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Lambrecht (Pfalz)

Stadt im Landkreis Bad Dürkheim in Rheinland-Pfalz, Sitz einer Verbandsgemeinde
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Lambrecht (Pfalz)
Lambrecht (Pfalz)
Deutschlandkarte, Position der Stadt Lambrecht (Pfalz) hervorgehoben
Koordinaten: 49° 22′ N, 8° 4′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Bad Dürkheim
Verbandsgemeinde: Lambrecht (Pfalz)
Höhe: 173 m ü. NHN
Fläche: 8,31 km2
Einwohner: 3992 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 480 Einwohner je km2
Postleitzahl: 67466
Vorwahl: 06325
Kfz-Kennzeichen: DÜW
Gemeindeschlüssel: 07 3 32 032
Adresse der Verbandsverwaltung: Sommerbergstraße 3
67466 Lambrecht
Webpräsenz: www.lambrecht-pfalz.de
Stadtbürgermeister: Karl-Günter Müller (FWG)
Lage der Stadt Lambrecht (Pfalz) im Landkreis Bad Dürkheim
Bad DürkheimGrünstadtGrünstadtHaßlochMeckenheim (Pfalz)Niederkirchen bei DeidesheimRuppertsbergForst an der WeinstraßeDeidesheimWattenheimHettenleidelheimTiefenthal (Pfalz)Carlsberg (Pfalz)AltleiningenEllerstadtGönnheimFriedelsheimWachenheim an der WeinstraßeElmsteinWeidenthalNeidenfelsLindenberg (Pfalz)Lambrecht (Pfalz)FrankeneckEsthalKindenheimBockenheim an der WeinstraßeQuirnheimMertesheimEbertsheimObrigheim (Pfalz)ObersülzenDirmsteinGerolsheimLaumersheimGroßkarlbachBissersheimKirchheim an der WeinstraßeKleinkarlbachNeuleiningenBattenberg (Pfalz)NeuleiningenKirchheim an der WeinstraßeWeisenheim am SandWeisenheim am SandWeisenheim am SandErpolzheimBobenheim am BergBobenheim am BergDackenheimDackenheimFreinsheimFreinsheimHerxheim am BergHerxheim am BergHerxheim am BergKallstadtKallstadtWeisenheim am BergWeisenheim am BergLandkreis Alzey-WormsWormsLudwigshafen am RheinFrankenthal (Pfalz)Rhein-Pfalz-KreisLandkreis GermersheimNeustadt an der WeinstraßeLandkreis Südliche WeinstraßeLandau in der PfalzKaiserslauternLandkreis KaiserslauternDonnersbergkreisKaiserslauternLandkreis SüdwestpfalzKarte
Über dieses Bild

Lambrecht (Pfalz) ist eine Stadt im Landkreis Bad Dürkheim im Pfälzerwald. Sie ist Verwaltungssitz der gleichnamigen Verbandsgemeinde. Den Beinamen „Tuchmacherstadt“ verdankt sie der Textilindustrie, die den Ort lange Zeit prägte.

Inhaltsverzeichnis

GeographieBearbeiten

Geographische LageBearbeiten

Lambrecht liegt inmitten des Pfälzerwaldes und wird vom Speyerbach durchflossen.

Höchster Berg ist der Kaisergarten mit 519 m ü. NHN.

FlächenaufteilungBearbeiten

Die 8,32 km² (= 832 ha) teilen sich wie folgt auf:

Flächenbezeichnung ha
Hof- und Gebäudeflächen 086
Wege, Straßen usw. 041
Sonstige Nutzungsarten 021
Landwirtschaftliche Nutzfläche 025
Waldflächen 655
Gewässer 003
Übrige Flächen, Ödland usw. 001

GeschichteBearbeiten

 
Lambrecht 1640

Im Jahre 977 wird Lambrecht zum ersten Mal urkundlich erwähnt; Herzog Otto von Worms stiftete im Ort Grevenhausen das Benediktinerkloster St. Lambrecht. 1553 wurde jenes Kloster allerdings aufgelöst. 1568 wurden die Gebäude des aufgelassenen Klosters St. Lambrecht samt Häusern, Kirche, Äckern durch den Kurfürsten Friedrich III. an heimatvertriebene Wallonen als Asyl überlassen.

1838/39 schlossen sich die Nachbardörfer St. Lambrecht und Grevenhausen zusammen, der Doppelname St. Lambrecht-Grevenhausen wurde bis zur Stadterhebung 1887 geführt.[2] Am 25. August 1849 wurde Lambrecht durch die Eröffnung der Teilstrecke Neustadt-Frankenstein (als Abschluss der Rhein-Saar-Strecke zum Kohlentransport) Eisenbahnstation. Am 21. Dezember 1887 sind Lambrecht Stadtrechte gewährt worden.

Am 1. März 1972 wurde die Verbandsgemeinde Lambrecht (Pfalz) gebildet. Die Aufnahme der Verwaltungstätigkeiten fand am 1. Januar 1973 statt.

 
Ehemalige Klosterkirche, heute protestantische Pfarrkirche

ReligionBearbeiten

Lambrecht hat eine eigenständige katholische Pfarrgemeinde (Herz Jesu). Die katholische Kirchengemeinde ist Träger der Katholischen Kindertagesstätte St. Lambertus. Der Seelsorger in der Pfarreiengemeinschaft betreut neben Lambrecht auch die Gemeinden von Lindenberg, Neidenfels-Frankeneck und Weidenthal-Frankenstein. Die Pfarrei Lambrecht ist Teil des Pfarrverbandes Neustadt (Weinstraße) im Dekanat Bad Dürkheim und gehört zur Diözese Speyer.

Gemeinsam mit dem Nachbarort Lindenberg existiert eine Protestantische Kirchengemeinde. Lambrecht ist Teil des Protestantischen Dekanates Neustadt in der Evangelischen Kirche der Pfalz.

2007 waren 43,8 % der Einwohner evangelisch und 30,4 % katholisch. Die übrigen gehörten einer anderen Religion an oder waren konfessionslos.[3]

PolitikBearbeiten

StadtratBearbeiten

Der Stadtrat in Lambrecht besteht aus 20 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Stadtbürgermeister als Vorsitzendem.

Die Sitzverteilung im Stadtrat:[4]

Wahl SPD CDU FWG Gesamt
2014 6 7 7 20 Sitze
2009 6 8 6 20 Sitze
2004 5 11 4 20 Sitze
  • FWG = Freie Wählergruppe Talgemeinden e. V.

WappenBearbeiten

Blasonierung: „Von Schwarz und Grün geteilt, oben ein rotbewehrter, -bezungter und -bekrönter goldener Löwe, unten drei silberne Lämmer.“[5]
Wappenbegründung: Es wurde 1887 vom bayerischen Prinzregenten genehmigt und geht zurück auf ein Siegel von 1707. Der Pfälzer Löwe erinnert an die ehemalige Zugehörigkeit zur Kurpfalz. Die Schafe symbolisieren die blühende Tuchindustrie ab dem 16. Jahrhundert.

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

Südwestlich von Lambrecht liegt an der Flanke des Hohen Kopfs die als Naturdenkmal ausgewiesene Felsformation Dicker Stein, auf der ein kleiner Aussichtsturm steht. Der Dicke-Stein-Turm wurde 1933 aus Holz errichtet und bietet zwei Aussichtsplattformen.[6]

Bau- und NaturdenkmälerBearbeiten

Regelmäßige VeranstaltungenBearbeiten

  • Sommertag / Lätare
  • Eierpicken am Ostermontag auf dem Pickplatz
  • Ablieferung des Tribut-Geißbockes als Teil der Geißbockversteigerung nach Deidesheim am Pfingstdienstag
  • Geißbock-Festspiel auf dem „Tuchmacherplatz“ Fabrikstraße gegenüber dem Sportplatz „Jahnwiese“
  • Lambrechter „Geißbock-Kerwe“, jeweils am 1. Samstag im August
  • Sommerliche Abendmusiken in der ehemaligen Klosterkirche
  • Adventsmarkt
  • Alle zwei Jahre: Leistungsschau der in Lambrecht und Umgebung ansässigen Gewerbebetriebe
  • Gäsbock Mountainbike-Marathon, jeweils samstags am zweiten Mai-Wochenende im Mountainbikepark Pfälzerwald, mit Start und Ziel in Lambrecht

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

WirtschaftBearbeiten

Lambrecht (Pfalz) galt lange Zeit als Tuchmacherstadt. Mit den im 16. Jahrhundert eingewanderten Hugenotten, genauer gesagt mit den Wallonen aus Belgien, entwickelte sich in Lambrecht (Pfalz) eine florierende Tuchmacherwirtschaft. So entstand z. B. in der Wallonenstraße, einer Straße in der Innenstadt Lambrechts, ein regelrechtes Tuchmacherzentrum mit vielen kleinen Handwebereien.

An diese Zeit erinnert das alte, mit Erker versehene Zunfthaus aus den Jahren 1606/07. Der Prachtbau geht auf einen wohlhabenden wallonischen Zuwanderer zurück,

Nach der industriellen Revolution schafften viele Betriebe nicht den Sprung zum Fabrikmaßstab. Dennoch gab es 1931 noch neun Tuchfabriken und erst in den 1960er Jahren kam das endgültige „Aus“ für die Tuchmacherei.

In den historischen Gebäuden einer ehemaligen Tuchfabrik produziert die Firma Jola Spezialschalter GmbH & Co. KG seit den 1950er Jahren Geräte zur Niveau-Regelung und Leckage-Detektion. In einer weiteren Tuchfabrik werden heute Filze, Papiermaschinenbespannungen und Nadelfilze hergestellt. Auch sonst hat sich eine mittelständische Zulieferindustrie ausgebildet.

Neben diesen Betrieben zählen der Tourismus und in geringerem Umfang die Forstwirtschaft zu den Wirtschaftsfaktoren der Stadt, die auch über Einkaufsstätten, Handwerksbetriebe und Dienstleister verfügt, die den täglichen Bedarf abdecken.

Bildung und ErziehungBearbeiten

In Lambrecht (Pfalz) befinden sich drei Kindergärten und zwei allgemeinbildende Schulen. Als weiterführende Schule befindet sich eine Realschule plus vor Ort. Gymnasien befinden sich in der größeren Nachbarstadt Neustadt an der Weinstraße. Als Einrichtung der Erwachsenenbildung stehen die Volkshochschule und die Pfalzakademie zur Verfügung.

KindergärtenBearbeiten

  • Evangelischer Kindergarten „Arche Noah“
  • Katholische Kindertagesstätte „St. Lambertus“
  • Städtischer Kindergarten „Rappelkiste“
  • Hort im Evangelischen Kindergarten für Schulkinder

SchulenBearbeiten

  • Grundschule Lambrecht
  • Realschule plus Lambrecht
  • Volkshochschule Verbandsgemeinde Lambrecht

VerkehrBearbeiten

PersönlichkeitenBearbeiten

Söhne und Töchter der StadtBearbeiten

Personen, die vor Ort gewirkt habenBearbeiten

  • Norbert Buschlinger (* 1957), Fußballspieler, lebt vor Ort
  • Adolf Edel († 1935), Zeitungsverleger und Verfasser heimatkundlicher Schriften
  • Kurt Faber (1883–1929), Abenteurer, Reiseschriftsteller; Jugend in Lambrecht (Pfalz)
  • Bernhard Kimmel (* 1936), Krimineller („Al Capone von der Pfalz“), wuchs in Lambrecht auf
  • Viktor Sternad (1921–2001), Dozent an der Textilingenieurschule und Professor für Textiltechnik in Kaiserslautern
  • Wolf-Michael Weber (* vor 1976), arbeitete zeitweise beim Lambrechter Unternehmen Heka Electronics
  • Josef Winschuh (1897–1970), Journalist, Unternehmer und Politiker, lebte vor Ort
  • Bernhard Würschmitt (1788–1853) war katholischer Priester und berühmter Kunstschaffender (Maler, Bildhauer etc.). Er amtierte von 1826 bis 1828 als Pfarrer von Grevenhausen. In der kath. Kirche von Lambrecht stammen das Hochaltargemälde „Kreuzigung Christi“, das Ölgemälde „Maria Immaculata“ und ein außergewöhnlicher Kanzel-Beichtstuhl von seiner Hand.

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Anzahl der Einwohner in den Kommunen am 31. Dezember 2015 (Hilfe dazu).
  2. Anton Eckardt: Stadt und Bez.-Amt Neustadt A.H. (= Felix Mader [Hrsg.]: Die Kunstdenkmäler der Pfalz. Heft 1). Druck und Kommissionsverlag von R. Oldenbourg, München 1926, DNB 366496743, S. 9 (= Die Kunstdenkmäler von Bayern. Band 6.).
  3. KommWis, Stand: 31. Dezember 2007
  4. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2014, Stadt- und Gemeinderatswahlen
  5. Karl Heinz Debus: Das große Wappenbuch der Pfalz. Neustadt an der Weinstraße 1988, ISBN 3-9801574-2-3.
  6. Dicker-Stein-Turm auf kruemelhuepfer.de