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Großer Preis von Spanien 1972

Formel-1-Rennen

Der Große Preis von Spanien 1972 fand am 1. Mai auf dem Circuito Permanente del Jarama in der Nähe von Madrid statt und war das dritte Rennen der Automobil-Weltmeisterschaft 1972.

Flag of Spain (1945–1977).svg Großer Preis von Spanien 1972
Renndaten
3. von 12 Rennen der Automobil-Weltmeisterschaft 1972
Streckenprofil
Name: Gran Premio de España
Datum: 1. Mai 1972
Ort: San Sebastián de los Reyes
Kurs: Circuito Permanente del Jarama
Länge: 306,36 km in 90 Runden à 3,404 km

Wetter: kalt und windig
Zuschauer: ~ 25.000
Pole-Position
Fahrer: BelgienBelgien Jacky Ickx ItalienItalien Ferrari
Zeit: 1:18,43 min
Schnellste Runde
Fahrer: BelgienBelgien Jacky Ickx ItalienItalien Ferrari
Zeit: 1:21,01 min
Podium
Erster: Brasilien 1968Brasilien Emerson Fittipaldi Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Lotus
Zweiter: BelgienBelgien Jacky Ickx ItalienItalien Ferrari
Dritter: SchweizSchweiz Clay Regazzoni ItalienItalien Ferrari

Inhaltsverzeichnis

BerichteBearbeiten

HintergrundBearbeiten

In den zwei Monaten, die zwischen dem Großen Preis von Südafrika und dem dritten WM-Lauf in Spanien lagen, fanden drei nicht zur Weltmeisterschaft zählende Formel-1-Rennen statt. Brabham-Pilot Carlos Reutemann sicherte sich den Sieg beim Großen Preis von Brasilien, der 1972 noch keinen WM-Status hatte. Die beiden anderen Rennen, die in Großbritannien stattfanden, gewann Emerson Fittipaldi für Lotus, und zwar in Brands Hatch und in Silverstone. Für die Fachwelt stand somit fest, dass Lotus nach einer vergleichsweise schwachen Saison 1971 in diesem Jahr wieder eine Führungsrolle einnehmen würde. Mit Tyrrell und Ferrari hatten allerdings zwei namhafte Formel-1-Rennställe auf die Teilnahme an allen drei Veranstaltungen verzichtet, was die Erfolge für Lotus möglicherweise vereinfacht hatte.

Die Meldeliste zum Spanien-GP wies nur wenige wesentliche Veränderungen zu den bisherigen WM-Läufen auf. Carlos Reutemann musste verletzungsbedingt pausieren und wurde bei Brabham von Emerson Fittipaldis älterem Bruder Wilson Fittipaldi vertreten, der somit zu seinem Formel-1-Debüt kam. Es war das erste Mal in der Geschichte der Formel 1, dass zwei Brüder gleichzeitig an einem Rennen teilnahmen.

Àlex Soler-Roig absolvierte an diesem Wochenende seine letzte Grand-Prix-Teilnahme.

TrainingBearbeiten

Jacky Ickx sicherte sich mit 75 Hundertstelsekunden Vorsprung die Pole-Position, indem er als einziger Fahrer an diesem Wochenende eine Rundenzeit unter 1:19 min. fuhr. Neben ihm qualifizierten sich Denis Hulme und Emerson Fittipaldi für die somit aus drei unterschiedlichen Fahrzeugen bestehende erste Startreihe. In der zweiten Reihe standen Jackie Stewart und Mario Andretti.

Mike Beuttler verfehlte in einem privat eingesetzten March 721G die Qualifikation.[1]

RennenBearbeiten

Am Renntag herrschte kühles und unbeständiges Wetter. Hulme übernahm die Führung, gefolgt von Stewart und Clay Regazzoni, der vom achten Startplatz stark gestartet war. Dahinter sortierten sich Jacky Ickx und Emerson Fittipaldi ein. Letzterer hatte während der ersten Runden Probleme, da sich Benzin aufgrund einer Undichtigkeit in sein Cockpit ergoss und daraufhin der automatische Feuerlöscher in Gang gesetzt wurde. An der Konkurrenzfähigkeit des Brasilianers änderte dies jedoch erstaunlicherweise nichts.

Bereits nach wenigen Runden bekam Hulme Probleme mit seinem Getriebe und musste Stewart, Ickx und Fittipaldi passieren lassen, die ihrerseits kurz zuvor an Regazzoni vorbeigekommen waren. Ickx machte im Übereifer des Überholvorgangs einen Fehler, sodass Fittipaldi an ihm vorbei gelangte und schließlich drei Runden später die Führung übernahm, indem er auch Stewart überholte.

Hulme und Stewart mussten gegen Ende des Rennens jeweils in aussichtsreicher Position aufgeben. Hulme wegen eines technischen Defektes, Stewart wegen eigenem Verschulden, indem er sich von der Strecke drehte und seinen Wagen an einer Barriere beschädigte.

Neben den drei Podestplatzierten fielen vor allem die guten Leistungen des Viertplatzierten Surtees-Piloten Andrea de Adamich sowie von Carlos Pace auf, der bereits in seinem zweiten Grand Prix einen WM-Punkt erhielt.[2]

MeldelisteBearbeiten

Team Nr. Fahrer Chassis Motor Reifen
Vereinigtes Konigreich  Elf Team Tyrrell 1 Vereinigtes Konigreich  Jackie Stewart Tyrrell 003 Ford Cosworth DFV 3.0 V8 G
1T Tyrrell 0041
3 Frankreich  François Cevert Tyrrell 002
Vereinigtes Konigreich  STP March Racing Team 2 Schweden  Ronnie Peterson March 721X G
24 Osterreich  Niki Lauda
Italien  Scuderia Ferrari SpA SEFAC 4 Belgien  Jacky Ickx Ferrari 312B2 Ferrari 001/1 3.0 F12 F
6 Schweiz  Clay Regazzoni
7 Vereinigte Staaten  Mario Andretti
Vereinigtes Konigreich  John Player Team Lotus 5 Brasilien 1968  Emerson Fittipaldi Lotus 72D Ford Cosworth DFV 3.0 V8 F
21 Australien  Dave Walker
Vereinigtes Konigreich  Marlboro B.R.M. 8 Vereinigtes Konigreich  Peter Gethin BRM P1801 BRM P142 3.0 V12 F
19T Frankreich  Jean-Pierre Beltoise
19 BRM P160B
10 Schweden  Reine Wisell
25 Neuseeland  Howden Ganley
Vereinigtes Konigreich  España Marlboro B.R.M. 28 Spanien 1945  Àlex Soler-Roig
Frankreich  Equipe Matra Sports 9 Neuseeland  Chris Amon Matra MS120C Matra MS72 3.0 V12 G
Vereinigtes Konigreich  Yardley Team McLaren 11 Neuseeland  Denis Hulme McLaren M19A Ford Cosworth DFV 3.0 V8 G
20 Vereinigte Staaten  Peter Revson
Vereinigtes Konigreich  Brooke Bond Oxo Team Surtees 12 Australien  Tim Schenken Surtees TS9B F
15 Vereinigtes Konigreich  Mike Hailwood
Vereinigtes Konigreich  Ceramica Pagnossin Team Surtees 26 Italien  Andrea de Adamich
Vereinigtes Konigreich  Team Williams Motul 14 Frankreich  Henri Pescarolo March 721 G
29 Brasilien 1968  Carlos Pace March 711
Deutschland  Team Eifelland Caravans 16 Deutschland  Rolf Stommelen Eifelland Typ 21 G
Vereinigtes Konigreich  Motor Racing Developments 18 Vereinigtes Konigreich  Graham Hill Brabham BT37 G
22 Brasilien 1968  Wilson Fittipaldi Brabham BT33
Vereinigtes Konigreich  Clarke-Mordaunt-Guthrie Racing 23 Vereinigtes Konigreich  Mike Beuttler March 721G F

1 Die mit einem "T" hinter der Startnummer versehenen Wagen standen ihren jeweiligen Fahrern als T-Car zur Verfügung, kamen jedoch nicht zum Einsatz.

KlassifikationenBearbeiten

StartaufstellungBearbeiten

Pos. Fahrer Konstrukteur Zeit Ø-Geschwindigkeit Start
01 Belgien  Jacky Ickx Italien  Ferrari 1:18,43 156,246 km/h 01
02 Neuseeland  Denis Hulme Vereinigtes Konigreich  McLaren-Ford 1:19,18 154,766 km/h 02
03 Brasilien 1968  Emerson Fittipaldi Vereinigtes Konigreich  Lotus-Ford 1:19,26 154,610 km/h 03
04 Vereinigtes Konigreich  Jackie Stewart Vereinigtes Konigreich  Tyrrell-Ford 1:19,33 154,474 km/h 04
05 Vereinigte Staaten  Mario Andretti Italien  Ferrari 1:19,39 154,357 km/h 05
06 Neuseeland  Chris Amon Frankreich  Matra 1:19,52 154,105 km/h 06
07 Frankreich  Jean-Pierre Beltoise Vereinigtes Konigreich  B.R.M. 1:19,57 154,008 km/h 07
08 Schweiz  Clay Regazzoni Italien  Ferrari 1:19,71 153,737 km/h 08
09 Schweden  Ronnie Peterson Vereinigtes Konigreich  March-Ford 1:19,86 153,449 km/h 09
10 Schweden  Reine Wisell Vereinigtes Konigreich  B.R.M. 1:19,89 153,391 km/h 10
11 Vereinigte Staaten  Peter Revson Vereinigtes Konigreich  McLaren-Ford 1:20,11 152,970 km/h 11
12 Frankreich  François Cevert Vereinigtes Konigreich  Tyrrell-Ford 1:20,50 152,229 km/h 12
13 Italien  Andrea de Adamich Vereinigtes Konigreich  Surtees-Ford 1:20,79 151,682 km/h 13
14 Brasilien 1968  Wilson Fittipaldi Vereinigtes Konigreich  Brabham-Ford 1:20,83 151,607 km/h 14
15 Vereinigtes Konigreich  Mike Hailwood Vereinigtes Konigreich  Surtees-Ford 1:20,97 151,345 km/h 15
16 Brasilien 1968  Carlos Pace Vereinigtes Konigreich  March-Ford 1:21,00 151,289 km/h 16
17 Deutschland  Rolf Stommelen Deutschland  Eifelland-Ford 1:21,04 151,214 km/h 17
18 Australien  Tim Schenken Vereinigtes Konigreich  Surtees-Ford 1:21,06 151,177 km/h 18
19 Frankreich  Henri Pescarolo Vereinigtes Konigreich  March-Ford 1:21,24 150,842 km/h 19
20 Neuseeland  Howden Ganley Vereinigtes Konigreich  B.R.M. 1:21,43 150,490 km/h 20
21 Vereinigtes Konigreich  Peter Gethin Vereinigtes Konigreich  B.R.M. 1:22,43 148,664 km/h 21
22 Spanien 1945  Àlex Soler-Roig Vereinigtes Konigreich  B.R.M. 1:22,57 148,412 km/h 22
23 Vereinigtes Konigreich  Graham Hill Vereinigtes Konigreich  Brabham-Ford 1:22,59 148,376 km/h 23
24 Australien  Dave Walker Vereinigtes Konigreich  Lotus-Ford 1:22,74 148,107 km/h 24
25 Osterreich  Niki Lauda Vereinigtes Konigreich  March-Ford 1:24,96 144,237 km/h 25
DNQ Vereinigtes Konigreich  Mike Beuttler Vereinigtes Konigreich  March-Ford 1:25,48 143,360 km/h

RennenBearbeiten

Pos. Fahrer Konstrukteur Runden Stopps Zeit Start Schnellste Runde Ausfallgrund
01 Brasilien 1968  Emerson Fittipaldi Vereinigtes Konigreich  Lotus-Ford 90 0 2:03:41,2 03 1:21,06
02 Belgien  Jacky Ickx Italien  Ferrari 90 0 + 18,92 01 1:21,01
03 Schweiz  Clay Regazzoni Italien  Ferrari 89 0 + 1 Runde 08 1:22,20
04 Italien  Andrea de Adamich Vereinigtes Konigreich  Surtees-Ford 89 0 + 1 Runde 13 1:22,34
05 Vereinigte Staaten  Peter Revson Vereinigtes Konigreich  McLaren-Ford 89 0 + 1 Runde 11 1:22,18
06 Brasilien 1968  Carlos Pace Vereinigtes Konigreich  March-Ford 89 0 + 1 Runde 16 1:22,13
07 Brasilien 1968  Wilson Fittipaldi Vereinigtes Konigreich  Brabham-Ford 88 0 + 2 Runden 14 1:22,96
08 Australien  Tim Schenken Vereinigtes Konigreich  Surtees-Ford 88 0 + 2 Runden 18 1:22,90
09 Australien  Dave Walker Vereinigtes Konigreich  Lotus-Ford 87 0 + 3 Runden 24 1:22,36
10 Vereinigtes Konigreich  Graham Hill Vereinigtes Konigreich  Brabham-Ford 86 0 + 4 Runden 23 1:23,98
11 Frankreich  Henri Pescarolo Vereinigtes Konigreich  March-Ford 86 0 + 4 Runden 19 1:23,37
Vereinigtes Konigreich  Jackie Stewart Vereinigtes Konigreich  Tyrrell-Ford 69 0 DNF 04 1:21,03 Unfall
Neuseeland  Chris Amon Frankreich  Matra 66 0 DNF 06 1:22,91 Getriebeschaden
Frankreich  François Cevert Vereinigtes Konigreich  Tyrrell-Ford 65 1 DNF 12 1:22,04 Elektrikfehler
Vereinigtes Konigreich  Peter Gethin Vereinigtes Konigreich  B.R.M. 65 0 DNF 21 1:24,61 Motorschaden
Neuseeland  Denis Hulme Vereinigtes Konigreich  McLaren-Ford 48 0 DNF 02 1:21,80 Getriebeschaden
Neuseeland  Howden Ganley Vereinigtes Konigreich  B.R.M. 38 0 DNF 20 1:23,30 Motorschaden
Schweden  Reine Wisell Vereinigtes Konigreich  B.R.M. 24 1 DNF 10 1:22,60 Unfall
Vereinigte Staaten  Mario Andretti Italien  Ferrari 23 0 DNF 05 1:21,82 Öldruckverlust
Vereinigtes Konigreich  Mike Hailwood Vereinigtes Konigreich  Surtees-Ford 20 1 DNF 15 1:23,40 Elektrikfehler
Schweden  Ronnie Peterson Vereinigtes Konigreich  March-Ford 16 0 DNF 09 1:22,97 Kraftstoffverlust
Deutschland  Rolf Stommelen Deutschland  Eifelland-Ford 15 0 DNF 17 1:24,11 Fahrfehler
Frankreich  Jean-Pierre Beltoise Vereinigtes Konigreich  B.R.M. 09 1 DNF 07 1:24,15 Getriebeschaden
Osterreich  Niki Lauda Vereinigtes Konigreich  March-Ford 07 0 DNF 25 1:29,84 defektes Gasgestänge
Spanien 1945  Àlex Soler-Roig Vereinigtes Konigreich  B.R.M. 06 0 DNF 22 1:25,49 Fahrfehler

WM-Stände nach dem RennenBearbeiten

Die ersten sechs des Rennens bekamen 9, 6, 4, 3, 2 bzw. 1 Punkt(e).[3]

FahrerwertungBearbeiten

Pos. Fahrer Konstrukteur Punkte
01 Neuseeland  Denis Hulme McLaren 15
02 Brasilien 1968  Emerson Fittipaldi Lotus 15
03 Belgien  Jacky Ickx Ferrari 10
04 Vereinigtes Konigreich  Jackie Stewart Tyrrell 9
05 Schweiz  Clay Regazzoni Ferrari 7
06 Vereinigte Staaten  Peter Revson McLaren 6
Pos. Fahrer Konstrukteur Punkte
07 Italien  Andrea de Adamich Surtees 3
08 Schweden  Ronnie Peterson March 3
09 Vereinigte Staaten  Mario Andretti Ferrari 3
10 Australien  Tim Schenken Surtees 2
11 Brasilien 1968  Carlos Pace March 1
12 Vereinigtes Konigreich  Graham Hill Brabham 1

KonstrukteurswertungBearbeiten

Pos. Konstrukteur Punkte
01 Vereinigtes Konigreich  McLaren 17
02 Vereinigtes Konigreich  Lotus 15
03 Italien  Ferrari 13
04 Vereinigtes Konigreich  Tyrrell 9
Pos. Konstrukteur Punkte
05 Vereinigtes Konigreich  Surtees 5
06 Vereinigtes Konigreich  March 4
07 Vereinigtes Konigreich  Brabham 1

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. „Training“ (Memento des Originals vom 11. April 2008 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.motorsportarchiv.de (Motorsportarchiv.de; abgerufen am 12. Juli 2011)
  2. „Bericht“ (abgerufen am 12. Juli 2011)
  3. „WM-Stände“ (Memento des Originals vom 8. September 2011 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.motorsportarchiv.de (Motorsportarchiv.de; abgerufen am 12. Juli 2011)

WeblinksBearbeiten