marco Andretti zumeist nicht weit dahinter befand und schließlich mit dem neunten Platz die beste Platzierung für das Team erzielte. Das Team Penske hatte den Ausfall von Ryan Briscoe, einen missglückten Boxenstopp mit einem verlorenen Rad bei Will Power und einen Reifenschaden bei Hélio Castroneves zu verbuchen. Mit einer Runde Rückstand wurde Power als 14. bester Pilot des Teams.[81]

Wheldon saß bei seinem Sieg im wahrscheinlich ältesten Dallara-Chassis (Baujahr 2003) des ganzen Feldes.[82]

6. Veranstaltung: Firestone Twin 275sBearbeiten

Bei den Firestone Twin 275s auf dem Texas Motor Speedway, Fort Worth, Texas, Vereinigte Staaten fanden am 11. Juni 2011 zwei Rennen statt, die jeweils über eine Distanz von 114 Runden à 2,342 km, was einer Gesamtdistanz von 266,942 km entspricht, gingen. Für jedes Rennen wurden halbe Punkte vergeben, wobei halbe Punkte abgerundet wurden.

Während die Startaufstellung für das erste Rennen wie üblich durch ein Qualifying ermittelt wurde, entschied das Los über die Startaufstellung des zweiten Rennens.

Abgesehen vom Indianapolis 500 traten mit 30 Fahrern zu den Firestone Twin 275s erstmals wieder mindestens 30 Fahrer an, wie in der Saison 1997, wo beim Saisonfinale 31 Fahrzeuge gemeldet waren.[83]

Dan Wheldon, der Sieger des Indianapolis 500, das zwei Wochen zuvor stattfand, arbeitete bei dieser Veranstaltung als Kommentator für den US-amerikanischen Fernsehsender Versus.[82]

Erstes RennenBearbeiten

Platz Fahrer Team Zeit
1 Vereinigtes Konigreich  Dario Franchitti Vereinigte Staaten  Target Chip Ganassi Racing 54:47,2787
2 Neuseeland  Scott Dixon Vereinigte Staaten  Target Chip Ganassi Racing + 0,0527
3 Australien  Will Power Vereinigte Staaten  Team Penske + 0,2064
PP Kanada  Alex Tagliani Vereinigte Staaten  Sam Schmidt Motorsports 48,6834
SR Venezuela  E. J. Viso Vereinigte Staaten  KV Racing Technology - Lotus 24,2205

Streckentyp: Ovalkurs (Speedway)

Das erste Rennen wurde überlegen von Dario Franchitti vor seinem zeitweise nach hinten abblockenden Teamkollegen Scott Dixon und Will Power gewonnen. Franchitti übernahm bereits beim Start die Führung vom Pole-Setter Alex Tagliani. Wie schon in Indianapolis vermochte Tagliani die Geschwindigkeit über die Renndistanz nicht halten. Für die einzige Gelb-Phase sorgte eine Kollision zwischen Charlie Kimball und Wade Cunningham. Letzterer absolvierte bei dem Rennen seinen ersten IndyCar-Einsatz überhaupt. Allgemein hatten sich die Fahrer über das Rennen zurückgehalten, um keinen Ausfall zu provozieren, der auch einen Nachteil für das zweite Rennen bedeutet hätte.

Bis zur einzigen Gelbphase des Rennens lag die Durchschnittsgeschwindigkeit mit 335 km/h auf Rekordniveau.[84]

Zweites RennenBearbeiten

Platz Fahrer Team Zeit
1 Australien  Will Power Vereinigte Staaten  Team Penske 48:08,9739
2 Neuseeland  Scott Dixon Vereinigte Staaten  Target Chip Ganassi Racing + 0,9466
3 Australien  Ryan Briscoe Vereinigte Staaten  Team Penske + 4,6524
SR Neuseeland  Scott Dixon Vereinigte Staaten  Target Chip Ganassi Racing 24,2894

Streckentyp: Ovalkurs (Speedway)

Die Auslosung der Startaufstellung für das zweite Rennen sorgte für eine gemischte Startaufstellung. Franchitti wurde nur auf Platz 28 gelost, was bei ihm für wenig Begeisterung sorgte. Sein Teamkollege Dixon erhielt mit der 18. Startposition ebenfalls keinen guten Startplatz. Währenddessen bekam Power, der die Meisterschaft zu diesem Zeitpunkt vor Franchitti anführte, den dritten Platz. Die erste Startreihe ging an Tony Kanaan auf der Pole-Position und Cunningham.[85]

Das Losverfahren wurde nach dem Rennen von einigen Piloten als unfair kritisiert. Franchitti bezeichnete es als „Lotterie“, Dixon sprach von einem „Witz“.[86] Randy Bernard, Chef der IndyCar Series, übernahm nach dem Rennen die Verantwortung für die Ausgangssituation.[87]

Im Gegensatz zum ersten Rennen fand der zweite Lauf durchgängig unter grünen Flaggen statt und alle 30 Starter erreichten das Ziel. Beim Start behielt Kanaan die Führung vor Power, der seinen Kontrahenten nach 42 Runden attackierte und überholte. Boxenstoppbereinigt behielt Power von diesem Zeitpunkt an die Führungsposition. Hinter den zwei führenden Piloten lagen Ryan Briscoe, Hélio Castroneves und Dixon, der von Platz 18 startend einige Überholmanöver zeigte. In der 74. Runde übernahm Dixon schließend den zweiten Platz und war im Windschatten von Power. Da die vielen Überholmanöver die Reifen von Dixon stark belastet hatten, musste er beim finalen Boxenstopp einen Reifenwechsel durchführen. Dadurch verlor er Zeit auf Power, die er nicht mehr aufholte.

Power erzielte schließlich seinen ersten Sieg auf einem Ovalkurs vor Dixon und Briscoe. Franchitti kam nach einigen Überholvorgängen auf dem siebten Platz ins Ziel. In der Meisterschaft gelang es Power damit, die Führung vor Franchitti auszubauen.[86]

7. Veranstaltung: The Milwaukee 225Bearbeiten

Platz Fahrer Team Zeit
1 Vereinigtes Konigreich  Dario Franchitti Vereinigte Staaten  Target Chip Ganassi Racing 1:56:43,5877
2 Vereinigte Staaten  Graham Rahal Vereinigte Staaten  Service Central Chip Ganassi Racing + 1,4271
3 Spanien  Oriol Servià Vereinigte Staaten  Newman/Haas Racing + 2,7703
PP Vereinigtes Konigreich  Dario Franchitti Vereinigte Staaten  Target Chip Ganassi Racing 42,7766
SR Vereinigtes Konigreich  Dario Franchitti Vereinigte Staaten  Target Chip Ganassi Racing 22,3693

Streckentyp: Ovalkurs (Speedway)

Das Milwaukee 225 auf der Milwaukee Mile, West Allis, Wisconsin, Vereinigte Staaten fand am 19. Juni 2011 statt und ging über eine Distanz von 225 Runden à 1,633 km, was einer Gesamtdistanz von 367,534 km entspricht.

Im Qualifying hatte Simona de Silvestro, wie schon in Indianapolis, einen schweren Unfall. In der Aufwärmrunde verlor sie die Kontrolle über ihr Fahrzeug und schlug zunächst außen, dann innen in die Streckenbegrenzung ein. Bis auf einer Wunde am linken Knie blieb sie unverletzt. Trotz Schmerzen erhielt sie die Freigabe zum Rennstart.[88]

Nachdem Dario Franchitti das Rennen in der ersten Rennhälfte dominiert hatte, wurde er anschließend von Tony Kanaan und Hélio Castroneves unter Druck gesetzt. Beiden Piloten gelang es schließlich auch, Franchitti zu überholen. Innerhalb weniger Runden verloren allerdings beide die Chance auf den Sieg. Während Kanaan auf Platz zwei ohne Fremdeinwirkung in die Mauer fuhr, drohte sich bei Castroneves ein Rad zu lösen, woraufhin er an die Box musste.

Franchitti gewann schließlich das Rennen vor seinem Ganassi-Teamkollegen Graham Rahal und Oriol Servià. Der Meisterschaftsführende Will Power verbesserte sich in dem Rennen vom 17. auf den 4. Platz. Power behielt die Führung in der Meisterschaft, wobei Franchitti nach Punkten mit ihm gleichzog.[89]

Die geringe Anzahl von 15.000 Zuschauern enttäuschte die Verantwortlichen der IndyCar Series.[90]

8. Veranstaltung: Iowa Corn Indy 250Bearbeiten

Platz Fahrer Team Zeit
1 Vereinigte Staaten  Marco Andretti Vereinigte Staaten  Andretti Autosport 1:53:00,1074
2 Brasilien  Tony Kanaan Vereinigte Staaten  KV Racing Technology - Lotus + 0,7932
3 Neuseeland  Scott Dixon Vereinigte Staaten  Target Chip Ganassi Racing + 1,1067
PP Japan  Takuma Satō Vereinigte Staaten  KV Racing Technology - Lotus 35,6857
SR Kanada  Alex Tagliani Vereinigte Staaten  Sam Schmidt Motorsports 18,0958

Streckentyp: Ovalkurs (Short Track)

Das Iowa Corn Indy 250 auf dem Iowa Speedway, Newton, Iowa, Vereinigte Staaten fand am 25. Juni 2011 statt und ging über eine Distanz von 250 Runden à 1,439 km, was einer Gesamtdistanz von 359,688 km entspricht.

Zum Rennwochenende erhielt Simona de Silvestro wegen der Nachwirkungen eines Unfalls bei der vorherigen Veranstaltung keine Starterlaubnis.[91] Sie ging dennoch als „nicht gestartet“ in die Wertung ein.

Im Qualifying gelang es Takuma Satō, erstmals die Pole-Position zu erzielen. Es war zudem die erste Pole-Positions eines Japaners in der IndyCar Series.[92] Im anschließenden Abendtraining verlor Satō beinahe die erste Startposition, da er sein Auto in einem Unfall zerstörte.[93] Seinen Mechanikern gelang es allerdings, das Fahrzeug rechtzeitig wieder in Stand zu setzen.

Während des Rennens gab es zahlreiche Ausfälle, so dass nur 16 Autos das Rennen beendeten. Unter anderem schied Will Power, der die Meisterschaft bis zu diesem Rennen anführte, aus. Bei einem Überholmanöver verlor er die Kontrolle über sein Fahrzeug und schlug rücklings in die Streckenbegrenzung in Kurve 2 ein. Er verließ das Auto aus eigener Kraft. Im Anschluss an das Rennen wurde bei ihm eine Gehirnerschütterung diagnostiziert. Mit verantwortlich für diesen Unfall war ein vorausgegangener Zwischenfall in der Box. Power wurde von seinem Team zu früh losgelassen, wodurch er Charlie Kimballs Auto berührte. Dabei wurde, nach Aussagen von Power, die Spur beschädigt. In derselben Kurve wie Power verlor schließlich auch Satō sein Auto und fuhr in die Mauer.

An der Spitze setzte sich schließlich Marco Andretti in einem Duell über mehrere Runden gegen Tony Kanaan durch. Scott Dixon wurde Dritter. Die meisten Runden in Führung lag Dario Franchitti, der auf dem fünften Platz ins Ziel kam. Er übernahm damit die Führung in der Meisterschaft von Power.[94] Es war Andrettis erster Sieg auf einem Ovalkurs und sein zweiter überhaupt. Sein einziger Rennsieg bisher war 5 Jahre zuvor in Sonoma 2006.

9. Veranstaltung: Honda Indy TorontoBearbeiten

Platz Fahrer Team Zeit
1 Vereinigtes Konigreich  Dario Franchitti Vereinigte Staaten  Target Chip Ganassi Racing 1:56:32,1501
2 Neuseeland  Scott Dixon Vereinigte Staaten  Target Chip Ganassi Racing + 0,7345
3 Vereinigte Staaten  Ryan Hunter-Reay Vereinigte Staaten  Andretti Autosport + 6,0144
PP Australien  Will Power Vereinigte Staaten  Team Penske 59,5771
SR Vereinigtes Konigreich  Justin Wilson Vereinigte Staaten  Dreyer & Reinbold Racing 1:00,6386

Streckentyp: temporäre Rennstrecke (Stadtkurs)

Das Honda Indy Toronto in den Streets of Toronto, Toronto, Ontario, Kanada fand am 10. Juli 2011 statt und ging über eine Distanz von 85 Runden à 2,824 km, was einer Gesamtdistanz von 240,074 km entspricht.

Im Qualifying erzielte Will Power, wie auf bisher jedem Straßenkurs in dieser Saison, die Pole-Position. Saisonübergreifend war es die achte Pole-Position auf einem Straßenkurs in Folge.[95]

Im Rennen ereigneten sich einige Unfälle, was zu acht Gelb-Phasen und insgesamt 32 Runden hinter dem Safety Car führte. Beim Start behielt Power die Führung und verteidigte diese auch beim ersten Restart, der nach einer Kollision zwischen Tony Kanaan und Ryan Briscoe notwendig wurde. Anschließend gelang es Power, sich zusammen mit Scott Dixon vom restlichen Feld abzusetzen. Diverse Piloten, darunter auch der zu diesem Zeitpunkt Dritte, Dario Franchitti, setzen mit einem frühen Boxenstopp auf eine andere Strategie, um von einer möglichen Gelbphase zu profitieren.

In der 31. Runde kam es schließlich zu dieser Gelbphase, nachdem Alex Tagliani und Hélio Castroneves in einer Kollision verwickelt waren. Dadurch wurde Klassement durchgemischt: Während Power und Dixon ins Mittelfeld zurückfielen, übernahm Franchitti die Führung. Nach dem Restart kam es zu einigen weiteren Kollisionen, die weitere Gelbphase auslösten. In der 57. Runde kam es schließlich zu einer prominent besetzen Kollision. In Kurve 3 drehte Franchitti, der durch einen Boxenstopp Positionen verloren hatte, seinen Titelkontrahenten Power um. Während Franchitti weiterfuhr, fiel Power noch weiter nach hinten zurück. Knapp zehn Runden später war Power in eine weitere Kollision, diesmal mit Tagliani verwickelt, die sein Rennen beendete.

An der Spitze lagen in der Zwischenzeit Graham Rahal und Ryan Hunter-Reay, die von den zahlreichen Runden unter Gelb profitierten und keinen weiteren Boxenstopp benötigten. Hinter dem Führungsduo lagen Franchitti und Dixon. Wenige Runden vor Schluss kam es bei einem Restart schließlich zu einer Massenkollision, in die fünf Fahrzeuge verwickelt waren.

Während Franchitti in der Zwischenzeit die Führung übernommen hatte, wurde Rahal beim finalen Restart von Hunter-Reay gedreht und fiel ins Mittelfeld zurück. Franchitti gewann schließlich sein viertes Saisonrennen vor Dixon und Hunter-Reay. Sébastien Bourdais, der zu diesem Rennen in die IndyCar Series zurückgekehrt war, erzielte mit einem sechsten Platz seine bis dahin beste Platzierung.

In der Meisterschaft gelang es Franchitti seinen Vorsprung wegen des Ausfalls von Power um 35 Punkte auszubauen.[96]

10. Veranstaltung: Edmonton IndyBearbeiten

Platz Fahrer Team Zeit
1 Australien  Will Power Vereinigte Staaten  Team Penske 1:57:22,5177
2 Brasilien  Hélio Castroneves Vereinigte Staaten  Team Penske + 0,8089
3 Vereinigtes Konigreich  Dario Franchitti Vereinigte Staaten  Target Chip Ganassi Racing + 1,1735
PP Japan  Takuma Satō Vereinigte Staaten  KV Racing Technology - Lotus 1:18,5165
SR Frankreich  Sébastien Bourdais Vereinigte Staaten  Dale Coyne Racing 1:18,9590

Streckentyp: temporäre Rennstrecke (Flugplatzkurs)

Das Edmonton Indy auf dem Edmonton City Centre Airport, Edmonton, Alberta, Kanada fand am 24. Juli 2011 statt und ging über eine Distanz von 80 Runden à 3,579 km, was einer Gesamtdistanz von 286,334 km entspricht.

Im Qualifying erzielte zum ersten Mal in dieser Saison auf einem Straßenkurs nicht Will Power die schnellste Runde und erreichte den zweiten Startplatz. Takuma Satō gelang es zum zweiten Mal in der IndyCar Series und darin zum ersten Mal auf einem Straßenkurs die Pole-Position zu erzielen.[97]

Beim Start behielt Satō die Führung vor Power. Im Mittelfeld kam es zu einer Verkettung von Kollisionen. Alex Tagliani verbremste sich und beschädigte den linken Hinterreifen von Graham Rahal, der sich schließlich drehte und mit Paul Tracy kollidierte. Rahal und Tracy schieden aus, Tagliani wurde mit einer Durchfahrtsstrafe belegt. Zur Bergung der zwei Fahrzeuge wurde eine Gelbphase eingeleitet. Beim anschließenden Restart behielt Satō die Führung. Nachdem Satō 18 Runden in Führung gelegen war, nahm er eine Kurve nicht optimal und verlor dabei die Führung an Power. Zudem wurde er von Scott Dixon und wenig später auch von Dario Franchitti überholt.

Wenig später löste eine Kollision zwischen Oriol Servià und Mike Conway, die von Conway verursacht worden war, eine weitere Gelbphase aus. Beide Piloten fuhren weiter. Conway ging, im Gegensatz zu vielen anderen Piloten, nicht an die Box und lag anschließend kurzzeitig in Führung. Beim Restart kam es zu einer Kollision von E. J. Viso und Dixon. Viso fuhr Dixon in dessen Kühler. Dixon musste zu einem Reparaturstopp an die Box und nahm das Rennen anschließend wieder auf. Am Rennende hatte er sechs Runden Rückstand.

In etwa zur Halbzeit des Rennens führte Power das Rennen vor Satō und Ryan Hunter-Reay an. Hunter-Reay unternahm ein gewagtes Überholmanöver gegen Satō und drehte diesen dabei. Zwar konnten beide Piloten weiterfahren, aber Satō fiel infolgedessen eine Runde zurück. Hunter-Reay, der nach dem Rennen seinen Fehler offen zugab, erhielt eine Durchfahrtsstrafe.[98]

An der Spitze des Feldes kam es schließlich kurzzeitig zu einer Dreifachführung des Team Penskes. Power führte mit größerem Vorsprung auf Ryan Briscoe und Hélio Castroneves. Durch die letzten Boxenstopps kam es Verschiebungen im vorderen Feld. Power behielt die Führung vor Castroneves und Briscoe fiel hinter Franchitti auf den vierten Platz zurück. Anschließend gelang es Castroneves und Franchitti auf Power, der nach eigenen Aussagen „viel zu konservativ“ war und Bremsprobleme hatte,[99] den Rückstand auf den Führenden aufzuholen. Zu Überholmanövern kam es aber nicht mehr.

Power gewann somit vor Castroneves, der erstmals in dieser Saison auf dem Podest stand, und Franchitti. Nachdem Briscoe kurz vor Rennende noch einmal nachtanken musste, wurde Tony Kanaan Vierter vor Justin Wilson und Sébastien Bourdais. Bourdais gelang es, die schnellste Rennrunde zu erzielen.

In der Meisterschaft holte Power auf den führenden Franchitti auf.[99]