Oberstdorf

Gemeinde in Deutschland

Oberstdorf ist ein Markt im bayerischen Landkreis Oberallgäu in Deutschland.

Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Marktes Oberstdorf
Oberstdorf
Deutschlandkarte, Position des Marktes Oberstdorf hervorgehoben

Koordinaten: 47° 25′ N, 10° 17′ O

Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Schwaben
Landkreis: Oberallgäu
Höhe: 813 m ü. NHN
Fläche: 229,84 km2
Einwohner: 9696 (31. Dez. 2019)[1]
Bevölkerungsdichte: 42 Einwohner je km2
Postleitzahl: 87561
Vorwahl: 08322
Kfz-Kennzeichen: OA
Gemeindeschlüssel: 09 7 80 133
Marktgliederung: 44 Ortsteile
Adresse der
Marktverwaltung:
Prinzregenten-Platz 1
87561 Oberstdorf
Website: markt-oberstdorf.de
Erster Bürgermeister: Klaus King
Lage des Marktes Oberstdorf im Landkreis Oberallgäu
ÖsterreichBaden-WürttembergLandkreis Lindau (Bodensee)Kempten (Allgäu)Landkreis UnterallgäuLandkreis OstallgäuKempter Wald (gemeindefreies Gebiet)WildpoldsriedWiggensbachWertachWeitnauWaltenhofenSulzberg (Landkreis Oberallgäu)SonthofenRettenbergOfterschwangOberstdorfOberstaufenObermaiselsteinOy-MittelbergMissen-WilhamsLauben (Landkreis Oberallgäu)Immenstadt im AllgäuBad HindelangHaldenwang (Landkreis Oberallgäu)Fischen im AllgäuDurachDietmannsriedBurgberg im AllgäuBuchenbergBolsterlangBlaichachBetzigauBalderschwangAltusriedKarte
Über dieses Bild

Der heilklimatische Kur- und Kneippkurort dient mit seinen alpinen Skigebieten am Nebelhorn, dem Söllereck und dem Fellhorn/Kanzelwand, den Langlaufloipen, dem Eisstadion und auch den Skisprungschanzen sowie der Skiflugschanze als Wintersportplatz und ist zudem ein beliebtes Ziel für Bergsteiger.

GeographieBearbeiten

 
Blick auf Oberstdorf (Sommer)
 
Blick auf Oberstdorf (Winter)
 
Das Nebelhorn, der Hausberg von Oberstdorf

Geographische LageBearbeiten

Oberstdorf, die südlichste Gemeinde Deutschlands, liegt im Oberstdorfer Becken im Illertal, in den Allgäuer Alpen. Der Illerursprung liegt bei Oberstdorf. Mit einer Ausdehnung von 230 km² ist Oberstdorf nach der Landeshauptstadt München und Lenggries flächenmäßig die drittgrößte Gemeinde im Freistaat Bayern. Sie liegt auf 813 Meter Höhe (Messpunkt an der katholischen Kirche St. Johannes Baptist). Höchster Gipfel des Ortes und ganz Schwabens ist die Hochfrottspitze.

17 Kilometer südwestlich des Ortskerns liegt das Haldenwanger Eck, die südlichste Stelle Deutschlands. Wegen dieser Gegebenheit ist Oberstdorf Mitglied im Zipfelbund.[2]

GemeindegliederungBearbeiten

Oberstdorf hat 44 Ortsteile:[3]

Hervorzuheben sind fünf Ortschaften:

  • Kornau liegt auf 915 Meter Höhe. In der Nähe findet man die Söllereckbahn und die an Kunstschätzen reiche Kapelle St. Fabian und St. Sebastian.
  • In Reichenbach (226 Einwohner) befinden sich die 450 Jahre alte Kapelle St. Jakobus und die Moorwasserbadeanstalt.
  • Die kleine Ortschaft Rubi hat 175 Einwohner.
  • Typisch für Schöllang sind die Bauernhäuser um den barocken Zwiebelturm der Pfarrkirche. In der Nähe befindet sich die Burgkirche von 1531.
  • Das Dorf Tiefenbach hat seinen Namen von den dort vorkommenden Bergkiefern. Die Ortschaft liegt auf einer Terrasse über der Breitach. Tiefenbach kann eine jahrhundertealte Kurtradition nachweisen, die es seiner Schwefelquelle verdankt. Schon im späten 15. Jahrhundert kurierten hier Grafen und andere hochgestellte Persönlichkeiten ihre Leiden.

TälerBearbeiten

 
Blick vom Gaißalphorn auf Oberstdorf

Von Oberstdorf aus lassen sich eine Reihe Hochtäler erreichen, die nicht nur selbst landschaftlich sehr attraktiv sind, sondern oft auch am Anfang einer ausgedehnten Bergwanderung stehen. Die Liste führt die großen Täler mit ihren Nebentälern auf.

Oytal und Dietersbachtal werden durch Höfats und Rauheck getrennt. Gerstruben, Deutschlands höchstgelegenes Dorf, liegt am Beginn des Dietersbachtals.

Das Rappenalptal ist das längste der Täler und führt an Deutschlands südlichstem Ort Einödsbach vorbei in die Nähe des Haldenwanger Ecks, dem südlichsten Punkt Deutschlands. Am Ende des Tals führt der Schrofenpass nach Österreich.

BergeBearbeiten

Die Allgäuer Alpen erreichen im Bereich Oberstdorf eine Höhe von über 2600 Metern und gehören der Gebirgsgruppe Nördliche Kalkalpen an. Die bekanntesten Gipfel in Oberstdorf sind:[4]

SeenBearbeiten

Oberstdorf hat zahlreiche Seen in unterschiedlichen Höhenlagen:

KlimaBearbeiten

Oberstdorf
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Quelle: DWD, Daten: 1971–2000[5]
Oberstdorf
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Max. Temperatur (°C) 2 4 8 13 17 21 23 22 19 14 7 3 Ø 12,8
Min. Temperatur (°C) −5 −4 −1 3 7 10 12 12 9 4 0 −4 Ø 3,6
Temperatur (°C) −1,5 0 3,5 8 12 15,5 17,5 17 14 9 3,5 −0,5 Ø 8,2
Niederschlag (mm) 125,8 111,8 127,6 121,0 139,9 210,1 229,1 199,8 145,2 114,6 141,8 134,5 Σ 1.801,2
Sonnenstunden (h/d) 2 3 4 5 6 7 8 7 6 4 2 2 Ø 4,7
Regentage (d) 17 17 15 15 16 17 16 17 13 12 17 15 Σ 187
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Quelle: DWD, Daten: 1971–2000[5]

GeschichteBearbeiten

UrgeschichteBearbeiten

Spuren mesolithischer Jäger ließen sich bei Oberstdorf bis in eine Höhe von 1400 m über dem Meeresspiegel nachweisen.[6]

Römerzeit, Besiedlung durch AlamannenBearbeiten

Nachdem um 260 der Limes als Grenze des Römischen Reiches aufgegeben wurde, begann die Besiedlung durch Alamannen nördlich der Donau bereits in den Jahrzehnten danach. Südlich der Donau hingegen setzte diese Besiedlung erst in der zweiten Hälfte des 5. Jahrhunderts ein. Dabei bildete das obere Illertal zwischen Sonthofen und Oberstdorf einen der Siedlungsschwerpunkte.[7]

Bis zum 18. JahrhundertBearbeiten

Oberstdorf wurde 1141 durch die Weiheinschrift in der Kirche erstmals urkundlich erwähnt. Der Ortsteil Kornau wird als Corneja erstmals in einer Isnyer Klosterurkunde genannt. Der Kirchensatz zu Obrostdorf wurde im Jahr 1351 durch Adelheid von Waldburg an die Familie Heimhofen verkauft. Ulrich von Heimhofen erhält 1422 die Niedere Gerichtsbarkeit über Oberstdorf. Wenige Jahre später, 1440, verkaufte die Familie Heimhofen die Hälfte ihres Besitzes an das Hochstift Augsburg. Im Jahr 1477 ging der Rest des Besitzes an Oberstdorf an den Augsburger Fürstbischof Johann II. von Werdenberg über. König Maximilian, der spätere Kaiser, verlieh Oberstdorf 1495 das Marktrecht und die Hohe Gerichtsbarkeit.

Als im Juli 1546 das schmalkaldische Heer im Allgäu lag, wurden auch Prediger in Oberstdorf zur Bekämpfung der Wiedertäufer aufgefordert.[8] Ihr Erbe in Schwaben traten die Schwenckfeldianer an. Graf Hugo von Montfort errichtet in Tiefenbach an der Schwefelquelle ein Bad, das als Vorläufer des heutigen Kurbetriebs gilt. In seiner Cosmographia erwähnt Sebastian Münster das „für das Feber“ (Fieber) heilsame Schwefelbad in „Teuffenbach“. Das Badhaus wurde 1644 von Graf Hugo von Königsegg erneuert. Im Dreißigjährigen Krieg litt der Ort unter schwedischer Soldateska, die ihn mehrfach plünderte, so 1632, 1634 und letztmals 1647. Etwa 700 Menschen starben 1634/1635 am Schwarzen Tod.[9] Herzog Bernhard von Weimar stieß nach dem Sieg Gustav Adolfs bei Rain am Lech (15. April 1632) mit schwedischen Truppen bis Oberstdorf vor. Doch bis 1635 mussten die protestantischen Truppen das Allgäu räumen, das in den nächsten Jahren vom Krieg unberührt blieb.[10]

1787 bauten die Oberstdorfer ihr erstes Schulhaus.

19. JahrhundertBearbeiten

Am 5. Mai und am 6. Mai 1865 wütete eine Feuersbrunst, der 146 Häuser zum Opfer fielen. Zwei Drittel des Gebäudebestandes wurden vernichtet, das Rathaus musste neu gebaut werden. 1885 fanden sich schon 2353 Kurgäste im Ort ein. Die Eisenbahnverbindung Sonthofen-Oberstdorf wurde 1888 in Betrieb genommen. Der Fremdenverkehr wurde bedeutsamer Wirtschaftsfaktor.

 
Oberstdorf um 1900

20. JahrhundertBearbeiten

Die Breitachklamm öffnete 1905 für Besucher. Die Schattenbergschanze erlebte 1926 ihr erstes Skispringen mit 35 Meter längster gemessener Weite. Seit 1930 transportiert die Nebelhornbahn Besucher in die Alpenwelt. Im Jahre 1937 wurde die Gemeinde heilklimatischer Kurort und seit 1964 ist sie ein leistungsfähiger Kneippkurort.

Von 1943 bis 1945 betrieb die Waffen-SS das KZ-Außenlager Oberstdorf-Birgsau für den Betriebs des Birgsauer Ausbildungslagers der Waffen-SS im Gebirgskampf.[11] Am Ende des Zweiten Weltkriegs rückten französische Truppen am 1. Mai 1945 kampflos in Oberstdorf ein. Sie wurden am 7. Juli 1945 von der US Army als Besatzungstruppe abgelöst.[12]

1950 wurde auf dem Berg Söllereck die Söllereckbahn gebaut. Im selben Jahr fand die erste Skiflugwoche auf der neuen Skiflugschanze statt.

Die Fellhornbahn nahm im Jahr 1972 ihren Betrieb auf. Ferner wurde der Bau der Heini-Klopfer-Skiflugschanze begonnen. Ein Jahr später fanden die ersten Skiflug-Weltmeisterschaften in Oberstdorf statt.

1992 wurde das Ortszentrum für den Autoverkehr gesperrt. Mit dem Pkw Anreisende können rund 1000 Parkplätze am Ortseingang nutzen und mit einer Buslinie in die Ortsmitte gelangen. Eine Fußgängerzone umfasst große Teile des Dorfzentrums, die restlichen Bereiche sind großteils verkehrsberuhigt.

EinwohnerentwicklungBearbeiten

Zwischen 1988 und 2018 ging die Einwohnerzahl der Marktgemeinde als einzige im Landkreis Oberallgäu zurück, nämlich von 10.029 auf 9.707 bzw. um 3,2 %.

EingemeindungenBearbeiten

Am 1. Juli 1972 wurden die Gemeinde Tiefenbach bei Oberstdorf und die Orte Schöllang, Reichenbach und Rubi der ehemaligen Gemeinde Schöllang eingegliedert.[13]

ReligionBearbeiten

 
Pfarrkirche St. Johannes Baptist in Oberstdorf
 
Im Innern der Pfarrkirche St. Johannes Baptist

In der Reformationszeit fand die Bewegung der Täufer in Oberstdorf ein starkes Echo. Allerdings wurde die Bewegung stark verfolgt, der Besitz der Täufer wurde eingezogen. Über Jahrhunderte wurden Protestanten nicht mehr geduldet, so dass es in Oberstdorf nur die römisch-katholische Kirche gab.

Heute gehört Oberstdorf zur Region IV (Kempten) bzw. zum Dekanat Sonthofen des Bistums Augsburg. Es ist Sitz einer Pfarrei und einiger Filialkirchen und Kuratien. Die katholische Pfarrei „St. Johannes Baptist“ gehört zu den flächenmäßig größten in der Diözese Augsburg.

Erst im Jahre 1873 wurde in Oberstdorf ein erster evangelischer Gottesdienst für Kurgäste gehalten. 1905 wurde der Grundstein für die vom Berliner Architekten Ludwig von Tiedemann entworfene evangelisch-lutherische Kirche gelegt; die heutige Christuskirche. Seit 1942 besteht in Oberstdorf eine eigenständige Pfarrei der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern. Die umliegenden Orte sind der evangelischen Kirchengemeinde zum Teil angeschlossen.[14]

Zur evangelischen Christuskirchengemeinde Oberstdorf gehört heute auch die selbständige Pfarrei Fischen im Allgäu sowie das Pfarrvikariat Kleinwalsertal mit der Kreuzkirche Hirschegg und damit ein ausgedehntes Diasporagebiet. Die protestantische Kirchengemeinde Oberstdorf selbst hat 1500 Gemeindeglieder mit Erstwohnsitz und 700 mit Zweitwohnsitz. Ein Gemeindepfarrer und ein Gästeseelsorger kümmern sich – in ökumenischer Zusammenarbeit – auch um die zahlreichen Berggottesdienste während der Wandersaison auf den umliegenden Gipfeln.[15]

Neben der katholischen und der evangelischen Kirche gibt es in Oberstdorf eine ganze Reihe von Kirchen und Kapellen.[16]

PolitikBearbeiten

GemeinderatBearbeiten

Seit der Kommunalwahl am 15. März 2020 setzt sich der Gemeinderat von Oberstdorf wie folgt zusammen:[17]

Partei/Liste Stimmenanzahl Sitze
CSU 27697 6
SPD 03507 1
Bündnis 90/Die Grünen 14164 3
Freie Wähler Oberstdorf (FWO) 21197 5
Unabhängige Oberstdorfer Liste (UOL) 07980 2
FDP 04775 1
Oberstdorfer Allianz (OA) 11341 2

Zusätzlich gehört dem Gemeinderat der direkt gewählte Bürgermeister an.

BürgermeisterBearbeiten

Eine Auflistung der Oberstdorfer Bürgermeister seit 1795. Die offizielle Bezeichnung dagegen war bis 1806 Gerichtsammann, bis 1869 Gemeindevorsteher und seitdem Bürgermeister.[18]

Zeitraum Bürgermeister
1795–1815 Franz Xaver Huber
1815–1833 Joh. Martin Brutscher
1833–1839 Lukas Brack
1840–1845 Ignaz Gschwender
1845–1854 Alois Rietzler
1854–1869 Jos. Anton Dünsser
1869–1888 Franz Paul Brack
1888–1902 Ludwig Vogler
1902–1911 Ludwig Fischer
Zeitraum Bürgermeister
1912–1919 Fritz Gschwender
1919–1924 Ludwig Hochfeichter
1925–1929 Magnus Haas
1930–März 1933 Thomas Neidhart
1934–1945 Ludwig Fink
Mai 1945–Sep. 1945 Thomas Neidhart
Sep. 1945–Okt. 1945 Otto Kerle
Okt. 1945–Aug. 1946 Johann Gehring
1946–1948 Josef Braxmair
Zeitraum Bürgermeister
1948–1952 Otto Kerle
1952–1960 Hermann Schallhammer
1960–1973 Dr. Paul Dreher
1973–2002 Eduard Geyer
Mai 2002–2008 Thomas Müller
Mai 2008-Mai 2020 Laurent Mies
ab Mai 2020 Klaus King

PartnerschaftenBearbeiten

  • Frankreich  Es besteht eine Partnerschaft mit der französischen Gemeinde Megève in Hochsavoyen. Es ist genau wie Oberstdorf ein Fremdenverkehrsdorf mit viel Ski- und Wandertourismus.
  • Deutschland  Deutsche Partnergemeinden von Oberstdorf sind die anderen Zipfelgemeinden der Bundesrepublik Deutschland, also die Gemeinden, die am weitesten nördlich, östlich und westlich liegen. Dabei handelt es sich um das schleswig-holsteinische List auf Sylt, um das sächsische Görlitz und um das nordrhein-westfälische Selfkant. Das erste Treffen aller Bürgermeister dieser Städtepartnerschaft am 9. und 10. Mai 1998 im Selfkant wurde von dem Journalisten Hartmut Urban initiiert und organisiert. Nach diesem Treffen wurde anlässlich der zentralen Feierlichkeiten zum Tag der Deutschen Einheit 1999 in Wiesbaden der Zipfelbund geschlossen.

WappenBearbeiten

Blasonierung: „In Rot ein linkshin springendes, schwarz gezäumtes silbernes Ross.“[19]

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

SehenswertesBearbeiten

 
Seelenkapelle
 
Gedenkstätte für Kinder im Kurpark
 
„Wilde-Mändle“-Statue in Oberstdorf am Bahnhof

BaudenkmälerBearbeiten

Wilde-Mändles-TanzBearbeiten

Das Wilde Mändle ist eine Symbolfigur aus dem Wilde-Mändles-Tanz. Er wird alle fünf Jahre aufgeführt.[20][21]

Bekannt ist auch das Klausentreiben, ein Brauch am Nikolausabend jeden Jahres.

Regelmäßige VeranstaltungenBearbeiten

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

 
Fußgängerzone

TourismusBearbeiten

Mit 17.000 Betten und 2,4 Millionen Übernachtungen im Jahr gehört der Ort zu den Tourismus-Magneten in Deutschland. Dazu tragen 200 Kilometer Wanderwege in drei verschiedenen Höhenlagen, 76 Kilometer Loipen, 20 Skilifte an Fellhorn, Nebelhorn und Söllereck sowie, durch die Vereinigung der Wintersport-Destinationen Oberstdorf und dem benachbarten Kleinwalsertal, 130 Kilometer alpine Abfahrtsstrecken bei. Etwa 75 Prozent des Gemeindegebietes stehen unter Landschafts- oder Naturschutz.

SportBearbeiten

 
Oberstdorfer Skisprungschanzen am Schattenberg (Audi Arena)
 
Heini-Klopfer-Skiflugschanze

Dem Sport, speziell dem Wintersport, kommt in Oberstdorf eine besondere Bedeutung zu. Durch die Skiallianz Oberstdorf – Kleinwalsertal können über die verschiedenen Bergbahnen (Nebelhorn, Fellhorn/Kanzelwand, Söllereck, Walmendingerhorn und Ifen) insgesamt 130 Pistenkilometer erreicht werden. Zudem stehen 140 Kilometer präparierte Winterwanderwege sowie 75 Loipenkilometer zur Verfügung. Durch ein dort angesiedeltes Eissportzentrum mit Olympiastützpunkt und Sportinternat werden die Sportarten Curling, Eiskunstlauf, Skilanglauf und Skisprung gefördert. Der zweimalige deutsche Meister im Eiskunstlauf von 2001 und 2003 Silvio Smalun, die Weltmeisterin im Eiskunstlaufen von 2012 Carolina Kostner und die Curling-Europameister 2002 und 2004 um Skip Sebastian Stock trainieren dort.

VierschanzentourneeBearbeiten

Alljährlich findet in Oberstdorf der Auftakt für die Vierschanzentournee im Skispringen statt. Den Wettbewerb gibt es seit 1953. Damals war Oberstdorf jedoch zweite Station nach Garmisch-Partenkirchen. Gesprungen wird am Schattenberg in der Audi Arena.

Internationale SkiflugwochenBearbeiten

In den Jahren 1950, 1951, 1952, 1955, 1958, 1961, 1964, 1967, 1970, 1976 und 1979 wurden in Oberstdorf Internationale Skiflugwochen veranstaltet.

SkifliegenBearbeiten

Oberstdorf ist einer der wenigen Orte weltweit, die Wettbewerbe im Skifliegen ausrichten können. Ausgetragen werden die Wettkämpfe auf der Heini-Klopfer-Skiflugschanze. In den Jahren 1984, 1992, 1995, 1998, 2001, 2004, 2007, 2009, 2010 und im Februar 2011 sowie 2017 richtete Oberstdorf jeweils den Skiflug-Weltcup aus. 2018 war der Ort nach 1973, 1981, 1988, 1998 und 2008 bereits zum sechsten Mal Veranstaltungsort der Skiflug-Weltmeisterschaften.[22][23]

Nordische Ski-WMBearbeiten

Oberstdorf war Austragungsort der Nordischen Skiweltmeisterschaften von 1987 und 2005. Bei der Bewerbung für die Austragung der Nordischen Skiweltmeisterschaften 2019 unterlag man Seefeld in Tirol im dritten Wahlgang.[24][25][22]

Beim FIS-Kongress 2016 in Cancún / Mexiko erhielt Oberstdorf den Zuschlag für die Nordischen Skiweltmeisterschaften 2021.

Andere SportartenBearbeiten

  • Langlauf-Weltcup: 1986, 1996, 2004

2006, 2008, 2011, 2012, 2015, 2016, 2017, 2018 Etappenort der Tour de Ski

  • Curling
    • 1987 – Curling-Europameisterschaft
    • 1992 – Curling-Junioren-WM
    • 1994 – Curling-WM
    • 2000 – Curling-EM
  • Snowboard-Weltcup: 1998, 1999, 2001
  • Sonstige
    • 1999 – Short-Track EM
    • 2002 – Freestyle Weltcup auf der Buckelpiste
    • 2004 – Weltcup in der Nordischen Kombination
    • 2005 – Freestyle Weltcup auf der Buckelpiste (Fellhorn)
    • 2007 – Tour de Ski, Zwei Weltcups im Skispringen (als Ersatz für das geplante Skifliegen), Weltcup Nordische Kombination
    • 2008 – Weltmeisterschaft im Skifliegen

Bekannte Sportler aus OberstdorfBearbeiten

FernwanderwegBearbeiten

Der europäische Fernwanderweg E5 führt in Nord-Süd-Richtung durch Oberstdorf. Die erste Alpenüberquerung mit einem Mountainbike durch Andreas Heckmair startete hier und ist seitdem ein beliebter Einstieg für einen Transalp (siehe Heckmair-Route). Eine neuere Wegvariante ist die Joe-Route, die ebenfalls von Oberstdorf mit dem Mountainbike über die Alpen führt.

Klettersteige und HöhenwegeBearbeiten

VerkehrBearbeiten

 
Der Bahnhof Oberstdorf

Der Bahnhof Oberstdorf ist der Endpunkt der eingleisigen und nicht elektrifizierten Bahnstrecke aus Immenstadt. Er wurde von der Allianz pro Schiene als bester Kleinstadtbahnhof des Jahres 2006 ausgezeichnet. In unmittelbarer Nähe von Oberstdorf verläuft außerdem die Bundesstraße 19, die von Sonthofen weiter in nördlicher Richtung vierspurig ausgebaut ist. Über die B19 besteht auch die einzige Zufahrtsmöglichkeit mit dem Auto in das österreichische Nachbartal, das Kleinwalsertal. Die Innenstadt von Oberstdorf ist seit 1992 autofrei.

Oberstdorf verfügt über zwei Pendelbahnen, die Fellhornbahn und die Nebelhornbahn, die an den Startpunkt des Hindelanger Klettersteigs fährt, sowie zwei Umlaufkabinenbahnen, die Fellhornbahn II und die Söllereckbahn. Aufgrund seiner grenznahen Lage ist Oberstdorf Ausgangspunkt zu zahlreichen Zwei-Länder-Bergtouren zwischen Deutschland und Österreich.

In Oberstdorf endet der Iller-Radweg zwischen Ulm und dem Allgäu.

Energieversorgung mit Erneuerbaren EnergienBearbeiten

 
Krafthaus des Wasserkraftwerkes Faltenbach (Nähe Oybelestadion)

Mit den insgesamt 12 Wasserkraftanlagen,[26] insbesondere dem im Jahr 2011 fertiggestellten Wasserkraftwerk Faltenbach, und einer Vielzahl von Photovoltaik-Solaranlagen, kann Oberstdorf etwa 50 Prozent[27][28] seines Elektroenergiebedarfes mit Erneuerbaren Energien decken.

PersönlichkeitenBearbeiten

EhrenbürgerBearbeiten

Persönlichkeiten, die im Ort geboren wurdenBearbeiten

 
Johann Schraudolph, 1855

Persönlichkeiten, die in Verbindung zum Ort stehenBearbeiten

 
Prinzregentendenkmal (1912) in Oberstdorf

PanoramaBearbeiten

KlimatabelleBearbeiten

Oberstdorf
Klimadiagramm
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Temperatur in °CNiederschlag in mm
Quelle: DWD; wetterkontor.de
Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge für Oberstdorf
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Max. Temperatur (°C) 2,9 4,4 8,1 11,4 16,7 19,1 21,7 21,5 18,2 13,6 7,2 3,6 Ø 12,4
Min. Temperatur (°C) −6,6 −6,1 −2,8 0,3 4,6 7,9 10,2 10,1 6,8 2,8 −2,4 −5,3 Ø 1,7
Niederschlag (mm) 125,8 111,8 127,6 121,0 139,9 210,1 229,1 199,8 145,2 114,6 141,8 134,5 Σ 1.801,2
Sonnenstunden (h/d) 2,4 3,1 4,1 4,4 5,4 5,5 6,5 5,9 5,1 4,4 2,5 2,2 Ø 4,3
Regentage (d) 12,0 10,9 13,3 13,9 14,7 17,1 15,9 15,0 12,1 10,8 12,0 12,8 Σ 160,5
Luftfeuchtigkeit (%) 85 82 79 77 76 77 78 81 82 82 84 85 Ø 80,7
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10,2
21,5
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145,2
114,6
141,8
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  Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez

WeblinksBearbeiten

Commons: Oberstdorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wikivoyage: Oberstdorf – Reiseführer

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Tabellenblatt "Daten 2", Statistischer Bericht A1200C 202041 Einwohnerzahlen der Gemeinden, Kreise und Regierungsbezirke 1. Vierteljahr 2020 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Zipfelbund (Oberstdorf, Sylt, Selfkant, Görlitz). In: zipfelbund.de. Abgerufen am 13. Juli 2019.
  3. Gemeinde Oberstdorf in der Ortsdatenbank der Bayerischen Landesbibliothek Online. Bayerische Staatsbibliothek, abgerufen am 15. August 2019.
  4. Kompass Wander-, Bike- und Skitourenkarte: Blatt 03 Oberstdorf, Kleinwalsertal (1:25.000). ISBN 978-3-8549-1231-6 (Stand 2009)
  5. Deutscher Wetterdienst: Klimainformationen Oberstdorf. World Meteorological Organization, abgerufen am 4. Januar 2013.
  6. Birgit Gehlen: Steinzeitliche Funde im östlichen Allgäu, in: Hansjörg Küster: Vom Werden einer Kulturlandschaft, Weinheim 1988, S. 195–209, hier: S. 199 f. (academia.edu)
  7. Max Spindler: Handbuch der bayerischen Geschichte, Bd. III, 2: Geschichte Schwabens bis zum Ausgang des 18. Jahrhunderts. Neu herausgegeben von Andreas Kraus, C.H.Beck, München 2017, S. 130
  8. Max Spindler: Handbuch der bayerischen Geschichte, Bd. III, 2: Geschichte Schwabens bis zum Ausgang des 18. Jahrhunderts, neu herausgegeben von Andreas Kraus, C.H.Beck, München 2017, S. 255
  9. Max Spindler: Handbuch der bayerischen Geschichte, Bd. III, 2: Geschichte Schwabens bis zum Ausgang des 18. Jahrhunderts. Neu herausgegeben von Andreas Kraus, C.H.Beck, München 2017, S. 268
  10. Max Spindler: Handbuch der bayerischen Geschichte, Bd. III, 2: Geschichte Schwabens bis zum Ausgang des 18. Jahrhunderts. Neu herausgegeben von Andreas Kraus, C.H.Beck, München 2017, S. 265
  11. Gabriele Hammermann: Art. Oberstdorf. In: Wolfgang Benz, Barbara Distel: Der Ort des Terrors: Geschichte der nationalsozialistischen Konzentrationslager, Band 2: Frühe Lager, Dachau, Emslandlager. C.H. Beck, München 2005, ISBN 3-406-52962-3, S. 458f.
  12. Bavariathek: Oberstdorf, abgerufen am 8. Oktober 2020.
  13. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 571.
  14. Karl Hofmann: Oberstdorf im Allgäu – Ein Führer durch Ort und Landschaft. 33. Auflage. Verlag Karl Hofmann, Oberstdorf 1989, S. 52
  15. Gemeindebrief der Evangelischen Christuskirchengemeinde Oberstdorf, Ausgabe 2008
  16. Kirchen und Kapellen. In: oberstdorf.de, abgerufen am 14. September 2019
  17. https://tramino.s3.amazonaws.com/s/markt-oberstdorf/1006225/mgr-bekanntmachung-ergebnis-1.pdf
  18. Oberstdorfer Bürgermeister. Ein Blick in die Vergangenheit. Eine Auflistung der Oberstdorfer Bürgermeister seit dem Jahr 1795. (Nicht mehr online verfügbar.) In: oberstdorf.de. Archiviert vom Original am 20. September 2015; abgerufen am 14. September 2019.
  19. Eintrag zum Wappen von Oberstdorf in der Datenbank des Hauses der Bayerischen Geschichte
  20. Gebirgstrachten- und Heimatschutzverein Oberstdorf e. V. Wilde Mändle Tanz. In: trachtenverein-oberstdorf.de, abgerufen am 14. September 2019
  21. Wilde Mändle Tanz. In: oberstdorf.de, abgerufen am 14. September 2019
  22. a b Riikka Rakic/FIS: Seven applications for 2018 and 2019 FIS World Championships. In: forum-nordicum.info, 4. Mai 2013 (englisch)
  23. Seefeld (AUT), Are (SWE), Oberstdorf (GER) and Park City (USA) win (Memento vom 20. November 2015 im Internet Archive). In: fis-ski.com, 5. Juni 2014, abgerufen am 5. Juni 2014 (englisch)
  24. (sid): Oberstdorf unterliegt Seefeld im Rennen um Ski-WM 2019. WM-Bewerbung. In: rp-online.de. 5. Juni 2014, abgerufen am 14. September 2019 (SID-Meldung).
  25. Auch Seefeld und Almaty bewerben sich um WM 2019. (Nicht mehr online verfügbar.) In: skispringen.com. 5. März 2016, archiviert vom Original am 5. März 2016; abgerufen am 14. September 2019.
  26. Broschüre „Wasserkraftwerk Faltenbach“. (PDF; 7,6 MB) Energie aus der Natur. Kraftwerk Faltenbach GmbH & Co KG, 19. September 2011, S. 16, abgerufen am 3. August 2015: „In Oberstdorf existieren derzeit 12 Wasserkraftanlagen, davon 3 Kleinst-, 7 Klein- und 2 Mittelanlagen.“
  27. Laurent O. Mies: Broschüre „Wasserkraftwerk Faltenbach“. (PDF; 7,6 MB) Energie aus der Natur. Kraftwerk Faltenbach GmbH & Co KG, 19. September 2011, S. 1, abgerufen am 3. August 2015: „Mit dem neuen Kraftwerk wird die Stromerzeugung vor Ort fast 50 Prozent des Verbrauchs in Oberstdorf abdecken können.“
  28. Energieerzeugung. Ökologische und ökonomische Stromerzeugung steht für die Energieversorgung Oberstdorf im Vordergrund. So wird ein Großteil des benötigten Stroms aus eigenen, erneuerbaren Energiequellen gewonnen. (Nicht mehr online verfügbar.) In: oberstdorf.de. Archiviert vom Original am 15. September 2015; abgerufen am 14. September 2019: „Durch die Stromerzeugung mit regenerativer Energie wie Wasserkraft und Photovoltaik werden in Oberstdorf ca. 50% des Strombedarfs gewonnen.“
  29. (PTS): Weitblick und Bodenhaftung. Geburtstag – Pius Geiger sen. hatte Firma jahrzehntelang gesteuert. (Nicht mehr online verfügbar.) In: all-in.de. 11. September 2009, archiviert vom Original am 4. Dezember 2013; abgerufen am 14. September 2019 (Pius Geiger sen. zum 75. Geburtstag).
  30. Allgäuer Anzeigeblatt. 11. September 2009, S. 30: Bürgermedaille für Alfred Vogler
  31. Gunther le Maire: Die „Regenwoche“ als Zeichnung verewigt. Wie die Maler Edwin Henel und Maximilian Schels in Oberstdorf ihre Spuren hinterließen (= Reihe Kunstgeschichte(n). 59). In: Allgäuer Anzeigeblatt. Nr. 184, 11. August 2007 (kultur-oa.de)
  32. Der Maler Maximilian Schels (1889-1935). In: huimat.de, abgerufen am 14. September 2019