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Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Marktes Wertach
Wertach
Deutschlandkarte, Position des Marktes Wertach hervorgehoben

Koordinaten: 47° 36′ N, 10° 25′ O

Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Schwaben
Landkreis: Oberallgäu
Höhe: 915 m ü. NHN
Fläche: 45,64 km2
Einwohner: 2426 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 53 Einwohner je km2
Postleitzahl: 87497
Vorwahl: 08365
Kfz-Kennzeichen: OA
Gemeindeschlüssel: 09 7 80 145
Marktgliederung: 11 Gemeindeteile
Adresse der
Marktverwaltung:
Rathausstraße 3
87497 Wertach
Website: www.wertach.de
Bürgermeister: Eberhard Jehle (Wsch.d.A./Fr.Wsch./Unabh.Fr.gr.)
Lage des Marktes Wertach im Landkreis Oberallgäu
ÖsterreichBaden-WürttembergLandkreis Lindau (Bodensee)Kempten (Allgäu)Landkreis UnterallgäuLandkreis OstallgäuKempter Wald (gemeindefreies Gebiet)WildpoldsriedWiggensbachWertachWeitnauWaltenhofenSulzberg (Landkreis Oberallgäu)SonthofenRettenbergOfterschwangOberstdorfOberstaufenObermaiselsteinOy-MittelbergMissen-WilhamsLauben (Landkreis Oberallgäu)Immenstadt im AllgäuBad HindelangHaldenwang (Landkreis Oberallgäu)Fischen im AllgäuDurachDietmannsriedBurgberg im AllgäuBuchenbergBolsterlangBlaichachBetzigauBalderschwangAltusriedKarte
Über dieses Bild
Wertach im Oberallgäu

Wertach ist ein Markt im schwäbischen Landkreis Oberallgäu und staatlich anerkannter Luftkurort.

GeographieBearbeiten

Wertach ist mit 915 Metern über dem Meeresspiegel die höchstgelegene Marktgemeinde Deutschlands und liegt in der Region Oberallgäu am Fuße des Grünten an dem Fluss Wertach. Der nach der Ortschaft benannte Hausberg ist das Wertacher Hörnle.

GemeindegliederungBearbeiten

Das Gemeindegebiet von Wertach besteht aus einer einzigen Gemarkung. Sie hat elf amtlich benannte Gemeindeteile: der Hauptort Wertach, die Dörfer Bichel, Enthalb der Ach, Hinterreute und Vorderreute, die Weiler Gereute, Hinterschneid, Oberellegg, Unterellegg und Vorderschneid sowie die Einöde Schray.[2]

GeschichteBearbeiten

Bis zum 19. JahrhundertBearbeiten

Wertach wurde bereits im Jahre 955 erwähnt und bekam 1423 das Marktrecht verliehen. Der Markt Wertach gehörte zum Hochstift Augsburg. Seit dem Reichsdeputationshauptschluss und der Säkularisation von 1803 gehört der Ort zu Bayern. Im Zuge der damaligen Verwaltungsreformen im Königreich Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutige Gemeinde. Im Jahre 1893 brannte der Ort bis auf wenige Häuser nieder.

EinwohnerentwicklungBearbeiten

Jahr 1961 1970 1990 1995 2000 2005 2010 2015
Einwohner 1515 1558 2059 2250 2330 2467 2504 2436

PolitikBearbeiten

Bürgermeister und GemeinderatBearbeiten

Ergebnis der Kommunalwahl am 16. März 2014:[3]

Bürgermeister
  • Erster Bürgermeister: Eberhard Jehle (parteilos)
  • Zweiter Bürgermeister: Norbert Gebhart (Freie Wählerschaft Wertach)
  • Dritter Bürgermeister: Alex Wittwer (Christlich-Soziale Union in Bayern, CSU)
Gemeinderat
  • Christlich-Soziale Union in Bayern e. V. (CSU): 32,45 %, 5 Sitze
  • Parteilose Wählerschaft Gewerbe und Tourismus: 21,49 %, 3 Sitze
  • Wählerschaft der Arbeitnehmer: 17,90 %, 2 Sitze
  • Unabhängige Frauengruppe Wertach: 14,39 %, 2 Sitze
  • Freie Wählerschaft Wertach: 13,77 %, 2 Sitze

WappenBearbeiten

Blasonierung (Beschreibung): „In Grün ein schräglinker silberner Wellenbalken, der mit drei schwarzen Mühlrädern belegt ist.“

Wappengeschichte: Wertach wird bereits im 15. Jahrhundert als Markt bezeichnet. Es sind allerdings keine Gerichts- oder Gemeindesiegel bekannt. Der Wellenbalken stellt den Fluss Wertach und damit auch den Ortsnamen dar. Die drei Mühlräder weisen auf die Mühlen entlang der Wertach hin, die Obere und Untere Mühle sowie die Reutemühle.

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

  • St. Sebastianskapelle: Die St. Sebastianskapelle wurde 1512 erweitert und 1763 nach Plänen der berühmten Wieskirche von Dominikus Zimmermann neu errichtet und wird deshalb liebevoll Kleine Wies genannt.
  • Heimatmuseum: Das Heimatmuseum wurde im Jahre 1931 gegründet. Neben handwerklichen Geräten, Waffen und Tieren ist eine Gemäldegalerie von Franz Sales Lochbihler, der es bis zum königlich bayerischen Hofmaler gebracht hatte, enthalten.
  • In Wertach wurde 1874 von den Gebrüdern Kramer der Weißlacker-Käse weltweit erstmals produziert.
  • Bergkäse-Sennerei
  • „Wertacher Jodlar-Prob“ – Jodeln
  • Sebaldweg: Wanderweg mit Stelen zum Gedenken an den aus Wertach gebürtigen Autor W. G. Sebald

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

Wirtschaft einschließlich Land- und ForstwirtschaftBearbeiten

Es gab 1998 im Bereich der Land- und Forstwirtschaft zwölf, im produzierenden Gewerbe 261 und im Bereich Handel und Verkehr 47 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. In sonstigen Wirtschaftsbereichen waren am Arbeitsort 204 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 647. Im verarbeitenden Gewerbe gab es keine, im Bauhauptgewerbe sechs Betriebe. Zudem bestanden im Jahr 1999 75 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 1478 ha.

BildungBearbeiten

Es gibt folgende Einrichtungen:

  • Kindertagesstätte
  • Grundschule (1.–4. Klasse)

VereineBearbeiten

Ortsansässiger Sportverein ist der SSV Wertach. Dort gibt es Sparten für Fußball, Volleyball, Laufsport, Mountainbike, Leichtathletik, Aerobic, Tischtennis, Nordic Walking, Ski Nordisch, Ski Alpin, Rodeln und Eisstocksport.

Der älteste Verein ist die Kgl. priviligierte Schützengesellschaft 1505. 1505 gilt als Gründungsjahr, weil für dieses Jahr die erste Notiz über Schützen in Wertach überliefert ist.[4] Es ist jedoch anzunehmen, dass es dort schon vorher Schützen gegeben hatte. Während des Deutschen Bauernkrieges werden die Wertacher Schützen im Allgäuer Haufen erwähnt. Im Jahre 1530 waren sie bei einem großen Scheibenschießen im Tigau Rettenberg dabei. Die erste Schießstätte wurde 1552 erwähnt. Dass von den örtlichen Unterlagen wenig erhalten ist, hat mit der feurigen Geschichte Wertachs zu tun. Nach Bränden, Pest und Dreißigjährigem Krieg wurde erst ab 1720 wieder vom regen Vereinsleben bis um 1800 berichtet. Als Mitte des 19. Jahrhunderts die Zimmerstutzen eingeführt wurden, konnte man im Winter auch in Räumen schießen. 1863 gründeten 20 Wertacher einen Zimmerstutzenverein, der sich 1907 mit den Feuerschützen vereinigte und 1908 eine Schießstatt mit 18 Feuerstutzenständen in Betrieb nahm. Beide Weltkriege brachten das Vereinsleben zum Erliegen. Nach dem Zweiten Weltkrieg durfte erst ab Dezember 1950 wieder mit dem Luftgewehr geschossen werden. Bis dahin wurde die Gesellschaft als Kegelverein aufrechterhalten. Von 1981 bis 1983 wurde das Schützenhaus mit acht Kleinkaliber- und 18 Luftgewehrständen gebaut.

PersönlichkeitenBearbeiten


WeblinksBearbeiten

  Commons: Wertach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 10. Juli 2019 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Gemeinde Wertach in der Ortsdatenbank der Bayerischen Landesbibliothek Online. Bayerische Staatsbibliothek, abgerufen am 15. August 2019.
  3. Ergebnis der Kommunalwahl 2008
  4. Johann Baptist Haggenmüller: Geschichte der Stadt und der gefürsteten Grafschaft Kempten, Bd. 1. Dannheimer, Kempten 1840.