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UEFA Best Player in Europe

Fußballspielerauszeichnung der UEFA
Preisträger 2019: Virgil van Dijk
Preisträgerin 2019: Lucy Bronze

Der UEFA Best Player in Europe Award (deutsch Bester Spieler in Europa der UEFA), oftmals auch als Europas Fußballer des Jahres bezeichnet, ist eine jährliche Auszeichnung für den besten Fußballspieler eines europäischen Vereins. Sie wird seit 2011 von der UEFA in Zusammenarbeit mit European Sports Media verliehen. 2013 wurde auch erstmals der UEFA Best Women’s Player in Europe Award (Europas Fußballerin des Jahres) für die beste Spielerin verliehen.

Die Preisverleihung findet Ende August jedes Jahres im Rahmen der Auslosung der Gruppenphase der UEFA Champions League im Grimaldi Forum in Monaco statt. Bewertet werden die Leistungen der Spieler und Spielerinnen in der jeweiligen Vorsaison in allen nationalen und kontinentalen Wettbewerben. Preisträger im Jahr 2019 sind der Niederländer Virgil van Dijk sowie die Engländerin Lucy Bronze, die beide erstmals gewählt wurden.

EntstehungBearbeiten

Die Auszeichnung entstand auf Anregung von UEFA-Präsident Michel Platini, der die Tradition zur Wahl von Europas Fußballer des Jahres wiederbeleben wollte, die seit 1956 unter der offiziellen Bezeichnung Ballon d’Or von der französischen Fußballzeitschrift France Football durchgeführt wurde. Nachdem bereits ab 2007 auch Spieler von Vereinen außerhalb Europas zur Wahl standen und die Auszeichnung 2010 mit der Wahl zum Weltfußballer des Jahres der FIFA zum FIFA Ballon d’Or verschmolz, hatte es keine Wahl mehr gegeben, die ausschließlich in Europa spielende Fußballer berücksichtigt. Die Nationalität der Spieler spielt aber auch bei dieser Auszeichnung keine Rolle. Am 25. August 2011 wurde der Preis im Rahmen der Gruppenauslosung der UEFA Champions League 2011/12 erstmals verliehen. Damit ersetzt diese neue Auszeichnung zugleich die bisherigen UEFA Club Football Awards, die neben dem besten Spieler auch die besten Torhüter, Abwehrspieler, Mittelfeldspieler, Stürmer und Trainer (bis 2006) der vergangenen Champions-League-Saison ehrten.[1] Seit 2013 wird zusätzlich die beste Spielerin geehrt.[2]

VergabemodusBearbeiten

Der Sieger wird von einer Jury aus Sportjournalisten gewählt, die jeweils einen der UEFA-Mitgliedsstaaten (bis 2013: 53 Staaten,[3] bis 2015: 54,[4] seit 2016: 55[5]) repräsentieren. Jeder Journalist reicht zunächst eine Liste von fünf Spielern ein. Der Erstgenannte erhält fünf Punkte, der Zweite vier Punkte usw. Die zehn Spieler mit den meisten Punkten erreichen die Shortlist. In der zweiten Wahlrunde wählen die Journalisten aus diesen zehn Nominierten jeweils ihre drei Favoriten. Aus den drei Spielern mit den meisten Punkten küren die Journalisten dann am Tag der Ehrung per Knopfdruck live den Gewinner.[6]

Bei den Frauen wählen jeweils die Trainer der Viertelfinalisten der letztjährigen UEFA Women’s Champions League ihre Favoritinnen. Hat im Jahr der Wahl auch eine WM oder EM stattgefunden sind zusätzlich alle Trainer der teilnehmenden europäischen Mannschaften wahlberechtigt. Dabei erstellen die Trainer jeweils eine Liste ihrer fünf Favoritinnen, die absteigend mit fünf Punkten bis einem Punkt bewertet wurden. Aus dieser Wahl wird die Kurzliste aus den zehn besten Spielerinnen erstellt. Die Wahl läuft dann analog zu der der Männer. Von der Kurzliste wählen ausgewählte internationale Journalisten (2013: 18, 2014: 12) ihre drei Favoritinnen, aus denen dann die Top 3 erstellt und schließlich in der Endabstimmung die Siegerin gewählt wird.[7]

Liste der PreisträgerBearbeiten

MännerBearbeiten

Jahr Sieger Verein Ergebnis Zweiter Dritter
2011 Argentinien  Lionel Messi FC Barcelona 73,6 % Spanien  Xavi Portugal  Cristiano Ronaldo
2012 Spanien  Andrés Iniesta FC Barcelona 35,8 % Argentinien  Lionel Messi
Portugal  Cristiano Ronaldo
2013 Frankreich  Franck Ribéry FC Bayern München 67,9 % Argentinien  Lionel Messi Portugal  Cristiano Ronaldo
2014 Portugal  Cristiano Ronaldo Real Madrid 48,1 % Deutschland  Manuel Neuer Niederlande  Arjen Robben
2015 Argentinien  Lionel Messi FC Barcelona 90,7 % Uruguay  Luis Suárez Portugal  Cristiano Ronaldo
2016 Portugal  Cristiano Ronaldo Real Madrid 72,7 % Frankreich  Antoine Griezmann Wales  Gareth Bale
2017 Portugal  Cristiano Ronaldo Real Madrid 65,8 % Argentinien  Lionel Messi Italien  Gianluigi Buffon
2018 Kroatien  Luka Modrić Real Madrid 46,7 % Portugal  Cristiano Ronaldo Agypten  Mohamed Salah
2019 Niederlande  Virgil van Dijk FC Liverpool Argentinien  Lionel Messi Portugal  Cristiano Ronaldo

FrauenBearbeiten

Jahr Siegerin Verein Ergebnis Zweite Dritte
2013 Deutschland  Nadine Angerer 1. FFC Frankfurt 55,6 % Deutschland  Lena Goeßling Schweden  Lotta Schelin
2014 Deutschland  Nadine Keßler VfL Wolfsburg 75,0 % Deutschland  Martina Müller Schweden  Nilla Fischer
2015 Deutschland  Célia Šašić 1. FFC Frankfurt 61,1 % Frankreich  Amandine Henry Deutschland  Dzsenifer Marozsán
2016 Norwegen  Ada Hegerberg Olympique Lyon 65,0 % Frankreich  Amandine Henry Deutschland  Dzsenifer Marozsán
2017 Niederlande  Lieke Martens FC Rosengård 42,6 % Danemark  Pernille Harder Deutschland  Dzsenifer Marozsán
2018 Danemark  Pernille Harder VfL Wolfsburg Norwegen  Ada Hegerberg Frankreich  Amandine Henry
2019 England  Lucy Bronze Olympique Lyon Norwegen  Ada Hegerberg Frankreich  Amandine Henry

Abstimmungsergebnisse und NominierteBearbeiten

MännerBearbeiten

Bei der ersten Wahl 2011 erhielt Lionel Messi (Argentinien, FC Barcelona) in der Endabstimmung 39 der 53 Stimmen; Xavi (Spanien, FC Barcelona) erhielt elf, Cristiano Ronaldo (Portugal, Real Madrid) drei Stimmen. Auf den Plätzen vier bis zehn folgten Andrés Iniesta (Spanien, FC Barcelona), Falcao (Kolumbien, FC Porto), Wayne Rooney (England, Manchester United), Nemanja Vidić (Serbien, Manchester United), Zlatan Ibrahimović (Schweden, AC Mailand), Gerard Piqué (Spanien, FC Barcelona) und Manuel Neuer (Deutschland, FC Schalke 04).

Bei der Wahl 2012 am 30. August 2012 erhielt Iniesta in der Endabstimmung 19 der 53 Stimmen; auf Messi und Cristiano Ronaldo entfielen jeweils 17 Stimmen. In der Top 10 landeten außerdem Andrea Pirlo (Italien, Juventus Turin), Xavi, Iker Casillas (Spanien, Real Madrid), Didier Drogba (Elfenbeinküste, FC Chelsea), Petr Čech (Tschechien, FC Chelsea), Falcao (nun Atlético Madrid) und Mesut Özil (Deutschland, Real Madrid).

Bei der Wahl 2013 siegte Franck Ribéry (Frankreich, FC Bayern München) mit 36 Stimmen vor Messi mit 14 und Cristiano Ronaldo mit drei Stimmen.[8] Auf den Plätzen folgten Arjen Robben (Niederlande, FC Bayern München), Robert Lewandowski (Polen, Borussia Dortmund), Thomas Müller (Deutschland, FC Bayern München), Bastian Schweinsteiger (Deutschland, FC Bayern München), Gareth Bale (Wales, Tottenham Hotspur), Ibrahimović (nun Paris Saint-Germain) und Robin van Persie (Niederlande, Manchester United).

Bei der Wahl 2014 gewann Cristiano Ronaldo mit 26 Stimmen vor Manuel Neuer (nun FC Bayern München) mit 19 und Robben mit neun Stimmen.[9] Die Plätze vier bis zehn belegten Thomas Müller, Philipp Lahm (Deutschland, FC Bayern München), Messi, James Rodríguez (Kolumbien, AS Monaco), Luis Suárez (Uruguay, FC Liverpool), Ángel Di María (Argentinien, Real Madrid) und Diego Costa (Spanien, Atlético Madrid). Messi verpasste dabei erstmals seit dem Jahr 2006 die Top-3-Platzierung bei einer Wahl zu Europas oder zum Weltfußballer des Jahres.

2015 siegte Lionel Messi mit dem bisher höchsten Wahlergebnis von 49 von 54 Stimmen (90,7 %) vor Suárez (nun FC Barcelona) mit drei Stimmen und Cristiano Ronaldo, der zwei Stimmen erhielt.[10] Auf den Plätzen vier bis zehn lagen Gianluigi Buffon (Italien, Juventus Turin), Neymar (Brasilien, FC Barcelona), Eden Hazard (Belgien, FC Chelsea), Andrea Pirlo (Italien, Juventus Turin), Arturo Vidal (Chile, Juventus Turin), Carlos Tévez (Argentinien, Juventus Turin) und Paul Pogba (Frankreich, Juventus Turin).

Bei der Wahl 2016 gewann Cristiano Ronaldo mit 40 Stimmen vor Antoine Griezmann (Frankreich, Atlético Madrid) mit acht und Bale (Real Madrid) mit sieben Stimmen.[11] Auf Rang vier wurde Luis Suárez gewählt, dahinter folgen Messi, Buffon, Pepe (Portugal, Real Madrid), Neuer, Toni Kroos (Deutschland, Real Madrid) und Thomas Müller.

2017 siegte Cristiano Ronaldo mit 482 Punkten vor Messi mit 141 und Buffon mit 109 Punkten. Auf den Plätzen vier bis zehn folgen Luka Modrić (Kroatien, Real Madrid), Kroos, Paulo Dybala (Argentinien, Juventus Turin), Sergio Ramos (Spanien, Real Madrid), Kylian Mbappé (Frankreich, AS Monaco), Robert Lewandowski (nun FC Bayern München) und Ibrahimović (nun Manchester United).

Modrić gewann die Wahl 2018 vor Cristiano Ronaldo und Mohamed Salah (Ägypten, FC Liverpool). Dahinter folgen auf den Plätzen Griezmann, Messi, Mbappé (nun Paris Saint-Germain), Kevin De Bruyne (Belgien, Manchester City), Raphaël Varane (Frankreich, Real Madrid), Hazard und Ramos.

Bei der Wahl 2019 gewann mit Virgil van Dijk (Niederlande, FC Liverpool) erstmals ein Verteidiger diese Auszeichnung. Er siegte mit 305 Punkten vor Messi mit 207 Punkten und Cristiano Ronaldo (Portugal, Juventus Turin) mit 74 Punkten.[12] Auf den weiteren Plätzen: Alisson Becker (Brasilien, FC Liverpool), Sadio Mané (Senegal, FC Liverpool), Salah, Hazard, Matthijs de Ligt (Niederlande, Ajax Amsterdam), Frenkie de Jong (Niederlande, Ajax Amsterdam) und Raheem Sterling (England, Manchester City).

FrauenBearbeiten

2013 siegte bei der Frauenwahl Nadine Angerer (Deutschland, 1. FFC Frankfurt) mit 10 Stimmen.[13] Lena Goeßling (Deutschland, VfL Wolfsburg) erhielt sechs, Lotta Schelin (Schweden, Olympique Lyon) zwei Stimmen. Die Plätze vier bis zehn belegten Nadine Keßler (Deutschland, VfL Wolfsburg), Verónica Boquete (Spanien, Tyresö FF), Caroline Seger (Schweden, Tyresö FF), Nilla Fischer (Schweden, Linköpings FC/VfL Wolfsburg), Célia Okoyino da Mbabi (Deutschland, SC 07 Bad Neuenahr/1. FFC Frankfurt), Wendie Renard (Frankreich, Olympique Lyon) und Louisa Nécib (Frankreich, Olympique Lyon).

In der Top 3 für die Wahl 2014 standen drei Spielerinnen des VfL Wolfsburg. Keßler gewann die Wahl vor Martina Müller (Deutschland) und Fischer.[14] In den Top Ten standen zudem Goeßling, Boquete, Schelin, Marta (Brasilien, Tyresö FF), Alexandra Popp (Deutschland, VfL Wolfsburg), Seger und Christen Press (USA, Tyresö FF). Nach der ersten Wahlrunde war aufgrund von Stimmengleichheit auch noch Lena Lotzen (Deutschland, FC Bayern München) in der Auswahl.

Am 27. August 2015 fand auch die Entscheidung über die Vergabe der Auszeichnung zwischen Amandine Henry (Frankreich, Olympique Lyon) sowie den beiden Deutschen vom 1. FFC Frankfurt, Dzsenifer Marozsán und Célia Šašić statt. Šašić gewann mit 11 Stimmen vor Henry (vier Stimmen) und Marozsán (drei Stimmen).[15] Den vierten Platz teilten sich Boquete (nun 1. FFC Frankfurt) und Anja Mittag (Deutschland, FC Rosengård). Die Plätze sechs bis neun belegten Eugénie Le Sommer (Frankreich, Olympique Lyon), Ramona Bachmann (Schweiz, FC Rosengård), Wendie Renard (Frankreich, Olympique Lyon) und Seger (nun Paris Saint Germain). Den zehnten Platz teilten sich Angerer (Deutschland, Portland Thorns FC) und Simone Laudehr (Deutschland, 1. FFC Frankfurt), auf Platz zwölf lag Popp. Es waren zwölf Spielerinnen für die zweite Runde nominiert, da nach der ersten Runde drei Spielerinnen punktgleich auf dem zehnten Platz lagen.

Ada Hegerberg (Norwegen, Olympique Lyon) siegte 2016 mit dem bisher höchsten Wahlergebnis von 65 % vor Henry und Marozsán. 2017 siegte Lieke Martens (Niederlande, FC Barcelona) mit 42,2 % vor Pernille Harder (Dänemark, VfL Wolfsburg) und Marozsán. Harder gewann 2018 vor Hegerberg und Henry. Lucy Bronze siegte 2019 ebenfalls vor Hegerberg und Henry.

Siehe auchBearbeiten

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Über die Auszeichnung. In: uefa.com. UEFA, abgerufen am 23. Juli 2013.
  2. Paul Saffer: Best Women's Player in Europe Award launched. In: uefa.com. UEFA, 9. Juli 2013, abgerufen am 9. Juli 2013 (englisch).
  3. Der Wahlausschuss 2013. In: uefa.com. UEFA, abgerufen am 23. Juli 2013.
  4. Der Wahlausschuss 2014. In: uefa.com. UEFA, abgerufen am 28. August 2014.
  5. Der Wahlausschuss 2016. In: uefa.com. UEFA, abgerufen am 26. August 2016.
  6. Wie die Abstimmung funktioniert. In: uefa.com. UEFA, abgerufen am 23. Juli 2013.
  7. Angerer wins Best Women's Player award. In: uefa.com. UEFA, 5. September 2013, abgerufen am 5. September 2013 (englisch).
  8. UEFA.com: Preise - Spieler-Auszeichnungen. Abgerufen am 28. Juli 2019.
  9. UEFA.com: Preise - Spieler-Auszeichnungen. Abgerufen am 28. Juli 2019.
  10. UEFA.com: Preise - Spieler-Auszeichnungen. Abgerufen am 28. Juli 2019.
  11. UEFA.com: Preise - Spieler-Auszeichnungen. Abgerufen am 28. Juli 2019.
  12. UEFA.com: Virgil van Dijk zum UEFA Spieler des Jahres gewählt. Abgerufen am 31. August 2019.
  13. UEFA.com: Preise - Spieler-Auszeichnungen. Abgerufen am 28. Juli 2019.
  14. UEFA.com: Preise - Spieler-Auszeichnungen. Abgerufen am 28. Juli 2019.
  15. UEFA.com: Šašić als beste Spielerin Europas gekrönt. Abgerufen am 28. Juli 2019.