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Landkreis Mainz-Bingen

Landkreis in Rheinland-Pfalz
Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Landkreises Mainz-Bingen Deutschlandkarte, Position des Landkreises Mainz-Bingen hervorgehobenKoordinaten: 49° 55′ N, 8° 5′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Verwaltungssitz: Ingelheim am Rhein
Fläche: 605,77 km2
Einwohner: 208.749 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 345 Einwohner je km2
Kfz-Kennzeichen: MZ, BIN
Kreisschlüssel: 07 3 39
Kreisgliederung: 66 Gemeinden
Adresse der
Kreisverwaltung:
Georg-Rückert-Straße 11
55218 Ingelheim am Rhein
Webpräsenz: www.mainz-bingen.de
Landrat: Dorothea Schäfer (CDU)
Lage des Landkreises Mainz-Bingen in Rheinland-Pfalz
NiederlandeBelgienFrankreichLuxemburgBaden-WürttembergHessenNordrhein-WestfalenSaarlandFrankenthal (Pfalz)KaiserslauternKoblenzLandau in der PfalzLandau in der PfalzLudwigshafen am RheinMainzPirmasensSpeyerTrierWormsZweibrückenLandkreis AhrweilerLandkreis Altenkirchen (Westerwald)Landkreis Alzey-WormsLandkreis Bad DürkheimLandkreis Bad KreuznachLandkreis Bernkastel-WittlichLandkreis BirkenfeldLandkreis Cochem-ZellDonnersbergkreisEifelkreis Bitburg-PrümLandkreis GermersheimLandkreis KaiserslauternLandkreis KuselLandkreis Mainz-BingenLandkreis Mayen-KoblenzNeustadt an der WeinstraßeLandkreis NeuwiedRhein-Hunsrück-KreisRhein-Lahn-KreisRhein-Pfalz-KreisLandkreis Südliche WeinstraßeLandkreis SüdwestpfalzLandkreis Trier-SaarburgLandkreis VulkaneifelWesterwaldkreisKarte
Über dieses Bild

Der Landkreis Mainz-Bingen ist eine Gebietskörperschaft im Osten von Rheinland-Pfalz. Sitz der Kreisverwaltung und bevölkerungsreichste Kommune ist die verbandsfreie Stadt Ingelheim am Rhein.

Er ging 1969 größtenteils aus den Landkreisen Bingen und Mainz hervor, die bis 1945 der Kreis Bingen und der Kreis Mainz im Volksstaat Hessen waren.

Inhaltsverzeichnis

GeographieBearbeiten

 
Der Binger Mäuseturm auf einer Insel im Rhein

LageBearbeiten

Der Rhein bildet die gesamte Ost- und einen großen Teil der Nordgrenze des Landkreises. In Bingen mündet die Nahe in den Rhein, nachdem sie ein kurzes Stück durch den Kreis fließt. Die Landwirtschaft des Landkreises wird vom Weinbau dominiert. Dies gilt sowohl entlang des Rheins als auch im als Rheinhessische Hügellandschaft bezeichneten südlichen Teil des Kreises. Drei Weinanbaugebiete prägen den Landkreis: Der Mittelrhein, die Nahe und Rheinhessen, Deutschlands größtes Weinanbaugebiet. Bedingt durch die günstigen klimatischen Umstände ist im Landkreis auch der Obst- und Gemüseanbau (z. B. Kirschen, Spargel) gut entwickelt.

NachbarkreiseBearbeiten

Der Landkreis grenzt im Uhrzeigersinn im Norden beginnend an den Rheingau-Taunus-Kreis, die kreisfreien Städte Wiesbaden und Mainz und an den Kreis Groß-Gerau (alle außer Mainz in Hessen) sowie an die Landkreise Alzey-Worms, Bad Kreuznach, Rhein-Hunsrück-Kreis und Rhein-Lahn-Kreis (alle wie auch Mainz in Rheinland-Pfalz).

Der Landkreis Mainz-Bingen gehört der Metropolregion Rhein-Main-Gebiet an.

GeschichteBearbeiten

 
Hessen im Jahr 1930

Das Gebiet des heutigen Landkreises Mainz-Bingen war vor 1792 in zahlreiche Herrschaftsgebiete zersplittert, von denen die Kurfürsten von der Pfalz den größten Anteil hatten, gefolgt von den Mainzer Kurfürsten.

Im Jahr 1794 wurde das Linke Rheinufer im Ersten Koalitionskrieg französisch besetzt. Von der französischen Regierung wurde 1798 die Verwaltung des Linken Rheinufers nach französischem Vorbild reorganisiert. Das Gebiet des heutigen Landkreises Mainz-Bingen war von 1798 bis 1814 überwiegend Teil des Departements Donnersberg (Mont Tonnerre) mit der Hauptort (chef-lieu) Mainz, während das Gebiet nördlich der Nahe zum Departement Rhein-Mosel (Rhin-et-Moselle) mit Sitz in Koblenz gehörte. Nach dem Wiener Kongress 1815 kam der nördliche Teil des heutigen Kreises (westlich der Nahe) zum Königreich Preußen (ab 1822 Rheinprovinz), der südliche Teil 1816 zum Großherzogtum Hessen. Innerhalb von Hessen entstanden am 5. Februar 1835 die beiden Kreise Mainz und Bingen. Der Kreis Mainz entstand aus den Kantonen Mainz, Niederolm und Oppenheim. Am 16. Februar 1835 wurde die Stadt Mainz als Kreis Mainz-Stadt aus dem Kreis Mainz ausgegliedert. Am 12. Mai 1852 entstand der Kreis Oppenheim. Am 7. April 1938 wurde der Kreis Oppenheim aufgelöst und auf die Kreise Mainz und Alzey verteilt. Bei der Kreisreform wurden die beiden Landkreise Mainz und Bingen am 7. Juni 1969 zusammengelegt, wobei auch einige Gebiete der Landkreise Kreuznach und Sankt Goar einbezogen wurden. Am 7. November 1970 kam noch Genheim aus dem Landkreis Bad Kreuznach hinzu. Am 16. März 1974 folgten Dorn-Dürkheim und Wolfsheim aus dem Landkreis Alzey-Worms.[2] Sitz der Kreisverwaltung war zunächst der Erthaler Hof in Mainz; seit dem 1. Januar 1996 ist es Ingelheim am Rhein.

Geschichte des Kreises BingenBearbeiten

Hauptartikel: Landkreis Bingen

Geschichte des Kreises MainzBearbeiten

Hauptartikel: Landkreis Mainz

EinwohnerentwicklungBearbeiten

Einwohner
(Hauptwohnsitz)[3]
Stichtag
200.598 31. Dezember 2005
201.371 31. Dezember 2006
201.970 31. Dezember 2007
201.915 31. Dezember 2008
202.260 31. Dezember 2009
203.026 31. Dezember 2010
203.588 31. Dezember 2011
202.222 31. Dezember 2012
205.657 31. Dezember 2013
206.918 31. Dezember 2014
211.307 31. Dezember 2015
211.874 31. Dezember 2016

PolitikBearbeiten

 
Dorothea Schäfer, amtierende Landrätin des Kreises Mainz-Bingen

LandräteBearbeiten

KreistagBearbeiten

Kreistagswahl im Landkreis Mainz-Bingen 2014
 %
40
30
20
10
0
37,05
35,84
12,71
9,17
4,18
1,06
n. k.
n. k.
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2009
 %p
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
+0,55
+4,64
+1,51
+0,47
-5,22
+1,06
-2,3
-0,8
Sitzverteilung im Kreistag Mainz-Bingen 2014
1
6
18
5
2
18
18 18 
Insgesamt 50 Sitze

Die Wahlen zum Kreistag am 25. Mai 2014 hatten folgendes Ergebnis:[5]

Parteien und Wählergemeinschaften %
2014
Sitze
2014
%
2009
Sitze
2009
%
2004
Sitze
2004
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 37,05 18 36,5 18 42,3 21
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 35,84 18 31,2 16 30,9 16
Grüne Bündnis 90/Die Grünen 12,71 6 11,2 6 9,2 5
FWG Freie Wählergruppe im Landkreis Mainz-Bingen 9,17 5 8,7 4 9,1 5
FDP Freie Demokratische Partei 4,18 2 9,4 5 6,3 3
Piraten Piratenpartei 1,06 1
REP Die Republikaner 2,3 1
ÖDP Ökologisch-Demokratische Partei 0,8 0 0,8 0
BL Bürgerliste 1,0 0
Tierschutzpartei Partei Mensch Umwelt Tierschutz 0,5 0
gesamt 100,0 50 100,0 50 100,0 50
Wahlbeteiligung in % 60,8 60,1 61,0

SPD, FWG und Grüne bilden eine Koalition im Kreistag.[6]

Nach der Landratswahl ist eine Große Koalition im Gespräch.[7]

Wappen und FlaggeBearbeiten

Der Landkreis Mainz-Bingen führt ein Wappen sowie eine Hiss- und Bannerflagge.

Blasonierung: „Unter einem goldenen Schildhaupt, darin ein rot bewehrter, schwarzer Adler, gespalten: vorne in Rot ein sechsspeichiges silbernes Rad (Mainzer Rad), hinten in Schwarz ein rot gekrönter und rot bewehrter goldener Löwe (Pfälzer Löwe).“
Wappenbegründung: Das Rad steht für das ehemalige Fürstbistum Mainz, der Löwe für die kurpfälzischen Gebiete des Kreises und der Adler weist auf die Reichsgüter bei Ingelheim, Oppenheim und Nierstein hin.

Das Wappen wurde am 6. Mai 1970 genehmigt.

WirtschaftBearbeiten

Der Landkreis Mainz-Bingen ist ein wirtschaftlich sehr starker Landkreis. Dies belegen Studien wie etwa das Landkreisranking des Wirtschaftsmagazins Focus Money, das den Landkreis Mainz-Bingen regelmäßig in der Spitzengruppe sieht. Im Jahr 2014 lag der Landkreis in diesem Ranking unter mehr als 400 Landkreisen und kreisfreien Städten in Deutschland auf dem ersten Platz.[8] In Rheinland-Pfalz ist der Kreis seit Beginn des Landkreisrankings im Jahr 2003 in jedem Jahr auf Platz eins gelistet. Auch andere Studien wie die des Berlin-Institutes für Weltbevölkerung und globale Entwicklung,[9] der Prognos AG[10] und der „Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft“[11] attestieren dem Landkreis Mainz-Bingen ein besonders großes Engagement der Bürger im ehrenamtlichen Bereich, überdurchschnittliche Kaufkraft der Einwohner, Zukunftsfähigkeit und große Wirtschaftsstärke. Außerdem wurde der Landkreis 2008 für seine kommunalpolitische Gesamtstrategie mit dem bundesweit vergebenen „Kommunalfuchs“ ausgezeichnet.[12]

Die gute wirtschaftliche Situation im Kreis Mainz-Bingen zeigt sich auch in der permanent niedrigen Arbeitslosenquote, die deutlich unter dem Landesdurchschnitt von Rheinland-Pfalz liegt. Im Dezember 2016 betrug die Quote 3,7 %.[13] Auch das verfügbare Haushaltseinkommen im Kreis ist das höchste in Rheinland-Pfalz.[14]

WirtschaftsstrukturBearbeiten

 
Im Vordergrund Weinreben, im Hintergrund das Firmengelände von Boehringer Ingelheim

Zur Wirtschaftskraft des Landkreises Mainz-Bingen tragen neben vielen klein- und mittelständischen Betrieben auch Großunternehmen wie das zweitgrößte deutsche forschende Pharmaunternehmen Boehringer Ingelheim, die Eckes AG (Granini-Fruchtsäfte, Hohes C) oder die zur Dr. August Oetker KG gehörende Chemische Fabrik Budenheim bei. Daneben ist auch der Obstanbau eine wichtige Einnahmequelle: Die genossenschaftlich organisierten Vereinigten Obst- und Gemüsemärkte Rheinhessen eG (VOG) in Ingelheim sind der größte deutsche Anbieter für Sauerkirschen und Mirabellen.[15] Einen großen Stellenwert nimmt aber vor allem der Weinbau im Landkreis ein. Von den rund 34.000 Hektar landwirtschaftlicher Fläche im Landkreis Mainz-Bingen sind etwa 35 Prozent Weinanbaufläche.[16] Mit Mittelrhein, Nahe und Rheinhessen als Deutschlands größtem Weinanbaugebiet hat der Landkreis Mainz-Bingen Anteil an drei Weinbauregionen. Durch das Weinanbaugebiet Rheinhessen ist der Landkreis Mitglied im Great Wine Capitals Global Network.

Ehrenamtliches EngagementBearbeiten

Dem „Engagementatlas 2009“ nach sind die Bürger des Landkreises Mainz-Bingen ehrenamtlich sehr aktiv.[10] Dieser Untersuchung zufolge sind mehr als 50 Prozent der Landkreisbürger bürgerschaftlich engagiert, womit der Kreis in der höchsten Kategorie liegt und eine „weit überdurchschnittliche Engagementquote“ aufweist. Von 2007 bis 2013 hat der Landkreis über sein Ehrenamtsförderprogramm insgesamt 763 Projekte ehrenamtlicher Initiativen und Vereine mit einer Gesamtsumme von 13,6 Millionen Euro gefördert.[17] Für das Jahr 2016 stehen insgesamt drei Million Euro für die Ehrenamtsförderung zur Verfügung.[18]

BildungBearbeiten

 
Der Orientierungsstufenbau des Gymnasiums Nieder-Olm

Der Landkreis Mainz-Bingen hat seit 1990 rund 234 Millionen Euro in die kreiseigenen Schulen investiert.[19] Auch über die Kreisvolkshochschule ist der Kreis im Bildungsbereich engagiert. Der Landkreis Mainz-Bingen ist Träger folgender weiterführender Schulen:

GymnasienBearbeiten

Integrierte GesamtschulenBearbeiten

Realschulen plusBearbeiten

Berufsbildende SchulenBearbeiten

FörderschulenBearbeiten

Weitere SchulenBearbeiten

Darüber hinaus gibt es im Landkreis Mainz-Bingen folgende weiterführende Schulen (nicht in Trägerschaft des Kreises):

  • Gymnasium Hildegardisschule, Bingen am Rhein
  • Realschule plus Am Scharlachberg, Bingen am Rhein
  • Grund- und Realschule plus, Budenheim/Mainz-Mombach
  • private Hildegardis-Berufsschule, Bingen am Rhein
  • private Handelsschule Dr. Lax, Bingen am Rhein
  • Bilinguale Montessori-Schule, Ingelheim am Rhein

KulturBearbeiten

 
Sebastian Münster

Neben Carl Zuckmayer aus Nackenheim, bekannt durch seinen „Hauptmann von Köpenick“ oder dem Drama „Des Teufels General“, sowie den Dichter Stefan George aus Bingen und den in Nieder-Olm geborenen Schriftsteller Wilhelm Holzamer, ist vor allem Hildegard von Bingen, die „große Frau des Mittelalters“, als Persönlichkeit aus dem Gebiet des heutigen Landkreises überregional bekannt. Das Konterfei des in Ingelheim geborenen Kosmographen Sebastian Münster schmückte den alten 100-DM-Geldschein. Der Kupferstecher und Verleger Matthäus Merian hinterließ Spuren in Oppenheim. Die Vorfahren des Malers Adam Elsheimer stammten aus dem heutigen Stadecken-Elsheim. Einem größeren Publikum ist beispielsweise auch der schreibende Winzer Andreas Wagner bekannt,[20] dessen Wein-Krimis im Ingelheimer Leinpfad Verlag erscheinen. Zur Förderung des heutigen kulturellen Lebens wurde 1993 die Stiftung „Kultur im Landkreis“ Mainz-Bingen gegründet, die kulturelle Veranstaltungen selbst organisiert und auch unterstützt.

Feste und KulturveranstaltungenBearbeiten

Außer der für die Region typischen Fastnacht mit Umzügen und Sitzungen in fast jedem Ort gibt es eine Vielzahl von Weinfesten, wie das Bodenheimer Albansfest, das Guntersblumer Kellerwegfest, das Ingelheimer Rotweinfest, die Weinpräsentation am Roten Hang in Nierstein oder des Fest des jungen Weines in Gau-Algesheim. Von überörtlicher Bedeutung sind die Theaterspiele in Oppenheim, das Jazz-Festival „Bingen swingt“, die Carl-Zuckmayer-Festspiele in Nackenheim oder der rheinhessische Jugendbandwettbewerb „Rock-N-Pop-Youngsters“, bei dem zum Beispiel auch die Indie-Band Auletta erste Bühnenerfahrung sammelte. Aufgrund der großen Bedeutung des Weinbaus im Kreisgebiet, findet jedes Jahr der Weinsensorik-Wettbewerb „Beste Weinnase des Landkreises Mainz-Bingen“ in Oppenheim statt, zu dem Teilnehmer aus dem gesamten Bundesgebiet anreisen.[21] Wein und Kultur verbinden sich auch in der literarischen Reihe „Rheinhessen liest“, die rheinhessenweit Lesungen in Weingütern und Straußwirtschaften bietet. Die Jakobsberger Gespräche sind eine regelmäßig vom Landkreis Mainz-Bingen veranstaltet Gesprächsreihe im Kloster Jakobsberg bei Ockenheim, zu der Führungskräfte aus Wirtschaft, Gesellschaft, Politik, Kirche und Verwaltung als Referenten eingeladen werden. Im Fokus stehen dabei gesellschaftspolitisch relevante Fragestellungen. Erstmals fanden die Jakobsberger Gespräche 1996 statt. Bekannte bisherige Redner waren unter anderem Helmut Thoma, Karl Lehmann, Erwin Teufel, Peter Frey und Nikolaus Schneider, Udo van Kampen und Heinz Buschkowsky.

TourismusBearbeiten

 
Burg Rheinstein bei Trechtingshausen
 
Das „Alte Haus“ in Bacharach

Ein Teil des Landkreises zwischen Bingen am Rhein und Bacharach liegt im UNESCO-Welterbe Oberes Mittelrheintal. Besonders Bacharach mit seiner historischen Bausubstanz, der gut erhaltenen Stadtmauer, der Burg Stahleck, der Burg Stahlberg, dem „Alten Haus“ und der Ruine der bekannten gotischen Wernerkapelle, einem Symbol der Rheinromantik, stellt dabei eines der touristischen Hauptziele dar. Zahlreiche Burgen säumen das Mittelrheintal, in Trechtingshausen können etwa die Burgen Rheinstein und Reichenstein besichtigt werden. Sehenswert ist zudem die Katharinenkirche in Oppenheim, die als eine der bedeutendsten gotischen Kirchen in Deutschland gilt. Auch das Oppenheimer Kellerlabyrinth, ein rund 40 Kilometer langes Gang- und Kellersystem auf fünf Ebenen unter der Stadt, lockt viele Touristen an. Die Burgruine Landskron ist Veranstaltungsort für die Theaterfestspiele Oppenheim und für Sommerkonzerte. Das Wahrzeichen von Bingen ist der auf einer Insel im Rhein stehende Mäuseturm. Mit der Drususbrücke befindet sich außerdem die älteste mittelalterliche Steinbrücke Deutschlands in Bingen. Die Binger Rochuskapelle ist ein in der Region bekannter Wallfahrtsort. In Ingelheim am Rhein können Geschichtsinteressierte die Kaiserpfalz besichtigen, die von Karl dem Großen in Auftrag gegeben wurde und ihm als Regierungsort diente.

WeinBearbeiten

 
Riesling-Traube

Im gesamten Landkreis mit seinen drei Weinanbaugebieten Mittelrhein, Nahe und Rheinhessen spielt der Wein eine große Rolle beim Tourismus. Manche Lagen wie der „Rote Hang“ in Nierstein sind weltberühmt. Viele Weingüter und Herbergen im Kreis bieten Weinerlebnisurlaube an. Neben Riesling, Müller-Thurgau und Dornfelder wird vor allem in Rheinhessen auch Silvaner angebaut. Die Silvaner-Anbaufläche in Rheinhessen ist die größte der Welt. Ein Teil des Weinanbaugebiets Rheinhessen im Bereich der Verbandsgemeinde Sprendlingen-Gensingen wird als „Rheinhessische Toskana“ bezeichnet.

AktivurlaubBearbeiten

 
Der Auwald bei Budenheim

Naturliebhaber können Wanderungen oder Fahrradtouren in die Rheinauen unternehmen, die sich von Budenheim über Ingelheim bis Bingen erstrecken. Der dortige Auwald zählt zu den artenreichsten Gebieten in Europa. Im Mittelrheintal verläuft zudem der Rheinburgenweg für Wanderer. Auch ein Teil des Rheinhessischen Jakobswegs geht durch den Landkreis Mainz-Bingen. Für Golfer gibt es sowohl in Budenheim als auch in Mommenheim und Sankt Johann Golfplätze. Es besteht außerdem ein dichtes Radwegenetz mit verschiedenen Themenstrecken wie etwa der Obstroute, dem Selztal-Radweg, dem Rheinradweg oder dem Amiche-Radweg.

PartnerschaftenBearbeiten

Der Landkreis Mainz-Bingen unterhält Partnerschaften mit

Sowohl die Woiwodschaft Oppeln als auch Ruanda sind Partnerregion bzw. -land des Landes Rheinland-Pfalz. Die 1952 begründete Partnerschaft mit der Provinz Verona ist die älteste kommunale Partnerschaft Europas. Die Partnerschaftsurkunde mit dem Landkreis Nysa unterschrieben die Kreisvertreter im Jahr 2001. Mit beiden Regionen gibt es regelmäßige Jugendaustausche, Fachtagungen, Projekte und Treffen. So hat der Landkreis Mainz-Bingen bislang zahlreichen jungen Frauen und Männern aus den Partnerlandkreisen ein Praktikum in der Kreisverwaltung und Studenten die Teilnahme an den Internationalen Sprachkursen der Johannes Gutenberg-Universität Mainz ermöglicht. Im Rahmen der Partnerschaft mit Rusumo wurde 1989 der Freundschaftskreis Landkreis Mainz-Bingen – Distrikt Rusumo e. V. gegründet. Durch die Mitgliedsbeiträge dieses Vereins und Spenden konnten inzwischen viele Hilfsprojekte in dem ruandischen Distrikt verwirklicht werden.

VerkehrBearbeiten

Diese Gegend wurde zunächst von der Hessischen Ludwigs-Eisenbahn-Gesellschaft erschlossen: 1853 führte die erste Linie von Mainz rheinaufwärts nach Worms, weitere Verbindungen 1858 in Richtung Frankfurt und Darmstadt und schließlich 1859 rheinabwärts bis Bingen mit Anschluss an die in Bingerbrück (heute Bingen am Rhein Hbf) beginnenden Strecken der Rheinischen Eisenbahn-Gesellschaft nach Koblenz und der Rhein-Nahe-Eisenbahn-Gesellschaft – in Betrieb seit 1858 – nach Bad Kreuznach.

Von Bingen eröffnete die Hessische Ludwigsbahn im Jahre 1870 eine Verbindung quer durch Rheinhessen in Richtung Worms, in die seit 1871 in Armsheim eine Zweigbahn von Mainz einmündete. Nach der Verstaatlichung dieser Gesellschaft kamen noch Nebenlinien der Hessischen Staatsbahn hinzu: Die bedeutendste war die 1896 eröffnete Linie von Bodenheim nach Alzey, die 1900 eine Querverbindung von Undenheim-Köngernheim nach Nierstein erhielt. Die 1902 eröffnete Hauptbahn ermöglichte die Direktverbindung Mainz–Bad Kreuznach über Gensingen-Horrweiler.

Von den vier in Rheinhessen vorhandenen Nebenbahnen der Süddeutschen Eisenbahn-Gesellschaft berührten den Kreis folgende Strecken:

Das Schienennetz erreichte 1915 durch einige Verbindungsbahnen im Raum Bingen einen Gesamtumfang – ohne Straßenbahnen – von 208 km. In vier Jahrzehnten verringerte sich das Netz um fast 70 km:

In der Stadt Bingen verkehrten die elektrische Bahnlinien der AG Binger Nebenbahnen und bedienten genauso wie die Überlandlinie Bad Kreuznach–Sprendlingen–Sankt Johann der Kreuznacher Straßen- und Vorortbahnen auch den Güterverkehr.

Durch das Kreisgebiet führen die Bundesautobahnen 61 Koblenz–Ludwigshafen, 63 Kaiserslautern–Mainz und 60 Mainz–Nahetal. Ferner durchziehen mehrere Bundesstraßen und Kreisstraßen das Kreisgebiet, darunter die B 9 Worms–Mainz–Koblenz und die B 41 Bad Kreuznach–Ingelheim.

Städte und GemeindenBearbeiten

(Einwohner am 31. Dezember 2015)[1]

Verbandsfreie Gemeinden/Städte:

Verbandsangehörige Ortsgemeinden und Städte, gegliedert nach ihrer Zugehörigkeit zu den Verbandsgemeinden:

Breitscheid (Hunsrück)BacharachManubachOberdiebachOberheimbachNiederheimbachWeiler bei BingenTrechtingshausenWaldalgesheimMünster-SarmsheimBingen am RheinIngelheim am RheinBudenheimHeidesheim am RheinWackernheimGrolsheimGensingenHorrweilerAspisheimWelgesheimZotzenheimBadenheimSprendlingenSankt Johann (Rheinhessen)Wolfsheim (Gemeinde)OckenheimGau-AlgesheimAppenheimNieder-HilbersheimBubenheim (Rheinhessen)Ober-HilbersheimEngelstadtSchwabenheim an der SelzJugenheim in RheinhessenStadecken-ElsheimEssenheimOber-OlmKlein-WinternheimNieder-OlmSörgenlochZornheimBodenheimGau-BischofsheimHarxheimNackenheimLörzweilerMommenheim (Rheinhessen)HahnheimSelzenNiersteinOppenheimDienheimDexheimDalheim (Rheinhessen)KöngernheimFriesenheim (Rheinhessen)UndenheimUelversheimUelversheimLudwigshöheGuntersblumWeinolsheimDolgesheimEimsheimHillesheim (Rheinhessen)WintersheimDorn-DürkheimRhein-Lahn-KreisHessenMainzRhein-Hunsrück-KreisLandkreis Bad KreuznachDonnersbergkreisLandkreis Alzey-Worms 

(Sitz der Verbandsgemeinde *)

  1. Bodenheim * (7387)
  2. Gau-Bischofsheim (1951)
  3. Harxheim (2268)
  4. Lörzweiler (2228)
  5. Nackenheim (5798)
  1. Appenheim (1406)
  2. Bubenheim (885)
  3. Engelstadt (723)
  4. Gau-Algesheim, Stadt * (6762)
  5. Nieder-Hilbersheim (631)
  6. Ober-Hilbersheim (997)
  7. Ockenheim (2552)
  8. Schwabenheim an der Selz (2576)
  1. Heidesheim am Rhein * (7609)
  2. Wackernheim (2517)
  1. Essenheim (3439)
  2. Jugenheim in Rheinhessen (1606)
  3. Klein-Winternheim (3602)
  4. Nieder-Olm, Stadt * (9790)
  5. Ober-Olm (4245)
  6. Sörgenloch (1220)
  7. Stadecken-Elsheim (4710)
  8. Zornheim (3781)
  1. Bacharach, Stadt (1880)
  2. Breitscheid (134)
  3. Manubach (309)
  4. Münster-Sarmsheim (2929)
  5. Niederheimbach (755)
  6. Oberdiebach (833)
  7. Oberheimbach (557)
  8. Trechtingshausen (1037)
  9. Waldalgesheim (4015)
  10. Weiler bei Bingen (2514)
  1. Dalheim (1010)
  2. Dexheim (1473)
  3. Dienheim (2144)
  4. Dolgesheim (947)
  5. Dorn-Dürkheim (942)
  6. Eimsheim (533)
  7. Friesenheim (722)
  8. Guntersblum (3785)
  9. Hahnheim (1553)
  10. Hillesheim (632)
  11. Köngernheim (1319)
  12. Ludwigshöhe (575)
  13. Mommenheim (3132)
  14. Nierstein, Stadt (8191)
  15. Oppenheim, Stadt * (7341)
  16. Selzen (1486)
  17. Uelversheim (1071)
  18. Undenheim (2871)
  19. Weinolsheim (732)
  20. Wintersheim (309)
  1. Aspisheim (899)
  2. Badenheim (585)
  3. Gensingen (3898)
  4. Grolsheim (1239)
  5. Horrweiler (734)
  6. Sankt Johann (824)
  7. Sprendlingen * (4157)
  8. Welgesheim (570)
  9. Wolfsheim (763)
  10. Zotzenheim (607)

Listen zu dem Begriff „Gebietsveränderungen“ siehe Gebietsreformen in Rheinland-Pfalz

Kfz-KennzeichenBearbeiten

Am 7. Juni 1969 wurde dem Landkreis das seit dem 1. Juli 1956 für den Landkreis Mainz gültige Unterscheidungszeichen MZ zugewiesen. Es wird durchgängig bis heute ausgegeben.

Bis in die 1990er Jahre erhielten Fahrzeuge aus dem Altkreis Bingen Kennzeichen mit den Buchstabenpaaren YA bis ZZ 1 bis 99 sowie mit den Buchstaben A bis R und den Zahlen von 1000 bis 9999.

Seit dem 15. November 2012 ist auch das Unterscheidungszeichen BIN (Bingen) erhältlich.

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Anzahl der Einwohner in den Kommunen am 31. Dezember 2015 (Hilfe dazu).
  2. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Amtliches Gemeindeverzeichnis 2006, Seite 163 (PDF)
  3. Gemeindestatistik aus dem landeseinheitlichen System EWOISneu der Gesellschaft für Kommunikation und Wissenstransfer mbH (KommWiss) [1]
  4. Sieg in der Stichwahl
  5. Amtliches Wahlergebnis: http://www.mainz-bingen.de/deutsch/aktuelles_presse/pressemeldungen/20140601_amtliches_endergebnis.php
  6. http://mainz-bingen.de/deutsch/politik/gremien/kreistag.php?navid=16
  7. Große Koalition im Kreistag Mainz-Bingen; Politischer Stillstand?
  8. http://www.focus.de/immobilien/kaufen/landkreistest/grosses-landkreis-ranking-2014-das-sind-die-erfolgreichsten-regionen-deutschlands_id_4363992.html
  9. http://www.berlin-institut.org/fileadmin/user_upload/Die_demografische_Lage_2011/D-Engagement_online.pdf
  10. a b Engagementatlas 2009
  11. http://www.insm-regionalranking.de/2009_k_landkreis-mainz-bingen.html
  12. http://www.demo-online.de/demo-kommunalfuchs-2008
  13. Bundesagentur für Arbeit - https://statistik.arbeitsagentur.de/Navigation/Statistik/Statistik-nach-Regionen/Politische-Gebietsstruktur/Rheinland-Pfalz/Mainz-Bingen-Nav.html
  14. Statistisches Bundesamt (2010): Regionaldatenbank. Wiesbaden.
  15. http://www.vog.de/content/1_2_Wir-ueber-uns.php/
  16. http://www.mainz-bingen.de/deutsch/landkreis/portait_landkreis.php/
  17. http://www.kvmzbin.de/deutsch/aktuelles_presse/pressemeldungen/pressearchiv/2013/2013-10/20131004_eaf.php
  18. author: Landkreis Mainz-Bingen - Pressemeldungen November 2016. Abgerufen am 14. März 2017.
  19. http://www.kvmzbin.de/deutsch/aktuelles_presse/pressemeldungen/pressearchiv/2014/2014-01/20140113_schulentlassene.php
  20. http://www.merian.de/kolumnen/nachgeschenkt/a-754873.html
  21. http://www.allgemeine-zeitung.de/region/oppenheim-nierstein-guntersblum/oppenheim/10749710.htm