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Arnhem

niederländische Gemeinde
(Weitergeleitet von Arnheim)
Gemeinde Arnhem
Flagge der Gemeinde Arnhem
Flagge
Wappen der Gemeinde Arnhem
Wappen
Provinz Gelderland Gelderland
Bürgermeister Ahmed Marcouch (PvdA)
Sitz der Gemeinde Arnhem
Fläche
 – Land
 – Wasser
101,53 km2
99,08 km2
2,45 km2
CBS-Code 0202
Einwohner 156.600 (31. Aug. 2017[1])
Bevölkerungsdichte 1542 Einwohner/km2
Koordinaten 52° 0′ N, 5° 55′ OKoordinaten: 52° 0′ N, 5° 55′ O
Bedeutender Verkehrsweg A12 E35 A50 A325 A348 N224 N225 N310 N311 N325
Vorwahl 026
Postleitzahlen 6800–6846
Website Homepage von Arnhem
LocatieArnhem.png
Vorlage:Infobox Ort in den Niederlanden/Wartung/Karte
Bahnhof Arnhem Centraal
Bahnhof Arnhem CentraalVorlage:Infobox Ort in den Niederlanden/Wartung/Bild1

Arnhem (deutsch Arnheim) ist eine in den Niederlanden gelegene Stadt. Sie hat 156.600 Einwohner (Stand: 31. August 2017) und ist Hauptstadt der niederländischen Provinz Gelderland. Arnhem ist Teil der Stadsregio Arnhem-Nijmegen, einer Agglomeration mit 735.230 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2017).[2] Arnhem liegt am Nederrijn, einem relativ kurzen Abschnitt des Rheins nach der Rheinteilung, bei der die Waal und der Nederrijn, der spätere Lek, entstehen.

Inhaltsverzeichnis

GeschichteBearbeiten

Arnhem entstand an einer Anhöhe in der Nähe der Ijssel an der Kreuzung der Handelsstraßen zwischen Utrecht, Nijmegen und Zutphen. Erst seit der Änderung des Rheinverlaufs um 1500 liegt Arnhem an diesem Fluss.

 
Arnhem, Altes Rathaus um 1850
 
Arnhem, September 1944

Im Jahr 1233 erteilte Graf Otto II. von Geldern Arnhem das Stadtrecht. Im 15. Jahrhundert zählte die Stadt rund 4000 Einwohner und erhielt Stadtmauern und Türme zur Verteidigung. Die Stadt gehörte zum Herzogtum Geldern und wurde 1472 habsburgisch, ehe sie zur Republik der Niederlande kam. Im Holländischen Krieg war Arnhem von 1672 bis 1674 von französischen Truppen besetzt, ebenso in den Koalitionskriegen von 1795 bis 1813, wobei Arnhem ab 1811 Hauptstadt des Départements Yssel-Supérieur war. 1813 wurde die Stadt von preußischen Truppen befreit und fiel wieder an die Niederlande.

Um 1850 lebten etwa 9000 Menschen in Arnhem. Damals wurde die Region um Arnhem und Nijmegen ein beliebter Wohnsitz des Großbürgertums aus den westlichen Provinzen der Niederlande. In der Folge wurden repräsentative Parkanlagen geschaffen, denen die Stadt noch heute den Beinamen „Parkstadt“ verdankt. Parks wie Sonsbeek und Zijpendaal (im Norden der Stadt) prägen das Stadtbild.

Im Jahre 1929 wurde die KEMA, die niederländische Prüfstelle der Elektroindustrie in Arnhem gegründet.

Im Zweiten Weltkrieg versuchten alliierte Streitkräfte im September 1944, im Rahmen der Operation Market Garden die Brücke von Arnhem über den Rhein zu erobern, um sich so einen Weg nach Deutschland zu bahnen. In einem ihrer letzten siegreichen Kämpfe konnte die Wehrmacht die Schlacht jedoch für sich entscheiden, was zum Scheitern der alliierten Operation „Market Garden“ beitrug. Durch diese Schlacht wurde die Stadt schwer beschädigt. Nach der Schlacht zwang die Wehrmacht die damals 95.000 Einwohner, die Stadt zu verlassen.

Am 16. September 1978 wurde die älteste und bekannteste Rheinbrücke in John-Frost-Brücke umbenannt, nach dem britischen Oberst John Frost, der 1944 während der erfolglosen Offensive jenes Bataillon kommandierte, das als einziges die Brücke erreichte und den nördlichen Teil vier Tage lang verteidigte. Eine Gedenktafel erinnert an die Schlacht und ihre vielen Opfer.

Nach dem Krieg folgte ein dynamischer Wiederaufbau. Die Bevölkerung der Stadt wächst bis heute weiter.

Als einzige Stadt der Niederlande besitzt Arnhem ein Trolleybusnetz (Oberleitungsbus Arnhem), was der Stadt heute den Beinamen „Trolleystad“ verleiht.

WappenBearbeiten

Beschreibung: In Blau ein goldgeständerter und so geschnäbelter silberner Doppeladler. Schildhalter sind zwei rotgezungte braune Löwen mit silberner Bewehrung auf grüner Arabeske stehend; über den Schild eine goldene Blätterkrone.

Brücken und andere BauwerkeBearbeiten

 
Arnhem, John Frostbrücke

Die beiden Brücken über den Nederrijn in der Nähe der Innenstadt werden vielfach noch Oude Rijnbrug (Alte Rheinbrücke, John-Frost-Brücke, bekannt vom Film “Die Brücke von Arnheim”) und Nieuwe Rijnbrug (Neue Rheinbrücke, Nelson-Mandela-Brücke) genannt. Die vier Brücken sind stromabwärts:

  • die Andrei-Sacharow-Brücke, am ‹autoweg› (Kraftfahrstraße) N325/A325,
  • die John-Frost-Brücke (John Frostbrug, Name seit 1978),
  • die Nelson Mandela-Brücke von 1977, bis 1987 Roermondspleinbrug genannt
  • und die Eisenbahnbrücke (Spoorbrug), die 1952 wieder aufgebaut wurde.

Der 145 m hohe Sendeturm KEMA Toren ist für Besucher nicht zugänglich.

SehenswürdigkeitenBearbeiten

 
Eusebius-Kirche oder Grote Kerk

Arnhem verfügt über zahlreiche hochrangige Kultureinrichtungen.

VerkehrBearbeiten

Der öffentliche Nahverkehr in der Region Arnhem-Nijmegen wird unter dem Markennamen breng (niederländisch für (ich) bringe) von Hermes, einem Tochterunternehmen von Connexxion betrieben. Innerhalb von Arnhem verkehren 13 städtische Buslinien, davon die Linien 1 bis 3 und 5 bis 7 als Oberleitungsbus Arnhem. Des Weiteren betreibt breng Regional-, Schnell- und Bürgerbusse.

Der Bahnhof Arnhem Centraal ist der einzige Bahnhof außerhalb der Randstad, der den Beinamen Centraal trägt (vergleichbar mit dem deutschen Hauptbahnhof), und ist ein Knotenpunkt im Eisenbahnverkehr der östlichen Niederlande. ICE-Züge nach Utrecht, Amsterdam, Düsseldorf, Köln, Frankfurt und Basel, sowie Intercityverbindungen in andere Landesteile der Niederlande halten hier. Die Regionalzüge werden teilweise von Arriva und breng betrieben, außerdem verbindet der Rhein-IJssel-Express (RE 19) der Abellio Rail NRW die Stadt mit dem Niederrhein und Düsseldorf.

Arnhem ist an zahlreiche nationale und internationale Fernradwege angeschlossen, u. a. an den Rheinradweg (die europäische EuroVelo-Route 15 von der Quelle bis zur Mündung des Rheins),[3] und auch von Deutschland aus gut per Fahrrad erreichbar.

Die nächsten Flughäfen befinden sich in Weeze (Niederrhein) (NRN, 45 km), Eindhoven (EIN, 68 km), Amsterdam-Schiphol (AMS, 85 km), Düsseldorf (DUS, 100 km) und Rotterdam/Den Haag (RTM, 100 km).

Im Straßenverkehr wird Arnhem durch die A12, A50, A15, A325, A348, N224, N225, N310, N325 und N784 erschlossen. Um die Innenstadt verläuft zudem der 3,3 Kilometer lange Centrumring.

KulturBearbeiten

Gemessen an der Größe der Stadt gibt es in Arnhem ein beachtliches Kulturangebot. Die Musikszene spielt sich ab im Musis Sacrum, dem Konzertgebäude, wo das Sinfonieorchester von Gelderland probt und auftritt, und wo wöchentlich Jazzkonzerte stattfinden. Seit 2008 ist das Luxor, ein ehemaliges Konzerthaus, wiederaufgebaut um das kulturelle Angebot, vor allem im Bereich der Pop- und Unterhaltungsmusik, zu ergänzen. Das Theater (Schouwburg) bietet nationalen und internationalen Kompagnien eine Plattform.

Die Kunsthochschule Arnhem (ArtEZ) ist international angesehen für ihre offen und experimentell ausgerichtete Abteilung für Jazz- und Popmusik, die zum großen Teil von deutschen Studierenden genutzt wird, ihre international ausgerichtete, renommierte Tanzabteilung, und ihre traditionsreiche Theaterabteilung. Unter anderem von Studenten organisiert, gibt es zweimal die Woche in Arnheim lokalen Live-Jazz zu hören, in den Bars „Cafe de Kroeg“ sowie dem „Stella by Starlight“.

Die Stadt organisiert einmal jährlich ein Festival für Straßenstatuen (Living Statues), und zweijährlich die Arnhemer „Modebiennale“.

SportBearbeiten

Bekanntester Sportverein der Stadt ist der Fußballklub Vitesse Arnhem, der in der niederländischen Ehrendivision spielt.

Im Jahr 2000 fanden in Arnhem einige Spiele der Fußball-Europameisterschaft im GelreDome, dem Heimstadion von Vitesse Arnhem statt.

StädtepartnerschaftenBearbeiten

Partnerstädte von Arnheim sind[4]

Vereinigtes Konigreich  Croydon, Großbritannien, seit 1985
Deutschland  Gera (Deutschland), seit 1987
China Volksrepublik  Wuhan (Volksrepublik China), seit 1999

PersönlichkeitenBearbeiten

Söhne und Töchter der StadtBearbeiten

Mit der Stadt verbundene PersonenBearbeiten

  • Raschid Ben Ali (* 1978), niederländischer Maler, absolvierte hier einen Teil seiner Ausbildung
  • Martin Böcker (* 1958), deutscher Organist, absolvierte hier einen Teil seiner Ausbildung
  • Michiel Braam (* 1964), niederländischer Musiker und Komponist, unterrichtet am örtlichen Konservatorium
  • René Creemers (* 1959), niederländischer Musiker, unterrichtete am örtlichen Konservatorium
  • Christian Doepke (* 1966), deutscher Musiker, absolvierte hier einen Teil seiner Ausbildung
  • Axel Dörner (* 1964), deutscher Musiker und Komponist, absolvierte hier einen Teil seiner Ausbildung
  • Johannes Grevius (1584–1622), deutscher Theologe, arbeitete hier als Pfarrer
  • Audrey Hepburn (1929–1993), Schauspielerin niederländischer Herkunft, lebte hier während des Zweiten Weltkriegs
  • Florentijn Hofman (* 1977), niederländischer Künstler, hier wohnhaft und arbeitend
  • Jacob de Kempenaer (1793–1870), niederländischer Politiker, hier verstorben
  • Aadriaan Cornelis van Leeuwen (1887–1991), niederländischer Komponist und Dirigent, hier verstorben
  • Ehrenfried Leichel (1828–1905), deutsch-niederländischer Orgelbauer, hier verstorben
  • Mark Manders (* 1968), niederländischer Künstler, hier wohnhaft
  • Pieter J. R. Modderman (1919–2005), niederländischer Archäologe, hier verstorben
  • Adolf von Neuenahr (1554–1589), niederländischer Statthalter, hier verstorben
  • Marcus Schinkel (* 1968), deutscher Musiker, absolvierte hier einen Teil seiner Ausbildung
  • Jan Taminiau (* 1975), niederländischer Modedesigner, absolvierte hier einen Teil seiner Ausbildung
  • Johan Wagenaar (1862–1941), niederländischer Komponist und Organist, war hier als Chordirigent tätig
  • Ita Wegman (1876–1943), niederländische Ärztin und Anthroposophin, absolvierte hier einen Teil ihrer Schulausbildung

WeblinksBearbeiten

  Commons: Arnhem – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  Wikivoyage: Arnhem – Reiseführer
  Wiktionary: Arnhem – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

EinzelnachweiseBearbeiten