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Landkreis Bad Dürkheim

Landkreis in Rheinland-Pfalz
Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Landkreises Bad Dürkheim Deutschlandkarte, Position des Landkreises Bad Dürkheim hervorgehoben

Koordinaten: 49° 27′ N, 8° 7′ O

Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Verwaltungssitz: Bad Dürkheim
Fläche: 594,76 km2
Einwohner: 132.660 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 223 Einwohner je km2
Kfz-Kennzeichen: DÜW
Kreisschlüssel: 07 3 32
Kreisgliederung: 48 Gemeinden
Adresse der
Kreisverwaltung:
Philipp-Fauth-Straße 11
67098 Bad Dürkheim
Website: www.kreis-bad-duerkheim.de
Landrat: Hans-Ulrich Ihlenfeld (CDU)
Lage des Landkreises Bad Dürkheim in Rheinland-Pfalz
NiederlandeBelgienFrankreichLuxemburgBaden-WürttembergHessenNordrhein-WestfalenSaarlandFrankenthal (Pfalz)KaiserslauternKoblenzLandau in der PfalzLandau in der PfalzLudwigshafen am RheinMainzPirmasensSpeyerTrierWormsZweibrückenLandkreis AhrweilerLandkreis Altenkirchen (Westerwald)Landkreis Alzey-WormsLandkreis Bad DürkheimLandkreis Bad KreuznachLandkreis Bernkastel-WittlichLandkreis BirkenfeldLandkreis Cochem-ZellDonnersbergkreisEifelkreis Bitburg-PrümLandkreis GermersheimLandkreis KaiserslauternLandkreis KuselLandkreis Mainz-BingenLandkreis Mayen-KoblenzNeustadt an der WeinstraßeLandkreis NeuwiedRhein-Hunsrück-KreisRhein-Lahn-KreisRhein-Pfalz-KreisLandkreis Südliche WeinstraßeLandkreis SüdwestpfalzLandkreis Trier-SaarburgLandkreis VulkaneifelWesterwaldkreisKarte
Über dieses Bild

Der Landkreis Bad Dürkheim ist eine Gebietskörperschaft im Süden von Rheinland-Pfalz in der Metropolregion Rhein-Neckar. Sitz der Kreisverwaltung ist die verbandsfreie Stadt Bad Dürkheim, die bevölkerungsreichste Kommune ist die verbandsfreie Gemeinde Haßloch.

GeographieBearbeiten

LageBearbeiten

Der Landkreis Bad Dürkheim liegt in der Pfalz zwischen Ludwigshafen am Rhein im Osten und Kaiserslautern im Westen. Der Westen des Kreises hat Anteil am Pfälzerwald, der Osten gehört noch zur Oberrheinischen Tiefebene, die Mitte ist Teil der Hügellandschaft an der Deutschen Weinstraße, die sich von Nord nach Süd über eine Länge von gut 30 Kilometer durch den Kreis zieht.

Struktur und GrenzenBearbeiten

Der Landkreis erstreckt sich von Nord nach Süd von Bockenheim bis Haßloch, in Ost-West-Richtung von Frankenstein bis Ellerstadt. Seine größte Ausdehnung erreicht er mit 42 Kilometer (Luftlinie) zwischen Elmstein im Südwesten und Dirmstein im Nordosten.

NachbarkreiseBearbeiten

Der Landkreis grenzt im Uhrzeigersinn im Norden beginnend an den Landkreis Alzey-Worms, an die kreisfreie Stadt Worms, an den Rhein-Pfalz-Kreis, an die kreisfreie Stadt Neustadt an der Weinstraße, an den Landkreis Südliche Weinstraße, an eine Exklave der kreisfreien Stadt Landau in der Pfalz, an den Landkreis Südwestpfalz, an den Landkreis und die kreisfreie Stadt Kaiserslautern sowie an den Donnersbergkreis.

Städte und GemeindenBearbeiten

(In Klammern: Einwohner am 31. Dezember 2018)[1]

Verbandsfreie Städte und Gemeinden

Verbandsgemeinden mit angehörigen Städten und Ortsgemeinden

Der Verwaltungssitz jeder Verbandsgemeinde ist mit * markiert.

Bad DürkheimGrünstadtGrünstadtHaßlochMeckenheim (Pfalz)Niederkirchen bei DeidesheimRuppertsbergForst an der WeinstraßeDeidesheimWattenheimHettenleidelheimTiefenthal (Pfalz)Carlsberg (Pfalz)AltleiningenEllerstadtGönnheimFriedelsheimWachenheim an der WeinstraßeElmsteinWeidenthalNeidenfelsLindenberg (Pfalz)Lambrecht (Pfalz)FrankeneckEsthalKindenheimBockenheim an der WeinstraßeQuirnheimMertesheimEbertsheimObrigheim (Pfalz)ObersülzenDirmsteinGerolsheimLaumersheimGroßkarlbachBissersheimKirchheim an der WeinstraßeKleinkarlbachNeuleiningenBattenberg (Pfalz)NeuleiningenKirchheim an der WeinstraßeWeisenheim am SandWeisenheim am SandWeisenheim am SandErpolzheimBobenheim am BergBobenheim am BergDackenheimDackenheimFreinsheimFreinsheimHerxheim am BergHerxheim am BergHerxheim am BergKallstadtKallstadtWeisenheim am BergWeisenheim am BergLandkreis Alzey-WormsWormsLudwigshafen am RheinFrankenthal (Pfalz)Rhein-Pfalz-KreisLandkreis GermersheimNeustadt an der WeinstraßeLandkreis Südliche WeinstraßeLandau in der PfalzKaiserslauternLandkreis KaiserslauternDonnersbergkreisKaiserslauternLandkreis Südwestpfalz 
  1. Stadt Deidesheim * (3760)
  2. Forst an der Weinstraße (773)
  3. Meckenheim (3383)
  4. Niederkirchen bei Deidesheim (2388)
  5. Ruppertsberg (1452)
  1. Bobenheim am Berg (850)
  2. Dackenheim (442)
  3. Erpolzheim (1333)
  4. Stadt Freinsheim * (4916)
  5. Herxheim am Berg (724)
  6. Kallstadt (1259)
  7. Weisenheim am Berg (1718)
  8. Weisenheim am Sand (4233)
  1. Elmstein (2399)
  2. Esthal (1323)
  3. Frankeneck (817)
  4. Stadt Lambrecht (Pfalz) * (4069)
  5. Lindenberg (1095)
  6. Neidenfels (800)
  7. Weidenthal (1726)
  1. Altleiningen (1716)
  2. Battenberg (Pfalz) (396)
  3. Bissersheim (443)
  4. Bockenheim an der Weinstraße (2178)
  5. Carlsberg (3420)
  6. Dirmstein (2996)
  7. Ebertsheim (1234)
  8. Gerolsheim (1761)
  9. Großkarlbach (1166)
  10. Hettenleidelheim (3017)
  11. Kindenheim (1004)
  12. Kirchheim an der Weinstraße (1925)
  13. Kleinkarlbach (829)
  14. Laumersheim (914)
  15. Mertesheim (407)
  16. Neuleiningen (772)
  17. Obersülzen (707)
  18. Obrigheim (Pfalz) (2766)
  19. Quirnheim (794)
  20. Tiefenthal (848)
  21. Wattenheim (1614)
  1. Ellerstadt (2417)
  2. Friedelsheim (1441)
  3. Gönnheim (1567)
  4. Stadt Wachenheim an der Weinstraße * (4644)

Die Gemeinde Ungstein wurde am 22. April 1972 in die Stadt Bad Dürkheim eingemeindet.

Listen zu dem Begriff „Gebietsveränderungen“ siehe Gebietsreformen in Rheinland-Pfalz

GeschichteBearbeiten

Der Landkreis Bad Dürkheim wurde am 7. Juni 1969 im Rahmen der Kreisreform in Rheinland-Pfalz aus Teilen der beiden aufgelösten Landkreise Frankenthal (Pfalz) und Neustadt an der Weinstraße (früher Neustadt an der Haardt) sowie der Gemeinde Rodenbach aus dem aufgelösten Landkreis Kirchheimbolanden gebildet. Am 16. März 1974 wurde Duttweiler in die kreisfreie Stadt Neustadt an der Weinstraße eingegliedert.[2] Die beiden alten Landkreise waren vom Königreich Bayern, zu dem das heutige Kreisgebiet ab 1816 gehörte, geschaffen worden. 1946 wurden beide Kreise Teil des damals neu geschaffenen Landes Rheinland-Pfalz und gehörten zunächst zum Regierungsbezirk Pfalz, ab 1968 Rheinhessen-Pfalz.

EinwohnerentwicklungBearbeiten

Jahr Einwohner Quelle
1970 115.700 [3]
1980 116.000 [4]
1990 124.400 [5]
2000 133.800 [6]
2010 132.757
2016 132.960

PolitikBearbeiten

KreistagBearbeiten

Wahl zum Bad Dürkheimer Kreistag 2019
Beteiligung: 67,2 % (+8,5 %p)
 %
30
20
10
0
29,2
20,7
15,7
13,5
10,6
6,7
2,7
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2014
 %p
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
-8,0
-7,1
+6,8
+1,4
+5,5
+2,4
± 0,0
Sitzverteilung im Bad Dürkheimer Kreistag 2019
1
7
10
6
3
14
5
10 14 
Insgesamt 46 Sitze

Der Kreistag des Landkreises Bad Dürkheim besteht aus 46 gewählten Mitgliedern und dem Landrat als Vorsitzendem.

Wegen der Besonderheiten des rheinland-pfälzischen Wahlsystems bei den Kommunalwahlen (personalisierte Verhältniswahl) sind die angegebenen prozentualen Stimmanteile als gewichtete Ergebnisse ausgewiesen, die das Wahlverhalten nur rechnerisch wiedergeben.[7]

Die Wahlen zum Kreistag seit 1999 hatten folgende Ergebnisse:[8]

Parteien und Wählergruppen %
2019
Sitze
2019
%
2014
Sitze
2014
%
2009
Sitze
2009
%
2004
Sitze
2004
%
1999
Sitze
1999
CDU 29,2 14 37,2 18 35,8 17 41,7 19 42,2 20
SPD 20,7 10 27,8 13 29,0 13 29,2 13 37,7 18
Grüne 15,7 7 8,9 4 7,1 3 7,2 3 5,2 2
FWG 13,5 6 12,1 6 12,9 6 12,1 6 9,5 4
AfD 10,6 5 5,1 2
FDP 6,7 3 4,3 2 8,9 4 5,6 3 4,5 2
Linke 2,7 1 2,7 1 2,9 1
Soziale Wählergemeinschaft 0,9 0 0,8 0
Piraten 0,8 0
Der Dritte Weg 0,5 0
Republikaner 1,8 1 4,3 2
NPD 1,6 1
Gesamt 100 46 100 46 100 46 100 46 100 46
Wahlbeteiligung in % 67,2 58,7 61,1 62,7 66,3

LandräteBearbeiten

Seit 2001 wird das Amt des Landrats, des höchsten Verwaltungsbeamten des Landkreises, durch Mehrheitswahl vergeben. Eine Wahlperiode dauert acht Jahre.

Zeit Name Partei Bemerkungen
1969–1979 Hermann Scherer SPD
1979–1988 Hermann-Josef Deutsch CDU vorzeitiger Rücktritt
1988–1990 Herbert Gustavus SPD als 1. Kreisbeigeordneter kommissarisch
1990–2001 Georg Kalbfuß SPD
2001–2012 Sabine Röhl SPD 2001 und 2009 gewählt durch Direktwahl,
im Dezember 2012 nach zweijähriger Krankheit verstorben.[9]
2012–2013 Erhard Freunscht CDU als 1. Kreisbeigeordneter kommissarisch
2013– Hans-Ulrich Ihlenfeld CDU

Wappen und FlaggeBearbeiten

Der Landkreis Bad Dürkheim führt ein Wappen sowie eine Hiss- und Bannerflagge.

Blasonierung: „Durch einen mit zwei blauen, grün gestielten Trauben mit grünen Blättern belegten silbernen Pfahl gespalten: rechts in Schwarz ein linksgewendeter, rot bewehrter goldener Löwe; links in Blau ein rot bewehrter silberner Adler.“
Wappenbegründung: Der Pfälzer Löwe steht für die Kurpfalz, die vom Mittelalter bis in die Neuzeit das südliche Kreisgebiet beherrschte, und der Adler für die Herren von Leiningen, denen der nördliche Bereich gehörte. Der silberne Pfahl symbolisiert die Deutsche Weinstraße, die durch das Kreisgebiet führt, für dessen beide großen Weinbaugebiete Mittelhaardt-Deutsche Weinstraße und Südliche Weinstraße die zwei Trauben stehen. Die Wappenverleihung erfolgte am 22. Januar 1973.

PartnerschaftenBearbeiten

Zum Landkreis Starnberg in Oberbayern bestehen seit 1980 „freundschaftliche Beziehungen“. 1990 wurde eine formelle Partnerschaft mit dem Landkreis Stadtroda in Thüringen beschlossen, der 1994 im Saale-Holzland-Kreis aufging. Die jüngste Partnerschaft besteht seit 2000 mit dem polnischen Landkreis Kreuzberg O.S. Außerdem betreut der Landkreis Bad Dürkheim die seit 1968 bestehende Partnerschaft zwischen der Deutschen Weinstraße und der Südtiroler Weinstraße.[10]

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

WirtschaftBearbeiten

Typisch für den Landkreis ist der Weinanbau auf rund 7200 Hektar Rebfläche, aber auch Obst und Gemüse werden angepflanzt. Dank des milden Klimas wachsen zum Beispiel Mandeln, Feigen, Orangen und Zitronen.

Neben der Landwirtschaft ist der Tourismus eine weitere Einnahmequelle für viele Bewohner des Landkreises. Im Naturpark Pfälzerwald findet man den Kurpfalz-Park, einen Wildschutzpark oberhalb des Städtchens Wachenheim. Der Holiday Park bei Haßloch lockt ebenfalls jährlich tausende Besucher in die Pfalz.

Das Kreisgebiet durchziehen eine Pipeline für Erdgas der Creos Deutschland GmbH sowie die NATO-Pipeline „Speyer–Fürfeld“.

VerkehrBearbeiten

Verkehrstechnisch ist der Landkreis Bad Dürkheim gut angebunden. Die Bundesautobahn 6 (Mannheim–Saarbrücken) führt durch das nördliche Kreisgebiet, die Bundesautobahn 65 (Karlsruhe–Ludwigshafen) streift das südliche Kreisgebiet bei Haßloch. Die Bundesautobahn 61 (Speyer–Ludwigshafen–Koblenz) führt nur wenige Kilometer östlich der Kreisgrenze vorbei und kreuzt sowohl die A 6 als auch die A 65.

Der öffentliche Personennahverkehr ist im Verkehrsverbund Rhein-Neckar zusammengeschlossen. Durch den Landkreis verlaufen die wichtige Eisenbahntrasse der Pfälzischen Ludwigsbahn MannheimSaarbrücken(–Paris) sowie die Pfälzische Nordbahn (Neustadt an der Weinstraße–)Bad Dürkheim–Grünstadt(–Monsheim). Die Rhein-Haardtbahn (RHB) verkehrt von Bad Dürkheim nach Ludwigshafen und Mannheim, wo sie dank gleicher Spurbreite mit der Straßenbahn vernetzt ist. Nur noch im Museumsverkehr wird hingegen das Kuckucksbähnel Lambrecht–Elmstein bedient.

Kfz-KennzeichenBearbeiten

Bei der Bildung des neuen Landkreises wurde am 7. Juni 1969 das Unterscheidungszeichen DÜW zugeteilt. Es ist von Bad Dürkheim und Weinstraße abgeleitet und wird bis heute ausgegeben.

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Bevölkerungsstand 2018, Gemeindeebene (Hilfe dazu).
  2. Amtliches Gemeindeverzeichnis 2006 (Memento vom 22. Dezember 2017 im Internet Archive) (= Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz [Hrsg.]: Statistische Bände. Band 393). Bad Ems März 2006, S. 158 (PDF; 2,6 MB).   Info: Es liegt ein aktuelles Verzeichnis (2016) vor, das aber im Abschnitt „Gebietsänderungen – Territoriale Verwaltungsreform“ keine Einwohnerzahlen angibt.
  3. Statistisches Jahrbuch für die Bundesrepublik Deutschland 1972
  4. Statistisches Jahrbuch für die Bundesrepublik Deutschland 1981
  5. Statistisches Jahrbuch für die Bundesrepublik Deutschland 1992
  6. Statistisches Jahrbuch für die Bundesrepublik Deutschland 2002
  7. Erläuterung des Landeswahlleiters zu gewichteten Ergebnissen.
  8. Wahlergebnis beim Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz
  9. Morgenweb: Bad Dürkheim: Landrätin Röhl verstorben. 7. Dezember 2012, abgerufen am 7. Dezember 2012.
  10. Landkreis Bad Dürkheim: Partnerschaften des Landkreises Bad Dürkheim (Memento des Originals vom 2. August 2010 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.kreis-bad-duerkheim.de