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Bernhard Gruber (Nordischer Kombinierer)

österreichischer Nordischer Kombinierer
Bernhard Gruber Nordische Kombination
Bernhard Gruber bei der WM 2019 in Seefeld

Bernhard Gruber bei der WM 2019 in Seefeld

Nation OsterreichÖsterreich Österreich
Geburtstag 12. August 1982 (36 Jahre)
Geburtsort Schwarzach im Pongau, Österreich
Größe 185 cm
Gewicht 71 kg
Karriere
Verein WSV Bad Hofgastein,
SC Bischofshofen
Status aktiv
Medaillenspiegel
Olympische Medaillen 1 × Gold 0 × Silber 3 × Bronze
WM-Medaillen 3 × Gold 3 × Silber 3 × Bronze
JWM-Medaillen 0 × Gold 0 × Silber 1 × Bronze
Universiade Medaillen 1 × Gold 1 × Silber 0 × Bronze
Nationale Medaillen 2 × Gold 4 × Silber 6 × Bronze
Olympische Ringe Olympische Winterspiele
0Gold0 2010 Vancouver Team
0Bronze0 2010 Vancouver Gundersen (LH)
0Bronze0 2014 Sotschi Team
0Bronze0 2018 Pyeongchang Team
FIS Nordische Skiweltmeisterschaften
0Gold0 2011 Oslo Team (NH)
0Gold0 2011 Oslo Team (LH)
0Silber0 2013 Val di Fiemme Einzel (LH)
0Silber0 2013 Val di Fiemme Teamsprint
0Gold0 2015 Falun Einzel (LH)
0Bronze0 2017 Lahti Team
0Bronze0 2019 Seefeld Teamsprint
0Silber0 2019 Seefeld Einzel (NH)
0Bronze0 2019 Seefeld Team
FIS Nordische Junioren-Ski-WM
0Bronze0 2000 Štrbské Pleso Team
Logo der FISU Winter-Universiade
0Silber0 2005 Innsbruck Gundersen
0Gold0 2005 Innsbruck Sprint
Logo ÖSV Österreichische Meisterschaften
0Bronze0 1999 Stams Sprint
0Bronze0 2008 Oberstdorf Massenstart
0Bronze0 2010 Innsbruck Gundersen (LH)
0Bronze0 2012 Ramsau Gundersen (LH)
0Bronze0 2013 Villach Gundersen (NH)
0Silber0 2013 Bischofshofen Gundersen (LH)
0Gold0 2015 Tschagguns Normalschanze
0Gold0 2015 Tschagguns Gundersen (LH)
0Silber0 2016 Villach Gundersen (LH)
0Bronze0 2016 Villach Gundersen (NH)
0Silber0 2017 Villach Gundersen (NH)
0Silber0 2018 Hinzenbach Gundersen (NH)
Platzierungen im Weltcup
 Debüt im Weltcup 1. Januar 2003
 Weltcupsiege (Einzel) 7  (Details)
 Weltcupsiege (Team) 2  (Details)
 Gesamtweltcup 4. (2007/08
2011/12, 2012/13)
 Sprintweltcup 3. (2007/08)
 Podiumsplatzierungen 1. 2. 3.
 Einzel 6 6 9
 Sprint 1 1 2
 Massenstart 0 2 0
 Team 0 2 4
 Teamsprint 2 0 1
Platzierungen im Grand Prix
 Debüt im Grand Prix 22. August 2003
 Grand-Prix-Siege (Einzel) 3  (Details)
 Grand-Prix-Siege (Team) 2  (Details)
 Gesamtwertung 1. (2012, 2013)
 Podiumsplatzierungen 1. 2. 3.
 Einzel 3 5 4
 Team 2 2 1
Platzierungen im Continental Cup (COC)
 Debüt im COC 5. Februar 2000
 COC-Siege (Einzel) 1  (Details)
 Gesamtwertung COC 3. (2004/05)
 Podiumsplatzierungen 1. 2. 3.
 Einzel 1 5 2
letzte Änderung: 10. April 2019

Bernhard Gruber (* 12. August 1982 in Schwarzach im Pongau) ist ein österreichischer Nordischer Kombinierer. Er wurde 2010 Olympiasieger mit der Mannschaft und 2015 Einzel-Weltmeister von der Großschanze.

Inhaltsverzeichnis

WerdegangBearbeiten

Bernhard Gruber stammt aus Bad Hofgastein im Gasteinertal. Als Mitglied des dortigen Wintersportvereines feierte er seine ersten Siege im Kinderbereich im Skilanglauf. Da es nach dem Abbruch der Jugendschanze (als Nachfolgerin der bekannten Bilgeri-Schanze) im Gasteinertal keine der einst vielen Skisprungschanzen mehr gab, begann Gruber im Sommer 1996, im Alter von 14 Jahren, mit dem Skispringen auf der Kindermattenschanze in Bischofshofen. Er trat zum Ski-Club Bischofshofen über, dessen Trainer sein Sprungtalent schnell erkannten und Gruber die nächsten Jahre sehr förderten. Als Toni Innauer auf seine Talente im Skilanglauf und im Sprunglauf aufmerksam wurde, überredete ihn der bekannte ehemalige österreichische Weltklasse-Skispringer 1998 zum Übertritt von den Spezialspringern zu den Kombinierern.[1]

Seit 2003 startet Gruber nunmehr im Weltcup der Nordischen Kombination. Seinen Durchbruch im Weltcup feierte er in der Saison 2006/07. Beim letzten Rennen 2006 kam er als Neunter erstmals unter die Top-10. Im Jänner 2007 erreichte er mit dem fünften Rang in Oberstdorf erstmals eine Spitzenplatzierung. In der Saison 2007/08 etablierte er sich in der Weltspitze und erreichte drei Podestplätze, bis er im Februar 2008 beim Sprint in Zakopane seinen ersten Weltcupsieg feiern konnte. Der zweite Sieg folgte im März 2008 im Gundersen-Einzel in Oslo. Den dritten Erfolg in seiner Karriere konnte er am 25. Februar 2012 ebenfalls in der Gundersen-Disziplin in tschechischen Weltcuport Liberec verbuchen.

 
Gruber (Nr. 39) in Ramsau 2016

Seine bis jetzt größten Erfolge feierte er bei den Olympischen Winterspielen 2010 in Vancouver. Nach dem Olympiasieg im Teambewerb der Nordischen Kombinierer eroberte er zwei Tage später im Einzelbewerb über 10 km überraschend die Bronzemedaille, nachdem er nach dem Sprung von der Großschanze als Erster in die Loipe gegangen war. Bei der nordischen Skiweltmeisterschaft in Falun 2015 holte er Gold im Einzelwettbewerb. Auch hier lag er bereits nach dem Springen in Führung.[2]

In die Weltcup-Saison 2015/16 startete er mit zwei vierten Plätzen in Lillehammer und einem zweiten Platz in Chaux-Neuve. Er überzeugte im weiteren Saisonverlauf er vor allem in der zweiten Hälfte mit großer Konstanz, sprang und lief regelmäßig in die Top-10 und konnte seinem Palmarès in Val di Fiemme einen weiteren Einzelsieg über 10 km Gundersen hinzufügen.

Nach dem der Start in die Saison 2016/17 ordentlich verließ, konnte er sich hin zu den Nordischen Skiweltmeisterschaften 2017 in Lahti immer weiter verbessern. Beim Nordic Combined Triple belegte er hinter den beiden deutschen Eric Frenzel und Johannes Rydzek den dritten Platz. Bei den Weltmeisterschaften in Lathi belegte er bei den Einzelwettbewerben den siebten von der Normalschanze und den neunten Platz von der Großschanze. Beim Teamwettbewerb bildete er gemeinsam mit Mario Seidl, Philipp Orter und Paul Gerstgraser die österreichische Staffel, welche hinter Deutschland und Norwegen den dritten Platz belegte. Im Team-Sprint verpasste er gemeinsam mit Wilhelm Denifl als Vierte und 0,5 Sekunden Rückstand auf den Bronze-Platz eine weitere Medaille.

Nachdem die olympische Saison 2017/18 nicht optimal begann, qualifizierte er sich trotzdem für die Olympischen Winterspiele 2018 in Pyeongchang. In den beiden Einzelwettbewerben von der Normal- und der Großschanze konnte er nur den 20. bzw. 21. Platz belegen. Beim Team-Wettbewerb bildete er gemeinsam mit Wilhelm Denifl, Lukas Klapfer und Mario Seidl die österreichische Staffel. Wie bei den Weltmeisterschaften 2017 gewannen sie erneut hinter der deutschen und der norwegischen Staffel die Bronzemedaille.[3] Beim ersten Weltcup nach den Olympischen Winterspielen konnte mit seinem Partner Wilhelm Denifl am 3. März 2018 den Kombi-Teamsprint in Lahti gewinnen.[4]

Die Weltcup-Saison Grubers 2018/19 war von einigen Leistungsschwankungen geprägt, sodass er sich nach dem siebten Platz in Ramsau Mitte Dezember erst wieder Anfang Februar in Lahti in den Top 10 platzieren konnte. Erst aufgrund der Steigerung in Lahti wurde er für die Heim-WM in Seefeld nominiert, die Gruber selbst schon fast abgeschrieben hatte.[5] Beim Saisonhöhepunkt präsentierte sich Gruber schließlich in Topform und konnte nach dem Erreichen des zehnten Platzes von der Großschanze die Silbermedaille von der Normalschanze hinter Jarl Magnus Riiber gewinnen. Darüber hinaus holte er im Teamsprint zusammen mit Franz-Josef Rehrl sowie im Teamwettkampf gemeinsam mit Mario Seidl, Rehrl und Lukas Klapfer Bronze, womit er mit neun WM-Medaillen der erfolgreichste ÖSV-Kombinierer bei Weltmeisterschaften ist.[6] Am abschließenden Weltcup-Wochenende in Schonach konnte er seine WM-Leistung mit seinem siebten Weltcupsieg sogar noch übertrumpfen.

ErfolgeBearbeiten

MedaillenBearbeiten

Olympische SpieleBearbeiten

WeltmeisterschaftenBearbeiten

WeltcupBearbeiten

Weltcupsiege im EinzelBearbeiten

Nr. Datum Ort Disziplin
1. 24. Februar 2008 Polen  Zakopane Sprint
2. 8. März 2008 Norwegen  Oslo Gundersen
3. 25. Februar 2012 Tschechien  Liberec Gundersen
4. 2. Februar 2013 Russland  Sotschi Gundersen
5. 30. Januar 2015 Italien  Val di Fiemme Gundersen
6. 27. Februar 2016 Italien  Val di Fiemme Gundersen
7. 16. März 2019 Deutschland  Schonach Gundersen

Weltcupsiege im TeamBearbeiten

Nr. Datum Ort Disziplin
1. 2. Dezember 2012 Finnland  Kuusamo Teamsprint1
2. 3. März 2018 Finnland  Lahti Teamsprint2

Grand PrixBearbeiten

Grand-Prix-Siege im EinzelBearbeiten

Nr. Datum Ort Disziplin
1. 21. Juli 2012 Russland  Sotschi Gundersen
2. 26. August 2012 Deutschland  Oberwiesenthal Gundersen
3. 30. August 2013 Deutschland  Oberstdorf Gundersen

Grand-Prix-Siege im TeamBearbeiten

Nr. Datum Ort Disziplin
1. 24. August 2013 Deutschland  Oberwiesenthal Gundersen1
2. 29. August 2015 Deutschland  Oberwiesenthal Teamsprint2

B-WeltcupBearbeiten

B-Weltcup-Siege im EinzelBearbeiten

Nr. Datum Ort Disziplin
1. 20. Dezember 2002 Vereinigte Staaten  Park City Gundersen

StatistikBearbeiten

Platzierungen bei Olympischen Winterspielen  Bearbeiten

Jahr und Ort Wettbewerb
Gundersen NH Gundersen LH Mannschaft
Kanada  Vancouver 2010 03. 01.
Russland  Sotschi 2014 05. 03.
Korea Sud  Pyeongchang 2018 20. 21. 03.

Platzierungen bei WeltmeisterschaftenBearbeiten

Jahr und Ort Wettbewerb
Gundersen NH Gundersen LH Massenstart Mannschaft NH Mannschaft LH Teamsprint
Tschechien  2009 Liberec 11. 11. 22. 05.
Norwegen  2011 Oslo 01. 01.
Italien  2013 Val di Fiemme 13. 02. 05. 02.
Schweden  2015 Falun 10. 01. 05. 07.
Finnland  2017 Lahti 07. 09. 03. 04.
Osterreich  2019 Seefeld 02. 10. 03. 03.

Weltcup-PlatzierungenBearbeiten

Saison Platz Punkte
2005/06 22. 231
2006/07 17. 204
2007/08 04. 894
2008/09 09. 524
2009/10 16. 311
2010/11 16. 231
2011/12 04. 765
2012/13 04. 619
2013/14 16. 292
2014/15 05. 684
2015/16 07. 618
2016/17 10. 436
2017/18 26. 213
2018/19 16. 356

Grand-Prix-PlatzierungenBearbeiten

Saison Platz Punkte
2001 24. 069
2004 06. 148
2005 22. 017
2006 04. 196
2007 06. 170
2009 31. 022
2011 08. 151
2012 01. 565
2013 01. 290
2014 13. 064
2015 07. 120
2016 15. 085
2018 26. 053

WeblinksBearbeiten

  Commons: Bernhard Gruber – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. 100 Jahre Wintersportverein Bad Hofgastein. 1908–2008. Sektion Langlauf und Kombinierer. Seite 121
  2. http://nordicjumpworld.com/2015/02/26/gold-fuer-gruber-von-der-grossschanze/
  3. Olympia: Drittes Gold in der Nordischen Kombination - Team-Staffel gewinnt. Focus, 22. Februar 2018, abgerufen am 6. März 2018.
  4. Gruber/Denifl gewannen Kombi-Teamsprint in Lahti (3. März 2018)
  5. Michael Unverdorben: Bernhard Gruber hatte die Heim-WM schon aufgegeben. Salzburger Nachrichten, 20. Februar 2019, abgerufen am 10. April 2019.
  6. Bernhard Gruber kombinierte sich zu WM-Silber. Salzburger Nachrichten, 28. Februar 2019, abgerufen am 10. April 2019.