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Landkreis Neuwied

Landkreis in Rheinland-Pfalz
Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Landkreises Neuwied Deutschlandkarte, Position des Landkreises Neuwied hervorgehobenKoordinaten: 50° 34′ N, 7° 28′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Verwaltungssitz: Neuwied
Fläche: 626,9 km2
Einwohner: 181.655 (31. Dez. 2017)[1]
Bevölkerungsdichte: 290 Einwohner je km2
Kfz-Kennzeichen: NR
Kreisschlüssel: 07 1 38
Kreisgliederung: 62 Gemeinden
Adresse der
Kreisverwaltung:
Wilhelm-Leuschner-Straße 9
56564 Neuwied
Webpräsenz: www.kreis-neuwied.de
Landrat: Achim Hallerbach (CDU)
Lage des Landkreises Neuwied in Rheinland-Pfalz
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Über dieses Bild

Der Landkreis Neuwied ist eine Gebietskörperschaft im Norden von Rheinland-Pfalz. Sitz der Kreisverwaltung und zugleich bevölkerungsreichste Stadt ist das gleichnamige Neuwied. Das Kreisgebiet erstreckt sich etwa zwischen Koblenz im Süden und der Landesgrenze zu Nordrhein-Westfalen im Norden.

Inhaltsverzeichnis

GeographieBearbeiten

LageBearbeiten

Der Landkreis Neuwied erstreckt sich entlang des Rheins in Richtung Nordosten. Der Rhein ist über 40 km die südwestliche Grenze. Der Landkreis hat überwiegend Anteil am Westerwald (Naturpark Rhein-Westerwald). Größter Fluss neben dem Rhein ist die Wied, die das Kreisgebiet von Nord nach Süd durchquert.

NachbarkreiseBearbeiten

Der Landkreis grenzt im Uhrzeigersinn im Norden beginnend an den Rhein-Sieg-Kreis (in Nordrhein-Westfalen) sowie an die Landkreise Altenkirchen (Westerwald), Westerwaldkreis, Mayen-Koblenz und Ahrweiler (alle in Rheinland-Pfalz).

GeschichteBearbeiten

Das Gebiet des heutigen Landkreises Neuwied war vor 1803 überwiegend Teil der Kurfürstentümer von Trier und Köln sowie der Grafschaft Wied. 1806 gehörte das gesamte heutige Kreisgebiet zum Herzogtum Nassau. Nach dem Wiener Kongress kam das Gebiet 1815 zum Königreich Preußen. 1816 wurde der Landkreis Neuwied innerhalb der Provinz Großherzogtum Niederrhein (ab 1822 Rheinprovinz) gebildet und gehörte zum Regierungsbezirk Koblenz.

Unter der preußischen Verwaltung wurde der Kreis in Bürgermeistereien eingeteilt. 1817 umfasste der Kreis Neuwied die Bürgermeistereien Altenwied, Anhausen, Asbach, Dierdorf, Heddesdorf, Neuerburg, Neustadt, Neuwied, Niederwambach und Puderbach. Der ebenfalls 1816 gebildete Kreis Linz wurde 1822 aufgelöst und die Bürgermeistereien Leutesdorf, Linz und Unkel in den Kreis Neuwied eingegliedert. Gleichzeitig wurde die Bürgermeisterei Engers aus dem Kreis Koblenz dem Kreis Neuwied zugeordnet. Die Bürgermeisterei Altenwied wurde 1823 aufgelöst und die Gemeinden auf die Bürgermeistereien Asbach und Neustadt aufgeteilt. Die Bürgermeistereien wurden 1927 in Ämter umbenannt und bestanden bis 1968. Aus ihnen entstanden die Verbandsgemeinden.

Die Bezeichnung Kreis Neuwied wurde 1935 in Rhein-Wied-Kreis und 1938 in Landkreis Neuwied geändert. 1946 wurde der Landkreis Neuwied Teil des damals neu gebildeten Landes Rheinland-Pfalz, umgangssprachlich ist auch heute noch die Bezeichnung Kreis Neuwied häufig im Gebrauch. Am 7. November 1970 erhielt der Landkreis die Gemeinde Marienhausen vom Unterwesterwaldkreis und den Ortsteil Heckenhahn der Gemeinde Rott vom Landkreis Altenkirchen (Westerwald).[2]

EinwohnerentwicklungBearbeiten

Mit derzeit 290 Einwohnern je km² (Stand: 31. Dezember 2016) weist der Kreis Neuwied die dritthöchste Bevölkerungsdichte aller Landkreise in Rheinland-Pfalz auf.

Jahr Einwohner Quelle
1816 38.175 [3]
1838 54.342 [4]
1871 68.194 [5]
1885 74.620 [5]
1900 82.838 [6]
1910 92.793 [6]
1925 100.116 [6]
1939 109.027 [6]
1950 120.874 [6]
1960 133.000 [6]
1970 148.200 [7]
1980 154.300 [8]
1990 163.000 [9]
2000 184.300 [10]
2010 180.995

PolitikBearbeiten

Wahl des Neuwieder Kreistages 2014
gewichtetes Ergebnis, amtliche Reihenfolge
 %
50
40
30
20
10
0
30,0
(-3,9)
41,8
(+2,2)
8,2
(+2,1)
3,5
(-5,5)
3,0
(-0,3)
6,1
(n. k.)
6,5
(-0,9)
2009

2014


KreistagBearbeiten

Der Kreistag des Landkreises Neuwied besteht aus 50 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählten Kreistagsmitgliedern und dem Landrat als Vorsitzendem. Nach der letzten Kreistagswahl am 25. Mai 2014 ergibt sich folgende Sitzverteilung:[11]

Jahr SPD CDU Grüne FDP Linke AfD FWG Gesamt
2014 15 21 4 2 2 3 3 50 Sitze
2009 17 20 3 4 2 4 50 Sitze
2004 15 25 3 3 4 50 Sitze
1999 19 24 2 2 3 50 Sitze
  • FWG = Freie Wählergruppe des Landkreises Neuwied e. V.

Aufgrund der Besonderheiten des rheinland-pfälzischen Wahlsystems bei den Kommunalwahlen (personalisierte Verhältniswahl) sind die in der Grafik dargestellten prozentualen Stimmanteile als „gewichtete Ergebnisse“ ausgewiesen, welche das Wahlverhalten nur rechnerisch wiedergeben können.[12]

LandratBearbeiten

  • Landrat ist seit 2018 Achim Hallerbach (CDU), bei der letzten Wahl am 24. September 2017 erhielt er 52,84 Prozent der abgegebenen Stimmen.
  • Die Beigeordneten sind Michael Mahlert (SPD), und ehrenamtlich Werner Wittlich (CDU) und Birgit Haas (SPD).

Frühere Landräte waren:

Landtag und BundestagBearbeiten

KommunalpartnerschaftBearbeiten

Der Landkreis Neuwied unterhält mit dem Landkreis Namysłów in der Woiwodschaft Oppeln (Polen) seit dem Jahr 2000 eine Kommunalpartnerschaft.

Wappen, Flagge und BannerBearbeiten

Der Landkreis Neuwied führt ein Wappen, eine Hissflagge und ein Banner.

Blasonierung: „In Silber eine eingeschweifte goldene Spitze, darin ein rechtshin schreitender blauer Pfau mit gesenktem Schweif; oben vorn ein durchgehendes schwarzes, hinten ein durchgehendes rotes Kreuz.“
Wappenbegründung: Die drei Wappenfiguren beziehen sich auf die drei bis 1803 bzw. 1806 im Kreisgebiet bestehenden Territorialherrschaften: der Pfau steht für die Grafschaft Wied, das schwarze Kreuz für Kurköln und das rote Kreuz für Kurtrier.

Der Pfau ist in der Heraldik ein eher seltenes Symbol. Das Wappen wurde 1925 von dem Neuwieder Maler und Graphiker Gustav Bernhard Rüschhoff entworfen und vom zuständigen Preußischen Staatsministerium am 14. Juli 1927 genehmigt. Es zählt somit zu den ältesten Kreiswappen Deutschlands. Die preußischen Landkreise galten – wie auch die Landbürgermeistereien (seit 1927 Ämter) und Landgemeinden – bis in die Zeit nach dem Ersten Weltkrieg nicht als „wappenfähig“. Erst in der Weimarer Republik regelten verschiedene Erlasse des preußischen Ministers des Inneren 1927–1932 die Grundlagen des Wappenwesens der Landkreise.

Wirtschaft und VerkehrBearbeiten

Im Zukunftsatlas 2016 belegte der Landkreis Neuwied Platz 230 von 402 Landkreisen, Kommunalverbänden und kreisfreien Städten in Deutschland und zählt damit zu den Regionen mit „ausgeglichenem Chancen-Risiko Mix“.[15]

VerkehrBearbeiten

Am rechten Rheinufer entlang zieht sich seit 1869 die Strecke Köln–Neuwied–Vallendar–Koblenz der Rheinischen Eisenbahn-Gesellschaft. Die direkte Linie Neuwied–Koblenz wurde durch die Preußische Staatsbahn erst 1918 in Betrieb genommen. Im folgenden Jahr wurde auch die Rheinüberquerung bei Remagen vollendet. In den Westerwald hinauf führten Nebenbahnen seit 1884 von Engers über Siershahn–Dierdorf nach Altenkirchen sowie seit 1912 von Linz über Neustadt (Wied) nach Flammersfeld. Die Nordspitze des Kreises um Asbach und Buchholz erhielt 1892 durch die Brölthaler Eisenbahn AG eine schmalspurige Verbindung nach Hennef. Außerdem gab es reine Güterbahnen in Neuwied und Bad Hönningen.

Der Personenverkehr wurde auf Strecken von 59 km Länge eingestellt. Es verblieb nur die rechtsrheinische Hauptbahn mit einer Verzweigung (45 km). Dem Nahverkehr in der Kreisstadt Neuwied und ihren Vororten diente ab 1901 ein 20 km langes elektrisches Straßenbahnnetz, das der Kreis in eigener Regie betrieb. Es wurde 1949/1950 auf Obusverkehr, später auf Omnibuslinien umgestellt.

Durch das Kreisgebiet führt die Bundesautobahn 3 (KölnFrankfurt am Main). Ferner durchziehen mehrere Bundesstraßen, Land- und Kreisstraßen das Kreisgebiet, darunter die B 42 (Koblenz–Bonn), die B 256 und die B 413.

GemeindenBearbeiten

Der Landkreis Neuwied umfasst 62 Gemeinden. 61 von ihnen sind Ortsgemeinden. Diese gehören sieben Verbandsgemeinden an, eine Stadt ist verbandsfrei und gehört somit keiner Verbandsgemeinde an. Die größte Stadt ist Neuwied mit 64.661 Einwohnern, die kleinste Ortsgemeinde ist Ratzert mit 234 Einwohnern. Im Folgenden sind die Verbandsgemeinden mit ihren verbandsangehörigen Ortsgemeinden und Einwohnerzahlen am 31. Dezember 2017 aufgelistet.[16] Die Verwaltungssitze der Verbandsgemeinden sind mit einem Stern (*) markiert.

NeuwiedBuchholz (Westerwald)Asbach (Westerwald)WindhagenNeustadt (Wied)RheinbreitbachUnkelBruchhausen (Landkreis Neuwied)ErpelVettelschoßLinz am RheinKasbach-OhlenbergOckenfelsSankt Katharinen (Landkreis Neuwied)DattenbergLeubsdorf (am Rhein)Bad HönningenRheinbrohlHammerstein (am Rhein)LeutesdorfIsenburg (Westerwald)KleinmaischeidGroßmaischeidStebachMarienhausenDierdorfOberdreisWoldertRodenbach bei PuderbachRatzertNiederwambachSteimelDöttesfeldPuderbachDürrholzHanrothRaubachHarschbachNiederhofenDernbach (Landkreis Neuwied)Urbach (Westerwald)LinkenbachBreitscheid (Westerwald)WaldbreitbachRoßbach (Wied)Hausen (Wied)DatzerothNiederbreitbachHümmerichOberhonnefeld-GierendOberradenStraßenhausKurtscheidBonefeldEhlscheidRengsdorfMelsbachHardertAnhausenRüscheidThalhausenMeinbornNordrhein-WestfalenLandkreis Altenkirchen (Westerwald)Landkreis AhrweilerLandkreis Mayen-KoblenzKoblenzMarienhausenWesterwaldkreis 
Ortsgemeinde Einwohner
verbandsfreie Stadt
Neuwied, Große kreisangehörige Stadt 64.661
Verbandsgemeinde Asbach
Asbach * 7287
Buchholz (Westerwald) 4492
Neustadt (Wied) 6245
Windhagen 4182
Verbandsgemeinde Bad Hönningen
Bad Hönningen, Stadt * 5896
Hammerstein 320
Leutesdorf 1739
Rheinbrohl 3942
Verbandsgemeinde Dierdorf
Dierdorf, Stadt * 5703
Großmaischeid 2343
Isenburg 617
Kleinmaischeid 1316
Marienhausen 499
Stebach 344
Verbandsgemeinde Linz am Rhein
Dattenberg 1506
Kasbach-Ohlenberg 1394
Leubsdorf 1565
Linz am Rhein, Stadt * 6078
Ockenfels 1028
Sankt Katharinen 3340
Vettelschoß 3527
Verbandsgemeinde Puderbach
Dernbach 1009
Döttesfeld 619
Dürrholz 1264
Hanroth 650
Harschbach 390
Linkenbach 460
Niederhofen 437
Niederwambach 455
Oberdreis 841
Puderbach * 2362
Ratzert 234
Raubach 1927
Rodenbach bei Puderbach 647
Steimel 1253
Urbach 1523
Woldert 598
Ortsgemeinde Einwohner
Verbandsgemeinde Rengsdorf-Waldbreitbach
Anhausen 1356
Bonefeld 953
Breitscheid 2177
Datzeroth 241
Ehlscheid 1468
Hardert 845
Hausen (Wied) 1877
Hümmerich 768
Kurtscheid 946
Meinborn 515
Melsbach 1994
Niederbreitbach 1585
Oberhonnefeld-Gierend 1052
Oberraden 628
Rengsdorf * 2759
Roßbach 1456
Rüscheid 781
Straßenhaus 1919
Thalhausen 719
Waldbreitbach 1826
Verbandsgemeinde Unkel
Bruchhausen 958
Erpel 2543
Rheinbreitbach 4499
Unkel, Stadt * 5097

Die folgenden Gemeinden des Landkreises verloren bis heute ihre Eigenständigkeit:

Mehrere Gemeinden wurden umbenannt:

  • Die Gemeinde Alberthofen wurde am 1. Mai 1967 in Steimel umbenannt.
  • Die Gemeinde Bertenau wurde 1953 in Neustadt (Wied) umbenannt.
  • Die Gemeinde Bremscheid wurde am 1. Oktober 1971 in Hausen (Wied) umbenannt.

Für Listen zu dem Begriff „Gebietsveränderungen“ siehe Gebietsreformen in Rheinland-Pfalz.

Kfz-KennzeichenBearbeiten

Am 1. Juli 1956 wurde dem Landkreis bei der Einführung der bis heute gültigen Kfz-Kennzeichen das Unterscheidungszeichen NW zugewiesen. Diese Kennung wurde bereits am 1. August 1956 in NR (Ableitung von Neuwied am Rhein) geändert, um das alte Unterscheidungszeichen auf die kreisfreie Stadt Neustadt an der Weinstraße und den gleichnamigen Landkreis übertragen zu können. Das Kennzeichen NR wird durchgängig bis heute ausgegeben.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Bevölkerungsstand 2017, Gemeindeebene (Hilfe dazu).
  2. Amtliches Gemeindeverzeichnis 2006 (Memento vom 22. Dezember 2017 im Internet Archive) (= Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz [Hrsg.]: Statistische Bände. Band 393). Bad Ems März 2006, S. 164 (PDF; 2,6 MB).   Info: Es liegt ein aktuelles Verzeichnis (2016) vor, das aber im Abschnitt „Gebietsänderungen – Territoriale Verwaltungsreform“ keine Einwohnerzahlen angibt.
  3. Beiträge zur Statistik der Königl. Preussischen Rheinlande. 1829, S. 20, abgerufen am 11. November 2017.
  4. Die Rheinprovinz unter Preußen, Willemsen, 1842
  5. a b Gemeindelexikon für das Königreich Preußen 1885
  6. a b c d e f Michael Rademacher: Deutsche Verwaltungsgeschichte von der Reichseinigung 1871 bis zur Wiedervereinigung 1990. neuwied.html. (Online-Material zur Dissertation, Osnabrück 2006).
  7. Statistisches Jahrbuch für die Bundesrepublik Deutschland 1972
  8. Statistisches Jahrbuch für die Bundesrepublik Deutschland 1981
  9. Statistisches Jahrbuch für die Bundesrepublik Deutschland 1992
  10. Statistisches Jahrbuch für die Bundesrepublik Deutschland 2002
  11. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2014, Kreistagswahlen
  12. Erläuterung des Landeswahlleiters zum „Gewichteten Ergebnis“
  13. Horst Romeyk: Die leitenden staatlichen und kommunalen Verwaltungsbeamten der Rheinprovinz 1816–1945 (= Publikationen der Gesellschaft für Rheinische Geschichtskunde. Band 69). Droste, Düsseldorf 1994, ISBN 3-7700-7585-4, S. 285–286.
  14. a b c d e f g Die Landräte der Kreise Linz und Neuwied von 1816 bis 2016. Heimatverein Rheinbreitbach e. V., abgerufen am 24. Juni 2016.
  15. Zukunftsatlas 2016. Abgerufen am 23. März 2018.
  16. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Bevölkerungsstand 2017, Gemeindeebene (Hilfe dazu).