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Der Große Preis von Spanien 1996 fand am 2. Juni auf dem Circuit de Catalunya bei Barcelona statt und war das siebte Rennen der Formel-1-Weltmeisterschaft 1996. Das Rennen wurde bekannt als Michael Schumachers erster Sieg für Ferrari und gilt als eine seiner eindrucksvollsten Leistungen bei regnerischem Wetter.

Flag of Spain.svg Großer Preis von Spanien 1996
Renndaten
7. von 16 Rennen der Formel-1-Weltmeisterschaft 1996
Name: Gran Premio de España
Datum: 2. Juni 1996 1996
Ort: Barcelona
Kurs: Circuit de Catalunya
Länge: 307,255 km in 65 Runden à 4,727 km

Wetter: Regen
Zuschauer: ~ 53000
Pole-Position
Fahrer: Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Damon Hill Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Williams F1
Zeit: 1:20,650 min
Schnellste Runde
Fahrer: DeutschlandDeutschland Michael Schumacher ItalienItalien Ferrari
Zeit: 1:45,517 min (Runde 14)
Podium
Erster: DeutschlandDeutschland Michael Schumacher ItalienItalien Ferrari
Zweiter: FrankreichFrankreich Jean Alesi ItalienItalien Benetton-Renault
Dritter: KanadaKanada Jacques Villeneuve Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Williams-Renault

BerichteBearbeiten

HintergrundBearbeiten

Nach dem chaotischen Rennen in Monaco, das keiner Favoriten beendete, hatte sich in der Führung der Fahrerwertung wenig geändert. Hill führte weiterhin mit 21 Punkten vor Villeneuve, der wiederum sechs Punkte Vorsprung vor Schumacher hatte.

TrainingBearbeiten

Im freien Training am Freitag, das noch auf trockener Strecke und bei sonnigem Wetter gefahren wurde, erzielte Eddie Irvine die schnellste Runde vor Rubens Barrichello und Olivier Panis. Hill wurde vor Schumacher und Villeneuve Vierter; Alesi nur Achter.[1]

QualifyingBearbeiten

Auch das Qualifying blieb trocken. Damon Hill holte sich seine vierte Pole Position der Saison, Plätze zwei und drei belegten Villeneuve und Schumacher. Den zwei Forti-Piloten gelang es aufgrund der 107-%-Regel nicht, sich zu qualifizieren.[2]

RennenBearbeiten

Trotz des starken Regens wurde recht kurz vor dem Start entschieden, das Rennen normal und nicht hinter dem Safety Car zu starten. Sowohl Damon Hill als auch Michael Schumacher starteten schlecht und verloren Plätze; Hill rutschte auf den dritten Platz zurück, Schumacher sogar auf den Siebten. Rubens Barrichello startete sehr gut und kämpfte kurzzeitig mit Gerhard Berger um den vierten Platz.[3]

Kurz nach dem Start kollidierten Pedro Lamy, Ricardo Rosset, David Coulthard und Giancarlo Fisichella. Während drei sofort ausschieden, konnte Fisichella die Runde beenden und in die Boxengasse fahren, wo er das Rennen aufgrund der Schäden allerdings beenden musste. Auch Olivier Panis musste seinen Wagen in der Box abstellen.

Sowohl Eddie Irvine als auch Schumacher überholten Barrichello in der ersten Runde, bevor Irvine das Rennen nach einem Dreher in der zweiten Runde beendete. Johnny Herbert drehte sich in der vierten Runde, gelangte aber zurück auf die Strecke, wobei er drei Plätze verlor. Hill drehte sich kurze Zeit später und kam hinter Berger und Schumacher zurück auf die Strecke. Nur eine Runde später hatte Schumacher auch Berger überholt und in der nächsten Runde hatte er die zwei Führenden eingeholt, die sich zuerst leicht abgesetzt hatten. In der achten Runde drehte sich Hill ein zweites Mal und fiel diesmal auf den achten Platz zurück. Wenig später musste Ukyo Katayama seinen Wagen aufgrund eines Elektronikfehlers abstellen. In der neunten Runde gelang es Schumacher, Jean Alesi in der Seat-Kurve zu überholen. Zum Ende der elften Runde drehte sich Hill auf der Start-Ziel-Geraden und rutschte in die Boxengassenmauer, was das Rennen für ihn beendete.[A 1] Nur wenig später überholte Schumacher Jacques Villeneuve in derselben Kurve, in der er zuvor Alesi überholt hatte, und begann sich nun in einem rasanten Tempo abzusetzen. Bereits zum Ende der zwölften Runde betrug seine Führung zwei Sekunden und er gewann vier Sekunden pro Runde auf den zweitplatzierten Villeneuve, während er hintereinander drei schnellste Runden fuhr.

In der 16. Runde wurde die Disqualifikation Mika Salos bekannt gegeben, da dieser nach der Einführungsrunde unerlaubt auf seinen Ersatzwagen gewechselt hatte. Schumacher kam in der 23. Runde als Erster der Spitze in die Box, doch da der Abstand mittlerweile 37 Sekunden betrug, verlor er auch danach die Führung nicht.

In der 44. Runde beendete ein Dreher das Rennen des viertplatzierten Bergers, als er versuchte Pedro Diniz zu überrunden. Nur eine Runde später beendete ein Getriebeproblem auch Barrichellos Rennen, der nach Bergers Aus auf den vierten Platz nachgerutscht war. In der 17. Runde hatte sein Teamkollege Martin Brundle mit demselben Problem bereits seinen Wagen abstellen müssen. Als Letzter schied auf Platz fünf liegend Jos Verstappen in der 47. Runde aus, nachdem ein Dreher in einem Reifenstapel endete.

Schumacher beendete das Rennen als Erster mit 45 Sekunden Vorsprung vor Alesi und Villeneuve. Bereits der viertplatzierte Heinz-Harald Frentzen, der ein unspektakuläres, aber sicheres Rennen gefahren war, war von der Spitze überrundet worden. Mika Häkkinen hatte gegen Ende des Rennens einen Dreher überstanden und wurde Fünfter und Diniz, der ein sehr vorsichtiges Rennen gefahren war, holte auf dem sechsten Platz noch einen Punkt. Nur sechs Fahrer – alle aus unterschiedlichen Rennställen – beendeten das Rennen.[4]

MeldelisteBearbeiten

Team Nr. Fahrer Chassis Motor Reifen
Italien  Scuderia Ferrari SpA 01 Deutschland  Michael Schumacher Ferrari F310 Ferrari 3.0 V10 G
02 Vereinigtes Konigreich  Eddie Irvine
Italien  Mild Seven Benetton Renault 03 Frankreich  Jean Alesi Benetton B196 Renault 3.0 V10 G
04 Osterreich  Gerhard Berger
Vereinigtes Konigreich  Rothmans Williams Renault 05 Vereinigtes Konigreich  Damon Hill Williams FW18 Renault 3.0 V10 G
06 Kanada  Jacques Villeneuve
Vereinigtes Konigreich  Marlboro McLaren Mercedes 07 Finnland  Mika Häkkinen McLaren MP4/11 Mercedes-Benz 3.0 V10 G
08 Vereinigtes Konigreich  David Coulthard
Frankreich  Ligier Gauloises Blondes 09 Frankreich  Olivier Panis Ligier JS43 Mugen-Honda 3.0 V10 G
10 Brasilien  Pedro Diniz
Vereinigtes Konigreich  B&H Total Jordan Peugeot 11 Brasilien  Rubens Barrichello Jordan 196 Peugeot 3.0 V10 G
12 Vereinigtes Konigreich  Martin Brundle
Schweiz  Red Bull Sauber Ford 14 Vereinigtes Konigreich  Johnny Herbert Sauber C15 Ford Zetec-R 3.0 V10 G
15 Deutschland  Heinz-Harald Frentzen
Vereinigtes Konigreich  Footwork Hart 16 Brasilien  Ricardo Rosset Footwork FA17 Hart 3.0 V8 G
17 Niederlande  Jos Verstappen
Vereinigtes Konigreich  Tyrrell Yamaha 18 Japan  Ukyō Katayama Tyrrell 024 Yamaha 3.0 V10 G
19 Finnland  Mika Salo
Italien  Minardi Team 20 Portugal  Pedro Lamy Minardi M195B Ford EDM 3.0 V8 G
21 Italien  Giancarlo Fisichella
Italien  Forti Grand Prix 22 Italien  Luca Badoer Forti FG03 Ford Zetec-R 3.0 V8 G
23 Italien  Andrea Montermini

KlassifikationenBearbeiten

QualifyingBearbeiten

Pos Fahrer Konstrukteur Zeit
1 Vereinigtes Konigreich  Damon Hill Vereinigtes Konigreich  Williams-Renault 1:20.650
2 Kanada  Jacques Villeneuve Vereinigtes Konigreich  Williams-Renault 1:21.084
3 Deutschland  Michael Schumacher Italien  Ferrari 1:21.587
4 Frankreich  Jean Alesi Italien  Benetton-Renault 1:22.061
5 Osterreich  Gerhard Berger Italien  Benetton-Renault 1:22.125
6 Vereinigtes Konigreich  Eddie Irvine Italien  Ferrari 1:22.333
7 Brasilien  Rubens Barrichello Vereinigtes Konigreich  Jordan-Peugeot 1:22.379
8 Frankreich  Olivier Panis Frankreich  Ligier-Mugen-Honda 1:22.685
9 Vereinigtes Konigreich  Johnny Herbert Schweiz  Sauber-Ford 1:23.027
10 Finnland  Mika Häkkinen Vereinigtes Konigreich  McLaren-Mercedes 1:23.070
11 Deutschland  Heinz-Harald Frentzen Schweiz  Sauber-Ford 1:23.195
12 Finnland  Mika Salo Vereinigtes Konigreich  Tyrrell-Yamaha 1:23.224
13 Niederlande  Jos Verstappen Vereinigtes Konigreich  Footwork-Hart 1:23.371
14 Vereinigtes Konigreich  David Coulthard Vereinigtes Konigreich  McLaren-Mercedes 1:23.416
15 Vereinigtes Konigreich  Martin Brundle Vereinigtes Konigreich  Jordan-Peugeot 1:23.438
16 Japan  Ukyo Katayama Vereinigtes Konigreich  Tyrrell-Yamaha 1:24.401
17 Brasilien  Pedro Diniz Frankreich  Ligier-Mugen-Honda 1:24.468
18 Portugal  Pedro Lamy Italien  Minardi-Ford 1:25.274
19 Italien  Giancarlo Fisichella Italien  Minardi-Ford 1:25.531
20 Brasilien  Ricardo Rosset Vereinigtes Konigreich  Footwork-Hart 1:25.621
Nicht qualifiziert (Zeit über 107 %): 1:26.296
DNQ Italien  Luca Badoer Italien  Forti-Ford 1:26.615
DNQ Italien  Andrea Montermini Italien  Forti-Ford 1:27.358

RennenBearbeiten

Pos Fahrer Konstrukteur Runden Stopps Zeit Start
1 Deutschland  Michael Schumacher Italien  Ferrari 65 2 1:59:49.307 3
2 Frankreich  Jean Alesi Italien  Benetton-Renault 65 1 + 45.302 4
3 Kanada  Jacques Villeneuve Vereinigtes Konigreich  Williams-Renault 65 1 + 48.388 2
4 Deutschland  Heinz-Harald Frentzen Schweiz  Sauber-Ford 64 1 + 1 Runde 11
5 Finnland  Mika Häkkinen Vereinigtes Konigreich  McLaren Racing 64 1 + 1 Runde 10
6 Brasilien  Pedro Diniz Frankreich  Ligier-Mugen 63 1 + 2 Runden 17
- Niederlande  Jos Verstappen Vereinigtes Konigreich  Footwork-Hart 47 1 DNF 13
- Brasilien  Rubens Barrichello Vereinigtes Konigreich  Jordan-Peugeot 45 2 DNF 7
- Osterreich  Gerhard Berger Italien  Benetton-Renault 44 1 DNF 5
- Vereinigtes Konigreich  Johnny Herbert Schweiz  Sauber-Ford 20 - DNF 9
- Vereinigtes Konigreich  Martin Brundle Vereinigtes Konigreich  Jordan-Peugeot 17 - DNF 15
- Finnland  Mika Salo Vereinigtes Konigreich  Tyrrell-Yamaha 16 - DSQ 12
- Vereinigtes Konigreich  Damon Hill Vereinigtes Konigreich  Williams-Renault 11 - DNF 1
- Japan  Ukyo Katayama Vereinigtes Konigreich  Tyrrell-Yamaha 8 - DNF 16
- Vereinigtes Konigreich  Eddie Irvine Italien  Ferrari 1 - DNF 6
- Frankreich  Olivier Panis Frankreich  Ligier-Mugen-Honda 1 - DNF 8
- Italien  Giancarlo Fisichella Italien  Minardi-Ford 1 - DNF 19
- Vereinigtes Konigreich  David Coulthard Vereinigtes Konigreich  McLaren-Mercedes 0 - DNF 14
- Portugal  Pedro Lamy Italien  Minardi-Ford 0 - DNF 18
- Brasilien  Ricardo Rosset Vereinigtes Konigreich  Footwork-Hart 0 - DNF 20
- Italien  Luca Badoer Italien  Forti-Ford   - DNS 21
- Italien  Andrea Montermini Italien  Forti-Ford   - DNS 22

WM-Stände nach dem RennenBearbeiten

Die ersten sechs des Rennens bekamen 10, 6, 4, 3, 2 bzw. 1 Punkt(e).

FahrerwertungBearbeiten

Pos. Fahrer Punkte
01 Vereinigtes Konigreich  Damon Hill 43
02 Kanada  Jacques Villeneuve 26
03 Deutschland  Michael Schumacher 26
04 Frankreich  Jean Alesi 17
05 Frankreich  Olivier Panis 11
06 Vereinigtes Konigreich  David Coulthard 10
07 Vereinigtes Konigreich  Eddie Irvine 9
08 Finnland  Mika Häkkinen 8
09 Osterreich  Gerhard Berger 7
010 Brasilien  Rubens Barrichello 7
11 Deutschland  Heinz-Harald Frentzen 6
12 Finnland  Mika Salo 5
Pos. Fahrer Punkte
13 Vereinigtes Konigreich  Johnny Herbert 4
14 Vereinigtes Konigreich  Martin Brundle 1
15 Niederlande  Jos Verstappen 1
16 Brasilien  Pedro Diniz 1
Portugal  Pedro Lamy 0
Brasilien  Ricardo Rosset 0
Japan  Ukyō Katayama 0
Italien  Luca Badoer 0
Italien  Andrea Montermini 0
Italien  Giancarlo Fisichella 0
Brasilien  Tarso Marques 0

KonstrukteurswertungBearbeiten

Pos. Konstrukteur Punkte
01 Vereinigtes Konigreich  Williams-Renault 69
02 Italien  Ferrari 35
03 Italien  Benetton-Renault 24
04 Vereinigtes Konigreich  McLaren-Mercedes 18
05 Frankreich  Ligier-Mugen-Honda 12
06 Schweiz  Sauber-Ford 10
Pos. Konstrukteur Punkte
07 Vereinigtes Konigreich  Jordan-Peugeot 8
08 Vereinigtes Konigreich  Tyrrell-Yamaha 5
09 Vereinigtes Konigreich  Footwork-Hart 1
Italien  Minardi-Ford 0
Italien  Forti-Ford 0

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Motorsport Archiv, archiviert bei web.archive.org. Abgerufen am 15. Juni 2018.
  2. Motorsport Archiv auf web.archive.org. Abgerufen am 15. Juni 2018.
  3. Highlights des Rennens auf youtube. Abgerufen am 15. Juni 2018.
  4. Motorsport Archiv auf web.archive.org. Abgerufen am 15. Juni 2018.

AnmerkungenBearbeiten

  1. Zwar wird oft die 10. oder die 16. Runde für Hills Aus zitiert, aus der Aufnahme wird allerdings klar, dass Hills Dreher am Ende der 11./Anfang der 12. Runde passierte.