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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Rettenberg
Rettenberg
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Rettenberg hervorgehoben
Koordinaten: 47° 35′ N, 10° 17′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Schwaben
Landkreis: Oberallgäu
Höhe: 807 m ü. NHN
Fläche: 60,14 km2
Einwohner: 4437 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 74 Einwohner je km2
Postleitzahl: 87549
Vorwahl: 08327
Kfz-Kennzeichen: OA
Gemeindeschlüssel: 09 7 80 137
Gemeindegliederung: 37 Gemeindeteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Bichelweg 2
87549 Rettenberg
Website: www.rettenberg.de
Bürgermeister: Oliver Kunz (CSU / FW-R)
Lage der Gemeinde Rettenberg im Landkreis Oberallgäu
ÖsterreichBaden-WürttembergLandkreis Lindau (Bodensee)Kempten (Allgäu)Landkreis UnterallgäuLandkreis OstallgäuKempter Wald (gemeindefreies Gebiet)WildpoldsriedWiggensbachWertachWeitnauWaltenhofenSulzberg (Landkreis Oberallgäu)SonthofenRettenbergOfterschwangOberstdorfOberstaufenObermaiselsteinOy-MittelbergMissen-WilhamsLauben (Landkreis Oberallgäu)Immenstadt im AllgäuBad HindelangHaldenwang (Landkreis Oberallgäu)Fischen im AllgäuDurachDietmannsriedBurgberg im AllgäuBuchenbergBolsterlangBlaichachBetzigauBalderschwangAltusriedKarte
Über dieses Bild
Ortskern von Rettenberg
Emmereis im Hochtal nördlich des Grüntens

Rettenberg ist eine Gemeinde im bayerisch-schwäbischen Landkreis Oberallgäu.

GeografieBearbeiten

Rettenberg liegt auf 807 m am Fuße des Grünten (1738 m). Auf der nördlichen Seite ist diesem Berg der langgestreckte, 1115 Meter hohe Rottachberg vorgelagert. Dazwischen liegt ein großer Teil des Gemeindegebietes. Das Hochtal wird nach Nordosten vom Kranzegger Bach und nach Südwesten vom Agathazeller Bach und vom Roßbach entwässert.

Rettenberg hat 37 amtlich benannte Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben):[2]

GeschichteBearbeiten

Bis zur GemeindegründungBearbeiten

Der Namen des Ortes leitet sich vom Gestein Nagelfluh ab. Dieses Gestein wird durch Eisenoxid rötlich verfärbt. Einst hieß dieser Ort auch Rötenberg (von Roter Berg).[3]

Rettenberg war Sitz der Herrschaft Rettenberg. Seit Beginn des 12. Jahrhunderts bis zum Tod Heinrichs von Rettenberg um 1350 waren die Herren von Rettenberg eine der einflussreichsten Familien im Oberallgäu. Ihr Besitz umfasste dort weite Teile östlich der Iller. Ihr Stammsitz war die Burg Rettenberg.

Die Bezeichnung Rettenberg stand ursprünglich für zwei etwa fünf Kilometer entfernte Orte. Zur Unterscheidung wurde der Name des heutigen Ortes Rettenberg mit dem der Pfarrei zu Stephans-Rettenberg ergänzt und das andere Dorf mit Rettenberg vor der Burg bezeichnet. Daraus entwickelte sich im 19. Jahrhundert der Name Vorderburg, der seit 1905 die amtliche Bezeichnung ist.

Mit der Ruine der Burg Finkelsburg und einem Burgstall bei Emmereis befinden sich weitere ehemalige Burganlagen auf dem Gemeindegebiet.

Rettenberg gehörte zum Hochstift Augsburg. Seit dem Reichsdeputationshauptschluss und der Säkularisation 1803 gehört der Ort zu Bayern. Im Jahr 1818 entstand die Gemeinde.

EingemeindungenBearbeiten

Am 1. Januar 1976 wurde ein kleiner Teil der aufgelösten Gemeinde Petersthal mit damals etwa 25 Einwohnern eingegliedert. Untermaiselstein, das diesen Namen am 26. Februar 1927 erhielt (vorher Maiselstein)[4], und Vorderburg kamen am 1. Mai 1978 hinzu.[5]

EinwohnerentwicklungBearbeiten

Jahr 1961 1970 1987 1991 1995 2000 2005 2010 2015
Einwohner 2810 2746 3122 3484 3622 3879 4081 4290 4391

PolitikBearbeiten

Amtliches Ergebnis der Kommunalwahl am 16. März 2014[6]

BürgermeisterBearbeiten

  • Oliver Kunz (CSU)

GemeinderatBearbeiten

  • Christlich-Soziale Union in Bayern e.V. (CSU): 4 Sitze
  • Freie Wählerschaft Rettenberg (FW-R): 4 Sitze
  • Bündnis 90/Die Grünen (Grüne): 2 Sitze
  • Freie Wählergruppe Rettenberg-Untermaiselstein (FW-U): 3 Sitze
  • Freie Wähler Rettenberg-Vorderburg (FWV): 3 Sitze

WappenBearbeiten

Die Wappenbeschreibung lautet: Zinnenförmig geteilt von Silber und Rot; oben ein schwebender roter Fünfberg, unten übereinander zwei silberne Eisenhüte.

WirtschaftBearbeiten

Rettenberg ist Mitglied des Projekts Ferienregion Alpsee-Grünten, ein Zusammenschluss der fünf Gemeinden Blaichach, Rettenberg, Sonthofen, Burgberg und Immenstadt zur Stärkung der touristischen Infrastruktur.

„Brauereidorf“ Rettenberg

Rettenberg wird auch als Brauereidorf bezeichnet, da dort mit der Brauerei Engelbräu sowie mit der Privat-Brauerei Zötler zwei traditionelle Brauereien ansässig sind, die zugleich als große Arbeitgeber im Gemeindegebiet fungieren. Das Gesamtkonzept „Brauereidorf Rettenberg“ wurde vom Bayerischen Brauerbund und dem Bayerischen Hotel- und Gaststättenverband 2006 mit der „Goldenen BierIdee“ ausgezeichnet.[7]

Die Gemeinde wirbt mit dem Titel Südlichstes Brauereidorf Deutschlands und krönt die Rettenberger Bierkönigin. Mit dem Bernardi Bräu als dritter Brauerei des Dorfes gibt es die höchstgelegene private Brauerei in Deutschland im Dorf.[8]

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

 
Kirche St. Blasius in Vorderburg

Kirchen und KapellenBearbeiten

  • Rettenberg: St. Stephan – erbaut 1728–1730, eingeweiht 1754. Einheimische Künstler, vor allem drei Generationen Weiß (Vater Franz Anton, Sohn Nikolaus, Enkel Ludwig Caspar) betätigen sich als Maler, Bildhauer, und Vergolder. Trotz mehrerer Stilepochen blieb die barocke Harmonie erhalten.[9]
  • Vorderberg: Kapelle (privat errichtet) – erbaut 1954 durch Hansjörg Bernhard.
  • Vorderburg: St. Blasius – erbaut ab 1737 unter Beibehaltung des Chores des Vorgängerbauwerkes, eingeweiht 1754. Altarblatt und Seitenaltarbilder von Franz Anton Weiß, Spitzturm von 62 m Höhe, davon ca. 30 m in Holzkonstruktion.
  • Kranzegg: Katholische Marienkapelle mit ChorfreskoVerkündigung Mariens“ von Johann Heel.
  • Kranzegg: Evangelische Asante-Christus-Kapelle, 1979 als einzige evangelische Wegekapelle des Allgäus errichtet

Regelmäßige VeranstaltungenBearbeiten

  • Vorderburger Kräutermarkt – im Mai
  • Vollmondfest der Brauerei Zötler – immer zu Vollmond (außer wenn dieser in die Karwoche und auf Weihnachten fällt)

BildungBearbeiten

  • Kindergarten (Kranzegg und Untermaiselstein)
  • Volksschule (1.–4. Klasse)

PersönlichkeitenBearbeiten

Geboren in RettenbergBearbeiten

EhrenbürgerBearbeiten

  • Herbert Zötler sen. (* 15. April 1924; † 23. April 2010), Braumeister, war bis zu seinem Ableben Senior-Chef der Privat-Brauerei Zötler (ehemals Adlerbrauerei), langjähriges Mitglied des Gemeinderats[10][11]

Literatur und WeblinksBearbeiten

  Commons: Rettenberg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 10. Juli 2019 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Gemeinde Rettenberg in der Ortsdatenbank der Bayerischen Landesbibliothek Online. Bayerische Staatsbibliothek, abgerufen am 15. August 2019.
  3. Ortsporträt von Rettenberg@1@2Vorlage:Toter Link/www.all-in.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven  Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  4. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 571.
  5. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 795.
  6. Offizielles Ergebnis der Kommunalwahl März 2014
  7. Goldene BierIdee – Preisträger 1999–2017 Bayerischer Brauerbund.
  8. http://www.all-in.de/nachrichten/lokales/Dritte-Brauerei-in-Rettenberg-oeffnet-im-Mai;art26090,1916305
  9. Information über die Kirchen von Rettenberg
  10. Bericht über die Ehrenbürgerschaft Herbert Zötlers sen.@1@2Vorlage:Toter Link/www.all-in.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven  Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  11. Nachruf für Herbert Zötler (Memento des Originals vom 29. April 2010 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.all-in.de