Weisenheim am Berg

Gemeinde in Deutschland
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Ortsgemeinde Weisenheim am Berg
Weisenheim am Berg
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Weisenheim am Berg hervorgehoben

Koordinaten: 49° 31′ N, 8° 9′ O

Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Bad Dürkheim
Verbandsgemeinde: Freinsheim
Höhe: 230 m ü. NHN
Fläche: 9,2 km2
Einwohner: 1718 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 187 Einwohner je km2
Postleitzahl: 67273
Vorwahl: 06353
Kfz-Kennzeichen: DÜW
Gemeindeschlüssel: 07 3 32 049
Adresse der Verbandsverwaltung: Bahnhofstraße 12
67251 Freinsheim
Website: www.weisenheim.de
Ortsbürgermeister: Joachim Udo Schleweis (CDU)
Lage der Ortsgemeinde Weisenheim am Berg im Landkreis Bad Dürkheim
Bad DürkheimGrünstadtGrünstadtHaßlochMeckenheim (Pfalz)Niederkirchen bei DeidesheimRuppertsbergForst an der WeinstraßeDeidesheimWattenheimHettenleidelheimTiefenthal (Pfalz)Carlsberg (Pfalz)AltleiningenEllerstadtGönnheimFriedelsheimWachenheim an der WeinstraßeElmsteinWeidenthalNeidenfelsLindenberg (Pfalz)Lambrecht (Pfalz)FrankeneckEsthalKindenheimBockenheim an der WeinstraßeQuirnheimMertesheimEbertsheimObrigheim (Pfalz)ObersülzenDirmsteinGerolsheimLaumersheimGroßkarlbachBissersheimKirchheim an der WeinstraßeKleinkarlbachNeuleiningenBattenberg (Pfalz)NeuleiningenKirchheim an der WeinstraßeWeisenheim am SandWeisenheim am SandWeisenheim am SandErpolzheimBobenheim am BergBobenheim am BergDackenheimDackenheimFreinsheimFreinsheimHerxheim am BergHerxheim am BergHerxheim am BergKallstadtKallstadtWeisenheim am BergWeisenheim am BergLandkreis Alzey-WormsWormsLudwigshafen am RheinFrankenthal (Pfalz)Rhein-Pfalz-KreisLandkreis GermersheimNeustadt an der WeinstraßeLandkreis Südliche WeinstraßeLandau in der PfalzKaiserslauternLandkreis KaiserslauternDonnersbergkreisKaiserslauternLandkreis SüdwestpfalzKarte
Über dieses Bild
Ortsmitte mit St. Jakob und ehemaligem katholischen Schulhaus (jetzt Apotheke)

Weisenheim am Berg, pfälzischWeisrem“ (bzw. zur Verdeutlichung, dass nicht Weisenheim am Sand gemeint ist: „Weisemberg“), ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Bad Dürkheim in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Freinsheim an. Weisenheim am Berg ist ein staatlich anerkannter Fremdenverkehrsort.[2]

GeographieBearbeiten

Die Gemeinde selbst liegt am Haardtrand; der Westen der Gemarkung ragt in den Pfälzerwaldes hinein und gehört zu dessen Teilbereich Leininger Sporn. 55 Prozent der Gemarkungsfläche sind bewaldet. Im Süden befindet sich Bad Dürkheim, im Westen Altleiningen, im Norden Bobenheim am Berg und östlich liegt Herxheim am Berg.

Auf der Waldgemarkung befindet sich das Krumbachtal, das vom namensgebenden Bach durchflossen wird; in diesem Bereich befindet sich außerdem der Ungeheuersee. In diesem Bereich erstrecken sich außerdem der Mittelberg und der Kühberg. Weiter westlich existiert außerdem eine zu Weisenheim gehörende Exklave, die im Süden von der Isenach begrenzt wird.

GeschichteBearbeiten

Die erste urkundliche Erwähnung des Ortes war im Jahr 771 im Lorscher Codex.[3] Während der Zeit der Stammesherzogtümer lag der Ort im Herzogtum Franken. Später gehörte er bis zum Ende des 18. Jahrhunderts zu Leiningen-Dagsburg.

Von 1798 bis 1814, als die Pfalz Teil der Französischen Republik (bis 1804) und anschließend Teil des Napoleonischen Kaiserreichs war, war Weissenheim am Sand – so die damalige Schreibweise – in den Kanton Dürkheim eingegliedert und besaß eine eigene Mairie. 1815 hatte der Ort 650 Einwohner. Im selben Jahr wurde der Ort zunächst Österreich zugeschlagen. Ein Jahr später wechselte er in das Königreich Bayern. Von 1818 bis 1862 war die Gemeinde Bestandteil des Landkommissariat Neustadt, das anschließend in ein Bezirksamt umgewandelt wurde.

1902 wechselte der Ort zum Bezirksamt Dürkheim, ehe dieses 1931 wieder in sein Neustadter Pendant eingegliedert wurde. Ab 1939 war der Ort Bestandteil des Landkreises Neustadt. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Gemeinde innerhalb der französischen Besatzungszone Teil des Regierungsbezirks Pfalz im damals neu gebildeten Landes Rheinland-Pfalz. Im Zuge der ersten rheinland-pfälzischen Verwaltungsreform wechselte der Ort am 7. Juni 1969 in den neu geschaffenen Landkreis Bad Dürkheim. Drei Jahre später wurde sie der ebenfalls neu gebildeten Verbandsgemeinde Freinsheim zugeordnet.

ReligionBearbeiten

Vor Ort befand sich eine Synagoge, die bis 1909 genutzt wurde. Im Ort selbst befinden sich zwei Stolpersteine, die an zwei 1940 deportierte jüdische Mitbürgerinnen erinnern.

PolitikBearbeiten

GemeinderatBearbeiten

Der Gemeinderat in Weisenheim besteht aus 16 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 26. Mai 2019 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzendem.

Die Sitzverteilung im Gemeinderat:

Wahl SPD CDU FDP GRÜNE BfW Gesamt
2019[4] 5 7 2 2 16 Sitze
2014 4 8 1 3 16 Sitze
2009 6 9 1 16 Sitze
2004 6 9 1 16 Sitze
  • BfW = Bürger für Weisenheim am Berg e. V.

BürgermeisterBearbeiten

Ortsbürgermeister ist Joachim Udo Schleweis (CDU). Bei der Direktwahl am 26. Mai 2019 wurde er mit einem Stimmenanteil von 57,90 % in seinem Amt bestätigt.[5]

WappenBearbeiten

Blasonierung: „Von Silber und Schwarz geteilt, oben die miteinander verschlungenen schwarzen Großbuchstaben WAB, unten ein sechsstrahliger goldener Stern, beseitet von je einer silbernen Rose mit goldenem Butzen.“[6]

Genehmigung: 14. April 1984, Bezirksregierung, Neustadt an der Weinstraße

Wappenbegründung: Weisenheim bediente sich ursprünglich mit Bobenheim am Berg und Kleinkarlbach eines gemeinsamen Siegels, belegt zu 1519 (LA Speyer, D 24 Nr. 378). Erst 1764 ist ein Weisenheimer Gerichtssiegel belegt, dem das lange gewohnheitsrechtlich geführte, erst 1984 genehmigte Wappen nachgebildet wurde. Es zeigt die Buchstaben WAB = Weisenheim am Berg in Ligatur und in der unteren Schildhälfte wohl den Gerichtsstern.

GemeindepartnerschaftenBearbeiten

Die Gemeinde unterhält Partnerschaften mit Plaus (Südtirol, Italien), St. Gengoux le National (Mâcon, Frankreich) und Niederdorla (Thüringen).

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

KulturdenkmälerBearbeiten

Vor Ort existieren insgesamt 25 Objekte, die unter Denkmalschutz stehen, darunter das Gebäude der ehemaligen Synagoge und die protestantische Kirche, ehemals ehemals St. Johannes und Paulus. Letztere stellt das älteste Bauwerk innerhalb der Gemeinde dar und weist mittelalterliche Malereien auf.

NaturBearbeiten

 
Ungeheuersee

Auf Gemarkung von Weisenheim am Berg befinden sich insgesamt acht Naturdenkmale, darunter der Ungeheuersee, der von Mischwald umschlossen ist.

Regelmäßige VeranstaltungenBearbeiten

  • Am ersten Wochenende im Mai findet die Weinwanderung in der nahegelegenen Flur statt.
  • Am verlängerten Wochenende um Christi Himmelfahrt findet als größte regelmäßige Veranstaltung Weisenheims das traditionelle Partnerschafts-, Wein- und Heimatfest statt.
  • Alljährlich am vorletzten Wochenende im August wird die Dorfkerwe & Winzertafel, ein Winzerfest gefeiert.
  • Am Sonntag vor dem Volkstrauertag findet das Stutzenfest statt, bei dem traditionell die Neubürger „gestutzt“, also eingebürgert werden.

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

WirtschaftBearbeiten

Weisenheim am Berg ist ein Winzerort und als solcher Teil des Weinanbaugebiets Pfalz. Vor Ort befinden sich die Einzellage Mandelgarten, Sonnenberg und Vogelsang. Vor Ort existiert eine Filiale der VR Bank Mittelhaardt.

VerkehrBearbeiten

Östlich verläuft die Bundesstraße 271, die im Norden zur Bundesautobahn 6 führt. Im nahen Herxheim am Berg befindet sich ein Haltepunkt der Pfälzischen Nordbahn. Von Bad Dürkheim aus fährt die Rhein-Haardtbahn nach Ludwigshafen am Rhein und Mannheim. Weisenheim am Berg liegt im Tarifgebiet des Verkehrsverbunds Rhein-Neckar.

BildungBearbeiten

In Weisenheim gibt es eine Kindertagesstätte sowie eine Grund- und Realschule plus.

TourismusBearbeiten

Durch die Gemeinde verläuft der Radweg Deutsche Weinstraße. Auf der Waldgemarkung befindet sich die vom Pfälzerwald-Verein betriebene Weisenheimer Hütte am Ungeheuersee, in der Bewirtung stattfindet.

PersönlichkeitenBearbeiten

EhrenbürgerBearbeiten

  • Otmar Fischer (* 1934), evangelischer Pfarrer im Ruhestand, ehemaliger Ortsbürgermeister und Mundartprediger
  • Georg Blaul (* 1950), Ortsbürgermeister

Söhne und Töchter der GemeindeBearbeiten

Personen, die vor Ort gewirkt habenBearbeiten

  • Karl Gayer (1822–1907), Forstwissenschaftler, war von 1851 bis 1855 Revierförster in Weisenheim am Berg.
  • Irmtraud Heym, Trägerin des Bundesverdienstkreuzes
  • Hieronymus Hofer (1815–1890), evangelischer Geistlicher, Sozialreformer, 1844 bis 1859 Pfarrer von Weisenheim
  • Ferdinand Kolberg (* 1941), Träger des Bundesverdienstkreuzes
  • Johann Georg Lehmann (1797–1876), Pfarrer und Historiker, hatte ab 1828 die evangelische Pfarrstelle in Weisenheim am Berg inne.
  • Theo Rörig (* 1940), Bildhauer, gestaltete den Altarraum der katholischen Kirche in Weisenheim am Berg.

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten

Commons: Weisenheim am Berg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Bevölkerungsstand 2018, Gemeindeebene (Hilfe dazu).
  2. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten
  3. Minst, Karl Josef [Übers.]: Lorscher Codex (Band 4), Urkunde 1140 17. März 771 – Reg. 590. In: Heidelberger historische Bestände – digital. Universitätsbibliothek Heidelberg, S. 128, abgerufen am 20. Januar 2016.
  4. Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2019, Stadt- und Gemeinderatswahlen
  5. Der Landeswahlleiter RLP: Direktwahlen 2019. siehe Freinsheim, Verbandsgemeinde, siebte Ergebniszeile. Abgerufen am 16. Oktober 2019.
  6. Karl-Heinz Debus: Das große Wappenbuch der Pfalz. W. Gräber, Neustadt an der Weinstraße 1988, ISBN 3-9801574-2-3, S. 50.