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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Haßloch
Haßloch
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Haßloch hervorgehoben
Koordinaten: 49° 22′ N, 8° 15′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Bad Dürkheim
Höhe: 110 m ü. NHN
Fläche: 39,95 km2
Einwohner: 20.326 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 509 Einwohner je km2
Postleitzahl: 67454
Vorwahl: 06324
Kfz-Kennzeichen: DÜW
Gemeindeschlüssel: 07 3 32 025
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Rathausplatz 1
67454 Haßloch
Website: www.hassloch.de
Bürgermeister: Lothar Lorch (CDU)
Lage der Gemeinde Haßloch im Landkreis Bad Dürkheim
Bad DürkheimGrünstadtGrünstadtHaßlochMeckenheim (Pfalz)Niederkirchen bei DeidesheimRuppertsbergForst an der WeinstraßeDeidesheimWattenheimHettenleidelheimTiefenthal (Pfalz)Carlsberg (Pfalz)AltleiningenEllerstadtGönnheimFriedelsheimWachenheim an der WeinstraßeElmsteinWeidenthalNeidenfelsLindenberg (Pfalz)Lambrecht (Pfalz)FrankeneckEsthalKindenheimBockenheim an der WeinstraßeQuirnheimMertesheimEbertsheimObrigheim (Pfalz)ObersülzenDirmsteinGerolsheimLaumersheimGroßkarlbachBissersheimKirchheim an der WeinstraßeKleinkarlbachNeuleiningenBattenberg (Pfalz)NeuleiningenKirchheim an der WeinstraßeWeisenheim am SandWeisenheim am SandWeisenheim am SandErpolzheimBobenheim am BergBobenheim am BergDackenheimDackenheimFreinsheimFreinsheimHerxheim am BergHerxheim am BergHerxheim am BergKallstadtKallstadtWeisenheim am BergWeisenheim am BergLandkreis Alzey-WormsWormsLudwigshafen am RheinFrankenthal (Pfalz)Rhein-Pfalz-KreisLandkreis GermersheimNeustadt an der WeinstraßeLandkreis Südliche WeinstraßeLandau in der PfalzKaiserslauternLandkreis KaiserslauternDonnersbergkreisKaiserslauternLandkreis SüdwestpfalzKarte
Über dieses Bild

Haßloch ist eine verbandsfreie Gemeinde im Landkreis Bad Dürkheim nahe dem Ballungszentrum Mannheim/Ludwigshafen am Rhein. Im Landkreis Bad Dürkheim ist Haßloch die größte Kommune, noch vor der namengebenden Kreisstadt. Haßloch ist ein staatlich anerkannter Fremdenverkehrsort und gemäß Landesplanung als Mittelzentrum ausgewiesen.[2] Die Gemeinde verfügt über eine ausgeprägte Infrastruktur mit Bildungs- und Einkaufsmöglichkeiten.

Der Ort ist aus einem Kern gewachsen und wird zusammen mit seiner Einwohnerzahl in dieser Eigenschaft auch als das „größte Dorf“ Deutschlands bezeichnet. Haßloch ist jedoch nicht die einwohnerstärkste Gemeinde Deutschlands ohne Stadtrecht – das ist das 1972 aus 19 Einzelgemeinden gebildete Seevetal in Niedersachsen. Haßloch dient der Marktforschung als die deutsche Durchschnittsgemeinde.[3]

Inhaltsverzeichnis

GeographieBearbeiten

Haßloch liegt östlich von Neustadt an der Weinstraße und ist ein Teil der Metropolregion Rhein-Neckar (Landkreis Bad Dürkheim) südwestlich von Mannheim und Ludwigshafen am Rhein. Haßloch ist im Ganzen eine zusammenhängende Siedlungsfläche, der südöstlichste Teil Haßlochs, die sogenannte Wehlachsiedlung liegt etwas abseits. Nachbargemeinden sind – im Uhrzeigersinn – Meckenheim, Böhl-Iggelheim, Hanhofen und Neustadt an der Weinstraße

Südlich des Siedlungsgebiets erstreckt sich der Ordenswald. Der Speyerbach bildet im Süden die Gemarkungsgrenze zu Neustadt; von ihm zweigt links der Ranschgraben ab.

GeschichteBearbeiten

Frühgeschichte und MittelalterBearbeiten

Um 5000 v. Chr. existierte auf der Gemarkung der heutigen Gemeinde eine erste linienbandkeramische Siedlung mit Langhäusern.[4][5] Zudem wurden auf dem Gebiet von Haßloch altertümliche Bronzeräder entdeckt. Rund 4100 Jahre später ist außerdem eine keltische Siedlung nachgewiesen.[6]

Während der ersten vier Jahrhunderte nach der Zeitenwende besiedelten die Römer das Gebiet.[7] Um 500 folgte die Vertreibung der Alemannen durch die Franken, ehe ein Jahrhundert später das Dorf vermutliche nahe der heutigen Weisengasse gegründet wurde.

Die erste urkundliche Erwähnung erfolgte 773 und 774 als „Hasalaha“.[8] 985 wurde Haßloch Opfer des Salischen Kirchenraubs. Etwa um das Jahr 1100 ist der Status Haßlochs als Reichsdorf nachweisbar.[9] 1186 übernachtete Kaiser Friedrich I. Barbarossa vor Ort. Im Zuge der Verpfändung durch Kaiser Ludwig den Bayern gelangte Haßloch schließlich an die Kurpfalz und 1410 zum neu geschaffenen Fürstentum Pfalz-Simmern-Zweibrücken, wo es ein Amt beherbergte.

NeuzeitBearbeiten

1621 wurde das Dorf im Dreißigjährigen Krieg durch die Spanier verwüstet, ebenso 68 Jahre später im pfälzischen Erbfolgekrieg unter Beteiligung Frankreichs. 1797 endete die Doppelherrschaft von Kurpfalz und Leiningen über Haßloch.

Von 1798 bis 1814, als die Pfalz zur Französischen Republik (bis 1804) und anschließend zum Napoleonischen Kaiserreichs gehörte, war die Gemeinde Teil des Kantons Neustadt im Departement Donnersberg und bildete eine eigene Mairie. 1815 wurde der Ort Österreich zugeschlagen. Bereits ein Jahr später fiel das Dorf wie die gesamte Pfalz an das Königreich Bayern. Von 1818 bis 1862 war es Bestandteil des Landkommissariats Neustadt, das anschließend in ein Bezirksamt umgewandelt wurde.

Ab 1939 war Haßloch Bestandteil des Landkreises Neustadt an der Weinstraße. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Haßloch Teil der französischen Besatzungszone und ein Jahr später Teil von Rheinland-Pfalz. Im Zuge der ersten rheinland-pfälzischen Verwaltungsreform wechselte der Ort 1969 in den neu geschaffenen Landkreis Bad Dürkheim.

NamensherkunftBearbeiten

Der frühere, althochdeutsche Stadtname „Hasalaha“ bedeutet so viel wie „durch Haselgebüsch fließendes Gewässer“. „Hasal“ ist die althochdeutsche Bezeichnung für die Haselstaude, „aha“ heißt so viel wie „Wasser“ oder „Bach“. Durch Lautverschiebungen und Veränderungen der Schreibweise entstand so zunächst (um 900 dokumentiert) der Name „Haselach“ und schließlich der der heutige Ortsname „Haßloch“.[10][11]

BevölkerungBearbeiten

EinwohnerzahlenBearbeiten

Die Entwicklung der Einwohnerzahl von Haßloch, die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:[2][1] 1993 überschritt die Zahl die Grenze von 20.000 Einwohnern.

 
Einwohnerentwicklung von Haßloch von 1815 bis 2018 nach nebenstehender Tabelle
Jahr Einwohner
1815 3.560
1835 4.772
1871 5.144
1905 7.115
1939 10.971
1950 12.291
1961 15.350
1970 17.864
1987 18.502
Jahr Einwohner
1997 20.683
2005 20.722
2010 20.416
2011 19.847
2013 19.911
2016 20.460
2017 20.433
2018 20.326

ReligionBearbeiten

Haßloch ist in Folge der Herrschaft der Grafen von Leiningen eine protestantische Gemeinde, wie man an den alten evangelischen Kirchenbauten – im Unterschied zum neueren Bau der katholischen Gemeinde – erkennt. Im Gegensatz hierzu ist die evangelische Pauluskirche modern gehalten; die katholische St.-Ulrich-Kirche ist ein älterer Bau. Ende 2017 waren 42,1 Prozent der Einwohner evangelisch und 30,2 Prozent konfessionslos. 24,2 Prozent waren katholisch und 3,5 Prozent gehörten einer sonstigen Religion an.[12]

Die einst vor Ort ansässige jüdische Gemeinde besaß eine Synagoge, die 1938 den Novemberpogromen zum Opfer fiel. Ab 1821 verfügte sie über einen Friedhof, auf dem bis 1944 Bestattungen stattfanden.

BauwerkeBearbeiten

PolitikBearbeiten

GemeinderatBearbeiten

 
Rathaus

Der Gemeinderat in Haßloch besteht aus 36 ehrenamtlichen Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 26. Mai 2019 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem hauptamtlichen Bürgermeister als Vorsitzendem.

Die Sitzverteilung im Gemeinderat:[13]

Wahl SPD CDU AfD GRÜNE FDP LINKE PIRATEN FWG1 HLL2 DUH3 Gesamt
2019 6 8 6 7 2 4 3 36 Sitze
2014 10 13 4 1 1 1 3 3 36 Sitze
2009 11 13 3 1 3 4 1 36 Sitze
2004 13 17 2 4 36 Sitze

1 FWG = Freie Wählergruppe Haßloch e. V.
2 HLL = Haßlocher Liste e. V.
3 DUH = Die Unabhängigen e. V.

BürgermeisterBearbeiten

Am 16. Juni 2013 wurde Lothar Lorch zum hauptamtlichen Bürgermeister gewählt. Er löste Hans-Ulrich Ihlenfeld in diesem Amt ab. Ihlenfeld war von 2004 bis zu seiner Ernennung zum Landrat des Landkreises Bad Dürkheim am 17. April 2013 im Amt.[14][15]

JugendgemeinderatBearbeiten

Der Jugendgemeinderat Haßloch (bis 1999 „Kinder- & Jugendgemeinderat Haßloch“) wurde am 17. Mai 1995 vom Gemeinderat beschlossen und eingerichtet. Die Initiative dazu ging 1993 vom Jugenddezernenten Jürgen Hurrle aus, der beklagte, dass viele Maßnahmen beschlossen wurden, die Jugendliche betrafen, ohne diese in die Entscheidungen einzubinden. Als einer der ersten rheinland-pfälzischen Jugendgemeinderäte nahm er in den Folgejahren eine Vorbildfunktion ein.

Der Jugendgemeinderat vertritt beratend die Belange und Interessen der Haßlocher Jugendlichen gegenüber der Gemeinde, entweder eigenständig oder über die ständigen Mitglieder im Sozialausschuss und im Partnerschaftsbeirat. Er soll die Jugendlichen mit demokratischen Entscheidungsstrukturen vertraut machen und Interesse an kommunalen Aufgabenstellungen wecken. Er ist ein unparteiisches Gremium und besteht aus 15 Mitgliedern (Stand 2006).

Als weitere Aktivitäten werden wahrgenommen:

  • Aktivitäten gegen Rassismus
  • Podiumsdiskussionen vor Wahlen
  • Sportereignisse (Fußball-, und Beach-Volleyballturniere)
  • Freizeitveranstaltungen und Feste

Bürgerschaftliches EngagementBearbeiten

Das Lokale Bündnis für Familie läuft in Haßloch seit dem Jahr 2006. Es dient der Förderung der Familien und des bürgerschaftlichen Engagements in Zusammenarbeit mit Politik, Verwaltung, Bürgern, Bildungseinrichtungen und Vereinen.

WappenBearbeiten

Blasonierung: „Geteilt und oben von Schwarz und Blau gespalten, oben rechts ein rotbewehrter, -bezungter und -bekrönter goldener Löwe, links drei rotbewehrte silberne Adler 2:1, unten in Silber ein gekrümmter schwarzer Haken in Form eines spiegelverkehrten Großbuchstabens S“[16]
Wappenbegründung: Das Wappen wurde 1926 vom Hauptstaatsarchiv München entworfen, aber vom Gemeinderat Haßloch abgelehnt, weil „die Erinnerungen an die Leininger nicht gerade die besten seien“.[17] 1938 wurde der Beschluss aufgehoben. Das Wappen wurde am 2. April 1938 vom zuständigen Reichsstatthalter in München genehmigt. Es zeigt den goldenen Löwen der Kurpfalz und daneben die drei silbernen Adler der Leininger Grafen. Der Doppelhaken in Form eines verkehrten römischen „S“ geht zurück auf das Gerichtssiegel der Pflege Haßloch.

GemeindepartnerschaftenBearbeiten

Haßloch unterhält Partnerschaften mit folgenden Gemeinden:

KulturBearbeiten

 
Haßlochs älteste Häuser in der Gillergasse, rechtes Haus von 1599
 
Achterbahn, Holiday Park

VeranstaltungenBearbeiten

Im Mai finden das Weinfest „Leisböhler Weintage“ statt. Das „Andechser Bierfest- und Straßenfest“ im September wird von bis zu 60.000 Gästen besucht und ist auch über die Grenzen der Pfalz hin bekannt. Im Dezember findet der Weihnachtsmarkt der 1000 Lichter statt. Vor Ort existiert zudem ein Posaunenchor, der Mitglied im Gnadauer Posaunenbund ist.

SehenswürdigkeitenBearbeiten

Das älteste Haus in Haßloch ist ein Dreiseithof aus dem Jahre 1599, mit einer die Straße beherrschenden Fassade und einem mächtigen Tor. Es ist seit 1986 als Heimatmuseum und Kulturzentrum allgemein zugänglich. Das Innenleben des Hauses wurde wiederhergestellt und gewährt Einblick in die damaligen Lebensverhältnisse in einem solchen Haus.

Freizeit- und SportanlagenBearbeiten

In der Nähe von Haßloch liegt der Holiday Park, eine Freizeitparkanlage mit Fahrgeschäften wie dem Free Fall Tower, einer Wildwasserbahn und der Achterbahn Expedition GeForce.

Haßloch hat mit dem „Badepark“ ein Hallen- und Freizeitbad mit Außenanlage und Sauna-Landschaft. Des Weiteren gibt es in Haßloch mehrere Theaterbühnen. Im gesamten Ortsgebiet existieren Spielplätze und Sportflächen, in die auch der südlich liegende Wald zum Beispiel mit dem „Trimm-Dich-Pfad“ einbezogen ist.

Mit dem TSG Sportzentrum besitzt Haßloch ein Trainingszentrum für Handball-, Turn- und Kraftsport. Aushängeschild der TSG Haßloch ist die Handballabteilung, deren erste Mannschaft aktuell in der dritten Handballbundesliga spielt. In den 1950er Jahren galte die Mannschaft als deutsche Nationalmannschaft und durfte als erste westdeutsche Mannschaft in die DDR einreisen. Zudem errang die TSG Haßloch die letzte offiziell ausgespielte Meisterschaft im Feldhandball 1975.

GalopprennbahnBearbeiten

In Haßloch befindet sich eine Pferderennbahn, auf der seit 1885 Galopprennen ausgetragen werden. Der Pfälzischen Rennverein Haßloch e.V. veranstaltet an Christi Himmelfahrt und Ende Juni jeweils einen Renntag. Der Saisonhöhepunkt ist die Haßlocher Meile im Juni.

Die Rennbahn ist auf Gras und ist 1.820 m lang. Damit gehört sie in Süddeutschland nach Baden Baden und München zu den größten Rennbahnen. Im Innern der Rennbahn verläuft diagonal eine Jagdbahn mit zwölf festen Hindernissen. Für das Training gibt es eine 2.050 m lange Sandbahn, sowie ein ausgedehntes Netz an Waldwegen. Das Gelände fasst 10.000 bis 15.000 Zuschauer. In der Tribüne ist der Totalisator integriert. Auf der Gegenseite befindet sich das Boxendorf für 150 Pferde. Dort befindet sich auch die Trainingszentrale.[18] Die Rennbahn wird auch für andere Veranstaltungen, beispielsweise Crossläufe. genutzt.

Fußball, Cheerleading und FootballBearbeiten

In Haßloch gibt es drei Fußballvereine: den 1. FC 08 Haßloch, den VfB 1951 Haßloch und den FV 1921 Haßloch. Dabei beherbergt der 1. FC 08 Haßloch neben der Fußballabteilung seit 2012 auch noch eine Cheerleading-Abteilung[19] und eine American-Football-Abteilung. Die „Hassloch 8-Balls“ treten in der Oberliga Mitte, der vierthöchsten Spielklasse im American Football, an.[20]

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

WirtschaftBearbeiten

In Haßloch ist zum Großteil die metallverarbeitende Industrie ansässig. Dies zeigt sich auch in den drei „großen“ in Haßloch produzierenden Betrieben (Ardagh group, Gottlieb Duttenhöfer GmbH und der Dinex Deutschland GmbH). Mit dem Hasslocher Brauhof, der die Marke Hasslocher produziert, ist außerdem eine Brauerei im Ort ansässig. In Haßloch steht eines der größten und modernsten Getränkedosenwerke der Welt, der Ardagh Group. Unter anderem wurde in Haßloch die erste 0,5-l-Dose (Bierdose) hergestellt. Zudem war die Gemeinde Sitz des von 1902 bis 1905 existierenden Autoherstellers Fischer & Co.

Vereinzelt wird auf der Gemarkung Wein angebaut; Haßloch selbst ist Teil des Weinanbaugebiets Pfalz. Die „Leisböhl“ ist eine Weinlage, die sich im Nordwesten des Gemeindegebiets befindet; sie ist Teil der Großlage Deidesheimer Hofstück.

Haßloch beherbergt zusammen mit der Nachbargemeinde Böhl-Iggelheim und Neustadt a.d.Wstr. den Offenen Kanal Weinstraße, einen der 28 Offenen Kanäle in Rheinland-Pfalz.

Haßloch als TestmarktBearbeiten

 
GfK-Testmarkt

Haßloch ist Testmarkt der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) für neue Markenartikel und Konsumprodukte: Im Haßlocher Einzelhandel sind vorab Produkte erhältlich, die erst in Zukunft in Deutschland eingeführt werden sollen. In das örtliche Fernsehkabelnetz werden eigens gedrehte Werbefilme für diese Produkte eingeblendet, einzelne Zeitschriften (wie zum Beispiel die Hörzu, Bunte) werden speziell für Haßloch mit Anzeigen für die neuen Produkte herausgegeben. Einige Bürger besitzen zudem Karten mit Strichcodes, die beim Einkauf gescannt werden, so dass eine Zuordnung der Einkäufe zu einzelnen Haushalten oder Personen möglich wird.

Die GfK kann somit ermitteln, wie die getesteten Produkte von den Kunden angenommen werden. Die Erfahrungen, die die GfK hier macht, stimmen zu 90 Prozent mit späteren Marktdaten überein.

Ausgewählt wurde Haßloch deshalb, weil dieser Ort eine Bevölkerungsstruktur aufweist, die nach verschiedenen Kriterien dem deutschen Durchschnitt sehr nahe kommt – etwa in der Altersstruktur und den sozialen Schichten. Auch nimmt Haßloch eine Mittelstellung zwischen städtischer und dörflicher Struktur ein.[21]

VerkehrBearbeiten

1843 wurde mit dem Bau der Pfälzischen Ludwigsbahn Ludwigshafen–Bexbach begonnen, durch die Haßloch 1847 Eisenbahnanschluss erhielt. Aus dieser ging später die Bahnstrecke Mannheim–Saarbrücken hervor. Der Bahnhof Haßloch (Pfalz) befindet sich am nördlichen Ortsrand. Da das ursprüngliche Empfangsgebäude im Zweiten Weltkrieg in Mitleidenschaft gezogen worden war, wurde es 1961 durch ein neues ersetzt.[22] Die S-Bahn Linien S1, S2, sowie am Morgen und Abend die S3 und S4, fahren in den Hauptverkehrszeiten alle 30 Minuten vom Haßlocher Bahnhof ab.

Die Buslinie 571 des Verkehrsverbundes Rhein-Neckar verbindet die Gemeinde mit Ludwigshafen am Rhein. Die Bundesautobahn 65 liegt an der nördlichen Ortsgrenze, von dort sind es rund 25 Kilometer bis nach Ludwigshafen, Mannheim und Heidelberg.

Zudem liegt Haßloch am Kraut-und-Rüben-Radweg.

Öffentliche EinrichtungenBearbeiten

Für die Bürger Haßlochs steht in der Woche das Bürgerbüro für alle Fragen und Anträge zur Verfügung. Haßloch verfügt zudem über eine Polizeistation.

BildungBearbeiten

Haßloch verfügt, bedenkt man seine Größe, über zahlreiche Bildungseinrichtungen.

  • Grundschulen:
    • Ernst-Reuter-Schule
    • Schillerschule
  • weiterführende Schulen
    • Siebenpfeiffer Realschule plus und Fachoberschule Haßloch
    • Hannah-Arendt-Gymnasium
  • Förderschulen
    • Gottlieb-Wenz-Schule, Schule mit dem Förderschwerpunkt Lernen
  • sonstige schulische Einrichtungen
    • Volkshochschule
    • Musikschule

EnergieBearbeiten

Haßloch ist Standort von zwei Windkraftwerken des Typs Fuhrländer FL MD/77 mit einer Gesamtleistung von 3 MW. Die Gesamthöhe dieser Anlagen beträgt 135 Meter.

PersönlichkeitenBearbeiten

EhrenbürgerBearbeiten

  • 2001: Kurt Flockert, Bürgermeister a. D. von Haßloch[23]
  • 2005: Gérard Martin, Bürgermeister a. D. der Partnergemeinde Viroflay[23]
  • 2015: Gabrielle Bouyssou, Stadträtin a. D. von Viroflay[23]

Söhne und Töchter der GemeindeBearbeiten

Personen, die vor Ort gewirkt habenBearbeiten

  • Ruth Barwinske (1926–2005), Hochseilartistin Camilla Mayer, starb in Haßloch
  • Gabriele Biebinger, Trägerin des Verdienstordens des Landes Rheinland-Pfalz
  • Guido Dieckmann (* 1969), Autor, lebt vor Ort
  • Hanns Uwe Gebhardt, Ortsbürgermeister von 1996 bis 2004
  • Stefan Gillich (1932–2019), Politiker (CDU), saß zeitweise im Gemeinderat und war dort Fraktionsvorsitzender
  • Johann Michael Hartung (1708–1763), Orgelbaumeister, baute 1751 die Orgel in Haßloch
  • Hans-Ulrich Ihlenfeld (* 1963), Ortsbürgermeister von 2004 bis 2013
  • Heinrich Jacqueré (1808–1884), war zuletzt Pfarrer vor Ort
  • Katrin Keßler (* 1967), Allgemeinmedizinerin und Autorin von Büchern der Grundschulpädagogik, eröffnete 2017 eine hausärztliche Praxis vor Ort
  • Torsten Lieberknecht (* 1973), Fußballspieler, spielte in seiner Jugend beim FV 1921 Haßloch und den 1. FC 08 Haßloch
  • Franz Lind (1900–1967), Bildhauer und Maler, gestaltete 1958 das Kriegerdenkmal auf dem Friedhof
  • Natalia Osada (* 1990), Reality-TV-Teilnehmerin, partizipierte 2014 am „Don’t Stop the Action“-Experiment von Galileo im Holiday-Park
  • Rudi Otterstätter, Träger des Verdienstordens des Landes Rheinland-Pfalz
  • Werner Schröter (* 1944), pfälzischer Politiker (SPD) und ehemaliger Ringer, in Haßloch aufgewachsen
  • Jakob Klaus (1788–~1855), Barbier aus Haßloch und Verfasser eines Memoirenwerks über seine Teilnahme an den Napoleonischen Kriegen auf der Iberischen Halbinsel
  • Ronny Weller (* 1969), Haßlocher Gewichtheber bei den Olympischen Spielen

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Bevölkerungsstand 2018, Gemeindeebene (Hilfe dazu).
  2. a b Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten
  3. „Wo Deutschland am durchschnittlichsten ist“. In: welt.de. 14. April 2002, abgerufen am 25. März 2018.
  4. Doppelgrabenanlage östlich der Weisengasse
  5. Bandkeramische Siedlung Haßloch
  6. Bronzeräder von Haßloch (Memento des Originals vom 13. April 2010 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.museum.speyer.de
  7. Villa Rustica Haßloch
  8. Hasalaha ist Althochdeutsch und bedeutet „Durch Haselgebüsch fließendes Gewässer“
  9. Erhard Nietzschmann: Die Freien auf dem Lande. Ehemalige deutsche Reichsdörfer und ihre Wappen. Melchior, Wolfenbüttel 2013, ISBN 978-3-944289-16-8, S. 42.
  10. Von „Haßloch“ zu „Haselheim“? Abgerufen am 9. Mai 2019.
  11. Geschichte | Gemeindeverwaltung Haßloch. Abgerufen am 9. Mai 2019.
  12. Gemeindestatistik EWOISneu, Stand: 31. Dezember 2017
  13. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2014, Stadt- und Gemeinderatswahlen
  14. Der neue Landrat (Memento des Originals vom 7. Juni 2013 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.hassloch.de
  15. www.focus.de: Lothar Lorch ist neuer Bürgermeister von Haßloch
  16. https://www.heraldry-wiki.com/heraldrywiki/index.php?title=Hassloch_(Bad_D%C3%BCrkheim)
  17. Gemeinde Haßloch (Memento des Originals vom 23. Oktober 2013 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.hassloch.de
  18. Pfälzischer Rennverein Haßloch e.V.
  19. Stefaniw Wenz: Startseite. In: fascinations.de. Abgerufen am 5. Dezember 2016.
  20. Home. (Nicht mehr online verfügbar.) In: hassloch8balls.weebly.com. Archiviert vom Original am 5. Dezember 2016; abgerufen am 5. Dezember 2016.   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/hassloch8balls.weebly.com
  21. Focus
  22. Andreas Räntzsch: Die Eisenbahn in der Pfalz. Dokumentation ihrer Entstehung und Entwicklung. 1997, S. 16.
  23. a b c Gabrielle Bouyssou neue Ehrenbürgerin der Gemeinde Haßloch. Abgerufen am 10. August 2017 (deutsch).