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Die Izod IndyCar-Series-Saison 2010 war die 15. Saison der US-amerikanischen IndyCar Series. Es war die erste Saison, in der Izod Titelsponsor der Serie war. Es wurden 17 Rennen ausgetragen. Die Saison begann am 14. März 2010 in São Paulo und endete am 2. Oktober 2010 in Homestead. Dario Franchitti verteidigte den Meistertitel der IndyCar Series und wurde somit zum dritten Mal Gesamtsieger der Serie.

Die Mario-Andretti-Trophäe, die diese Saison zum ersten Mal an den erfolgreichsten Piloten auf Rundkursen vergeben wurde, sicherte sich Will Power vorzeitig bei noch zwei zu fahrenden Rennen.[1] Die A.J.-Foyt-Trophäe, die der erfolgreichste Pilot auf den Ovalen erhielt, ging an den Gesamtsieger Franchitti.

Inhaltsverzeichnis

Teams und FahrerBearbeiten

Alle Teams benutzten Chassis von Dallara, Motoren von Honda und Reifen von Firestone.

Team Nr. Fahrer Rennen
Vereinigte Staaten  Target Chip Ganassi Racing 9 Neuseeland  Scott Dixon[2] 1–17
10 Vereinigtes Konigreich  Dario Franchitti[2] 1–17
Vereinigte Staaten  Team Penske 3 Brasilien  Hélio Castroneves[3] 1–17
6 Australien  Ryan Briscoe[3] 1–17
12 Australien  Will Power[3] 1–17
Vereinigte Staaten  Andretti Autosport[4] 7 Vereinigte Staaten  Danica Patrick[5] 1–17
11 Brasilien  Tony Kanaan[4] 1–17
26 Vereinigte Staaten  Marco Andretti[4] 1–17
27 Vereinigtes Konigreich  Adam Carroll[6][N 1] 9, 12
37 Vereinigte Staaten  Ryan Hunter-Reay[7] 1–17
Vereinigte Staaten  Newman/Haas/Lanigan Racing
Vereinigte Staaten  Newman/Haas Racing[N 2]
02 Vereinigte Staaten  Graham Rahal[8] 10, 12–14, 16, 17
06 Japan  Hideki Mutoh[9] 1–17
Vereinigte Staaten  Dale Coyne Racing 18 Venezuela  Milka Duno[10] 1–17
19 Vereinigtes Konigreich  Alex Lloyd[11] 1–17
Vereinigte Staaten  Panther Racing 4 Vereinigtes Konigreich  Dan Wheldon[12] 1–17
20 Vereinigte Staaten  Ed Carpenter 6, 14, 15, 17
Vereinigte Staaten  KV Racing Technology 5 Japan  Takuma Satō[13] 1–17
8 Venezuela  E.J. Viso[14] 1–17
15 Kanada  Paul Tracy[15] 6, 10, 11
32 Brasilien  Mario Moraes[16] 1–17
Vereinigte Staaten  de Ferran Dragon Racing 2 Brasilien  Raphael Matos[17] 1–17
21 Vereinigte Staaten  Davey Hamilton[18] 6, 14
Vereinigte Staaten  A. J. Foyt Enterprises 14 Brasilien  Vitor Meira[19] 1–17
41 Vereinigte Staaten  A. J. Foyt IV[20][N 3] 6
Vereinigte Staaten  Jaques Lazier[N 3] 6
Vereinigte Staaten  Dreyer & Reinbold Racing 22 Vereinigtes Konigreich  Justin Wilson[21] 1–17
23 Brasilien  Ana Beatriz[22] 1
Sudafrika  Tomas Scheckter[23] 6
24 Vereinigtes Konigreich  Mike Conway[21] 1–6
Sudafrika  Tomas Scheckter[24] 7, 10, 11
Vereinigte Staaten  Graham Rahal[25] 8
Kanada  Paul Tracy[26] 9, 15, 16
Vereinigte Staaten  J. R. Hildebrand[27] 12, 13
Brasilien  Ana Beatriz[28] 14, 17
25 Brasilien  Ana Beatriz[29] 6
Vereinigte Staaten  HVM Racing 78 Schweiz  Simona de Silvestro[30] 1–17
Vereinigte Staaten  Conquest Racing 34 Brasilien  Mario Romancini[31] 1–11
Italien  Francesco Dracone[32] 12
Belgien  Bertrand Baguette[33] 13–17
36 Belgien  Bertrand Baguette[33] 3–12
Italien  Francesco Dracone[32] 13
Sudafrika  Tomas Scheckter[34] 14, 15
Vereinigte Staaten  Roger Yasukawa[35] 16
Kolumbien  Sebastian Saavedra[36] 17
Vereinigte Staaten  Kanada  FAZZT Race Team 33 Brasilien  Bruno Junqueira[37] 6
77 Kanada  Alex Tagliani[38] 1–17
Vereinigte Staaten  Sarah Fisher Racing 66 Vereinigtes Konigreich  Jay Howard[39] 5–7, 12, 14
Vereinigte Staaten  Graham Rahal[40] 15
67 Vereinigte Staaten  Graham Rahal[41] 2–4
Vereinigte Staaten  Sarah Fisher[39] 5–8, 14, 15, 17
Vereinigte Staaten  Richard Petty/Andretti Autosport 43 Vereinigte Staaten  John Andretti[37][N 4] 5, 6
Vereinigte Staaten  Sam Schmidt Motorsports 99 Vereinigte Staaten  Townsend Bell[42] 6
Vereinigte Staaten  Bryan Herta Autosport 29 Kolumbien  Sebastian Saavedra[18] 6
Vereinigte Staaten  Rahal Letterman Racing 30 Vereinigte Staaten  Graham Rahal[43] 6
  1. In Zusammenarbeit mit AFS Racing.
  2. Die ersten fünf Rennen trat das Team unter dem Namen Newman/Haas/Lanigan Racing an. Nachdem Teammitbesitzer Mike Lanigan das Team verlassen hatte, wurde das Team zurück in Newman/Haas Racing umbenannt.
  3. a b Ersatz am Bump-Day, nachdem Foyt kurzfristig verzichtet hat.
  4. In Zusammenarbeit mit Petty Enterprises

RennkalenderBearbeiten

Die IndyCar-Series-Saison 2010 umfasste 17 Rennen. Erstmals fanden IndyCar-Rennen auf dem Straßenkurs von São Paulo und auf dem Barber Motorsports Park in Birmingham statt. Acht Rennen wurden auf Ovalen, fünf auf Straßenkursen bzw. temporären Rennstrecken und vier auf Rennstrecken ausgetragen.

Nr. Datum Rennstrecke Art Erster Zweiter Dritter Pole-Position Schnellste Runde Meiste Führungsrunden
1. 14. März Brasilien  São Paulo S Australien  Power Vereinigte Staaten  Hunter-Reay Brasilien  Meira Vereinigtes Konigreich  Franchitti Australien  Power Vereinigtes Konigreich  Franchitti
2. 29. März1 Vereinigte Staaten  Saint Petersburg S Australien  Power Vereinigtes Konigreich  Wilson Australien  Briscoe Australien  Power Venezuela  Viso Australien  Power
3. 11. April Vereinigte Staaten  Birmingham R Brasilien  Castroneves Neuseeland  Dixon Vereinigtes Konigreich  Franchitti Australien  Power Vereinigtes Konigreich  Wilson Vereinigte Staaten  M. Andretti
4. 18. April Vereinigte Staaten  Long Beach S Vereinigte Staaten  Hunter-Reay Vereinigtes Konigreich  Wilson Australien  Power Australien  Power Vereinigte Staaten  Hunter-Reay Vereinigte Staaten  Hunter-Reay
5. 01. Mai Vereinigte Staaten  Kansas City O Neuseeland  Dixon Vereinigtes Konigreich  Franchitti Brasilien  Kanaan Australien  Briscoe Brasilien  Kanaan Neuseeland  Dixon
6. 30. Mai Vereinigte Staaten  Indianapolis O Vereinigtes Konigreich  Franchitti Vereinigtes Konigreich  Wheldon Vereinigte Staaten  M. Andretti Brasilien  Castroneves Australien  Briscoe Vereinigtes Konigreich  Franchitti
7. 05. Juni Vereinigte Staaten  Fort Worth O Australien  Briscoe Vereinigte Staaten  Patrick Vereinigte Staaten  M. Andretti Australien  Briscoe Vereinigte Staaten  Hunter-Reay Australien  Briscoe
8. 20. Juni Vereinigte Staaten  Newton O Brasilien  Kanaan Brasilien  Castroneves Venezuela  Viso Australien  Power Vereinigtes Konigreich  Franchitti Vereinigtes Konigreich  Franchitti
9. 04. Juli Vereinigte Staaten  Watkins Glen R Australien  Power Australien  Briscoe Vereinigtes Konigreich  Franchitti Australien  Power Australien  Power Australien  Power
10. 18. Juli Kanada  Toronto S Australien  Power Vereinigtes Konigreich  Franchitti Vereinigte Staaten  Hunter-Reay Vereinigtes Konigreich  Wilson Australien  Power Vereinigtes Konigreich  Wilson
11. 25. Juli Kanada  Edmonton S Neuseeland  Dixon Australien  Power Vereinigtes Konigreich  Franchitti Australien  Power Neuseeland  Dixon Australien  Power
12. 08. August Vereinigte Staaten  Lexington R Vereinigtes Konigreich  Franchitti Australien  Power Brasilien  Castroneves Australien  Power Australien  Briscoe Kanada  Tagliani
13. 22. August Vereinigte Staaten  Sonoma R Australien  Power Neuseeland  Dixon Vereinigtes Konigreich  Franchitti Australien  Power Vereinigte Staaten  Hildebrand Australien  Power
14. 28. August Vereinigte Staaten  Joliet O Vereinigtes Konigreich  Franchitti Vereinigtes Konigreich  Wheldon Vereinigte Staaten  M. Andretti Australien  Briscoe Neuseeland  Dixon Australien  Briscoe
15. 04. September Vereinigte Staaten  Sparta O Brasilien  Castroneves Vereinigte Staaten  Carpenter Vereinigtes Konigreich  Wheldon Vereinigte Staaten  Carpenter Vereinigte Staaten  Hunter-Reay Vereinigtes Konigreich  Wheldon
16. 19. September Japan  Motegi O Brasilien  Castroneves Vereinigtes Konigreich  Franchitti Australien  Power Brasilien  Castroneves Brasilien  Castroneves Brasilien  Castroneves
17. 02. Oktober Vereinigte Staaten  Homestead O Neuseeland  Dixon Vereinigte Staaten  Patrick Brasilien  Kanaan Vereinigtes Konigreich  Franchitti Vereinigte Staaten  M. Andretti Vereinigtes Konigreich  Franchitti
  • Erklärung: O: Oval, S: Straßenkurs, R: Rennstrecke
1 Das Rennen wurde wegen starken Regens auf den Montag verschoben.[44]

RennberichteBearbeiten

1. Rennen: São Paulo Indy 300Bearbeiten

Pos. Fahrer Team Zeit
1 Will Power Team Penske 2:00:57,7112
2 Ryan Hunter-Reay Andretti Autosport + 1,8581
3 Vitor Meira A. J. Foyt Enterprises + 9,7094

Das São Paulo Indy 300 in den Streets of São Paulo, São Paulo, Brasilien fand am 14. März 2010 statt und ging über eine Distanz von 61 Runden à 4,081 km, was einer Gesamtdistanz von 248,959 km entspricht. Ursprünglich war eine Distanz von 75 Runden geplant, allerdings wurde das Rennen wegen Regens nach zwei Stunden beendet.

Will Power entschied das Rennen, nachdem er zwei Runden vor Schluss Ryan Hunter-Reay überholt hatte, für sich. Hunter-Reay wurde vor Vitor Meira Zweiter.[45]

2. Rennen: Honda Grand Prix of St. PetersburgBearbeiten

Pos. Fahrer Team Zeit
1 Will Power Team Penske 2:07:05,7968
2 Justin Wilson Dreyer & Reinbold Racing + 0,8244
3 Ryan Briscoe Team Penske + 4,7290

Der Honda Grand Prix of St. Petersburg in den Streets of St. Petersburg, Saint Petersburg, Florida, Vereinigte Staaten fand am 29. März 2010 statt und ging über eine Distanz von 100 Runden à 2,897 km, was einer Gesamtdistanz von 289,682 km entspricht. Ursprünglich sollte das Rennen am 28. März 2010 stattfinden, es wurde jedoch wegen eines Gewitters auf den Montag verlegt.[47]

Will Power gewann das zweite Rennen in Folge. Auf den Plätzen zwei und drei folgten Justin Wilson und Ryan Briscoe.[48]

3. Rennen: Indy Grand Prix of AlabamaBearbeiten

Der Indy Grand Prix of Alabama im Barber Motorsports Park, Birmingham, Alabama, Vereinigte Staaten fand am 11. April 2010 statt und ging über eine Distanz von 90 Runden à 3,701 km, was einer Gesamtdistanz von 333,134 km entspricht.

Hélio Castroneves gewann sein erstes Rennen in dieser Saison. Auf den Plätzen zwei und drei folgten Scott Dixon und Dario Franchitti. Marco Andretti führte das Rennen über weite Strecken an und musste sich am Ende wegen einer anderen Taktik mit dem fünften Platz zufriedengeben.[49]

4. Rennen: Toyota Grand Prix of Long BeachBearbeiten

Pos. Fahrer Team Zeit
1 Ryan Hunter-Reay Andretti Autosport 1:47:12,5404
2 Justin Wilson Dreyer & Reinbold Racing + 5,6031
3 Will Power Team Penske + 8,5864

Der Toyota Grand Prix of Long Beach in den Streets of Long Beach, Long Beach, Kalifornien, Vereinigte Staaten fand am 18. April 2010 statt und ging über eine Distanz von 85 Runden à 3,167 km, was einer Gesamtdistanz von 269,211 km entspricht.

Ryan Hunter-Reay gewann das Rennen vor Justin Wilson und Will Power.[50]

5. Rennen: RoadRunner Turbo Indy 300Bearbeiten

Das RoadRunner Turbo Indy 300 auf dem Kansas Speedway, Kansas City, Kansas, Vereinigte Staaten fand am 1. Mai 2010 statt und ging über eine Distanz von 200 Runden à 2,446 km, was einer Gesamtdistanz von 489,241 km entspricht.

Scott Dixon gewann das erste Ovalrennen der Saison vor seinem Teamkollegen Dario Franchitti und Tony Kanaan.[51]

6. Rennen: 94. Indianapolis 500Bearbeiten

QualifyingBearbeiten

Die Qualifikation zum 94. Indianapolis 500 war mit 37 Qualifikanten so spannend wie seit vielen Jahren nicht mehr. Der Modus war dazu geändert worden: Die Plätze wurden nun an zwei statt bisher vier Tagen ausgefahren. Entscheidend für die Qualifikation sollte die Regelung werden, dass die zuletzt gefahrene Zeit zählte, da eine vorherige vor einem erneuten Versuch gestrichen wurde.

Am ersten Tag wurden die ersten 24 Startplätze vergeben. Hierbei blieben Überraschungen weitgehend aus, außer dass sich Tony Kanaan (#11) durch einen Unfall nicht qualifizieren konnte. Die schnellsten neun Piloten fuhren die eigentlichen Startplätze in einer weiteren Qualifikationssitzung am Abend aus, wobei Hélio Castroneves (#3), der bei diesem Rennen die Chance zu seinem vierten Indianapolis 500 Sieg hatte, mit fast 367 km/h eine Durchschnittsgeschwindigkeit erreichte, wie sie seit Einführung des Ethanol-Kraftstoffes noch nicht erreicht worden war. Am Ende standen auf drei der ersten vier Startplätze Fahrer des Team Penske, das somit als klarer Favorit galt. Demgegenüber war das zuvor ebenfalls als Mitfavorit gehandelte Team Andretti Autosport, deren bestes von fünf Autos auf Rang 16 lag und zwei Autos gar nicht qualifiziert waren, in keiner guten Position.

Für besondere Dramatik sorgte am zweiten Tag erneut Tony Kanaan, der am Morgen einen weiteren Unfall baute und so bis eine Stunde vor Ende nicht qualifiziert war. Zu diesem Zeitpunkt war der Neuling Sebastian Saavedra (#29) 33., der zudem ebenfalls einen Unfall gebaut hatte und sich so, wäre jemand schneller gewesen, nicht mehr hätte wehren können.

Nun gelang es zunächst Kanaan, sich zu qualifizieren. Damit wäre Saavedra draußen gewesen und Mario Romancini (#34) war Letzter. Selbiger zog seine bisherige Zeit zurück und ersetzte diese durch eine wesentlich schnellere. Letzter war nun Jay Howard (#66), der dann auch durch Takuma Satō (#5) verdrängt wurde. Nun war Paul Tracy (#15) Letzter. Ein Risiko für den Kanadier war, dass Howard und auch Jaques Lazier (#41) zu schnelleren Zeiten in der Lage gewesen wären. Für einen erneuten Versuch nach diesen beiden hätte die Zeit gefehlt, also versuchte er es erneut. Ein fataler Fehler, denn die neue Zeit war bei weitem nicht schnell genug. Tracy war nun draußen und Howard war in der gleichen Situation wie der Kanadier zuvor. Hinter ihm in der Reihe warteten Lazier und inzwischen wieder Tracy. Auch Howard zog seine Zeit zurück, womit der eigentlich schon lange vergessene Sebastian Saavedra der Pilot mit der zu schlagenden Zeit war – eine Zeit, die Howard nicht unterbieten konnte. Somit war Saavedra qualifiziert, obwohl er von den Zeiten her nur den 35. Platz belegt hatte.

RennenBearbeiten

Pos. Fahrer Team Zeit
1 Dario Franchitti Target Chip Ganassi Racing 3:05:37,0131
2 Dan Wheldon Panther Racing + 0,1536
3 Marco Andretti Andretti Autosport + 20,9875

Das 94. Indianapolis 500 auf dem Indianapolis Motor Speedway, Indianapolis, Indiana, Vereinigte Staaten fand am 30. Mai 2010 statt und ging über eine Distanz von 200 Runden à 4,023 km, was einer Gesamtdistanz von 804,672 km entspricht.

Bereits unmittelbar nach dem Start hatte Dario Franchitti (#10) die Führung übernommen, die er auch über lange Zeit nicht abgab. Kanaan, der nun nach einigen Änderungen am Auto sogar vom 33. Startplatz gestartet war, arbeitete sich systematisch nach vorne und sollte im späteren Rennverlauf sogar für einige Runden die Führung übernehmen. Nach einem Unfall von Ryan Briscoe (#6) etwa 50 Runden vor Schluss wandelte sich das Rennen zu einem Benzin-Poker. Mike Conway (#24), Justin Wilson (#22), Vorjahressieger Castroneves und Graham Rahal (#30) waren bereits zu diesem Zeitpunkt zu einem Boxenstopp gekommen, der jedoch nicht bis zum Ende reichen würde, wenn das Rennen ohne weitere Unterbrechung zu Ende gehen wurde. Saveedra sorgte dann einige Runden später für eine weitere Unterbrechung. Diesmal fuhren bis auf die vier damit in Führung liegenden alle an die Box – auch dieser Stopp würde jedoch nur sehr knapp bis zum Ziel reichen. Zum Ende galt also, dass der Pilot, der am längsten durchhält, gewinnt. Als Erster musste etwa 20 Runden vor Schluss Conway aufgeben und nachtanken. Einige Runden später ereilte das gleiche Schicksal auch den Rest der vier mutigen Piloten, die nun jedoch um Rang 15 herum lagen und in Ruhe zusehen konnten, wie sie wieder nach vorne gespült wurden, da nach und nach weitere Autos zum Nachtanken abbiegen mussten.

Nun kam es jedoch zu einem Unfall zwischen Conway und Ryan Hunter-Reay (#37). Conway, der kein Benzin sparen musste, wollte unten an Hunter-Reay vorbeigehen, dabei verhakten sich die Räder beider Autos und der Wagen von Conway wurde mit hoher Geschwindigkeit in die Fangzäune geschleudert, wobei das Auto zwischen der Fahrgastzelle und den Motorblock in zwei Teile zerbrach. Hierdurch wurde das Rennen neutralisiert und es galt nur noch auszurollen, was die Fahrer offenbar mir sehr unterschiedlicher Geschwindigkeit taten, wodurch die Reihenfolge des Zieleinlaufs nicht komplett dem Endergebnis, welches den Stand unmittelbar nach dem Unfall entsprach. Conway zog sich bei dem Unfall einen Beinbruch und einen Kompressionsbruch am Brustwirbel zu, durch die er für den Rest der Saison ausfallen wird. Hunter-Reay zog sich bereits vorher eine leichte Handverletzung zu.

Dario Franchitti gewann das Rennen vor Dan Wheldon (#4). Der dritte Platz hing an Marco Andretti (#26), der als Sechster ins Ziel kam, jedoch in der Gelbphase von einigen Autos überholt wurde. Der als Dritte ins Ziel gekommene Alex Lloyd (#19) war somit Vierter. Als Folge dieser Vergehen kam es zu einigen Verschiebungen im Endergebnis.[52]

Bei den Topteams drehte sich der Frust der Qualifikation nun um: Während das in der Qualifikation dominante Team Penske durch Pannen bei allen drei Autos die Plätze acht und neun sowie einen Ausfall zu verbuchen hatte, hatte man bei Andretti Autosport die drei verbliebenen Autos auf den Plätzen drei, sieben und elf – eine Verbesserung um im Schnitt etwa 15 Positionen.

7. Rennen: Firestone 550Bearbeiten

Pos. Fahrer Team Zeit
1 Ryan Briscoe Team Penske 2:04:47,1555
2 Danica Patrick Andretti Autosport + 1,4629
3 Marco Andretti Andretti Autosport + 2,3162

Das Firestone 550 auf dem Texas Motor Speedway, Fort Worth, Texas, Vereinigte Staaten fand am 5. Juni 2010 statt und ging über eine Distanz von 228 Runden à 2,400 km, was einer Gesamtdistanz von 547,200 km entspricht.

Penske-Pilot Ryan Briscoe gewann das Rennen von der Pole-Position startend vor den beiden Andretti-Piloten Danica Patrick und Marco Andretti.[53] Der beim Indy 500 verletzte Mike Conway wurde durch Tomas Scheckter ersetzt, der schon dort ein weiteres Auto für Dreyer & Reinbold Racing gefahren hatte. Für einen Aufreger in und auch nach dem Rennen sorgte ein Feuerunfall von Simona de Silvestro mit einer pannenreichen Bergung.

8. Rennen: Iowa Corn Indy 250Bearbeiten

Pos. Fahrer Team Zeit
1 Tony Kanaan Andretti Autosport 1:42:12,4036
2 Hélio Castroneves Team Penske + 4,2030
3 E.J. Viso KV Racing Technology + 5,2538

Das Iowa Corn Indy 250 auf dem Iowa Speedway, Newton, Iowa, Vereinigte Staaten fand am 20. Juni 2010 statt und ging über eine Distanz von 250 Runden à 1,408 km, was einer Gesamtdistanz von 352,044 km entspricht. Für Dreyer & Reinbold Racing war diesmals Graham Rahal der Conway-Ersatz, der damit schon für das dritte Team in dieser Saison startete.

9. Rennen: Camping World Grand Prix at The GlenBearbeiten

Pos. Fahrer Team Zeit
1 Will Power Team Penske 1:40:27,4391
2 Ryan Briscoe Team Penske + 1,2181
3 Dario Franchitti Target Chip Ganassi Racing + 2,6754

Der Camping World Grand Prix at The Glen auf der Watkins Glen International, Watkins Glen, New York, Vereinigte Staaten fand am 4. Juli 2010 statt und ging über eine Distanz von 60 Runden à 5,423 km, was einer Gesamtdistanz von 325,409 km entspricht.

Bei dem Rennen war Paul Tracy zum ersten Mal in dieser Saison für Dreyer & Reinbold Racing am Start und damit bereits der dritte Ersatzfahrer für den verletzten Mike Conway. In einem gemeinsam von Andretti Autosport und dem Indy-Lights-Team AFS eingesetzten Auto mit der Nummer 27 gab zudem Adam Carroll sein Debüt.

Das Rennen wurde vom Start weg von den drei Autos des Team Penske dominiert, die schon in der Qualifikation die ersten drei Plätze belegten. Einzig die Ganassi-Autos sowie zunächst Vorjahressieger Justin Wilson konnten folgen. Nachdem durch eine Kollision zu Rennmitte Hélio Castroneves und Scott Dixon hoffnungslos zurückgefallen waren, waren die ersten Plätze praktisch bezogen, wobei es noch zwei Wechsel zwischen den verbliebenen Penske-Autos gab.

10. Rennen: Honda Indy TorontoBearbeiten

Pos. Fahrer Team Zeit
1 Will Power Team Penske 1:47:15,2554
2 Dario Franchitti Target Chip Ganassi Racing + 1,2757
3 Ryan Hunter-Reay Andretti Autosport + 1,7605

Das Honda Indy Toronto in den Streets of Toronto, Toronto, Ontario, Kanada fand am 18. Juli 2010 statt und ging über eine Distanz von 85 Runden à 2,824 km, was einer Gesamtdistanz von 240,074 km entspricht.

Will Power gewann zum vierten Mal in dieser Saison ein Rennen. Hinter dem Australier belegte Dario Franchitti den zweiten und Ryan Hunter-Reay den dritten Platz.

Das Rennen entwickelte sich zu einer Ausfallorgie in folge diverser Unfälle. Im Grunde war die Strategie zu einem guten Ergebnis alleine "halte dich aus allem Ärger heraus", was dann auch das Ergebnis widerspiegelt.

11. Rennen: Honda Indy EdmontonBearbeiten

Das Honda Indy Edmonton auf dem Edmonton City Centre Airport, Edmonton, Alberta, Kanada fand am 25. Juli 2010 statt und ging über eine Distanz von 95 Runden à 3,175 km, was einer Gesamtdistanz von 301,647 km entspricht.

Scott Dixon gewann sein zweites Rennen in dieser Saison. Will Power und Dario Franchitti komplettierten das Podium. Zwar fuhr Hélio Castroneves als Erster über die Ziellinie, allerdings wurde er mit einer Durchfahrtsstrafe belegt, die nach Rennende in eine Versetzung an das Ende der Führungsrunde umgesetzt wurde. Vorausgegangen war ein teaminternes Duell zwischen Castroneves und Power, bei dem Castroneves nach Ansicht der Rennleitung Power blockiert hatte.

12. Rennen: Honda Indy 200Bearbeiten

Pos. Fahrer Team Zeit
1 Dario Franchitti Target Chip Ganassi Racing 1:54:32,2568
2 Will Power Team Penske + 0,5234
3 Hélio Castroneves Team Penske + 4,0883

Das Honda Indy 200 auf dem Mid-Ohio Sports Car Course, Lexington, Ohio, Vereinigte Staaten fand am 8. August 2010 statt und ging über eine Distanz von 85 Runden à 3,634 km, was einer Gesamtdistanz von 308,881 km entspricht.

Dario Franchitti gewann sein zweites Rennen in dieser Saison vor Will Power und Hélio Castroneves. Bei dem Rennen gaben mit dem 2009er Indy-Lights-Meister J. R. Hildebrand (#24, Dreyer & Reinbold) und dem bisher eher unbekannten Italiener Francesco Dracone (#34, Conquest Racing) gleich zwei Fahrer ihr IndyCar-Debüt. Während Hildebrand ähnliche Leistungen ablieferte wie schon die diversen anderen, wesentlich erfahreneren Fahrer, die sich in diesem Auto versucht hatten, machte Dracone eher durch diverse Zwischenfälle von sich Reden. Die meisten Führungsrunden in dem Rennen sammelte Alex Tagliani, der den ersten Boxenstopp sehr früh absolviert hatte und so in einer anschließenden, durch die Kollision von Justin Wilson und E.J. Viso ausgelösten Safety-Car-Phase nach vorne gespült wurde.

13. Rennen: Indy Grand Prix of SonomaBearbeiten

Der Indy Grand Prix of Sonoma auf dem Infineon Raceway, Sonoma, Kalifornien, Vereinigte Staaten fand am 22. August 2010 statt und ging über eine Distanz von 75 Runden à 3,706 km, was einer Gesamtdistanz von 277,974 km entspricht.

Will Power gewann sein fünftes Rennen in dieser Saison vor Scott Dixon und Dario Franchitti.

14. Rennen: Peak Antifreeze & Motor Oil Indy 300Bearbeiten

Pos. Fahrer Team Zeit
1 Dario Franchitti Target Chip Ganassi Racing 1:47:49,5783
2 Dan Wheldon Panther Racing + 0,0423
3 Marco Andretti Andretti Autosport + 0,1051

Das Peak Antifreeze & Motor Oil Indy 300 auf dem Chicagoland Speedway, Joliet, Illinois, Vereinigte Staaten fand am 28. August 2010 statt und ging über eine Distanz von 200 Runden à 2,446 km, was einer Gesamtdistanz von 489,241 km entspricht.

Das Rennen wurde relativ überraschend von #10 Dario Franchitti vor #4 Dan Wheldon und #26 Marco Andretti gewonnen. Der Meisterschafts-Führende #12 Will Power musste fünf Runden vor Schluss noch einmal Ethanol nachtanken, so dass er das Rennen nur auf Rang 16 beendete.

Das Rennen sah mit 29 Autos das größte Starterfeld der Serie außerhalb des Indy 500 seit vielen Jahren. Die Gaststarter waren #66 Jay Howard und #67 Sarah Fisher für Sarah Fisher Racing, #36 Tomas Scheckter für Conquest, #24 Ana Beatriz für Dreyer & Reinbold, #20 Ed Carpenter für Panther (gemeinsam mit Vision Racing) sowie #21 Davey Hamilton, der sein erstes IndyCar-Rennen außerhalb von Indianapolis seit seinem schweren Unfall in Texas 2001 fuhr. Zudem nahmen erstmals alle fünf in dieser Saison aktiven Frauen an einem Rennen teil.

In der Anfangszeit des Rennens lag Polesitter Ryan Briscoe beinahe ununterbrochen auf dem ersten Platz. Seine Penske-Teamkollegen Power und Castroneves, das Panther-Duo Wheldon und Carpenter und drei der vier Andretti-Autos (Andretti, Kanaan, Hunter-Reay) befanden sich in einem ständigen Wechsel um die ersten zehn Plätze. Die Ganassi-Autos waren dagegen nicht ganz vorne, lieferten aber immer wieder deutlich schnellere Boxenstopps, die sie nach vorne brachten. Genau das Gegenteil gab es bei Panther, wobei sich die Fahrer immer wieder nach vorne arbeiten konnten, Carpenter später aber durch technische Probleme aufgeben musste. Zwischenzeitlich fuhr Sarah Fisher durch eine andere Boxenstrategie auf Rang zwei, wo sie in dem eigentlich klar unterlegenen Auto alle außer Briscoe hinter sich halten konnte. Bei den letzten Boxenstopps etwa 25 Runden vor Schluss verzichtete Dario Franchitti im Gegensatz zu den meisten anderen Fahrern auf einen Reifenwechsel, wodurch er die Führung übernahm und trotz diverser Versuche von Dan Wheldon zu keinem Zeitpunkt wieder abgab.