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Italienische Fußballnationalmannschaft/Europameisterschaften

Italien
Italia
Federazione Italiana Giuoco Calcio
EM-Rekordtorschütze: Mario Balotelli und Antonio Cassano (je 3)
EM-Rekordspieler: Gianluigi Buffon (17)
Rang: 4
Ausrichter: 1968, 1980
Bilanz
38 EM-Spiele
16 Siege
16 Unentschieden
6 Niederlagen
39:27 Tore
Statistik
Erstes EM-Spiel
ItalienItalien Italien 0:0 n. V. UdSSR Sowjetunion 1955Sowjetunion
Neapel (ITA); 5. Juni 1968
Höchste EM-Siege
ItalienItalien Italien 2:0 Jugoslawien Jugoslawien Sozialistische Föderative RepublikJugoslawien
Rom (ITA); 10. Juni 1968
ItalienItalien Italien 2:0 Dänemark DanemarkDänemark
Köln (BRD); 17. Juni 1988
ItalienItalien Italien 2:0 Belgien BelgienBelgien
Brüssel (BEL); 14. Juni 2000
ItalienItalien Italien 2:0 Rumänien BelgienBelgien
Brüssel (BEL); 24. Juni 2000
ItalienItalien Italien 2:0 Frankreich FrankreichFrankreich
Zürich (SUI); 17. Juni 2008
ItalienItalien Italien 2:0 Irland IrlandIrland
Posen (POL); 18. Juni 2012
ItalienItalien Italien 2:0 Irland BelgienBelgien
Lyon (FRA); 13. Juni 2016
ItalienItalien Italien 2:0 Spanien SpanienSpanien
St-Denis (FRA); 27. Juni 2016
Höchste EM-Niederlage
ItalienItalien Italien 0:4 Spanien SpanienSpanien
Kiew (UKR); 1. Juli 2012
Erfolge
Europameisterschaft
Endrundenteilnahmen 9 (Erste: 1968)
Beste Ergebnisse Europameister 1968
Beste Platzierungen in den Austragungsländern der UEFA-Fußballeuropameisterschaften
Italienische-EM-Platzierungen.PNG
(Stand: 2. Juli 2016)

Der Artikel beinhaltet eine ausführliche Darstellung der italienischen Fußballnationalmannschaft bei Europameisterschaften. Italien nahm 2016 zum neunten Mal an der Endrunde zur Europameisterschaft teil und wurde einmal Europameister, sowie zweimal Zweiter, wobei im Endspiel jeweils gegen den amtierenden Weltmeister verloren wurde.

ÜbersichtBearbeiten

Italien nimmt zum neunten Mal an der Endrunde zur Europameisterschaft teil und war zweimal Gastgeber. Die bislang besten Ergebnisse waren der erste Platz im Jahr 1968 und die zweiten Plätze 2000 und 2012.

 
Jahr Gastgeberland Teilnahme bis … Letzte(r) Gegner Ergebnis Trainer Bemerkungen und Besonderheiten
1960 Frankreich nicht teilgenommen
1964 Spanien nicht qualifiziert Im Achtelfinale am Titelverteidiger und späteren Vizeeuropameister UdSSR gescheitert.
1968 Italien Finale Jugoslawien Europameister Ferruccio Valcareggi Sieg im Wiederholungsspiel
1972 Belgien nicht qualifiziert Im Viertelfinale am späteren Dritten Belgien gescheitert.
1976 Jugoslawien nicht qualifiziert In der Qualifikation am späteren Dritten Niederlande gescheitert.
1980 Italien Spiel um Platz 3 Tschechoslowakei Vierter Enzo Bearzot Niederlage im Elfmeterschießen des letzten EM-Spiels um Platz 3
1984 Frankreich nicht qualifiziert Als Weltmeister in der Qualifikation an Rumänien gescheitert.
1988 Deutschland Halbfinale UdSSR Azeglio Vicini
1992 Schweden nicht qualifiziert In der Qualifikation an der UdSSR gescheitert.
1996 England Vorrunde Deutschland, Russland, Tschechien Arrigo Sacchi Nach einem Sieg gegen Russland, einer Niederlage gegen den späteren Vizeeuropameister Tschechien, und einem Remis gegen den späteren Europameister Deutschland als Gruppendritter ausgeschieden.
2000 Belgien und Niederlande Finale Frankreich Vizeeuropameister Dino Zoff Niederlage durch Golden Goal
2004 Portugal Vorrunde Bulgarien, Dänemark, Schweden Giovanni Trapattoni Nach zwei Remis gegen Dänemark und Schweden sowie einem Sieg gegen Bulgarien aufgrund des schlechteren Torverhältnisses als Gruppendritter ausgeschieden.
2008 Österreich und Schweiz Viertelfinale Spanien Roberto Donadoni Niederlage im Elfmeterschießen gegen den späteren Europameister
2012 Polen und Ukraine Finale Spanien Vizeeuropameister Cesare Prandelli In der Vorrunde trafen die Italiener auf Weltmeister und Titelverteidiger Spanien, Kroatien und Irland. Im Viertelfinale wurde England besiegt, im Halbfinale Deutschland.
2016 Frankreich Viertelfinale Deutschland Antonio Conte Nach Siegen gegen Belgien und Schweden stand Italien schon vor dem letzten Gruppenspiel gegen Irland als Gruppensieger fest. Im Achtelfinale wurde Titelverteidiger Spanien entthront. Im Viertelfinal erstmals gegen Deutschland bei einem Turnier ausgeschieden (Niederlage im Elfmeterschießen)
2020 Europa Italien stellt mit dem Olympiastadion Rom eine Spielstätte für drei Gruppenspiele und ein Achtel- oder Viertelfinalspiel, muss sich aber qualifizieren und würde dann in der Gruppenphase zwei Spiele in Rom bestreiten.

EM 1960Bearbeiten

An der ersten Fußball-Europameisterschaft 1960, die noch als „Europapokal der Nationen“ ausgetragen wurde, nahm Italien wie viele andere Mannschaften nicht teil.

EM 1964Bearbeiten

Vier Jahre später wollten schon mehr Mannschaften als 1960 teilnehmen, darunter auch Italien. Daher wurde dem Achtelfinale eine Vorrunde vorgeschaltet. Italien, das seit dem Vorrundenaus bei der WM 1962 von Edmondo Fabbri trainiert wurde, musste gegen die Türkei antreten und gewann das Heimspiel mit 6:0 und das Rückspiel mit 1:0. Im Achtelfinale trafen sie auf Titelverteidiger Sowjetunion und verloren in Moskau mit 0:2. Im Rückspiel in Rom reichte es nur zu einem 1:1, so dass Italien ausschied. Fabbri blieb zunächst im Amt, nach dem sensationellen Vorrundenaus bei der WM 1966 gegen Nordkorea endete aber seine Zeit als Nationaltrainer. Die UdSSR erreichte dann erneut die Endrunde und das Finale, verlor dort aber den Titel an Spanien.

EM 1968Bearbeiten

 
Aufstellungen im ersten Finalspiel
 
Die Mannschaft auf einer adschmanischen Briefmarke
 
Aufstellungen im zweiten Finalspiel

Für die Fußball-Europameisterschaft 1968 wurden in der Qualifikation erstmals Gruppenspiele angesetzt. Italien musste gegen Rumänien, die Schweiz und Zypern antreten. Italien, seit 1967 alleinverantwortlich von Ferruccio Valcareggi trainiert, gewann fünf Spiele und spielte einmal remis in der Schweiz. Damit war Italien mit fünf Punkten Vorsprung vor Rumänien als Gruppensieger für das Viertelfinale qualifiziert. In diesem trafen sie auf Bulgarien. Nach einem 2:3 in Sofia konnten sie sich mit einem 2:0 im Rückspiel in Neapel für die Endrunde qualifizieren, die sie dann auch ausrichten durften.

Im Halbfinale am 5. Juni 1968 trafen sie in Neapel auf Vizeeuropameister Sowjetunion. Da beiden Mannschaften in 120 Minuten kein Tor gelang, musste zum einzigen Mal bei einer EM das Los entscheiden. Der deutsche Schiedsrichter Kurt Tschenscher wollte eigentlich die Münzentscheidung im Mittelkreis des Spielfeldes im Beisein der beiden Mannschaftskapitäne Giacinto Facchetti und Juri Istomin vornehmen. Dagegen wandten sich die beiden Verbandspräsidenten Walentin Granatkin und Artemio Franchi, die verlangten, den Münzwurf in einem geschlossenen Raum durchzuführen. Beide trafen sich zusammen mit dem Schiedsrichter in dessen Kabine, während die beiden Mannschaftskapitäne vor der Kabinentür und die Mannschaften auf dem Platz warten mussten. Granatkin verlangte zunächst einen Probewurf, der zweite Wurf sollte der entscheidende sein. Italien wurde hierdurch als Sieger ermittelt. Hätte schon der erste gegolten, wäre die UdSSR ins Endspiel eingezogen.[1] Da alle Beteiligten den Münzwurf als große Ungerechtigkeit empfanden, wurde er bei internationalen Turnieren kaum noch angewandt.

Siehe auch: Liste der Losentscheide im Fußball

Im Finale trafen die Italiener dann auf die Jugoslawien, die sich in ihrem Halbfinale gegen Weltmeister England durchgesetzt hatten. Zwar trafen diesmal sowohl Italiener als auch Jugoslawen, aber beide nur je einmal in 120 Minuten. Diesmal gab es aber keinen Losentscheid, sondern ein Wiederholungsspiel zwei Tage später. Dieses gewann Italien mit 2:0 und wurde damit als erste Mannschaft, die zuvor bereits Weltmeister und Olympiasieger geworden war, auch Europameister und zog damit mit Uruguay gleich, das ebenfalls schon Welt- und Südamerikameister sowie Olympiasieger gewesen war. Luigi Riva wurde zudem mit sieben Toren Torschützenkönig des gesamten Wettbewerbs.

EM 1972Bearbeiten

Für die EM-Endrunde 1972 konnte sich Italien dann – obwohl als Vizeweltmeister favorisiert – nicht qualifizieren. In einer Gruppe mit Irland, Österreich und Schweden konnte Italien zwar mit vier Siegen und zwei Remis Gruppensieger werden, scheiterte dann aber überraschend im Viertelfinale an Belgien, das die Endrunde danach ausrichten durfte und Dritter wurde. Valcareggi blieb zunächst im Amt, aber nach dem Vorrundenaus bei der WM 1974 endete seine Amtszeit als Nationaltrainer.

EM 1976Bearbeiten

1976 wurde die Endrunde letztmals mit vier Mannschaften ausgetragen. Italien scheiterte nach dem Vorrundenaus bei der WM 1974, nachdem zunächst Fulvio Bernardini das Traineramt übernommen hatte, diesmal bereits in der Gruppenphase an Vizeweltmeister Niederlande und dem WM-Dritten Polen, gegen den bei der WM 1974 das überraschende Vorrundenaus gekommen war und gegen den nun nur zwei torlose Remis gelangen. Lediglich Finnland, gegen das im Heimspiel aber auch nur 0:0 gespielt wurde, konnten die Italiener noch hinter sich lassen. Noch in der laufenden Qualifikation übernahm Enzo Bearzot das Traineramt. Er konnte das Blatt zwar nicht wenden, blieb aber im Amt und führte Italien anschließend zu vier großen Turnieren und errang bei der WM 1982 mit Italien den WM-Titel. Die Niederländer erreichten als Gruppensieger dann auch die Endrunde in Jugoslawien, scheiterten dort aber im Halbfinale überraschend an der Tschechoslowakei, die dann im Finale Titelverteidiger Deutschland durch Elfmeterschießen entthronte, das auch nach den Erfahrungen des EM-Halbfinales von 1968 eingeführt worden war.

EM 1980Bearbeiten

Die Fußball-Europameisterschaft 1980 wurde erstmals mit acht Mannschaften ausgetragen und erstmals stand der Gastgeber vorab fest, so dass er sich nicht qualifizieren musste. Als Ausrichter hatten sich die Bundesrepublik Deutschland, England, Griechenland, Italien, die Niederlande und die Schweiz ins Spiel gebracht.[2] Am 19. Oktober 1977 teilte die UEFA mit, das England oder Italien die EM ausrichten sollten und am 12. November 1977 wurde Italien als Ausrichter bekannt gegeben. Italien musste sich daher nicht qualifizieren.

Bei der Endrunde fand nun erstmals eine Gruppenphase statt, bei der je 4 Mannschaften einmal gegen jede andere spielte und die beste Mannschaft jeder Gruppe direkt das Finale erreichte, während die zweitbeste Mannschaft das letztmals ausgetragene Spiel um Platz 3 bestritt. Italien traf im ersten Spiel auf Spanien und kam nur zu einem torlosen Remis. Im zweiten Spiel gegen England gewannen sie durch ein Tor von Marco Tardelli in der 79. Minute mit 1:0. Da der dritte Gruppengegner Belgien gegen Spanien mit 2:1 gewonnen und gegen England 1:1 gespielt hatte, hatten Italien und Belgien vor dem letzten Spiel beide 3:1 Punkte und die gleiche Tordifferenz, die Belgier aber insgesamt mehr Tore erzielt. Belgien reichte daher ein Remis gegen Italien, um ins Finale einzuziehen, Italien musste gewinnen. Die belgische Mannschaft von Trainer Guy Thys hatte die Abseitsfalle perfektioniert und den Italienern gelang es kaum diese zu überwinden oder sie scheiterten am belgischen Torwart Jean-Marie Pfaff, so dass das Spiel 0:0 ausging. Belgien stand damit im Finale von Rom, wo gegen Deutschland verloren wurde, das damit als erste Mannschaft zum zweiten Mal Europameister wurde. Italien verlor das Spiel um Platz 3 gegen den entthronten Titelverteidiger Tschechoslowakei im Elfmeterschießen mit 8:9.

EM 1984Bearbeiten

In der Qualifikation für die EM 1984 in Frankreich mussten die Italiener, die bei der WM 1982 Weltmeister geworden waren und damit als Favorit galten, in Gruppe 5 gegen Rumänien, Schweden, die Tschechoslowakei und Zypern antreten. Die Italiener begannen mit drei Unentschieden, verloren dann vier Spiele und gewannen nur das letzte Spiele gegen Zypern, so dass am Ende nur der enttäuschende vierte Platz erreicht wurde. Dennoch blieb Bearzot zunächst weiter im Amt. Gruppensieger wurde Rumänien, das aber bei der Endrunde in der Gruppenphase scheiterte.

EM 1988Bearbeiten

Die Qualifikation für die EM in Deutschland lief dann besser. Trainiert wurden sie nun von Azeglio Vicini, der nach dem Achtelfinalaus bei der WM 1986 Altmeister Enzo Bearzot gefolgt war. In einer Gruppe mit wieder Schweden sowie Portugal, der Schweiz und Malta, in der nur Malta kein Spiel gewann, wurde Italien mit sechs Siegen, einem Remis und einer Niederlage Gruppensieger.

In Deutschland wurden sie in eine Gruppe mit Gastgeber Deutschland, Dänemark und Spanien gelost. Im Eröffnungsspiel gegen den Gastgeber gingen sie nach einer torlosen ersten Halbzeit in der 53. Minute durch ein Tor von Roberto Mancini in Führung. Nur drei Minuten später konnte aber Andreas Brehme ausgleichen. Dabei blieb es bis zum Ende des Spiels. Gegen die Spanier konnte Italien dann im zweiten Spiel durch ein Tor von Gianluca Vialli mit 1:0 gewinnen. Gegen Dänemark waren zwei Einwechslungen spielentscheidend: zunächst erzielte Alessandro Altobelli unmittelbar nach seiner Einwechslung in der 66. Minute das 1:0, Luigi De Agostini erhöhte dann in der 87. Minute, zwei Minuten nach seiner Einwechslung auf 2:0. Da auch Deutschland gegen Spanien und Dänemark gewonnen, aber ein Tor mehr erzielt hatte, wurde Italien Gruppenzweiter und traf im Halbfinale auf die UdSSR. Die UdSSR war Italien sowohl spielerisch als auch taktisch überlegen und gewann mit 2:0. Da es seit 1984 kein Spiel um Platz 3 mehr gab, war damit die EM für Italien beendet. Die UdSSR traf im Finale auf Vorrundengegner Niederlande, die sich nach der 0:1 Vorrundenniederlage revanchieren konnte und durch ein 2:0 zum ersten Mal nach zwei verlorenen WM-Finalen einen großen Titel gewann. Der Italiener Alessandro Altobelli wurde gemeinsam mit dem Belgier Nico Claesen und dem Niederländer Marco van Basten mit je 7 Toren Torschützenkönig des gesamten Wettbewerbs.

EM 1992Bearbeiten

In der Qualifikation für die EM 1992 traf Italien dann wieder auf die Sowjetunion, sowie Norwegen, Ungarn und Zypern. Die Italiener starteten mit zwei Remis, gewannen dann zwei Spiele, verloren dann aber überraschend in Norwegen. Nach zwei weiteren Remis reichte der letzte Sieg gegen Zypern nur zu Platz 2 hinter der zerfallenden Sowjetunion. Diese nahm dann ohne die baltischen Staaten als Gemeinschaft Unabhängiger Staaten an der EM-Endrunde teil, scheiterte dort aber in der Gruppenphase. Nationaltrainer Azeglio Vicini trat nach dem Scheitern zurück, das Amt übernahm nun Arrigo Sacchi, der mit dem AC Mailand den Europapokal der Landesmeister 1989 und 1990 gewonnen hatte.

EM 1996Bearbeiten

 
Aserbaidschanische Briefmarke zum Spiel gegen Russland

Für die EM 1996 in England, die erstmals mit 16 Mannschaften ausgetragen wurde, mussten sich die Italiener gegen Kroatien, Litauen, die Ukraine, Slowenien und Estland qualifizieren, die alle erstmals teilnahmen. Italien und Kroatien gewannen beide je sieben Spiele, spielten zweimal remis und verloren ein Spiel. Kroatien hatte aber sowohl den direkten Vergleich gegen Italien gewonnen als auch die bessere Tordifferenz und qualifizierte sich damit als Gruppensieger erstmals für die EM-Endrunde. Italien war aber als bester Gruppenzweiter ebenfalls direkt qualifiziert.

In England wurde Italien in eine Gruppe mit Russland, das die Nachfolge der UdSSR angetreten hatte, Tschechien, das auch erstmals dabei war, und Rekordeuropameister Deutschland gelost. Das Auftaktspiel gegen Russland wurde durch zwei Tore von Pierluigi Casiraghi mit 2:1 gewonnen. Im zweiten Spiel gegen die Tschechen mussten sie eine Stunde in Unterzahl spielen, da Luigi Apolloni in der 29. Minute die Gelb-rote Karte erhalten hatte. Bereits nach 35 Minuten stand es 1:2 und dabei blieb es bis zum Ende. Italien und Tschechien hatten damit vor dem letzten Spiel beide drei Punkte, Deutschland führte mit sechs Punkten und benötigte nur noch einen Punkt aus dem letzten Spiel gegen Italien, um ohne Rechenkunststücke das Viertelfinale zu erreichen. Italien hatte bereits in der neunten Minute die Chance durch einen Elfmeter in Führung zu gehen, Gianfranco Zola scheiterte aber am deutschen Torhüter Andreas Köpke. Auch danach war Italien die bessere Mannschaft, konnte aber auch die dreißigminütige Überzahl nach der Gelb-roten Karte für Thomas Strunz nicht nutzen, so dass das Spiel torlos endete. Deutschland stand damit als Gruppensieger im Viertelfinale und auch Italien wähnte sich dort, da die Russen im Parallelspiel mit 3:2 führten. In der Schlussminute gelang den Tschechen aber noch der Ausgleich. Damit waren die Tschechen, da sie den direkten Vergleich gegen Italien gewonnen hatten, Gruppenzweiter. Für Italien war die EM somit vorzeitig beendet und Sacchi wurde von Cesare Maldini als Nationaltrainer abgelöst. Deutsche und Tschechen trafen sich im Finale wieder, das die Deutschen durch ein Golden Goal gewannen und damit als erste Mannschaft zum dritten Mal Europameister wurden, danach aber bis 2008 kein EM-Spiel mehr gewannen.

EM 2000Bearbeiten

 
Tifosi bei der EM
 
Aufstellungen vor dem Finale Frankreich (li.) – Italien (re.)

Nach dem Aus im Viertelfinale der WM 1998 hatte Dino Zoff, Kapitän und Torhüter der Weltmeistermannschaft von 1982 das Amt des Nationaltrainers übernommen. Für die EM 2000 mussten die Italiener in der Qualifikation gegen Dänemark, die Schweiz, Wales und Weißrussland antreten und belegten Platz 1. Dabei verloren sie nur das Heimspiel gegen Dänemark am vorletzten Spieltag, womit sich Dänemark den zweiten Platz sicherte, um sich in den Playoffs der Gruppenzweiten gegen Israel durchzusetzen.

Bei der Endrunde, die erstmals in zwei Ländern ausgetragen wurde, wurde Italien in die Gruppe mit Co-Gastgeber Belgien, Schweden und der Türkei gelost. Das Auftaktspiel gewannen die Italiener gegen die Türken mit 2:1, das Filippo Inzaghi durch einen verwandelten Elfmeter sicherte. Gegen Belgien folgte dann ein 2:0 und mit einem 2:1 gegen Schweden hatten die Italiener erstmals alle drei Gruppenspiele gewonnen. Im Viertelfinale trafen sie auf Rumänien, das in seiner Gruppe Titelverteidiger Deutschland und England ausgeschaltet hatte. Bereits in der ersten Halbzeit erzielten die Italiener zwei Tore, ließen keins der Rumänen zu und verteidigten das 2:0 bis zum Ende. Im Halbfinale war dann der zweite Co-Gastgeber Niederlande der Gegner. Italien musste ab der 34. Minute in Unterzahl spielen, da Gianluca Zambrotta die Gelb-rote Karte erhalten hatte. Die Niederländer konnten diesen Vorteil aber nicht nutzen, verschossen zwei Elfmeter und daher musste nach 120 torlosen Minuten das Elfmeterschießen entscheiden. Zwar konnte Paolo Maldini als vierter italienischer Schütze nicht verwandeln, aber drei Niederländer machten es nicht besser und versagten wie schon in der regulären Spielzeit, so dass Italien mit 3:1 das Elfmeterschießen gewann. Im Finale war Weltmeister Frankreich der Gegner. Nach einer torlosen ersten Halbzeit brachte Marco Delvecchio in der 55. Minute Italien mit 1:0 in Führung und dabei blieb es bis zur 90. Minute. Dann gelang Sylvain Wiltord noch der Ausgleichstreffer. In der folgenden Verlängerung erzielte David Trezeguet in der 103. Minute das Golden Goal zum EM-Sieg der Franzosen, die damit als erster Weltmeister auch Europameister werden konnten. Nationaltrainer Zoff trat nach dem verlorenen Finale von seinem Amt als Nationaltrainer zurück.

EM 2004Bearbeiten

In der Qualifikation für die EM 2004 traf Italien auf Wales, die Bundesrepublik Jugoslawien (ab Februar 2003 als Serbien und Montenegro), Finnland und Aserbaidschan. Trainiert wurden sie nun von Giovanni Trapattoni, dem erfolgreichsten Vereinstrainer Europas. Die Qualifikation blieb bis zum letzten Spieltag offen. Dann gewann Italien mit 4:0 gegen den Tabellenletzten Aserbaidschan, während die auf Platz 2 liegenden Waliser ihr Heimspiel mit 2:3 gegen Serbien und Montenegro verloren. Italien war damit Gruppensieger, Wales scheiterte in den Playoffs der Gruppenzweiten an Russland.

In Portugal wurden die Italiener in eine Gruppe mit Schweden, Bulgarien und Dänemark gelost. Im ersten Spiel trennten sich Dänen und Italiener torlos. Das zweite Spiel gegen Schweden endete 1:1. Da Dänen und Schweden gegen Bulgarien gewonnen hatten, reichte ihnen im letzten Spiel ein 2:2 (oder höheres Remis) zum Weiterkommen – unabhängig vom Ausgang des Parallelspiels zwischen Italien und Bulgarien, das Italien mit 2:1 gewann. Und genau mit diesem Wunschergebnis für beide endete das Spiel. Da der dänische Torwart Thomas Sørensen in der 90. Minute noch den 2:2-Ausgleich der Schweden verursachte, kam in den italienischen Medien der Verdacht einer Absprache auf. Die ironisch gemeinte Äußerung des dänischen Trainers Morten Olsen („Natürlich machen wir einen Deal.“) sorgte für Aufregung.[3] Italien schied damit vorzeitig aus und Trapattonis Vertrag als Nationaltrainer wurde nicht verlängert. Dänen und Schweden scheiterten dann im Viertelfinale.

EM 2008Bearbeiten

 
Szene aus dem Spiel gegen die Niederlande

Vier Jahre später musste sich Italien nach dem Gewinn des WM-Titels 2006 für die nächste EM gegen Frankreich, den Finalgegner von 2006, Schottland, die Ukraine, Litauen, Georgien und die Färöer qualifizieren. Trainiert wurden die Italiener nun von Roberto Donadoni, da Marcello Lippi nach dem Gewinn des WM-Titels zurückgetreten war. Italien verlor zwar im zweiten Spiel die WM-Revanche in Frankreich mit 1:3, verlor danach aber kein weiteres Spiel. Mit neun Siegen und zwei Remis wurde vor den Franzosen Platz 1 belegt, die damit aber auch für die Endrunde qualifiziert waren.

Bei der Endrunde, die wieder in zwei Ländern ausgetragen wurde, wurden Italien und Frankreich wieder in eine Gruppe gelost, zudem die Niederländer und Rumänien. Am 2. Juni 2008 hatte sich Kapitän Fabio Cannavaro im Training einen Bänderriss am linken Sprunggelenk zugezogen und musste auf die EM-Teilnahme verzichten. Diesen Ausfall konnte Italien im Spiel gegen die Niederländer nicht kompensieren und verlor mit 0:3. Gegen Rumänien folgte dann ein 1:1, womit die Italiener die Chance auf den Viertelfinaleinzug wahrten. Im letzten Spiel gegen die punktgleichen Franzosen gewannen sie dann mit 2:0 und profitierten davon, dass die Niederländer auch ohne einige geschonte Stammspieler gegen die Rumänen gewannen. Damit stand Italien im Viertelfinale und traf auf Spanien, musste aber nach der zweiten Gelben Karte auf Stratege Andrea Pirlo sowie Gennaro Gattuso verzichten. Da beiden Mannschaften in 120 Minuten kein Tor gelang, musste mal wieder das Elfmeterschießen entscheiden. Hier standen die zu der Zeit weltbesten Torhüter Gianluigi Buffon und Iker Casillas im Mittelpunkt. Da der Spanier aber zwei Elfmeter halten konnte, während Buffon nur einmal erfolgreich war, gewann Spanien das Elfmeterschießen mit 4:2 (der letzte Italiener musste nicht mehr antreten). Spanien erreichte dann auch zum dritten Mal das Finale und gewann dieses gegen Deutschland mit 1:0. Nach dem EM-Aus wurde Donadoni entlassen, sein Nachfolger wurde sein Vorgänger, der aber nach dem Vorrundenaus bei der WM 2010 wieder zurücktrat.

EM 2012Bearbeiten

 
Die Mannschaft vor dem Finale 2012
 
Szene aus dem Gruppenspiel gegen Spanien

Vier Jahre später konnten sich die Italiener dann auch wieder qualifizieren. Trainiert wurden sie nun von Cesare Prandelli. In einer Gruppe mit Estland, Serbien, Slowenien, Nordirland und den Färöer setzten sie sich souverän mit 10 Punkten Vorsprung vor Estland als Gruppensieger durch. Unrühmlich verlief das Spiel zwischen Italien und Serbien am 12. Oktober 2010, denn dabei kam es zu Ausschreitungen serbischer Hooligans, bei denen unter anderem Feuerwerkskörper auf das Spielfeld flogen. Das Spiel wurde daher bereits nach sechs Minuten abgebrochen und von der UEFA als 3:0 für Italien gewertet. Die zweitplatzierten Esten mussten in die Playoffs der Gruppenzweiten gegen Irland. Nach einem 0:4 im Heimspiel und einem 1:1 in Irland schieden sie aus.

Bei der Endrunde, die wieder in zwei Ländern stattfand, wurden die Italiener in eine Gruppe mit Titelverteidiger und Weltmeister Spanien, den vom Italiener Giovanni Trapattoni trainierten Iren und Kroatien gelost. Im Auftaktspiel gegen den Weltmeister und gegen Kroatien erreichten sie jeweils ein 1:1. Gegen die Iren folgte dann ein 2:0 und da Spanien gegen Kroatien gewann, wurde Italien Gruppenzweiter. Damit standen sie im Viertelfinale gegen England. Da beide Mannschaften es verpassten, in 120 Minuten Tore zu schießen, war wieder mal ein Elfmeterschießen fällig, mit dem beide nicht immer gute Erfahrungen gemacht hatten. Und von zwei schwachen Elfmeterverwertern waren die Italiener diesmal die etwas besseren, da nur Riccardo Montolivo am Tor vorbeischoss, während zwei Engländer entweder an der Latte oder Buffon scheiterten. Italien stand damit im Halbfinale gegen Deutschland, gegen das noch nie ein Pflichtspiel verloren wurde. Und auch diesmal behielten die Italiener dank Mario Balotelli, der beide Tore zum 2:1-Sieg erzielte, die Oberhand. Im Finale kam es dann zur Wiederholung des Auftaktspiels gegen Spanien. Aber diesmal hatte Italien keine Chance und verlor mit 0:4, der höchsten Niederlage in einem EM-Finale. Spanien wurde damit zum dritten Mal Europameister und zog damit mit Deutschland gleich. Zudem konnten die Spanier als erste Mannschaft nach Uruguay, das 1922 und 1924 Südamerikameister und 1924 Olympiasieger wurde, drei Titel in Folge gewinnen.

Prandelli blieb zunächst im Amt, trat aber nach dem Vorrundenaus bei der WM 2014 zurück.

Erstmals trafen bei dieser EM der aktuelle Weltmeister (Spanien) und sein Vorgänger (Italien) aufeinander. Dabei kamen im Vorrundenspiel bei Spanien 10 und bei Italien drei Spieler aus den WM-Finalspielen zum Einsatz. Zuvor war diese Begegnung nicht möglich, da erstmals 2006 und 2010 nacheinander zwei europäische Mannschaften Weltmeister wurden. Bereits 2008 standen sich der damalige Weltmeister Italien und Nachfolger Spanien im Viertelfinale gegenüber, wobei bei Italien 8 Spieler des WM-Finales 2006 und bei Spanien 9 Spieler des Finales 2010 zum Einsatz kamen.

EM 2016Bearbeiten

An der EM nahmen erstmals 24 Mannschaften teil. Für die Auslosung der Qualifikationsgruppen, die am 23. Februar 2014 erfolgte, war Italien in Topf 1 gesetzt.[4] Die zugelosten Gegner waren Kroatien, Norwegen, Bulgarien, Aserbaidschan und Malta.

Die beiden Gruppenersten qualifizierten sich direkt für die EM-Endrunde. Sollte die drittplatzierte Mannschaft bester Gruppendritter sein, ist sie ebenfalls direkt qualifiziert. Die übrigen Gruppendritten spielten in Playoffs vier weitere Teilnehmer aus.

Italien, das seit dem Vorrundenaus bei der WM 2014 von Antonio Conte trainiert wird, begann die Qualifikation mit drei Siegen, erreichte dann aber gegen Kroatien nur ein 1:1 und in Bulgarien nur ein 2:2. Damit lag Italien nach der Hälfte der Spiele auf Platz 2 hinter Kroatien, das außer dem Remis in Italien alle Spiele gewann. Nach einem weiteren 1:1 in Kroatien folgten drei Siege und am vorletzten Spieltag qualifizierte sich Italien für die Endrunde. Da Kroatien am drittletzten Spieltag in Norwegen verlor, konnte Italien auch die Tabellenführung übernehmen, die am letzten Spieltag mit einem Sieg im Heimspiel gegen Norwegen verteidigt werden konnte. Italien gehörte damit zu den nur vier Mannschaften, die kein Spiel verloren.

Für die Gruppenauslosung am 12. Dezember 2015 war Italien trotz des sechsbesten UEFA-Koeffizienten nur Topf 2 zugeordnet, da Frankreich als Gastgeber mit einem schlechteren Koeffizienten in Topf 1 gesetzt war. Italien konnte daher bereits in der Gruppenphase auf Gastgeber Frankreich, Titelverteidiger Spanien oder Weltmeister Deutschland treffen. Letztlich wurden die Italiener dem damaligen FIFA-Weltranglistenersten Belgien zugelost, gegen den das Auftaktspiel mit 2:0 gewonnen wurde. Zudem wurde Schweden, der zweite zugeloste Gegner im zweiten Spiel, mit 1:0 besiegt, so dass die Italiener bereits vor dem dritten Spiel gegen Irland für das Achtelfinale qualifiziert waren. So konnten sie die 0:1-Niederlage gegen die Iren verkraften und einige Stammspieler für das Achtelfinalspiel gegen Spanien schonen. Gegen die Spanier traten die Italiener mit einer offensiven Strategie an und gingen in der 33. Minute durch Abwehrchef Giorgio Chiellini in Führung, der nach einem Freistoß, den der spanische Torhüter nicht festhalten konnte, abstaubte. Auch danach hatten die Italiener die besseren Torchancen, konnten aber davon keine nutzen. In der zweiten Halbzeit mussten sie immer mehr ihrem großen Aufwand Tribut zollen und die Spanier kamen besser ins Spiel. Es gelang ihnen aber nicht den Ausgleich zu erzwingen, stattdessen konnte Graziano Pellè mit seinem zweiten Turniertor in der Nachspielzeit alles klarmachen. Im Viertelfinale trafen sie auf Weltmeister Deutschland, ihren Lieblingsgegner in Pflichtspielen. Italien konnte zwar das Führungstor der Deutschen aus der 65. Minute durch einen verwandelten Handelfmeter ausgleichen, verlor dann aber im Elfmeterschießen mit 5:6 und schied erstmals bei einem Turnier gegen Deutschland aus.

Spieler mit den meisten Einsätzen bei EuropameisterschaftenBearbeiten

 
Gianluigi Buffon, seit 2016 alleiniger italienischer EM-Rekordspieler
Spiele Spieler Jahr (Spiele)
17 Gianluigi Buffon 2004 (3), 2008 (4), 2012 (6), 2016 (4)
13 Antonio Cassano 2004 (3), 2008 (4), 2012 (6)
Alessandro Del Piero 1996 (1), 2000 (6), 2004 (3), 2008 (3)
Paolo Maldini 1988 (4), 1996 (3), 2000 (6)
12 Giorgio Chiellini 2008 (3), 2012 (5), 2016 (4)
Daniele De Rossi 2008 (3), 2012 (6), 2016 (3)
11 Leonardo Bonucci 2012 (6), 2016 (5)
Andrea Pirlo 2004 (2), 2008 (3), 2012 (6)
Gianluca Zambrotta 2000 (4), 2004 (3), 2008 (4)
10 Andrea Barzagli 2008 (1), 2012 (4), 2016 (5)
Stefano Fiore 2000 (6), 2004 (3)
Thiago Motta 2012 (5), 2016 (4)
Alessandro Nesta 1996 (0), 2000 (6), 2004 (3)
8 Demetrio Albertini 1996 (3), 2000 (5)
Fabio Cannavaro 2000 (6), 2004 (2)

Stand: 2. Juli 2016

Spieler mit den meisten Toren bei EuropameisterschaftenBearbeiten

Tore Spieler Jahr (Tore)
3 Mario Balotelli 2012 (3)
Antonio Cassano 2004 (2), 2008 (0), 2012 (1)
2 Pierluigi Casiraghi 1996 (2)
Filippo Inzaghi 2000 (2)
Graziano Pellè 2016 (2)
Andrea Pirlo 2004 (0), 2008 (1), 2012 (1)
Francesco Totti 2000 (2), 2004 (0)
1 23 Spieler

Stand: 2. Juli 2016

Bei Europameisterschaften gesperrte SpielerBearbeiten

  • 1988 erhielt Riccardo Ferri im Halbfinale die zweite Gelbe Karte; da es kein Spiel um Platz 3 gab, hatte diese keine Wirkung.
  • 1996 erhielt Luigi Apolloni im zweiten Gruppenspiel die Gelb-rote Karte und war für das letzte Gruppenspiel gesperrt.
  • 2000 erhielt Gianluca Zambrotta im Halbfinale die Gelb-rote Karte und war für das Finale gesperrt. In diesem erhielt Luigi Di Biagio die zweite Gelbe Karte, die aber keinen Effekt mehr hatte.
  • 2004 erhielt Gennaro Gattuso im zweiten Gruppenspiel die zweite Gelbe Karte und war für das letzte Gruppenspiel gesperrt. Francesco Totti wurde nach dem ersten Gruppenspiel nachträglich für drei Spiele gesperrt, da Fernsehbilder eindeutig zeigten, dass er seinen Gegenspieler Christian Poulsen angespuckt hatte. Da Italien nach der Vorrunde ausschied, galt als drittes Spiel das erste Spiel in der Qualifikation für die WM 2006.
  • 2008 erhielten Gennaro Gattuso und Andrea Pirlo im letzten Gruppenspiel die zweite Gelbe Karte und waren für das Viertelfinale gesperrt.
  • 2012 erhielt Christian Maggio im Viertelfinale die zweite Gelbe Karte und war für das Halbfinale gesperrt. Mario Balotelli, Leonardo Bonucci, Daniele De Rossi und Thiago Motta erhielten im Halbfinale die zweite Gelbe Karte, da die Karten aus der Vorrunde nach dem Viertelfinale nicht mehr berücksichtigt wurden, konnten sie im Finale eingesetzt werden. Andrea Barzagli erhielt im Finale die zweite Gelbe Karte, die auch keine Wirkung hatte.
  • 2016 erhielt Thiago Motta im Achtelfinale die zweite Gelbe Karte und war für das Viertelfinale gesperrt. Im Viertelfinale erhielten Mattia De Sciglio und Graziano Pellè ebenfalls die zweite Gelbe Karte, die aber keinen Effekt hatte, da Italien ausschied.

Anteil der im Ausland spielenden Spieler im EM-KaderBearbeiten

Legionäre wurden nur für die letzten drei Kader berufen, stellten dort aber auch die Minderheit.

Jahr (Spiele) Anzahl (Länder) Spieler (Einsätze)
1968 (3) 0
1980 (4) 0
1988 (4) 0
1996 (3) 0
2000 (6) 0
2004 (3) 0
2008 (4) 4 (1 in Deutschland, 1 in Frankreich, 2 in Spanien) Luca Toni (4); Fabio Grosso (4); Morgan De Sanctis (0), Gianluca Zambrotta (4)
2012 (6) 3 (1 in England, 2 in Frankreich) Mario Balotelli (6); Thiago Motta (5), Salvatore Sirigu (0)
2016 (5) 5 (3 in England, 2 in Frankreich) Graziano Pellè (4), Matteo Darmian (4), Angelo Ogbonna (1); Thiago Motta (4), Salvatore Sirigu (1)

Stand: 2. Juli 2016

RekordeBearbeiten

  • Die meisten Spiele ohne Gegentor: 18
  • Die meisten Remis-Spiele: 16 (inkl. Spiele, die durch Elfmeterschießen entschieden wurden)
  • Die häufigsten Paarungen: Italien–Spanien (6 Spiele, 1× im Finale, 1× im Viertelfinale, 1× im Achtelfinale, 3× in der Vorrunde)
  • Die meisten Spiele mit Verlängerung: Italien (8) Niederlande (7)
  • Die meisten Elfmeterschießen: Italien (5), England, die Niederlande und Spanien (je 4)
  • Die meisten Elfmeter wurden im Elfmeterschießen des Spiels Tschechoslowakei – Italien (EM 1980, Spiel um Platz 3) verwandelt. 17 mal waren die Torschützen erfolgreich, mit einer Quote von 94,4 %.
  • Dino Zoff erreichte als Einziger sowohl als Spieler (1968) als auch als Trainer (2000) das Finale, konnte aber nur als Spieler den Titel holen.
  • Die meisten Schiedsrichter kamen aus Italien (12/28 Spiele) – Stand: 26. Juni 2016.

NegativrekordeBearbeiten

  • Die höchste Finalniederlage: Italien–Spanien 0:4 (2012)
  • Erste Gelb-Rote Karte: Luigi Apolloni am 14. Juni 1996 in der 29. Minute des Gruppenspiels Tschechien – Italien
  • Die meisten Spiele ohne Torerfolg: Italien und Dänemark (je 12)
  • Die meisten Spieler, die bei einem einzelnen Elfmeterschießen verschossen: 4 am 2. Juli 2016 beim 5:6 i. E. gegen Deutschland

Bilanz gegen die anderen Europameister bei EuropameisterschaftenBearbeiten

  • Spanien: 5 Spiele (davon 1 Finale) 1 Sieg, 2 Remis (1 Niederlage n. E.), 2 Niederlagen, 2:5 Tore (2:4 i. E.)
  • Deutschland: 4 Spiele, 1 Sieg, 3 Remis (1 Niederlage n. E.) 4:3 Tore (5:6 i. E.)
  • UdSSR/GUS/Russland: 3 Spiele, 1 Siege, 1 Remis (durch Los gewonnen), 1 Niederlage 2:3 Tore
  • Dänemark: 2 Spiele, 1 Sieg, 1 Remis, 2:0 Tore
  • Frankreich: 2 Spiele (davon 1 Finale), 1 Sieg, 1 Niederlage, 1:2 Tore
  • Niederlande: 2 Spiele, 1 Remis (1 Sieg n. E.), 1 Niederlage, 0:3 Tore (3:1 i. E.)
  • Tschechoslowakei/Tschechien: 2 Spiele, 1 Remis (1 Niederlage n. E.), 1 Niederlage, 2:3 Tore (8:9 i. E.)
  • Griechenland: kein Spiel
  • Portugal: kein Spiel

SpieleBearbeiten

Spielorte (E = Eindhoven, grün = pos. Bilanz, gelb = ausgegl. Bilanz, rot = neg. Bilanz, fett = Finalspielort, Zahl in Klammern = Anzahl der Spiele, wenn > 1)

Italien bestritt bisher 38 EM-Spiele, davon wurden 16 gewonnen, sechs wurden verloren (die wenigsten aller Mannschaften mit mindestens 8 Teilnahmen) und 16 endeten remis (die meisten aller Mannschaften). Acht Spiele mussten verlängert werden. Davon wurde eins durch Losentscheid gewonnen, eins wiederholt, eins durch Golden Goal verloren, zwei im Elfmeterschießen gewonnen und drei verloren.

Italien hatte bisher sieben Heimspiele, nur Frankreich hatte seit 2016 mehr Heimspiele (11). Italien bestritt einmal das erste Spiel als Gastgeber, nahm einmal am Eröffnungsspiel gegen den Gastgeber teil und spielte 2000 gegen beide Co-Gastgeber.

Italien spielte viermal, 1980 im Spiel um Platz 3 gegen den bereits entthronten, 2012 in der Vorrunde sowie im Finale gegen den Titelverteidiger, der seinen Titel als erster erfolgreich verteidigte und damit gegen den späteren Europameister sowie 2016 im Achtelfinale in dem die Italiener den Titelverteidiger aus dem Turnier warfen. Gegen den späteren Europameister spielte Italien zudem 1996 (in der Vorrunde), 2000 (im Finale) und 2008 (im Viertelfinale). 2000, 2012 und 2016 scheiterte Italien jeweils am amtierenden Weltmeister (Frankreich, Spanien bzw. Deutschland). Bei allen anderen Teilnahmen, bei denen Italien nicht Europameister wurde kam der Weltmeister aus Südamerika (1980, 1988 und 1996) oder Italien war selber Weltmeister (2008).

  • Nur gegen ein Land gelang der höchste Sieg bei einem EM-Turnier:
    • Danemark  Dänemark: Vorrunde 1988 2:0 (zudem je ein 2:0 in einem Turnier in Schweden und in der WM-Qualifikation 1982, 3:1 in der WM-Qualifikation 2014 und in einem Freundschaftsspiel)
  • Gegen folgende Länder kassierte die italienische Mannschaft ihre höchste Niederlage bei einem EM-Turnier:
    • Niederlande  Niederlande: Vorrunde 2008 0:3
    • Spanien  Spanien: Finale 2012 0:4
    • Tschechien  Tschechien: Vorrunde 1996 1:2 (zudem ein 0:1 in einem Freundschaftsspiel)
    • Sowjetunion 1955  Sowjetunion: Halbfinale 1988 0:2 (zudem ein 0:2 im Achtelfinale der EM-Qualifikation 1964)
Alle EM-Spiele
Nr. Datum Ergebnis Gegner Austragungsort Anlass Bemerkungen
1 05.06.1968 0:0 n. V. Sowjetunion 1955  Sowjetunion H Neapel Halbfinale Sieg durch Münzwurf, 275. Länderspiel
2 08.06.1968 1:1 n. V. Jugoslawien Sozialistische Föderative Republik  Jugoslawien H Rom Finale
3 10.06.1968 2:0 Jugoslawien Sozialistische Föderative Republik  Jugoslawien H Rom Finale (Wiederholungsspiel) Einziger Europameistertitel
4 12.06.1980 0:0 Spanien 1977  Spanien H Mailand Vorrunde
5 15.06.1980 1:0 England  England H Turin Vorrunde
6 18.06.1980 0:0 Belgien  Belgien H Rom Vorrunde
7 21.06.1980 1:1 n. V.
8:9 i. E.
Tschechoslowakei  Tschechoslowakei (TV) H Neapel Spiel um Platz 3 Erstes Elfmeterschießen
8 10.06.1988 1:1 Deutschland Bundesrepublik  BR Deutschland A Düsseldorf (BRD) Eröffnungsspiel
9 14.06.1988 1:0 Spanien  Spanien * Frankfurt am Main (BRD) Vorrunde
10 17.06.1988 2:0 Danemark  Dänemark * Köln (BRD) Vorrunde
11 22.06.1988 0:2 Sowjetunion  Sowjetunion * Stuttgart (BRD) Halbfinale
12 11.06.1996 2:1 Russland  Russland * Liverpool (ENG) Vorrunde Erstes Länderspiel gegen Russland
13 14.06.1996 1:2 Tschechien  Tschechien * Liverpool (ENG) Vorrunde Erstes Länderspiel gegen Tschechien
14 19.06.1996 0:0 Deutschland  Deutschland * Manchester (ENG) Vorrunde Letztes Länderspiel unter Arrigo Sacchi
15 11.06.2000 2:1 Turkei  Türkei * Arnhem (NLD) Vorrunde
16 14.06.2000 2:0 Belgien  Belgien A Brüssel (BEL) Vorrunde
17 19.06.2000 2:1 Schweden  Schweden * Eindhoven (NLD) Vorrunde
18 24.06.2000 2:0 Rumänien  Rumänien * Brüssel (BEL) Viertelfinale
19 29.06.2000 0:0 n. V.
3:1 i. E.
Niederlande  Niederlande A Amsterdam (NLD) Halbfinale
20 02.07.2000 1:2 n. V. Frankreich  Frankreich * Rotterdam (NLD) Finale Golden Goal von David Trezeguet
Letztes Länderspiel unter Dino Zoff
21 14.06.2004 0:0 Danemark  Dänemark * Guimarães (PRT) EM-2004-Vorrunde
22 18.06.2004 1:1 Schweden  Schweden * Porto (PRT) EM-2004-Vorrunde
23 22.06.2004 2:1 Bulgarien  Bulgarien * Guimarães (PRT) EM-2004-Vorrunde Letztes Länderspiel unter Giovanni Trapattoni
24 09.06.2008 0:3 Niederlande  Niederlande * Bern (SUI) EM-2008-Vorrunde Höchste Niederlage gegen die Niederlande
25 13.06.2008 1:1 Rumänien  Rumänien * Zürich (SUI) EM-2008-Vorrunde
26 17.06.2008 2:0 Frankreich  Frankreich * Zürich (SUI) EM-2008-Vorrunde
27 22.06.2008 0:0 n. V.
2:4 i. E.
Spanien  Spanien * Wien (AUT) EM-2008-Viertelfinale 23. und letztes Länderspiel unter Roberto Donadoni
28 10.06.2012 1:1 Spanien  Spanien (TV) * Danzig (POL) EM-2012-Vorrunde
29 14.06.2012 1:1 Kroatien  Kroatien * Posen (POL) Vorrunde
30 18.06.2012 2:0 Irland  Irland * Posen (POL) Vorrunde
31 24.06.2012 0:0 n. V.
4:2 i. E.
England  England * Kiew (UKR) Viertelfinale
32 28.06.2012 2:1 Deutschland  Deutschland * Warschau (POL) Halbfinale
33 01.07.2012 0:4 Spanien  Spanien (TV) * Kiew (UKR) Finale Höchste Niederlage gegen Spanien
34 13. Juni 2016 2:0 Belgien  Belgien * Décines-Charpieu (Lyon) (FRA) Vorrunde
35 17. Juni 2016 1:0 Schweden  Schweden * Toulouse (FRA) Vorrunde
36 22. Juni 2016 0:1 Irland  Irland * Villeneuve-d’Ascq (Lille) (FRA) Vorrunde
37 27. Juni 2016 2:0 Spanien  Spanien (TV) * Saint-Denis (FRA) Achtelfinale
38 02. Juli 2016 1:1; 5:6 i. E. Deutschland  Deutschland * Bordeaux, (FRA) Viertelfinale Erstes Turnieraus gegen Deutschland, letztes Spiel unter Antonio Conte

Siehe auchBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Diese Darstellung des Geschehens stammt vom Schiedsrichter in einem Interview mit dem Magazin 11Freunde, im Spielbericht der UEFA waren es die beiden Kapitäne, die mit Betreuern in der Kabine am Münzwurf teilnahmen und die UEFA nennt in der Spielaufstellung Albert Schesternjow als Kapitän.
  2. Dietrich Schulze-Marmeling: Die Geschichte der Fußball-Europameisterschaft, Verlag Die Werkstatt,ISBN 978-3-89533-553-2
  3. 20min.ch: „Endstation Öresund-Brücke“
  4. Auslosung der EURO-Qualifikation: Topf 1 im Fokus. In: uefa.com. UEFA, 20. Februar 2014, abgerufen am 11. März 2014.