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Jørgen Graabak

norwegischer Nordischer Kombinierer
Jørgen Graabak Nordische Kombination
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Voller Name Jørgen Nyland Graabak
Nation NorwegenNorwegen Norwegen
Geburtstag 26. April 1991 (28 Jahre)
Geburtsort Trondheim, Norwegen
Größe 185 cm
Karriere
Verein Byåsen IL
Status aktiv
Medaillenspiegel
Olympische Medaillen 2 × Gold 1 × Silber 0 × Bronze
WM-Medaillen 1 × Gold 3 × Silber 0 × Bronze
Nationale Medaillen 8 × Gold 5 × Silber 1 × Bronze
Olympische Ringe Olympische Winterspiele
0Gold0 2014 Sotschi Einzel LH
0Gold0 2014 Sotschi Team
0Silber0 2018 Pyeongchang Team
FIS Nordische Skiweltmeisterschaften
0Silber0 2013 Val di Fiemme Team
0Silber0 2015 Falun Team
0Silber0 2017 Lahti Team
0Gold0 2019 Seefeld Team
Platzierungen im Weltcup
 Debüt im Weltcup 08. Januar 2011
 Weltcupsiege (Einzel) 06  (Details)
 Weltcupsiege (Team) 14  (Details)
 Gesamtweltcup 04. (2015/16)
 Podiumsplatzierungen 1. 2. 3.
 Einzel 6 7 10
 Team 7 2 1
 Teamsprint 7 3 0
Platzierungen im Grand Prix
 Debüt im Grand Prix 23. August 2014
 Gesamtwertung 26. (2014)
Platzierungen im Continental Cup (COC)
 Debüt im COC 07. März 2009
 Gesamtwertung COC 03. (2010/11)
 Podiumsplatzierungen 1. 2. 3.
 Einzel 0 3 1
letzte Änderung: 20. Juni 2019

Jørgen Nyland Graabak (* 26. April 1991 in Trondheim) ist ein norwegischer Nordischer Kombinierer. Bei den Olympischen Winterspielen 2014 gewann Graabak die Goldmedaille im Wettkampf auf der Großschanze.

WerdegangBearbeiten

Graabak begann im Alter von zwölf Jahren mit dem Skisport und fing ein Jahr später mit der Nordischen Kombination an. Die ersten Wettkämpfe auf internationaler Ebene absolvierte er bei den Juniorenweltmeisterschaften 2009, wo er im Einzelwettbewerb den 20. Rang beim Sieg des Italieners Alessandro Pittin belegte. Bei der Junioren-WM im Winter darauf erreichte er Platz zehn und gewann mit dem Team um Ole Christian Wendel, Gudmund Storlien und Truls Sønstehagen Johansen die Silbermedaille hinter der deutschen Mannschaft. Nachdem ihm zu Saisonbeginn 2010/11 mehrere Podiumsergebnisse im Continentalcup gelungen waren, debütierte er im Januar 2011 im Weltcup, verpasste dort aber bei seinen sechs Einsätzen in diesem Winter die Punkteränge der besten 30. Ein solches Resultat erreichte er erstmals im Dezember 2011: Nach zwei 28. Rängen in der Ramsau schaffte er eine Woche später beim Weltcup in Seefeld mit der schnellsten Laufzeit als Dritter hinter Jason Lamy Chappuis und Alessandro Pittin den Sprung auf das Podest. Mit diesen Ergebnissen etablierte sich der zu diesem Zeitpunkt 20-jährige Graabak fest im Weltcupteam der Norweger, im weiteren Verlauf des Winters erreichte er zwei weitere Podiumsergebnisse, darunter ein Weltcupsieg mit Jan Schmid, Magnus Moan und Mikko Kokslien in der Staffel. Insgesamt lag er am Ende der Saison auf dem 16. Platz im Gesamtweltcup.

 
Graaak beim Weltcup in Ramsau 2016

Auch in der Folgesaison gelangen Graabak mehrfach Top-10-Resultate sowie zwei Weltcupsiege in der Staffel und im Teamsprint. Bessere Ergebnisse scheiterten zumeist an seiner Schwäche im Springen, nach dieser Teildisziplin lag der Norweger oft weit zurück und musste sich durch eine gute Laufleistung im Klassement verbessern. Beim Saisonhöhepunkt des Winters 2012/13, der Nordischen Skiweltmeisterschaften im Val di Fiemme, hatte Graabak etwa nach dem Springen als 49. bereits mehr als drei Minuten Rückstand auf die Spitze und konnte sich auch mit der elftbesten Laufleistung nicht unter den besten 30 platzieren.[1] Gleichzeitig gewann er bei dieser Weltmeisterschaft mit dem Team die Silbermedaille hinter der französischen Mannschaft. Der olympische Winter 2013/14 begann für ihn mit einem zweiten Platz hinter Eric Frenzel im Einzel- und dem Sieg mit der norwegischen Mannschaft im Teamwettbewerb bei der Saisoneröffnung in Kuusamo, auch bei weiteren Weltcuprennen belegte er einstellige Ränge. Lediglich bei einem von acht Weltcups und bei seinem letzten vorolympischen Start beim Nordic Combined Triple verpasste er die Top Ten. Mit diesen Ergebnissen qualifizierte er sich für das fünfköpfige norwegische Olympia-Aufgebot an Kombinierern.

Bei den Olympischen Spielen in Sotschi kam Graabak beim ersten Einzelwettkampf von der Normalschanze nicht zum Einsatz, dafür aber beim Wettbewerb von der Großschanze, wo er seinen Teamkollegen Mikko Kokslien ersetzte. Hier sprang der Norweger zunächst auf den sechsten Rang, holte seinen Startrückstand von 42 Sekunden aber früh auf und sicherte sich im Zielsprint vor seinem Mannschaftskameraden Magnus Moan die Goldmedaille.[2] Dieser Sieg war zugleich der erste Erfolg Graabaks bei einem FIS-Einzelwettkampf auf internationaler Ebene überhaupt, weswegen er als Überraschung gewertet wurde. Das Training zur Vorbereitung dieses Erfolges ist exakt dokumentiert und weist darauf hin, dass der norwegische Verband ihm durchaus eine realistische Chance einräumte.[3] Mit seinem Triumph gelang es ihm als erstem Norweger seit Bjarte Engen Vik 1998, eine olympische Goldmedaille zu gewinnen.[4]

In der Saison 2014/15 gelang dem amtierenden Olympiasieger sein erster Weltcupsieg, als er sich in einem knappen Rennen im italienischen Val di Fiemme gegen Bernhard Gruber und Fabian Rießle durchsetzen konnte. Nachdem er auch mit dem Team einen sowie im Teamsprint zwei Wettkämpfe gewinnen konnte, ging er als Medaillenfavorit zu den Weltmeisterschaften 2015 in Falun. Dort gewann er schließlich mit dem Team die Silbermedaille hinter der deutschen Staffel. In den Weltcup 2015/16 startete Graabak mit einer Reihe von Platzierungen unter den Besten Zehn. Nachdem er dabei viermal als Vierter das Podest nur knapp verpasst hatte, triumphierte Graabak beim Heim-Weltcup in Trondheim. Zum Saisonabschluss in Schonach konnte er diesen Erfolg wiederholen und die Saison als Vierter der Gesamtwertung beenden.

Bei den Nordischen Skiweltmeisterschaften 2017 in Lahti gewann Graabak erneut die Silbermedaille mit dem Team. Auch bei den Olympischen Winterspielen 2018 in Pyeongchang belegte er gemeinsam mit Jan Schmid, Espen Andersen und Jarl Magnus Riiber den zweiten Platz hinter Deutschland. Seinen Titel von der Großschanze konnte er als Zehnter nicht verteidigen und auch beim Gundersen-Wettkampf von der Normalschanze verpasste er als Achtzehnter die Medaillenränge deutlich.

In der Weltcup-Saison 2018/19 gewann Graabak Ende Dezember seinen fünften Weltcupsieg in Ramsau. Wenige Wochen später feierte er mit dem Gewinn des Teamsprints in Val di Fiemme zudem seinen vierzehnten Teamerfolg. Mit seinem zweiten Saisonsieg in Lahti im Rücken reiste Graabak zu den Nordischen Skiweltmeisterschaften 2019 in Seefeld. Dort wurde er gemeinsam mit Espen Bjørnstad, Jan Schmid und Jarl Magnus Riiber Team-Weltmeister. Die Saison schloss er auf dem siebten Platz der Weltcup-Gesamtwertung sowie mit Gewinn des Massenstarts und des Teamsprints bei den Norwegischen Meisterschaften 2019 ab.

ErfolgeBearbeiten

Weltcupsiege im EinzelBearbeiten

Nr. Datum Ort Disziplin
01. 1. Februar 2015 Italien  Val di Fiemme Gundersen
02. 9. Februar 2016 Norwegen  Trondheim Gundersen
03. 6. März 2016 Deutschland  Schonach Gundersen
04. 12. Januar 2018 Italien  Val di Fiemme Gundersen
05. 23. Dezember 2018 Osterreich  Ramsau Gundersen
06. 10. Februar 2019 Finnland  Lahti Gundersen

Weltcupsiege im TeamBearbeiten

Nr. Datum Ort Disziplin
01. 7. Januar 2012 Deutschland  Oberstdorf Staffel1
02. 5. Januar 2013 Deutschland  Schonach Staffel2
03. 1. Dezember 2013 Finnland  Kuusamo Staffel3
04. 14. Dezember 2013 Osterreich  Ramsau Teamsprint4
05. 1. März 2014 Finnland  Lahti Teamsprint5
06. 30. November 2014 Finnland  Ruka Teamsprint5
07. 20. Dezember 2014 Osterreich  Ramsau Staffel6
08. 31. Januar 2015 Italien  Val di Fiemme Teamsprint7
09. 26. Februar 2016 Italien  Val di Fiemme Teamsprint8
10. 4. März 2016 Deutschland  Schonach Staffel9
11. 14. Januar 2017 Italien  Val di Fiemme Teamsprint10
12. 2. Dezember 2017 Norwegen  Lillehammer Staffel11
13. 21. Januar 2018 Frankreich  Chaux-Neuve Staffel11
14. 12. Januar 2019 Italien  Val di Fiemme Teamsprint7
2 Mit Magnus Moan, Mikko Kokslien und Håvard Klemetsen.
3 Mit Magnus Krog, Mikko Kokslien und Håvard Klemetsen.
4 Mit Mikko Kokslien.
5 Mit Håvard Klemetsen.
6 Mit Mikko Kokslien, Håvard Klemetsen und Jan Schmid.
7 Mit Jan Schmid.
8 Mit Magnus Krog.
9 Mit Magnus Moan, Jan Schmid und Magnus Krog.
10 Mit Espen Andersen.
11 Mit Jan Schmid, Espen Andersen und Jarl Magnus Riiber.

StatistikBearbeiten

Platzierungen bei Olympischen Winterspielen  Bearbeiten

Jahr und Ort Wettbewerb
Gundersen NH Gundersen LH Team
Russland  Sotschi 2014 01. 01.
Korea Sud  Pyeongchang 2018 18. 10. 02.

Platzierungen bei WeltmeisterschaftenBearbeiten

Jahr und Ort Wettbewerb
Gundersen NH Gundersen LH Team Teamsprint
Italien  2013 Val die Fiemme 38. 02.
Schweden  2015 Falun 08. 24. 02.
Finnland  2017 Lahti 11. 22. 02.
Osterreich  2019 Seefeld 09. DNS 01.

Weltcup-GesamtplatzierungenBearbeiten

Saison Platz Punkte
2011/12 16. 442
2012/13 20. 259
2013/14 07. 509
2014/15 13. 305
2015/16 04. 908
2016/17 11. 422
2017/18 05. 830
2018/19 07. 707

Grand-Prix-PlatzierungenBearbeiten

Saison Platz Punkte
2014 26. 032
2017 48. 015
2019 44. 032

Continental-Cup-PlatzierungenBearbeiten

Saison Platz Punkte
2010/11 03. 552

WeblinksBearbeiten

  Commons: Jørgen Graabak – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Individual Gundersen 10.0 km – Official Results auf data.fis-ski.com. Abgerufen am 18. Februar 2014.
  2. Sein Training von 2010 bis 2014 wurde detailliert analysiert: Rasdal V, Moen F, Sandbakk Ø. The Long-Term Development of Training, Technical, and Physiological Characteristics of an Olympic Champion in Nordic Combined. Front Physiol. 2018;9:931. Published 2018 Jul 13. doi:10.3389/fphys.2018.00931; aufg. 3. Jan. 2019
  3. Arnd Krüger: Doppel-Olympiasieger. Leistungssport 49(2019), 2, 25–26
  4. Gold für den Ersatzmann: Kombinierer Graabak vor Moan auf nzz.ch. Erschienen am 18. Februar 2014. Abgerufen am 18. Februar 2014.