Hauptmenü öffnen

Wikipedia β

Battenberg (Pfalz)

Gemeinde in Deutschland
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Ortsgemeinde Battenberg (Pfalz)
Battenberg (Pfalz)
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Battenberg (Pfalz) hervorgehoben
Koordinaten: 49° 32′ N, 8° 8′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Bad Dürkheim
Verbandsgemeinde: Leiningerland
Höhe: 300 m ü. NHN
Fläche: 5,45 km2
Einwohner: 391 (31. Dez. 2016)[1]
Bevölkerungsdichte: 72 Einwohner je km2
Postleitzahl: 67271
Vorwahl: 06359
Kfz-Kennzeichen: DÜW
Gemeindeschlüssel: 07 3 32 003
Adresse der Verbandsverwaltung: Industriestraße 11
67269 Grünstadt
Webpräsenz: www.battenberg-pfalz.de
Ortsbürgermeister: Wolfgang Pahlke
Lage der Ortsgemeinde Battenberg (Pfalz) im Landkreis Bad Dürkheim
Bad DürkheimGrünstadtGrünstadtHaßlochMeckenheim (Pfalz)Niederkirchen bei DeidesheimRuppertsbergForst an der WeinstraßeDeidesheimWattenheimHettenleidelheimTiefenthal (Pfalz)Carlsberg (Pfalz)AltleiningenEllerstadtGönnheimFriedelsheimWachenheim an der WeinstraßeElmsteinWeidenthalNeidenfelsLindenberg (Pfalz)Lambrecht (Pfalz)FrankeneckEsthalKindenheimBockenheim an der WeinstraßeQuirnheimMertesheimEbertsheimObrigheim (Pfalz)ObersülzenDirmsteinGerolsheimLaumersheimGroßkarlbachBissersheimKirchheim an der WeinstraßeKleinkarlbachNeuleiningenBattenberg (Pfalz)NeuleiningenKirchheim an der WeinstraßeWeisenheim am SandWeisenheim am SandWeisenheim am SandErpolzheimBobenheim am BergBobenheim am BergDackenheimDackenheimFreinsheimFreinsheimHerxheim am BergHerxheim am BergHerxheim am BergKallstadtKallstadtWeisenheim am BergWeisenheim am BergLandkreis Alzey-WormsWormsLudwigshafen am RheinFrankenthal (Pfalz)Rhein-Pfalz-KreisLandkreis GermersheimNeustadt an der WeinstraßeLandkreis Südliche WeinstraßeLandau in der PfalzKaiserslauternLandkreis KaiserslauternDonnersbergkreisKaiserslauternLandkreis SüdwestpfalzKarte
Über dieses Bild
Burg Battenberg von Süden
Battenberg von Süden

Battenberg (Pfalz) ist die nach Einwohnerzahl kleinste Ortsgemeinde im rheinland-pfälzischen Landkreis Bad Dürkheim. Sie liegt 20 km westlich von Ludwigshafen am Rhein direkt auf der westlichen Bruchzone des Rheingrabens und gehört der Verbandsgemeinde Leiningerland an.

Inhaltsverzeichnis

Geographie und GeologieBearbeiten

Lage und UmgebungBearbeiten

Battenberg liegt im Nordwesten der europäischen Metropolregion Rhein-Neckar und am Westrand der Oberrheinischen Tiefebene. Geologisch ist dies die Nahtstelle zwischen dem Mittelgebirge des Pfälzerwalds und dem tiefen Grabenbruch des Rheintals. Nachbargemeinden sind – im Uhrzeigersinn – Neuleiningen, Kleinkarlbach, Bobenheim am Berg und Altleiningen.

Battenberg sitzt auf dem Leininger Sporn, dem nordöstlichen Ausläufer des Pfälzerwalds, von wo aus das Höhenniveau nach Nordwesten zum Eisenberger Becken absinkt. Am Ostabhang des Sporns verläuft jene Bruchlinie, an welcher der einstige Boden des heutigen Oberrheingrabens über 10 km in die Tiefe sank und mit jüngeren Sedimenten zur jetzigen Ebene aufgefüllt wurde.

Der Gebirgsrand besteht zum großen Teil aus Buntsandstein, der hier vor 250 Millionen Jahren aus verwehtem Wüstensand entstanden ist. Vor Ort kommt auch der sogenannte Kapuzinerstein vor. Das Naturschutzgebiet Haardtrand – Im Baumgarten befindet sich teilweise auf der Gemarkung der Ortsgemeinde.

Gewässer und ErhebungenBearbeiten

In 300 m ü. NHN, etwa 150 m über dem rechten Ufer des Eckbachs, gruppiert sich das kleine Dorf westlich der gleichnamigen Burg, ohne dass der Wasserlauf selbst die Gemarkung der Ortsgemeinde berührt. Durch den Südosten des Gemeindeterritoriums, jedoch abseits des Siedlungsgebiets, verläuft der Krumbach, der das nach ihm benannte Krumbachtal südlich der Bebauung durchquert.

Markante Erhebungen auf der Gemarkung der Gemeinde sind der Harzweilerkopf (415 m) und die Pickelhaube (361 m).

GeschichteBearbeiten

Altertum und MittelalterBearbeiten

Beim Ort liegt ein altpaläolithischer Fundplatz mit Amboßsteinen, Geröllgeräten, schweren Hausteinen, Spaltern und wuchtigen Schabern, aus dem Acheuléen zum Teil mit Wüstenlack behaftet. Der Raum war während der Eiszeit gletscherfrei. Sehr umstritten (siehe Altpaläolithische Kleinkunst) sind die von Kurt E. Kocher gefundenen Quarzitartefakte, in denen er Gesichtsprofile, Idole oder Tierplastiken erkennt, die er dem Homo erectus und dem Neandertaler zuordnet. Die meisten haben ein Alter von mehr als 120.000 Jahren. Ein ähnlicher Fund, der auf 230.000 Jahre datiert wird, stammt von den Golanhöhen.[2]

Schon früh übte die lothringische Abtei Glandern, die in Grünstadt und Mertesheim begütert war, das Patronatsrecht für die noch erhaltene Martinskirche aus, welches 1231 an das Wormser Domkapitel überging.[3] Die öfter genannte Ersterwähnung im Jahr 836 des Glanderer Besitzes in Battenberg beruht jedoch auf einer gefälschten Urkunde.[4] Auch nach 1231 scheint Glandern noch Rechte an der Kirche gehabt zu haben, denn 1324 gab der dortige Abt seine Zustimmung zur 1315 erfolgten Stiftung einer Messpfründe auf einem neu errichteten Altar des Battenberger Gotteshauses.[5]

Burg Battenberg, seit dem Mittelalter im Eigentum des Adelsgeschlechts der Leininger, denen damals das Leiningerland gehörte, kontrollierte zusammen mit der nördlich gegenüber gelegenen (Luftlinie 1400 m) Burg Neuleiningen den Eingang des Eckbachtales.

NeuzeitBearbeiten

Bis gegen Ende des 18. Jahrhunderts gehörte der Ort zu Leiningen-Dagsburg. Von 1798 bis 1814, als die Pfalz Teil der Französischen Republik (bis 1804) und anschließend Teil des Napoleonischen Kaiserreichs war, war Battenberg in den Kanton Grünstadt eingegliedert und unterstand der Mairie Bobenheim. 1815 hatte der Ort 310 Einwohner. Im selben Jahr wurde er Österreich zugeschlagen.

Von 1816 an gehörte das evangelische Pfarrdorf Battenberg zum Königreich Bayern und war weiterhin Teil des nun bayerischen Kantons Grünstadt im Rheinkreis. Von 1818 bis 1862 gehörte er dem Landkommissariat Frankenthal an; aus diesem ging das Bezirksamt Frankenthal hervor. Im Jahr 1840 hatte der Ort 45 Häuser und 269 Einwohner, darunter 48 Mennoniten.[6]

Ab 1939 war Battenberg Bestandteil des Landkreises Frankenthal (Pfalz). Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Ort innerhalb der französischen Besatzungszone Teil des damals neu gebildeten Landes Rheinland-Pfalz. Am 7. September 1966 erhielt die Gemeinde zwecks Unterscheidung von Battenberg (Eder) den Namenszusatz „Pfalz“.[7] Im Zuge der ersten rheinland-pfälzischen Verwaltungsreform wechselte der Ort in den neu geschaffenen Landkreis Bad Dürkheim. Drei Jahre später wurde er Bestandteil der ebenfalls neu geschaffenen Verbandsgemeinde Grünstadt-Land, ehe diese 2018 in der Verbandsgemeinde Leiningerland aufging.

BevölkerungsentwicklungBearbeiten

Die Entwicklung der Einwohnerzahl von Battenberg; die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen.[8][1]

Jahr Einwohner
1815 310
1835 269
1871 299
1905 206
1939 212
1950 244
Jahr Einwohner
1961 250
1970 274
1987 438
1997 405
2005 399
2016 391

PolitikBearbeiten

GemeinderatBearbeiten

Der Ortsgemeinderat in Battenberg besteht aus acht Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 in einer Mehrheitswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzendem.[9]

WappenBearbeiten

Das Battenberger Wappen basiert auf der Verbindung der Leininger Grafen zur Benediktinerabtei Murbach im Oberelsass. Es ist geteilt und zeigt oben in Blau den silbernen Leininger Adler, unten in Weiß den springenden Schwarzen Hund von Murbach.

Sehenswürdigkeiten und KulturBearbeiten

Bauwerke und NaturBearbeiten

 
Ehemaliges gräfliches Hofgut, Hauptstr. 1–3

Hauptsehenswürdigkeiten sind die bereits genannte Burg Battenberg und die gotische Dorfkirche St. Martin (um 1200), die auch ältere –  romanische – Bauteile enthält. Westlich der Gemeinde, im Pfälzerwald, steht das barocke Jägerkreuz zur Erinnerung an ein Tötungsdelikt von 1702. Im Norden des Gemeindegebiets unweit der Gemarkungsgrenze zu Kleinkarlbach befindet sich der Sender Kleinkarlbach. Die Blitzröhren an der Auffahrt zum Ort sind das einzige als Naturdenkmal eingestuftes Objekt vor Ort.

VeranstaltungenBearbeiten

Jährlich Anfang April findet an einem Sonntag der Stabaus statt.

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

WirtschaftBearbeiten

 
Die Battenberger Hauptstraße

Battenberg ist eine Wohngemeinde, in der auch Weinbau betrieben wird. Als solche gehört sie zum Weinanbaugebiet Pfalz. Vor Ort befindet sich die Einzellage Schloßberg; die Weinberge vor Ort konzentrieren sich auf den Bereich nördlich und östlich der Bebauung.

VerkehrBearbeiten

Wegen der geographischen Lage gibt es in Battenberg keinen Durchgangsverkehr. Die Gemeinde ist über die Kreisstraße 30, die nach Kleinkarlbach führt, an das Straßennetz angebunden. Die Bundesautobahn 6, die Saarbrücken und Mannheim verbindet, passiert Battenberg zwar 1 km nördlich, doch der nächste Anschluss bei Grünstadt ist 5 km entfernt.

Ab 1903 war der Bahnhof Neuleiningen-Kleinkarlbach an der in diesem Jahr eröffneten Bahnstrecke Grünstadt–Altleiningen die nächstgelegene Bahnstation, ehe der dortige Personenverkehr 1967 eingestellt wurde. Seither sind es zum nächsten Bahnhof in Kirchheim an der Pfälzischen Nordbahn Neustadt an der WeinstraßeMonsheim 4 km.

Battenberg liegt am Pfälzer Weinsteig, der touristische Bedeutung für Fuß- und Radwanderer hat.

PersönlichkeitenBearbeiten

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b Statistisches Bundesamt – Anzahl der Einwohner in den Kommunen am 31. Dezember 2016 (Hilfe dazu).
  2. Emil Hoffmann: Lexikon der Steinzeit. C.H. Beck Verlag, München 1999, ISBN 3-406-42125-3, S. 38.
  3. Website über die Battenberger Kirche.
  4. Regest zur gefälschten Urkunde von 836.
  5. Regest mit Abbildung der Urkunde
  6. Max Siebert: Das Königreich Bayern topographisch-statistisch in lexicographischer und tabellarischer Form, Verlag Georg Franz, München 1840. S. 157 (Google Books).
  7. Amtliches Gemeindeverzeichnis 2006 (Memento vom 22. Dezember 2017 im Internet Archive) (= Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz [Hrsg.]: Statistische Bände. Band 393). Bad Ems März 2006, S. 203 (PDF; 2,6 MB).   Info: Es liegt ein aktuelles Verzeichnis (2016) vor, das aber im Abschnitt „Gebietsänderungen – Territoriale Verwaltungsreform“ keine Einwohnerzahlen angibt.
  8. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten
  9. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2014, Stadt- und Gemeinderatswahlen