Dietmannsried

Gemeinde in Deutschland

Dietmannsried ist eine Marktgemeinde im schwäbischen Landkreis Oberallgäu.

Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Marktes Dietmannsried
Dietmannsried
Deutschlandkarte, Position des Marktes Dietmannsried hervorgehoben

Koordinaten: 47° 49′ N, 10° 17′ O

Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Schwaben
Landkreis: Oberallgäu
Höhe: 682 m ü. NHN
Fläche: 53,66 km2
Einwohner: 8260 (31. Dez. 2019)[1]
Bevölkerungsdichte: 154 Einwohner je km2
Postleitzahl: 87463
Vorwahl: 08374
Kfz-Kennzeichen: OA
Gemeindeschlüssel: 09 7 80 119
Marktgliederung: 66 Gemeindeteile
Adresse der
Marktverwaltung:
Rathausplatz 3
87463 Dietmannsried
Website: www.dietmannsried.de
Erster Bürgermeister: Werner Endres (FW[2])
Lage des Marktes Dietmannsried im Landkreis Oberallgäu
ÖsterreichBaden-WürttembergLandkreis Lindau (Bodensee)Kempten (Allgäu)Landkreis UnterallgäuLandkreis OstallgäuKempter Wald (gemeindefreies Gebiet)WildpoldsriedWiggensbachWertachWeitnauWaltenhofenSulzberg (Landkreis Oberallgäu)SonthofenRettenbergOfterschwangOberstdorfOberstaufenObermaiselsteinOy-MittelbergMissen-WilhamsLauben (Landkreis Oberallgäu)Immenstadt im AllgäuBad HindelangHaldenwang (Landkreis Oberallgäu)Fischen im AllgäuDurachDietmannsriedBurgberg im AllgäuBuchenbergBolsterlangBlaichachBetzigauBalderschwangAltusriedKarte
Über dieses Bild
Dietmannsried, Blick von Westen
Dietmannsried von Osten
Innenraum der Kirche im neugotischen Stil
Der Inselweiher, im Mittelalter eine Motte auf einer künstlichen Insel

GeografieBearbeiten

LageBearbeiten

Die Gemeinde liegt 20 km südlich von Memmingen und 15 km nördlich von Kempten in der Region Allgäu. Sie grenzt an die Iller.

Ausdehnung des GemeindegebietesBearbeiten

Es existieren 66 amtlich benannte Gemeindeteile:[3] (Ehemalige Gemeinden: Hauptort mit Gemeindeteilen):

Der ehemalige Ort Eggenbühl ist abgegangen oder mit einem Nachbarort verschmolzen.

Es gibt die Gemarkungen und Dietmannsried, Probstried, Reicholzried, Schrattenbach und Überbach.

GeschichteBearbeiten

Bis zur GemeindegründungBearbeiten

Steinzeitfunde im Regis weisen auf Menschen vorgeschichtlicher Zeit hin, Kelten und Römer siedelten hier, ein 100-m-Quadrat-Grundriss mitten im Ort mag davon herrühren. Schwäbische Siedler rodeten das Waldland und führten den Pflug. Namhaft sind Dietmar (von ihm – Dietmars Rodung – wurde der Name Dietmannsried abgeleitet) und Rich(w)olf, auch ein Propst (Amtsverwalter oder kirchlicher Würdenträger), geworden.

Aus merowingischer Zeit soll die Burg Dietmannsried im Inselweiher Dietmannsried stammen, zur Frankenzeit schenkte Hildegard, Gemahlin Karls des Großen, dem Benediktinerkloster Kempten große Gebiete im Umkreis, und Dietmannsried wurde namentlich erwähnt.

Das Fürststift Kempten vergab Dietmannsried 1176 als Dienstlehen an die von Ueberbach, welche Schirmvögte der Kirche in Dietmannsried waren. Ein Dorfgericht wurde 1403 eingerichtet. Ab 1478 herrschten die von Rechberg über Dietmannsried, von diesen ging die Herrschaft 1512/1519 wieder an das Fürststift Kempten zurück. Das Marktrecht wurde Dietmannsried 1586 verliehen.[4]

Der Markt Dietmannsried war vor 1800 Sitz eines Oberen und Unteren Gerichts und gehörte zum Fürststift Kempten. Seit dem Reichsdeputationshauptschluss und der Säkularisation von 1803 gehört der Ort zu Bayern. Im Jahr 1818 wurde die Gemeinde gegründet. Dietmannsried besaß seit 1586 das Marktrecht mit wichtigen Eigenrechten.

Wappen der ehemaligen Gemeinden

Das Kriegerdenkmal (Dietmannsried) wurde 1956 errichtet.

EingemeindungenBearbeiten

Am 1. Januar 1972 wurden die bis dahin selbständigen Gemeinden Reicholzried und Überbach eingegliedert.[5] Am 1. Mai 1978 folgten Probstried und Schrattenbach.[6] Letztere war am 23. November 1863 durch Ausgliederung aus Dietmannsried neu entstanden.

EinwohnerentwicklungBearbeiten

Jahr 1961 1970 1987 1991 1995 2001 2005 2010 2015 2018
Einwohner 4235 4679 6067 6537 7062 7584 7921 7873 7904 8175

Von 1988 bis 2008 wuchs Dietmannsried um 1729 Einwohner (ca. 28 %). Zwischen 1988 und 2018 stieg die Einwohnerzahl um 1.938 bzw. 31,1 %.

PolitikBearbeiten

Gemeinderat und BürgermeisterBearbeiten

Der Marktgemeinderat hat 20 Mitglieder. Sie verteilen sich nach der Kommunalwahl am 15. März 2020 folgendermaßen auf die einzelnen Parteien und Wählergemeinschaften:[7]

Partei / Liste Sitze Stimmenanteil
Christlich-Soziale Union (CSU) 5 25,28 %
Freie Wähler 5 25,09 %
Schrattenbacher Bürgerliste 3 12,66 %
Probstrieder Wählergemeinschaft 3 17,08 %
Die freie Bürgerliste Reicholzried (DfBR) 3 13,86 %
Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD) 1 6,02 %

Die Wahlbeteiligung lag bei 63,81 %.

1. Bürgermeister ist Werner Endres (Freie Wähler). Er wurde bei der Kommunalwahl 2014 mit 57,6 % der gültigen Stimmen gewählt. Bei der Kommunalwahl 2020 wurde er mit 96,6 % der gültigen Stimmen im Amt bestätigt.[8]

WappenBearbeiten

Blasonierung: „Gespalten von Rot und Blau durch eine gekürzte, eingeschweifte silberne Spitze, darin auf grünem Boden liegend ein rotes Herz; vorne eine linksgewendete silberne Taube, hinten ein goldener Hahn.“[9]

GemeindepartnerschaftenBearbeiten

Frankreich  Dietmannsried unterhält seit 1988 eine Partnerschaft mit der südfranzösischen Gemeinde Carry-le-Rouet.

BaudenkmälerBearbeiten

AbbildungenBearbeiten

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

WirtschaftBearbeiten

Im Jahr 2013 lagen die Gemeindesteuereinnahmen bei 6.557.000 Euro, davon waren 1.802.000 Euro Gewerbesteuereinnahmen (netto). Der Schuldenstand betrug im Jahr 2018 bei ca. 7.660.000 Euro, dies sind Ça. 890 Euro pro Einwohner. Nach der amtlichen Statistik gab es im selben Jahr im Bereich der Land- und Forstwirtschaft 17, im produzierenden Gewerbe 461 und im Bereich Handel, Verkehr und Gastgewerbe 339 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. In sonstigen Wirtschaftsbereichen waren am Arbeitsort 879 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es 3035. Im verarbeitenden Gewerbe gab es vier, im Bauhauptgewerbe zehn Betriebe. Im Jahr 2010 bestanden zudem 121 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von insgesamt 3550 ha, davon waren 3481 ha Dauergrünfläche.

Ansässige UnternehmenBearbeiten

  • Das Familienunternehmen „Töpfer GmbH", besser bekannt als "Töpfer Babywelt“, ein der führenden Hersteller von Bio-Babynahrung und zertifizierter Naturkosmetik (Babypflege und Pflege für Mamas), ist mit rund 190 Mitarbeitern der größte Arbeitgeber des Ortes.[10]
  • Das überregional bekannte Busunternehmen Arnold ist seit 1927 im Ort ansässig.

VerkehrBearbeiten

Die Gemeinde liegt direkt an der A 7 mit eigener Ausfahrt und hat einen Bahnhof an der Illertalbahn, der im Stundentakt bedient wird. Eine Umgehungsstraße wurde um den Ort gebaut.

BildungBearbeiten

2017/2018 gab es folgende Bildungseinrichtungen:

  • Fünf Kindertageseinrichtungen mit 311 Plätzen, in denen 311 Kinder betreut werden
  • Je eine Grund- und Mittelschule mit insgesamt ca. 50 Lehrern und 480 Schülern
  • Eine Bücherei mit über 11.000 Medien
  • Außenstelle der Volkshochschule Kempten

PersönlichkeitenBearbeiten

WeblinksBearbeiten

Commons: Dietmannsried – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Tabellenblatt "Daten 2", Statistischer Bericht A1200C 202041 Einwohnerzahlen der Gemeinden, Kreise und Regierungsbezirke 1. Vierteljahr 2020 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Kontakt & Mitarbeiter. Gemeinde Dietmannsried, abgerufen am 7. Juni 2020.
  3. Gemeinde Dietmannsried in der Ortsdatenbank der Bayerischen Landesbibliothek Online. Bayerische Staatsbibliothek, abgerufen am 15. August 2019.
  4. Bayern, ein geographisch-statistisch-historisches Handbuch des Königreichs, 1853, Seite 971
  5. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 496.
  6. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 795.
  7. Markt Dietmannsried: Wahl des Marktgemeinderats 2020, Gesamtergebnis
  8. Markt Dietmannsried: Bekanntmachung vorläufiges Ergebnis Wahl des Bürgermeisters
  9. Eintrag zum Wappen von Dietmannsried in der Datenbank des Hauses der Bayerischen Geschichte
  10. https://www.toepfer-babywelt.de