Jens Lurås Oftebro

norwegischer Nordischer Kombinierer

Jens Christian Lurås Oftebro[2] (* 21. Juli 2000 in Oslo) ist ein norwegischer Nordischer Kombinierer. Sein bisher größter Erfolg ist der Gewinn des Weltmeistertitels im Teamwettbewerb bei den Nordischen Skiweltmeisterschaften 2021 in Oberstdorf.

Jens Lurås Oftebro Nordische Kombination
Voller Name Jens Christian Lurås Oftebro
Nation NorwegenNorwegen Norwegen
Geburtstag 21. Juli 2000 (20 Jahre alt)
Geburtsort Oslo[1]Norwegen
Karriere
Verein Jardar Il
Trainer Peder Sandell
Nationalkader seit 2019
Status aktiv
Medaillenspiegel
WM-Medaillen 1 × Gold 0 × Silber 1 × Bronze
JWM-Medaillen 1 × Gold 1 × Silber 2 × Bronze
Nationale Medaillen 2 × Gold 3 × Silber 1 × Bronze
FIS Nordische Skiweltmeisterschaften
Gold 2021 Oberstdorf Team
Bronze 2021 Oberstdorf Gundersen NS
FIS Nordische Junioren-Ski-WM
Bronze 2018 Kandersteg Team
Silber 2019 Lahti Team
Bronze 2019 Lahti Sprint
Gold 2020 Oberwiesenthal Gundersen
Norwegischer Skiverband Norwegische Meisterschaften
Silber 2018 Trysil Massenstart
Silber 2018 Trysil Teamsprint
Silber 2019 Beitostølen Gundersen
Gold 2020 Lillehammer Gundersen NS
Gold 2020 Lillehammer Gundersen GS
Bronze 2020 Beitostølen Gundersen GS
Platzierungen im Weltcup
 Debüt im Weltcup 10. März 2018
 Weltcupsiege (Einzel) 01  (Details)
 Weltcupsiege (Team) 01  (Details)
 Gesamtweltcup 04. (2019/20)
 Podiumsplatzierungen 1. 2. 3.
 Einzel 1 2 4
 Team 1 0 0
Platzierungen im Grand Prix
 Debüt im Grand Prix 23. August 2017
 Gesamtwertung 16. (2019)
 Podiumsplatzierungen 1. 2. 3.
 Einzel 0 0 1
Platzierungen im Continental Cup (COC)
 Debüt im COC 07. Januar 2017
 COC-Siege (Einzel) 02  (Details)
 Gesamtwertung COC 18. (2018/19)
 Podiumsplatzierungen 1. 2. 3.
 Einzel 2 0 1
letzte Änderung: 28. Februar 2021

WerdegangBearbeiten

Sein Debüt im Continental Cup der Nordischen Kombination gab Oftebro am 7. Januar 2017 in Høydalsmo. In einem Wettkampf nach der Gundersen-Methode von der Normalschanze mit einer sich daran anschließenden Langlaufdistanz über zehn Kilometer belegte er den 25. Rang. Einen Tag später erzielte er im zweiten Wettkampf in Høydalsmo den 33. Platz. Bei den Nordischen Junioren-Skiweltmeisterschaften 2017 im US-amerikanischen Soldier Hollow war ein sechster Platz im Teamwettkampf, den er gemeinsam mit Kaspar Moen Flatla, Lars Ivar Skårset und Einar Lurås Oftebro erzielte, sein bestes Ergebnis. In den Einzelwettkämpfen erreichte er den 17. und 25. Rang. Am Ende der Saison 2016/17 wurde er 90. der Gesamtwertung.

Im Sommer 2017 trat er zu drei Wettbewerben im Rahmen des Grand Prix der Nordischen Kombination an. Beste Resultate waren zwei 30. Plätze, womit er 65. in der Gesamtwertung wurde. Am 20. Januar 2018 erzielte er in Rena als Dritter seine erste Podiumsplatzierung im Continental Cup. Bei den Nordischen Junioren-Skiweltmeisterschaften 2018 gewann er zusammen mit Simen Kvarstad, Andreas Skoglund und Einar Lurås Oftebro die Bronzemedaille. Am 10. März 2018 trat er in Oslo erstmals zu einem Wettbewerb im Rahmen des Weltcups an und konnte dabei auf Anhieb seine ersten vier Weltcup-Punkte erzielen. In der Weltcup-Gesamtwertung belegte er damit 63. Platz, im Continental Cup erreichte er Rang 28.

Am ersten Weltcup-Wochenende 2018/19 in Lillehammer verpasste er zunächst zweimal die Punkteränge, ehe er am dritten Wettkampftag erneut vier Punkte gewinnen konnte. Dennoch wurde Oftebro wieder in den Continental Cup zurückgestuft, wo er jedoch mit zwei Siegen in Klingenthal wieder auf sich aufmerksam machte. Nachdem er Mitte Januar in Val di Fiemme den siebzehnten Rang im Weltcup erreichte, ging Oftebro als Mitfavorit zu den Nordischen Junioren-Skiweltmeisterschaften 2019 im finnischen Lahti. Tatsächlich gewann er im Sprint die Bronzemedaille hinter Julian Schmid und Johannes Lamparter, wohingegen er im Einzelwettkampf von der Normalschanze und über zehn Kilometer die Medaillenränge als Sechster verpasste. Gemeinsam mit Aleksander Skoglund, Kasper Moen Flatla und Andreas Skoglund wurde er zudem mit der Staffel Zweiter. Anfang März erreichte Oftebro sein bis dato bestes Ergebnis, als er in Oslo den sechsten Platz im Weltcup erreichte. In der Weltcup-Gesamtwertung belegte er den 40. Platz.

Nachdem Oftebro zunächst nicht am Grand Prix im Sommer 2019 teilnahm, wurde er schließlich für die letzten beiden Wettbewerbe in Planica nominiert. Dort zeigte er sich in einer starken Frühform und erreichte beim zweiten Wettkampf als Dritter das Podest. Zu Beginn des Winters wurde er bei den norwegischen Meisterschaften Vizemeister im Gundersen Einzel. Starke Leistungen konnte er auch wenige Tage später beim Weltcup-Auftakt in Ruka erbringen, wo er bei allen drei Wettbewerben den dritten Rang belegte und sich so in der Weltspitze festsetzte. Darauf hin wurde er zum FIS Athleten der Woche ernannt.[3] Im weiteren Saisonverlauf erzielte Oftebro konstant Top-Ergebnisse. Auch in Oberstdorf Ende Januar 2020 lieferte er überzeugende Leistungen ab. Zunächst gewann er gemeinsam mit Espen Bjørnstad, Jørgen Graabak und Jarl Magnus Riiber den Staffelwettbewerb, ehe er tags darauf als Zweiter sein bis dato bestes Karriereresultat einfuhr.[4] Als Topfavorit ging Oftebro Anfang März 2020 bei den Nordischen Junioren-Skiweltmeisterschaften 2020 in Oberwiesenthal an den Start, wo er den Erwartungen gerecht wurde. So ging er als Führender mit einem Vorsprung von 52 Sekunden auf die Loipe, auf der er seinen Konkurrenten keine Chance ließ und Juniorenweltmeister vor dem Vorjahressieger Johannes Lamparter und Gaël Blondeau wurde. An den weiteren Wettkämpfen der Junioren-WM nahm er nicht mehr teil, um stattdessen zum Weltcup-Zirkus zurückzukehren. Nur drei Tage nach Gewinn des Juniorenweltmeistertitels schloss er die Saison mit dem zwölften Rang in Oslo sowie auf dem vierten Platz in der Weltcupgesamtwertung ab.

Bei den norwegischen Sommer-Meisterschaften 2020 in Lillehammer gewann Oftebro seine ersten beiden Meistertitel. Am ersten Wettkampfwochenende der Weltcup-Saison 2020/21 in Ruka präsentierte sich Oftebro wie im Vorjahr in bestechender Frühform. So belegte er im Gundersen Einzel über die Sprintdistanz den dritten Rang, ehe er am zweiten Wettkampftag nach einem Sturz im Sprungdurchgang noch auf den zehnten Rang vorlief. Beim dritten Wettbewerb der Ruka Tour profitierte er von der Absage des Sprungdurchgangs, sodass der provisorische Wettkampfdurchgang, bei dem er Zweiter und Topfavorit Jarl Magnus Riiber disqualifiziert wurde, herangezogen wurde. Im Rennverlauf bildete sich eine Spitzengruppe um Manuel Faißt, Fabian Rießle und Johannes Lamparter heraus, die den Abstand zu den Verfolgern zu verteidigen wusste und daher den Sieg unter sich ausmachen konnte. Am letzten Anstieg setzte Oftebro schließlich die entscheidende Attacke und holte seinen ersten Weltcup-Sieg vor Rießle und Faißt.

SonstigesBearbeiten

Sein Bruder Einar ist ebenfalls Nordischer Kombinierer.[5] Zusammen mit ihm erhielt er im September 2019 ein Talentstipendium der SpareBank 1 Østlandet.[6]

ErfolgeBearbeiten

Weltcup-Siege im EinzelBearbeiten

Nr. Datum Ort Disziplin
1. 29. November 2020 Finnland  Ruka Gundersen Großschanze

Weltcup-Siege im TeamBearbeiten

Nr. Datum Ort Disziplin
1. 25. Januar 2020 Deutschland  Oberstdorf Staffel Großschanze1

Continental-Cup-Siege im EinzelBearbeiten

Nr. Datum Ort Disziplin
1. 4. Januar 2019 Deutschland  Klingenthal Gundersen Großschanze
2. 5. Januar 2019 Deutschland  Klingenthal Gundersen Großschanze

StatistikBearbeiten

Weltcup-PlatzierungenBearbeiten

Saison Platz Punkte
2017/18 63. 007
2018/19 40. 058
2019/20 04. 790
2020/21 08. 491

Grand-Prix-PlatzierungenBearbeiten

Saison Platz Punkte
2017 65. 002
2019 16. 100

Continental-Cup-PlatzierungenBearbeiten

Saison Platz Punkte
2016/17 90. 009
2017/18 28. 161
2018/19 18. 200

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Jens Lurås Oftebro, auf nordiccombined-norway.com, abgerufen am 4. Dezember 2019.
  2. skiforbundet.no: Ergebnisliste Norwegische Meisterschaften 2018/19 Sprint. Abgerufen am 25. Mai 2019 (PDF).
  3. Athlete of the Week: Jens Lurås Oftebro (NOR). In: fis-ski.com. 2. Dezember 2019, abgerufen am 4. Dezember 2019 (englisch).
  4. Season victory 8 for Jarl Magnus Riiber in Oberstdorf. In: fis-ski.com. FIS, 26. Januar 2020, abgerufen am 27. Januar 2020 (englisch).
  5. André Strømnes: Jardar-brødrene ble tatt ut på landslaget. In: budstikka.no. 29. April 2019, abgerufen am 25. Mai 2019 (norwegisch).
  6. Fikk tildelt talentstipend. In: skiforbundet.no. 16. September 2019, abgerufen am 4. Dezember 2019 (norwegisch).