Wirtschaftskrise 2020

Weltweite Wirtschaftskrise im Jahr 2020, ausgelöst durch die COVID-19-Pandemie

Die Wirtschaftskrise 2020 (auch Corona-Wirtschaftskrise oder Corona-Rezession, auf Englisch auch bekannt als The Great Lockdown[1]) entstand im Zuge der COVID-19-Pandemie.[2] In vielen Ländern wurde im Rahmen von angeordneten Massenquarantänen („Lockdowns“) das soziale und wirtschaftliche Leben weitgehend heruntergefahren. Infolgedessen kam es zu Betriebsschließungen und es wurden Ausgangsbeschränkungen und Kontaktbeschränkungen erlassen, um die ungebremste Ausbreitung des Coronavirus SARS-CoV-2 zu verhindern, das die Krankheit COVID-19 auslöst. In der Folge brachen die Börsen ein, sank weltweit die Wirtschaftsleistung, stieg die Arbeitslosigkeit, und zahlreiche Staaten baten um internationale Kredithilfe.

Übersicht des zu erwartenden prozentualen Wachstums der Wirtschaftskraft je Staat für das Jahr 2020. Die braun markierten Staaten haben einen Rückgang der Wirtschaftskraft zu erwarten. Die grün markierten Staaten erwarten einen Zuwachs der Wirtschaftskraft. Zu grau markierten Staaten gibt es keine Daten. Quelle: Economic Outlook Report des Internationalen Währungsfonds.

Im Zusammenhang mit den kommenden Investitionsprogrammen wird auch diskutiert, wie mit diesen Mitteln ein Grüner Wirtschaftsaufschwung, also der Strukturwandel hin zu einer klimaverträglichen Ökonomie, gestaltet werden kann.

InternationalBearbeiten

VerlaufBearbeiten

Seit Januar 2020 kam es durch die Epidemie in Wuhan in China zu ersten ökonomischen Folgen, die zunächst vor allem China und die Reisen dorthin betrafen. Am 24. Januar 2020 schloss der Shanghai Disneyland Park aufgrund des Virusausbruchs zeitweise.[3] Es folgten etwa die Filialen von McDonald’s China in den Städten Wuhan, Ezhou, Huanggang, Qianjiang und Xiantao.[4] Ebenso schloss Google seine Büros, und Toyota gab einen Produktionsstopp bekannt.[5] Zugleich nahm Starbucks 2000 seiner Filialen in China temporär außer Betrieb.[6] McDonald’s schloss bis zu 300 Restaurants,[7] IKEA die 30 Ladengeschäfte in dem Land.[8] Auch Apple ließ seine Filialen geschlossen.[9] Deutsche Großunternehmen stoppten Dienstreisen von und nach China sowie Konferenzen in dem Land.[10][11] Die Containerausfuhren per Schiff aus China gingen (im Februar 2020) um 30 % zurück.[12]

Erste Messen wurden auch in Barcelona,[13] Genf[14] und Peking abgesagt.[15] Am 28. Februar wurde der Genfer Auto-Salon, der vom 5. bis zum 15. März stattfinden sollte, abgesagt.[16]

 
Indexentwicklung des Dow Jones Januar bis 18. März 2020
 
Ölpreis für die Sorte WTI Januar bis 10. März 2020

Am Montag, dem 9. März 2020 kam es nach beginnenden Kursverlusten in den Vortagen zu einem Börsencrash, dem sogenanntem Corona-Crash. An der Wall Street wurde der größte Einbruch der Börsenkurse seit 1987 vermeldet. Auch andere Indizes weltweit verloren stark, weil das Wirtschaftsleben in vielen Staaten großteils zum Erliegen gekommen war.[17] Zudem gab es einen starken Preisverfall am Ölmarkt, für den eine Auseinandersetzung und ein Preiskrieg zwischen den Ölexporteuren Saudi-Arabien und Russland ebenso ursächlich war wie ein Nachfrageeinbruch aufgrund der Corona-Krise, der zu einer Verbilligung des Öls seit Jahresbeginn um 25 % geführt hatte.[18][19] Sowohl Dow Jones als auch DAX verloren in den folgenden Wochen trotz kurzer Zwischenhochs weiter stark, so dass beide Indizes mit einem Verlust von 23 beziehungsweise 25 % jeweils ein historisch schwaches erstes Quartal 2020 verzeichneten.[20] Auch das Rohöl verbilligte sich weiter und erreichte Ende März einen Preis von unter 20 Dollar für die Sorte WTI.[21] Am 20. April 2020 stürzte der Preis erneut ab und erreichte erstmals einen negativen Wert. Dies galt allerdings vor allem für die US-amerikanische Ölsorte WTI, da in den USA kurzfristig die Überfüllung der Lager droht. Der Preis für die Nordseesorte Brent lag am Abend des Tages noch bei 27 Dollar pro Fass.[22][23] Bis Mitte Mai 2020 erholte sich der Ölpreis und lag auch für die Sorte WTI wieder über 30 Dollar, auch nachdem am 9. April eine Kürzung der Fördermengen vereinbart worden war. Unsicherheiten am Ölmarkt durch die Krise und den latenten Konflikt der Förderländer blieben allerdings zunächst bestehen.[24]

 
Vor Harrods in London, Samstagnachmittag, 28. März 2020

In vielen Ländern nahmen in der Folge durch die Schließungen von Geschäften und Unternehmen Arbeitslosigkeit und Kurzarbeit zu. So verzehnfachte sich in der Woche des 26. März 2020 die Zahl von Erstanträgen auf Arbeitslosenhilfe in den USA von 282.000 in der Vorwoche auf rund 3,3 Millionen, was einen historisch einmaligen Anstieg darstellt.[25][26] In der folgenden Woche verdoppelte sich diese Zahl, so dass im März beinahe zehn Millionen US-Amerikaner ihren Arbeitsplatz verloren.[27] Auch in Österreich, Spanien und Norwegen wurde ein starker Anstieg der Arbeitslosigkeit gemeldet. In Norwegen verfünffachte sich die Arbeitslosigkeit binnen kurzer Zeit, der höchste Wert seit der Depression vor 80 Jahren.[26] Viele Firmen schickten ihre Mitarbeiter zudem ins Homeoffice, was weitreichende Folgen für die Mobilität, etwa bei den Verkehrsbetrieben, hat.[28] Für die USA wird im Frühjahrsquartal mit einem Rückgang der Wirtschaftsleistung um 8 % gerechnet.[26]

Die weltweite Textilindustrie, der durch Geschäftsschließungen viele Absatzmöglichkeiten fehlten, stornierte oder verschob Aufträge in Bangladesch im Wert von mindestens 1,5 Milliarden Dollar, wodurch die Firmen dort ihre Arbeitskräfte nicht mehr bezahlen können.[29] In Kambodscha haben nach Angaben des dortigen Arbeitsministeriums mehr als 110 Bekleidungsfabriken, die zusammen fast 100.000 Arbeiter beschäftigen, wegen der Pandemie ihre Produktion ausgesetzt.[30]

Gastronomiebetriebe und Ladengeschäfte wurden weltweit geschlossen. Am 21. März 2020 stellte etwa McDonald’s Schweiz den Betrieb bis auf Weiteres komplett ein.[31] Internationale Fluglinien stellten den Betrieb für Passagierflüge ein, darunter am 25. März Emirates.[32] Die IATA sprach von der „schlimmsten Krise“ der Geschichte des internationalen Luftverkehrs und rechnete für 2020 mit Umsatzeinbrüchen von bis zu 44 % oder 252 Milliarden Dollar. Die Luftbewegungen im europäischen Luftraum etwa reduzierten sich Ende März auf ein Viertel des Vorjahreswerts.[33] Sowohl Airbus als auch Boeing legten Anfang April weltweit Produktionsstandorte still. Auch langfristig wurde mit deutlich weniger Flugverkehr und damit einem geringeren Bedarf an Flugzeugen gerechnet, bei vier Monaten Flugbeschränkung bis 2030 etwa 27 % weniger.[34]

Von Mitte März bis Mitte Mai stieg der DAX um mehr 23 %.[23] Die NASDAQ hatte Mitte Mai einen höheren Kurs als vor der Pandemie.[23] Diese Finanzmarktreaktion wird mit den Maßnahmen der Zentralbanken und Staaten erklärt, die die Liquidität einiger finanzmarktbestimmender Unternehmen (insbesondere Banken) sichert und so deren Insolvenzen verhindert.[23]

Prognosen zur Entwicklung der WeltwirtschaftBearbeiten

Laut der Prognose des Internationalen Währungsfonds (IWF) Ende März war die Rezession „unausweichlich“ und wurde als mindestens so folgenreich wie jene in der globalen Finanzkrise 2009 erwartet.[35] Der IWF hatte bereits von 81 Entwicklungs- und Schwellenländern Anfragen nach Krediten erhalten.[25] Die OECD gab bekannt, dass jeder Monat, in dem in einem Staat Ausgangsbeschränkungen existieren, „das jährliche Wirtschaftswachstum um zwei Prozentpunkte“ senkt.[36] Die Welthandelsorganisation (WTO) erwartete Anfang April einen starken Rückgang des Welthandels um 13 bis 32 % im Jahr 2020.[37] Mitte April 2020 erwartete der IWF „vermutlich die schlimmste Rezession seit der Großen Depression in den 1930er Jahren“. Die Krise sei „wie keine andere bisher.“ Die Weltwirtschaft werde 2020 um etwa 3 % schrumpfen. De facto seien, anders als in der Finanzkrise um 2009, alle Länder betroffen. Für die USA wurde ein Rückgang um 5,9 % prognostiziert, für die Euro-Zone um 7,5 %.[38] Die EU-Kommission ging Anfang Mai 2020 von einem Rückgang der Wirtschaftsleistung für die Euro-Zone von etwa 7,75 % aus. Auch 2021 werde es keinen vollständigen Ausgleich geben. Wirtschaftskommissar Paolo Gentiloni sprach von einem ökonomischen „Schock“, wie es ihn seit der Großen Depression nicht gegeben habe.[39] Im Juli senkte die Kommission ihre Prognose und ging nunmehr von einem Wirtschaftseinbruch um 8,7 % für die Eurozone und 8,3 % für die Union als Ganzes für 2020 aus. Kommissar Valdis Dombrovskis sagte, die wirtschaftlichen Auswirkungen des Lockdowns seien „noch schlimmer, als wir ursprünglich erwartet haben“. In der Konjunkturprognose stünden Polen, Dänemark, Schweden, Luxemburg und Deutschland verhältnismäßig gut da; Spanien, Frankreich, Italien und Kroatien seien mit mehr als zehn Prozent Minus die größten Verlierer.[40] Grundsätzlich hielt Helmut Ettl, Chef der österreichischen Finanzmarktaufsicht, zu den Prognosen fest: „Corona ist nicht nur für die Gesundheit tückisch, sondern auch bezüglich seiner Wirkung auf die Wirtschaft. Diese Art der Krise kennen wir nicht, wir haben keine Erfahrungswerte.“[41]

Hilfsorganisationen wiesen auf die Gefahr hin, dass an den wirtschaftlichen Folgen der Krise mehr Menschen, vor allem in den ärmsten Ländern, sterben könnten als durch das Virus. Prognosen gingen von 35 bis 65 Millionen Menschen aus, die in die absolute Armut abrutschen könnten, wodurch ihnen der Hungertod drohe. Aus Indien etwa gibt es bereits Berichte über durch die Ausgangssperre vom Hungertod bedrohte Menschen. Anfang April 2020 durfte rund ein Drittel der Beschäftigten weltweit nicht mehr arbeiten. In vielen Ländern fehlen zudem die Einnahmen aus dem Tourismus. Laut der Ratingagentur Fitch lagen die Wachstumsprognosen für viele der größten Industrie- und Schwellenländer für 2020 bei zwischen minus zwei und minus fünf Prozent.[42] Die Welthungerhilfe prognostizierte im Juli 2020, dass aufgrund der Krisenfolgen die Zahl der an Hunger leidenden Menschen auf eine Milliarde steigen könnte. Die Krise wirke laut Generalsekretär Mathias Mogge wie ein „Brandbeschleuniger“ auf bereits existente Krisen. Mogge berichtete, dass er aus Ländern wie Simbabwe oder Kenia höre, dass die Menschen eher an Hunger stürben, als an Corona. Für Simbabwe etwa prognostizierte er ein Ansteigen der Zahl der Hungernden von sechs auf acht Millionen durch die Krise. In Kenia seien die Lebensmittelpreise um 30 Prozent gestiegen.[43][44]

Ein Modell der von einer wirtschaftlichen Rezession ausgelösten Dynamik operiert mit den Buchstaben „L“, „V“, „U“ und „W“. Der „worst case“ im Fall der COVID-19-Pandemie 2020 bestünde darin, dass die Entwicklung in Form einer „L-Kurve“ darstellbar wäre. Eine langanhaltende tiefere Wirtschaftsleistung würde eine lange Stagnation nach dem Absturz bedeuten. Die extremste Version dieser Entwicklung wäre eine Depression, also eine Phase mit einer Pleitewelle und einer Massenarbeitslosigkeit, in der grundlegendes Vertrauen in eine wirtschaftliche Erholung verlorengeht. Ein steiler Absturz der Konjunktur mit einer baldigen, ebenso schnellen Erholung wurde bei der Finanzkrise 2008 beobachtet. Diesen Verlauf kann man durch ein „V“ darstellen. Durch eine „U-Kurve“ wird eine Entwicklung dargestellt, bei der sich die Erholung nach dem Absturz hinzieht. Der „W-Verlauf“ – rasche Erholung, erneuter Einbruch und erst dann eine belastbare Erholung – wäre das Szenario für den Fall, dass es so etwas wie eine zweite Welle bei den Coronavirus-Infektionen geben wird.[45]

Der Wirtschaftshistoriker Albrecht Ritschl schloss nicht aus, dass die Krise 2020 das Ausmaß der Weltwirtschaftskrise um 1930 annehmen könne. Der momentane Stillstand der Wirtschaft sei, wenn überhaupt, nur mit einer Kriegswirtschaft zu vergleichen. Im internationalen Vergleich stünde dabei Deutschland zwar aufgrund relativ geringer Staatsverschuldung „recht gut da“, sei aber andererseits mehr als andere auf florierende Wirtschaft in Nachbarstaaten angewiesen.[46]

MaßnahmenBearbeiten

Die G20 verständigten sich im April 2020 auf einen mindestens einjährigen Zahlungsaufschub in Höhe von 11 Milliarden Dollar, den sie ärmeren Ländern gewährten.[47] Zusätzlich beschlossen die G20-Staaten ein Hilfspaket von bis zu fünf Billionen Dollar.[25]

Der Internationale Währungsfonds stellte bis zu 900 Milliarden Euro als Kredithilfen für besonders betroffene Länder zur Verfügung.[25]

Maßnahmen der EUBearbeiten

Die Europäische Zentralbank beschloss ein bis Ende 2020 laufendes Hilfspaket mit der Bezeichnung Pandemic Emergency Purchase Programme (kurz PEPP), um Anleihen im Wert von 750 Milliarden Euro zusätzlich zu kaufen. Christine Lagarde erklärte dabei mit der Aussage „Es gibt für unser Versprechen keine Grenzen“ ihre Bereitschaft, alle bislang geltenden Einschränkungen für Anleihekaufprogramme der EZB je nach Bedarf aufzuheben.[48] Die EU-Kommission plante ein mit 100 Milliarden Euro ausgestattetes Programm für ein europäisches Kurzarbeitergeld namens „Sure“.[49]

Am 9. April 2020 einigten sich die EU-Staaten auf ein Hilfspaket im Wert von etwa 540 Milliarden Euro, das Kreditlinien aus dem Euro-Rettungsschirm ESM (240 Milliarden Euro), einen Garantiefonds für Unternehmenskredite durch die Europäische Investitionsbank (200 Milliarden Euro) sowie das genannte europäische Kurzarbeitergeld „Sure“ (100 Milliarden Euro) umfasst. An einem Wiederaufbaufonds soll gearbeitet werden.[50] Laut einer Sprecherin der Europäischen Kommission haben die einzelnen Mitglieder der Europäischen Union (EU) inklusive des 540-Milliarden-Euro-Hilfspakets der EU mit Stand April 2020 insgesamt 3,4 Billionen Euro mobilisiert, um die wirtschaftlichen Folgen einzudämmen.[51]

Zur Entlastung der Haushalte der stark betroffenen Länder Italien und Spanien wurden sogenannte Coronabonds, eine Form einer EU-Anleihe, diskutiert. Die Diskussion verlief sowohl auf europäischer Ebene als auch in den EU-Mitgliedsländern kontrovers. Während etwa Frankreich, Italien und Spanien diese befürworten, lehnten vor allem die Niederlande, Österreich, Dänemark und Schweden eine solche Lösung ab. Für diese Länder wurde die Bezeichnung „Die sparsamen Vier“ verwendet.[52] In Deutschland waren weite Teile der Unionsfraktion dagegen, während Bündnis 90/Die Grünen sie befürworteten. Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte sich erst dagegen ausgesprochen.[53] Doch im Mai 2020 schlug sie zusammen mit dem französische Präsidenten Emmanuel Macron einen Hilfsfonds für EU-Staaten in Höhe von 500 Milliarden Euro vor, bei dem die EU-Kommission mit Erlaubnis der Mitgliedstaaten eben jene 500 Milliarden Euro Schulden am Finanzmarkt aufgenommen hätte.[54] EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen schlug anschließend ein 750 Milliarden Euro umfassendes Konjunktur- und Investitionsprogramm vor, dass neben den 500 Milliarden gemeinsamer Schuldenaufnahme, die Vergabe von 250 Milliarden umfassenden Krediten an EU-Staaten vorsah.[55] Im Juli 2020 verständigten sich die Regierungschefs der EU-Staaten schließlich nach einem Treffen des Europäischen Rates auf einen 750 Milliarden Euro umfassenden EU-Aufbauplan zur Bewältigung der Wirtschaftskrise 2020 und einen 1074 Milliarden Euro umfassenden Mehrjährigen Finanzrahmen für die Jahre 2021–2027[56], welcher einer abschließenden bestätigung durch das EU-Parlament bedarf.[57] Der 750 Milliarden umfassenden EU-Aufbauplan setzt sich aus einer gemeinsamen Schuldenaufnahme durch die EU-Kommission (im Sinne der Coronabonds) in Höhe von 390 Milliarden und einer Kreditvergabe an EU-Staaten in Höhe von 360 Milliarden Euro zusammen.[56]

Klimaschutz und Gestaltung des StrukturwandelsBearbeiten

Ein Kreis weltweit führender Wirtschaftswissenschaftler regt an, die Wirtschaft mit Maßnahmen zu fördern, die gleichzeitig Klimazielen dienen (Green Recovery genannt[58]). Laut ihrer Analyse führe klimaorientierte Konjunkturpolitik „nicht nur kurzfristig zu Wirtschaftswachstum und Arbeitsplätzen, sondern schaffe auch die Grundlage für langfristige Innovationen und eine klimafreundliche wirtschaftliche Entwicklung.“ Als kritisch betrachten sie „Maßnahmen, die die Verbindungen zwischen Wirtschaftswachstum und fossilen Brennstoffen verstärken, und zu künftigen Vermögensverlusten führen“ (vgl. mit Kohlenstoffblase).[59] Eine Studie schlussfolgert, dass ein gut gestalteres Aufschwungsprogramm, mit einem grünen Stimulutionspaketen und für einen Abbau von Investitionen in fossile Brennstoffe, eine zukunftige Erwärmung um 0,3 °C bis 2050 verhindern könne. Laut der Studie müsse ein systematischer Wandel für eine „Dekarbonisierung“ der Wirtschaftsstrukturen erfolgen, wenn eine signifikante Milderung des Klimawandels erreicht werden soll.[60] Frans Timmermans, Kommissar für Klimaschutz der EU, sagte, dass der „Green New Deal“ die Strategie der EU sei. Er sagte: „Ich glaube, in der Wirtschaft weiß man, dass nur nachhaltiges Wirtschaften auf Dauer Gewinne und Jobs liefern wird. Wir dürfen nicht den Riesenfehler machen, dass wir in eine Wirtschaft investieren, die nicht nachhaltig ist. Die muss dann nachher umgebaut werden und dann haben wir kein Geld mehr für diesen Umbau.“ Timmermanns verwies auch auf die Generationengerechtigkeit: Die jetzt aufzunehmenden Kredite müssten von den kommenden Generationen getilgt werden. Er sagte: „Was für eine Welt bieten wir dann unseren Kindern und Enkelkindern an, wenn wir sagen: Wir bekommen extra Schulden, aber keine saubere Welt und keine ökologisch verantwortliche Politik?“[61]

Australien (Norfolkinsel)Bearbeiten

ChinaBearbeiten

Costa RicaBearbeiten

DeutschlandBearbeiten

VerlaufBearbeiten

 
Geschlossene Straßengastronomie an einem Samstagnachmittag in Köln, 21. März 2020

In Deutschland erwarteten laut einer DIHK-Umfrage unter 15.000 deutschen Unternehmen Ende März 80 Prozent ein deutliches Umsatzminus für 2020, mehr als 25 Prozent der Betriebe erwarteten mindestens eine Halbierung ihrer Umsätze. Fast jedes fünfte Unternehmen sah sich akut von der Insolvenz bedroht. DIHK-Präsident Eric Schweitzer warnte vor wirtschaftlichen „Schäden von historischem Ausmaß“.[62] So brach die Industrieproduktion in Deutschland im März laut verschiedener Indizes insgesamt ein.[63][64] Die Industrieproduktion sank im März laut Statistischem Bundesamt um 9,2 Prozent gegenüber dem Februar. In der Industrie selbst, das heißt im produzierenden Gewerbe abzüglich des Bau- und Energiesektors, kam es zu einem Rückgang um 11,6 Prozent, was den größten Einbruch seit dem Start des Produktionsindex 1991 darstellt. Dabei musste die Autoindustrie einen Rückgang von mehr als 30 Prozent hinnehmen, der Maschinenbau ein Minus von 10,4 Prozent und die Elektroindustrie ein Minus von 9,2 Prozent.[65] Im Verarbeitenden Gewerbe fielen die Neuaufträge für den April, den ersten ganzen von der Pandemie und den Maßnahmen betroffenen Monat um 15,6 Prozent gegenüber dem März. Hierbei nahmen die Auftragseingänge aus der Eurozone besonders stark ab, um 17,9 Prozent.[65] Die deutschen Exporte sanken im März gegenüber dem Vorjahresmonat um 7,7 Prozent, die Importe um 4,4 Prozent.[65] Im April verstärkte sich laut dem Bundesamt der Rückgang der Exporte gegenüber dem Vorjahresmonat auf 31,1 Prozent, was den größten Exportrückgang im Vergleich zum Vorjahresmonat seit 1950, dem Beginn der Außenhandelsstatistik, darstellt. Im Vergleich zum Vormonat März wurde 24 Prozent weniger Waren exportiert. Die Importe fielen um 21,6 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Es wurde mit Stand Juni von DIHK und BDI jeweils ein Minus bei den Exporten von 15 Prozent im Gesamtjahr erwartet.[66]

Insgesamt sank laut Statistischem Bundesamt die Wirtschaftsleistung in Deutschland im ersten Quartal gegenüber dem Vorquartal um 2,2 Prozent, wobei allerdings in den Monaten Januar und Februar die Wirtschaftskrise noch keine großen Auswirkungen hatte und im März im Wesentlichen die zweite Monatshälfte betroffen war. Es ist der stärkste Rückgang seit der Finanz- und Wirtschaftskrise 2009.[65] Im zweiten Quartal sank die Wirtschaftsleistung zum Vorquartal um 9,7 Prozent, etwas weniger als zunächst mit 10,1 Prozent erwartet.[67] Zum Vorjahresquartal betrug der Rückgang 11,3 Prozent. Der Einbruch war somit deutlich stärker als bei der Wirtschaftskrise 2008/09. Zugleich war es der stärkste Rückgang seit Einführung der vierteljährlichen Berechnungen 1970.[68]

In seiner Herbstprognose geht das Institut für Weltwirtschaft (IfW) davon aus, dass das Bruttoinlandsprodukt Deutschlands 2020 „nur“ um 5,5 Prozent zurückgehen werde. Denn die deutsche Wirtschaft habe sich schneller erholt als erwartet.[69]

ArbeitsmarktBearbeiten

Ende März 2020 hatten 470.000 Unternehmen in Deutschland Kurzarbeit angemeldet.[70] Bis zum 9. April hatte sich diese Zahl auf 650.000 erhöht,[71] am 17. April waren es mehr als 720.000.[72] Bis zum 26. April haben die Unternehmen bereits für 10,1 Millionen Menschen Kurzarbeit angemeldet. Dies sei im Vergleich zu den letzten Jahrzehnten eine nie dagewesene Zahl, die alle Prognosen von Volkswirten bei weitem übertroffen hat.[73]

Während die Arbeitslosenzahlen im Frühling und Sommer 2020 in vielen Ländern um mehrere Millionen, z. B. in den USA um ca. 30 Millionen anstiegen, gab es in Deutschland in den Monaten Mai und Juni nur einen moderaten Anstieg der Arbeitslosigkeit: im Mai um 169.000 auf 2.813.000 Personen und im Juni um 40.000 auf 2.853.000. Detlef Scheele, der Vorstandsvorsitzende der Bundesagentur für Arbeit, führte diesen vergleichsweise geringen Zuwachs in seinem Monatsbericht für Juni 2020 auf den massenhaften Einsatz von Kurzarbeit zurück.

Ende Juni 2020 konnten auch erste Angaben zur tatsächlichen Inanspruchnahme von Kurzarbeit gemacht werden: demnach waren im März 2,49 Millionen Arbeitnehmer und im April 6,83 Millionen Arbeitnehmer tatsächlich auf Kurzarbeit gesetzt. Im Mai stellten die Unternehmen noch für 1,14 Millionen Personen neue Anträge auf Kurzarbeit, im Juni nur noch 342.000.

Die Corona-Pandemie vergrößere die soziale Ungleichheit in Deutschland, ergab eine Analyse des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts der Hans-Böckler-Stiftung (WSI) im Oktober 2020. Von Einkommensverlusten seien überdurchschnittlich oft Menschen betroffen, die schon zuvor eine schwächere Position auf dem Arbeitsmarkt hatten. So hätten Personen mit Migrationshintergrund bislang häufiger an Einkommen eingebüßt als Personen ohne familiäre Zuwanderungsgeschichte. Erwerbstätige mit ohnehin niedrigen Einkommen seien stärker betroffen als solche, denen bereits vor der Pandemie mehr Geld zur Verfügung gestanden hätten.[74]

AutoherstellerBearbeiten

Große Autohersteller wie Volkswagen, BMW, Daimler und PSA (Opel) unterbrachen ihre Produktion oder fuhren diese stark zurück.[17] Bei VW gingen 80.000 Beschäftigte in Kurzarbeit. Ursache waren sowohl die Unterbrechung der globalen Lieferketten, etwa nach China, und der Schutz der eigenen Mitarbeiter, als auch der zu großen Teilen geschlossene Autohandel in Europa und anderswo. Stark betroffen von der Krise sind auch die Autozulieferer.[75] Der Autoabsatz lag in Deutschland im März 2020 etwa 38 % unter dem Vorjahresmonat.[76] Im April lag er 61,1 Prozent unter dem Vorjahresmonat,[77] im Mai 49,5 Prozent darunter.[78] Von Januar bis Mai wurden in Deutschland 1,2 Millionen Autos gebaut, 44 Prozent weniger als im Vorjahr. Da auch die Nachfrage aus dem Ausland schwach bliebe, rechnete Automobil-Experte Ferdinand Dudenhöffer für das Gesamtjahr mit einem Rückgang der Produktion um 26 Prozent und mit dann 3,4 Millionen gebauten Fahrzeugen mit einem Rückgang auf den niedrigsten Wert seit 1974. Zudem prognostizierte für die Branche nach der Kurzarbeit eine „Entlassungswelle“. Die Krise koste in Deutschland etwa 100.000 Arbeitsplätze bei den Automobilbauern und Zulieferern.[79]

EinzelhandelBearbeiten

 
Einkaufszentrum City-Galerie Augsburg, 27. März 2020

Im Einzelhandel gingen die Umsätze im März gegenüber dem Februar laut Statistischem Bundesamt um 4,0 % zurück. Dabei verzeichneten Lebensmittel, Tabakwaren und Apotheken ein Plus von mehr als 7 %, die Bekleidungsbranche jedoch ein Minus von über 50 % gegenüber Februar.[65]

Galeria Karstadt Kaufhof schickte nahezu alle der etwa 30.000 Mitarbeiter in Kurzarbeit. Der Gesamtbetriebsrat schrieb einen Brief an Bundeskanzlerin Angela Merkel und warnte vor einer möglicherweise existenziellen Bedrohung des Unternehmens. Berichten zufolge hat der Konzern Staatshilfe beantragt.[80][81] 80 Kaufhausfilialen sollen endgültig geschlossen werden. In den verbleibenden 90 Filialen gehen voraussichtlich 10 % der Arbeitsplätze verloren.[82] Sportartikelhersteller und Handelsketten wie Adidas, Puma,[83] H&M, Deichmann, C&A, KiK, Takko und TEDi, aber auch Galeria Karstadt Kaufhof begannen, die Ladenmieten nicht mehr zu bezahlen, nachdem ihre Einnahmen durch die Schließung der Ladengeschäfte stark gesunken waren. Laut den aufgrund der Coronakrise erlassenen Notgesetzen darf ihnen nicht gekündigt werden.[84][85][86] Nach öffentlicher Kritik entschuldigte sich Adidas und versprach, die Mieten für April doch zu bezahlen. Puma meldete Kurzarbeit an und sprach von „drastischen Umsatzeinbußen“.[83] H&M, das etwa 125.000 Mitarbeiter beschäftigt, musste weltweit 70 % seiner Filialen schließen und erwägt Entlassungen im fünfstelligen Bereich.[87] Ähnliche Folgen werden für die Zulieferer aus der Mode- und Textilbranche prognostiziert.[88] Einige Unternehmen wie Trigema stellten auf die Produktion von Schutzmasken sowie von weiterer Schutzausrüstung und Medizinprodukten um.[89] (Siehe auch: Herstellung von Schutzausrüstungen und Medizinprodukten in der COVID-19-Pandemie.) Die geschlossenen Geschäfte treffen auch die Spielzeugbranche, die 60 % ihrer Umsätze im stationären Handel macht und der ein großer Teil des Ostergeschäfts fehlt.[90]

Vergleichsweise stabil – teils sogar durch Hamsterkäufe befeuert – laufen in der Krise die Geschäfte für Supermärkte, Discounter und bestimmte Lebensmittelproduzenten, die jedoch einen Absatzeinbruch nach der Krise fürchten. Hygieneartikel wie Toilettenpapier waren äußerst stark nachgefragt und vielerorts ausverkauft. Der Hersteller Essity (Marke Zewa) befürchtet jedoch keine Engpässe.[91] Besonders profitierten große Online-Händler wie Amazon von der Krise. Der Bundesverband E-Commerce und Versandhandel Deutschland (BEVH) warnte jedoch, dass bei kleinen Online-Händlern der gegenteilige Effekt eintrete, und forderte Staatshilfen. Viele kleinere Onlinehändler seien in aktuell beeinträchtigten Branchen wie dem Veranstaltungsgewerbe tätig und in ihrer Existenz bedroht. Anderen fehlten die Absatzwege oder sie spürten generell Kaufzurückhaltung in der Krise.[92]

HandwerkBearbeiten

Auch das Handwerk war stark betroffen. 77 % der Betriebe verzeichneten laut einer ZDH-Umfrage unter 4.900 Betrieben Umsatzrückgänge, die sich insgesamt auf bis zu 50 % summierten. 16 % der Betriebe, zumeist solche mit Ladenlokal, mussten ihr Geschäft schließen.[93]

Hotel- und GastronomiebrancheBearbeiten

Hotels, Vermieter von Ferienhäusern und -wohnungen, Campingplatzbetreiber sowie die Gastronomie sind darüber hinaus zentral betroffen. Erste größere Firmen wie die Restaurantketten Vapiano und Maredo meldeten im März 2020 Insolvenz an, wobei erstere bereits zuvor in wirtschaftliche Schwierigkeiten geraten war.[94] Infolge der geschlossenen Kantinen und Gastronomiebetriebe sehen sich auch Zulieferer wie Bierbrauer,[95] Caterer[96] und Großhändler betroffen.[97] Der Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) warnte, dass viele Betriebe keine zwei Monate durchhalten könnten.[98] Tatsächlich werden diejenigen Gastwirte, die von dem am 15. April 2020 beschlossenen Verbot von Großveranstaltungen[99] bis zum 31. August 2020 in Deutschland betroffen sind, wegen nicht stattfindender Jahrmärkte, Schützenfeste und größerer Konzerte monatelang auf Einnahmen aus diesen Veranstaltungen verzichten müssen. Auch Lieferanten der Branche sind betroffen, wie das Beispiel der inhabergeführten, 400 Jahre alten Brauerei Werneck zeigt, welche sich auf die Belieferung von öffentlichen und privaten Festen spezialisiert hat und den Betrieb einstellt.[100] Am 12. April 2020 riet Ursula von der Leyen, Präsidentin der Europäischen Union, davon ab, bereits im Frühjahr verbindliche Buchungen für den Sommerurlaub 2020 vorzunehmen. Es sei unklar, welche Beschränkungen es im Juli und August 2020 noch im Reiseverkehr und im Gastgewerbe geben werde.[101] Dem Dehoga zufolge waren in Deutschland im April 2020 etwa ein Drittel, etwa 70.000 von 223.000 Betrieben, in ihrer Existenz bedroht.[102] Bei einer weiteren Umfrage im August gaben knapp 60 Prozent der Betriebe an, in ihrer Existenz bedroht zu sein. Zudem beklagten die Befragten für den Zeitraum von Januar bis Juli einen durchschnittlichen Umsatzverlust von ebenfalls etwa 60 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.[103]

Zahlreiche Gastronomiebetriebe stellten auf Take-Away oder Lieferservice um.[104] Auch Anbieter anderer Branchen stellten auf Lieferdienste um, beispielsweise Gärtnereien.[105]

In Deutschland gibt es auch Betreiber von Ferienanlagen, die in der Coronakrise eine Chance sehen. Durch den Abschreckungseffekt der weltweiten Reisewarnung des Auswärtigen Amtes würden zusätzliche Reisewillige motiviert, ihren Urlaub 2020 in Deutschland zu verbringen. Diese würden auf verringerte Kapazitäten im Übernachtungsgewerbe an beliebten Urlaubszielen in Deutschland stoßen. Das werde die Marktchancen von Ferienanlagen im Binnenland erhöhen, zumal dann, wenn das Kontaktrisiko durch Wohnen in abgetrennten Ferienhäusern oder -wohnungen gering sei. Bereits im April 2020 habe sich abgezeichnet, dass Ferienhäuser und Apartments in Deutschland relativ früh (wieder) zu mieten sein würden.[106] Tatsächlich wurde das Verbot des Bewohnens von Zweitwohnungen dort, wo es verhängt worden war, vergleichsweise früh aufgehoben (in Niedersachsen ab dem 6. Mai 2020 / „Stufe 1“), so dass deren Eigentümer wieder zur Belebung der lokalen Wirtschaft an ihrem Zweitwohnsitz beitragen durften. In dem von der niedersächsischen Staatskanzlei am 4. Mai 2020 vorgestellten Fünf-Stufen-Plan zur „Rückkehr ins Leben“[107][108] wurde bestimmt, dass Ferienwohnungen ab dem 11. Mai 2020 (= Phase 2) wieder vermietet werden durften. Ebenfalls in Phase 2 durften in Niedersachsen Restaurants, Gaststätten, Cafés und Biergärten öffnen. Die Öffnung von „Hotels, Pensionen, Jugendherbergen usw.“ wurde in Niedersachsen mit dem Eintritt in Phase 3 erlaubt (ab 25. Mai 2020).

Kulturbetrieb und VeranstaltungsbrancheBearbeiten

 
Leergefegte Große Freiheit in Hamburg, 17. März 2020
 
Musical Dome in Köln zur Aktion Night of Light, 22. Juni 2020

In der Veranstaltungsbranche mussten Anbieter teils monatelang ohne Einnahmen auskommen. Besonders hart betroffen sind Betreiber von Veranstaltungen mit Publikum in Innenräumen, die Hygieneauflagen nur schwer erfüllen können bzw. bei deren Erfüllung sie dauerhaft Verluste erwirtschaften würden.

Neben der Absage von Veranstaltungen wie Messen, kulturellen und sportlichen Veranstaltungen sowie von Volksfesten und der Schließung von Kulturbetrieben wie Theatern, Kinos und Clubs wirkte sich die Pandemie auch auf den Buchhandel und die Verlage aus. Fachverlage wie Hanser, die vom Buchhandel abhängig sind, mussten einen kompletten Ausfall der Bestellungen hinnehmen.[109] Die Autorenvereinigung P.E.N. forderte die Öffnung der Buchhandlungen.[110] Betroffen waren trotz gestiegenen Interesses an Medieninhalten in der Krise auch die Zeitungs- und Zeitschriftenverlage, insbesondere durch starke Rückgänge im Anzeigengeschäft, die je nach Sektor zwischen 20 und 80 % ausmachten.[111][112] Der Bundesverband der Konzert- und Veranstaltungswirtschaft schätzt, dass zwischen März und Mai 2020 etwa 80.000 Veranstaltungen abgesagt werden müssen. Der Schaden wird auf etwa 1,25 Milliarden Euro geschätzt.[113] In der Kultur- und Kreativwirtschaft insgesamt rechnet die Bundesregierung für 2020 mit Einbußen zwischen 9,5 Milliarden und fast 28 Milliarden Euro. Das Kompetenzzentrum Kultur- und Kreativwirtschaft des Bundes bezeichnete die Corona-Pandemie als „hinsichtlich der Auswirkungen auf die Gesellschaft und Wirtschaft einmalig in der bundesdeutschen Geschichte“.[114] Die Branche initiierte neben anderen Aktionen am 22. und 23. Juni die Night of Light, um auf ihre Situation aufmerksam zu machen.

Um „herauszufinden, wie Kulturveranstaltungen wieder möglich sein können“, wurde am 22. August 2020 ein „Corona-Konzert“ in der Arena Leipzig mit Tim Bendzko als Sänger durchgeführt. Das Konzert bildete den empirischen Teil einer „Restart-19“ genannten wissenschaftlichen Studie der Medizinischen Fakultät der Martin-Luther-Universität Halle. Die Fakultät sucht nach Wegen, um von dem pauschalen Verbot von Großveranstaltungen mit Publikum wegzukommen.[115]

In der Veranstaltungsbranche wird intensiv daran gearbeitet, „COVID-19-gerechte“ und daher genehmigungsfähige Angebote machen zu können (Beispiele: „Geisterspiele“ ohne Publikum bzw. mit geringen Zuschauerzahlen in Mannschaftssportarten, temporäre Freizeitparks anstelle von Jahrmärkten[116] und Weihnachtsmärkten[117][118] bis hin zu Schützenfesten[119] ohne Zelte und die Möglichkeit des Aufenthalts von Gästen an einer Theke in der Saison 2021).

Landwirtschaft und Lebensmittel verarbeitende IndustrieBearbeiten

Tausende meldeten sich in Nordrhein-Westfalen als Helfer bei der Spargel­ernte, nachdem zahlreichen Erntehelfern, die normalerweise zur Saisonarbeit aus osteuropäischen Ländern gekommen wären, die Einreise versagt worden war. Die Helfer waren teils Kurzarbeiter, die eine bezahlte Nebentätigkeit suchten.[120] Nach Kritik an dem Einreisestopp genehmigte die Bundesregierung im April und Mai die Einreise von jeweils 40.000 Saisonarbeitskräften aus Osteuropa, allerdings nur per Flugzeug und mit Gesundheitsprüfung sowie Quarantänemaßnahmen.[121] Immer wieder stellte sich heraus, dass Erntehelfer sowie Arbeiter in der Fleisch bzw. Gemüse verarbeitenden Industrie eine zentrale Rolle bei der Herausbildung von COVID-19-„Hotspots“ bildeten. Die Kreise Gütersloh, Warendorf und Dingolfing-Landau überschritten im Sommer 2020 den kritischen Wert von 50 Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen.

Reise und VerkehrBearbeiten

Im Mai warnte der Bundesverband der Deutschen Tourismuswirtschaft (BTW) vor einem „Kollaps“ der Branche. Einer Umfrage unter 11.000 Reisebüros und 2.300 Veranstaltern zufolge sahen sich zwei Drittel der Unternehmen kurz- bis mittelfristig von der Insolvenz bedroht.[122]

Flugverkehr und FlugzeugbauBearbeiten
 
Mangels Nutzung geparkte Flugzeuge auf der Landebahn Nordwest des Frankfurter Flughafens, 27. März 2020
 
Der Flugbetrieb der Germanwings wurde am 7. April eingestellt.

Die Lufthansa, die Ende März nur noch 8,5 % der Flotte in Betrieb hatte, und die TUI, die ihr gesamtes Reiseprogramm bis 23. April aussetzte, gerieten in wirtschaftliche Schwierigkeiten.[94] Die TUI erhielt von der KfW einen Überbrückungskredit von 1,8 Milliarden Euro.[123] Der Lufthansa-Chef Carsten Spohr kündigte eine Verkleinerung des Unternehmens mit seinen noch 140.000 Mitarbeitern an. Am 7. April wurde bekannt, dass die Lufthansa-Gruppe den Flugbetrieb der 100-prozentigen Tochtergesellschaft Germanwings mit 1.400 Beschäftigten einstellt. Zudem sollen weitere Flugzeuge innerhalb der Lufthansa-Gruppe stillgelegt werden.[124] Bis Juni 2020 wurde ein staatliches Rettungspaket im Wert von über neun Milliarden Euro für die Lufthansa beschlossen. Nach Diskussionen mit der EU und dem Großaktionär Heinz Hermann Thiele stimmte die Hauptversammlung Ende Juni 2020 diesem zu. Das Paket umfasst auch eine vorübergehende Staatsbeteiligung von 20 % an dem Unternehmen, die bis Ende 2023 geplant ist. Dennoch sollen etwa 22.000 Beschäftigte weltweit ihre Stelle verlieren, wobei betriebsbedingte Kündigungen allerdings nur bei einer Tochtergesellschaft in Nordamerika geplant sind.[125] Während der Ferienflieger Condor ebenfalls Kurzarbeit und staatliche Hilfen beantragte, gab der Flughafenbetreiber Fraport an, über ausreichend Liquidität zu verfügen und die Krise mit Sparmaßnahmen überstehen zu wollen.[126] Der Flughafen Frankfurt verzeichnete Ende März einen Rückgang der Fluggastzahlen um 90 % gegenüber dem Vorjahresmonat.[127] In der ersten Aprilwoche ging das gesamte Passagieraufkommen an deutschen Flughäfen auf einen Wert von 2 % gegenüber dem Vorjahr zurück.[128]

Auch Airbus stellte vorübergehend die Produktion ein, nahm sie aber alsbald – in geringerem Maße – wieder auf. Der Zulieferer MTU Aero Engines setzte sie hingegen für zunächst drei Wochen aus.[129] Airbus gab Anfang April einen erneuten Produktionsstopp in verschiedenen Werken bekannt.[34] Nach der Wiederaufnahme der Produktion kündigte Airbus im Juni 2020 einen Stellenabbau von 15.000 Stellen weltweit, davon über 5.000 in Deutschland, an. Auch betriebsbedingte Kündigungen wurden nicht ausgeschlossen.[130]

Schienengebundener VerkehrBearbeiten

Die Deutsche Bahn reduzierte ihr Zugangebot um bis zu 25 %, wobei die GdL wegen nahezu leerer Züge eine Reduzierung auf 50 % forderte.[131]

StraßenverkehrBearbeiten

Weitere Bereiche der Verkehrswirtschaft und insbesondere des Tourismus waren stark betroffen. Laut dem Branchenverband Bundesverband Deutscher Omnibusunternehmer stehen bis zu 90 % der mittelständischen Betriebe im Bustourismus und Fernlinienverkehr vor dem wirtschaftlichen Aus.[132] Auch große Anbieter wie Flixbus und BlaBlaBus stellten den Betrieb ab 17. März bis auf weiteres komplett ein.[133]

Auch der öffentliche Personennahverkehr hat durch die geringere Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel massive Fahrgeldausfälle zu beklagen. Die Verkehrsminister der Länder fordern ein Rettungspaket für die ÖPNV-Betreiber.[134] Einzelne Verkehrsunternehmen, so etwa die Deutsche Bahn-Tochter ORN, haben ihren Rückzug aus dem ÖPNV bekanntgegeben.[135]

Starke Einbrüche verzeichneten ebenso das Taxi­gewerbe,[136] Autovermietungen[137], Fahrschulen,[138] Reisebüros[139]

Darüber hinaus trifft die Krise auch die Tankstellen­betreiber: Insbesondere durch die fehlenden Shopverkäufe sind viele Pächter unmittelbar vom Aus bedroht.[140]

FahrgastschifffahrtBearbeiten
 
Donau unterhalb von Passau im Juli 2020: Während Fahrgastschiffe ohne Übernachtungskabinen den Betrieb wieder aufgenommen haben, warten Flusskreuzfahrtschiffe auf einen Wiedereinsatz.

Nach etlichen COVID-19-Fällen, auch Todesfällen an Bord wurden nahezu alle Kreuzfahrtschiffe weltweit stillgelegt oder befanden sich Anfang April 2020 auf der Rückreise in die Ausgangshäfen.[141] Am 17. September 2020 riet das deutsche Auswärtige Amt dringend vor einer Teilnahme an Kreuzfahrten ab. Ausgenommen von dieser Reisewarnung waren nur „Flusskreuzfahrten innerhalb der EU bzw. Schengen mit spezifischen Hygienekonzepten sowie Kreuzfahrten auf Schiffen mit spezifischen Hygienekonzepten, deren Reise in einem Hafen in Deutschland beginnt und ohne ein Anlegen in einem ausländischen Hafen wieder in einem Hafen in Deutschland endet.“[142]

Bau und ImmobilienBearbeiten

Auf dem Immobilienmarkt kam es ab dem Zeitpunkt der Kontaktverbote zu weniger Suchanfragen im Internet; Wohnungsbesichtigungen und Notartermine konnten nicht stattfinden.[143] Ebenso spürte die Bauwirtschaft die Krise, die Branche arbeitete Anfang April 2020 zu 70 bis 80 %. Ihr fehlten unter anderem die Arbeitskräfte aus Osteuropa.[144] Der zuvor herrschende Bauboom galt zunächst als beendet. Laut einer Befragung des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie berichteten 60 % der Mitgliedsunternehmen von Krisenfolgen, wozu Baustellenschließungen, ein hoher Krankenstand und Mehrkosten aufgrund eines höheren Organisationsaufwands zählten. Der Verband prognostizierte, dass die Umsätze, für die zuvor eine Steigerung um 5,5 % vorausgesagt worden war, nun etwa auf dem Niveau von 2019 stagnieren würden.[145]

Öffentliche HaushalteBearbeiten

Es zeichnete sich bereits ab, dass die öffentlichen Haushalte dadurch Einkommensteuerverluste hinnehmen müssen. Ebenso zeichnete sich durch die Geschäftsschließungen ein starker Einbruch bei den Gewerbesteuereinnahmen ab, die 40 % der kommunalen Haushalte ausmachen.[146] Im Mai 2020 wurde bekannt, dass die Steuereinnahmen von Bund, Ländern und Gemeinden um fast 100 Milliarden Euro geringer ausfallen werden, als im Herbst 2019 prognostiziert. Die Kommunen waren hiervon am meisten betroffen. So fehlten diesen allein 13 Milliarden Euro an Gewerbesteuern. Hinzu traten Mehrausgaben, etwa bei Gesundheitsämtern und Sozialausgaben. In der Folge wurden im Rahmen des Konjunkturpakets der Bundesregierung Finanzhilfen für die Kommunen beschlossen. Diese stießen allerdings bei einigen Kommunen auch auf Kritik, da die zu erwartenden Verluste der Folgejahre nicht berücksichtigt seien.[147][148] Bei einer Bilanz des ersten Halbjahres zeigte sich, dass Bund, Länder, Kommunen und Sozialversicherungen im ersten Halbjahr 51,6 Milliarden Euro mehr ausgegeben als eingenommen hatten. Auf die gesamte Wirtschaftsleistung bezogen entsprach dies einem Defizit von 3,2 Prozent. Erstmals seit 2010 gingen die Einnahmen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum zurück, wohingegen die Ausgaben des Staates sich um 9,3 Prozent erhöhten.[67]

LockerungenBearbeiten

Nachdem am 15. April 2020 einige Maßnahmen zurückgenommen worden waren, durften in Deutschland zahlreiche Geschäfte unter 800 Quadratmetern Verkaufsfläche wieder öffnen, zudem Buchhändler, Auto- und Fahrradhändler unabhängig von der Verkaufsfläche. Hierbei kam es zu unterschiedlichen Ausprägungen. In einigen Bundesländern durften auch größere Geschäfte 800 Quadratmeter ihrer Verkaufsfläche eröffnen bzw. die zulässige Verkaufsfläche vervielfachen (indem z. B. die Herren- und die Damenabteilung eines Textilisten als eigenes Geschäft definiert, beide Abteilungen voneinander räumlich getrennt wurden und durch separate Eingänge erreichbar waren). Auch wurde der Begriff „Verkaufsfläche“ landesspezifisch unterschiedlich definiert.

Je nach Bundesland wurden unterschiedliche Öffnungsdaten zwischen dem 20. und 27. April genannt. Während einige der großen Modeketten bereits ab dem 20. April die Geschäfte ganz oder teilweise wieder eröffneten, darunter KiK, TEDi, Gerry Weber oder Zara, konnten oder wollten andere mit großen Häusern dies noch nicht tun, so etwa C&A. In Nordrhein-Westfalen hingegen war es etwa auch großen Möbelhäusern wie IKEA erlaubt zu öffnen. Die Kaufhauskette Galeria Karstadt Kaufhof klagte dort und in mehreren anderen Bundesländern gegen die durch die unterschiedlich definierten Öffnungsmöglichkeiten wahrgenommene Ungleichbehandlung.[149] Bundesgesundheitsminister Jens Spahn sprach sich für mehr Pragmatismus bei der Rücknahme der Maßnahmen aus: „Wir alle spüren ja, dass es für viele schwer verständlich ist, warum Läden mit 799 Quadratmetern öffnen dürfen, Läden mit 801 aber nicht.“[150]

Die Beobachtung, dass unterschiedliche Regelungen im Einzelhandel zu einem unerwünschten „Einkaufstourismus“ über Landesgrenzen hinweg führten, hatte bereits am 4. April 2020 die niedersächsische Landesregierung bewogen, das ab dem 23. März gültige Verbot des Verkaufs von Artikeln in Baumärkten an nicht-gewerbliche Kunden aufzuheben. Dieses Verbot führte zu einem unerwünschten grenzüberschreitenden Einkaufsverkehr, insbesondere nach Bremen und Nordrhein-Westfalen, wo es derartige Verbote nicht gab.[151] Ähnliche unerwünschte Mobilitätsanreize und Wettbewerbsverzerrungen durch unterschiedliche landesspezifische Vorgaben wurden im Frühjahr 2020 auch an anderen Landesgrenzen beobachtet.[152]

Ende April 2020 nahmen verschiedene Automobilhersteller, unter ihnen VW und Daimler, die Produktion wieder auf – angesichts teilweise gestörter Lieferketten jedoch mit Einschränkungen. Andere wie Ford in Deutschland und BMW nannten für den Wiederbeginn der Produktion erst den Mai.[153]

Gesundheitsminister Spahn verteidigte im September 2020 den im März beschlossenen Lockdown. Besuchsverbote in Altenheimen, die Schließung von Friseursalons und des Einzelhandels seien rückblickend übertrieben gewesen, weil man sich durch Abstand, Händewaschen und das Tragen von Alltagsmasken mittlerweile besser schützen könne.[154][155]

Prognosen zur Entwicklung der Wirtschaft in DeutschlandBearbeiten

Möglicherweise werden Geschäftsmodelle, die vor Ausbruch der COVID-19-Pandemie verbreitet waren, auf Dauer nicht mehr (im gewohnten Umfang) umsetzbar sein, z. B. die Durchführung von Kreuzfahrten,[156][157] Veranstaltungen in vollen Stadien[158][159] bzw. in geschlossenen Räumen usw. So sah etwa der Fünf-Stufen-Plan „Neuer Alltag mit dem Coronavirus“ der Niedersächsischen Staatskanzlei in der Fassung vom 4. Juni 2020 keine Möglichkeit für Inhaber von „Shisha-Bars, Discotheken, Clubs und ähnliche[m]“ vor, in absehbarer Zeit den Geschäftsbetrieb in Niedersachsen wieder aufzunehmen.[160]

In dem ARD-Magazin „Panorama“ wurde am 11. Juni 2020 die Befürchtung ausgesprochen, dass der deutsche Steuerzahler schlimmstenfalls für den Ausfall von 25 Milliarden € werde aufkommen müssen, und zwar dann, wenn alle Auftraggeber neuer Kreuzfahrtschiffe ihren vertraglich vereinbarten Zahlungsverpflichtungen gegenüber deutschen Werften nicht nachkämen. Weltweit gebe es zur Zeit keinen Bedarf an neuen Kreuzfahrtschiffen.

Im Hinblick auf die Frage, ob es ratsam sei, auch Großveranstaltungen wieder zu erlauben, gibt das Robert Koch-Institut eine differenzierte Antwort.[161] Solange das Coronavirus nur durch Kontaktbegrenzungen und die Einhaltung von Hygieneregeln an einer unkontrollierten Ausbreitung gehindert werden könne, blieben Veranstaltungen bedenklich, bei denen ein hoher Anteil der Teilnehmer „risikogeneigt“ sei (durch Merkmale wie ein hohes Alter und/oder Vorerkrankungen, aber auch durch die vorhersehbare Bereitschaft zu einem die Infektion fördernden Verhalten), bei denen es intensive Kontakte zwischen den Teilnehmern gebe (z. B. beim Tanzen) sowie bei denen der Veranstaltungsort Mängel aufweise (wie z. B. schlechte Lüftungsmöglichkeiten).
Das Land Schleswig-Holstein gab am 5. August 2020 eine Tabelle mit fünf „Öffnungsstufen“ und vier „Risikoklassen“ (1. „Events“, 2. „Gruppenaktivitären“, 3. „Märkte“ und 4. „Sitzungen“) heraus.[162] Am 20. Juli 2020 war Öffnungsstufe 3 erreicht. Ob und wann die Öffnungsstufen 4 und 5 in Kraft treten, ist unklar und von der Entwicklung der Pandemie abhängig.
Es ist abzusehen, dass für solche Dienstleister die Gefahr einer Insolvenz infolge lang anhaltender Einnahmeausfälle akut wird, denen es nicht gelingt,

  • einzelne Kunden bzw. Besucher identifizieren zu können (so dass sie zeitnah über eine mögliche Infektion informiert werden können),
  • Verstöße gegen Hygienevorschriften und die Pflicht zur Einhaltung von Mindestabständen zu unterbinden sowie
  • hinreichend viele und stets hygienischen Standards entsprechende Sanitäranlagen anzubieten.

BIP-RückgangBearbeiten

  • Die Wirtschaftsforschungsinstitute prognostizierten Ende März je nach Szenario einen Rückgang des Bruttoinlandsprodukts (BIP) im Jahr 2020 zwischen 7 und 20 %.[2]
  • Wirtschaftsminister Peter Altmaier rechnete aufgrund der Maßnahmen gegen das Virus wie Ausgangsbeschränkungen, Geschäftsschließungen, der weitgehenden Einstellung des Tourismus und des Luftverkehrs sowie der Absage zahlreicher Großveranstaltungen mit einer bevorstehenden größeren Rezession als nach der Weltfinanzkrise. Anfang April 2020 prognostizierte er einen Rückgang der Wirtschaftsleistung von mehr als 8 % im ersten Halbjahr.[163]
  • Der Sachverständigenrat der Bundesregierung ging Ende März für 2020 in drei unterschiedlichen Szenarien von einem Minus beim BIP zwischen 2,8 und 5,4 % aus.[164] Im Juni senkte er die Prognose auf minus 6,5 % und rechnete mit dem voraussichtlich „stärksten Einbruch der deutschen Wirtschaft seit Bestehen der Bundesrepublik“.[165]
  • Anfang April rechneten die führenden Wirtschaftsforschungsinstitute in ihrem gemeinsamen Frühjahrsgutachten mit einem Rückgang der Wirtschaftsleistung im zweiten Quartal von 9,8 %, mehr als in der Finanzkrise. Für das Gesamtjahr prognostizierten sie ein Minus von 4,2 %, was im Vergleich weniger als damals wäre. Diese Berechnungen erfolgten allerdings auf der Grundlage eines bereits Mitte April aufgehobenen Shutdowns, so dass die Forscher bereits einräumten, dass die Rezession deutlich schwerer ausfallen könne.[166]
  • Die Bundesregierung rechnete Ende April mit einem Minus von 6,3 % im Gesamtjahr 2020, ein Drittel mehr als in der Finanzkrise 2009.[65]
  • Die Bundesbank prognostizierte im Juni ein Minus von 7,1 %.[167]

KostenBearbeiten

  • Das Ifo-Institut ging im März 2020 von Kosten für die deutsche Volkswirtschaft von 255 bis zu 729 Milliarden Euro aus.[25]
  • Der Chefvolkswirt der Deutschen Bank, David Folkerts-Landau, rechnete mit Kosten von einer bis 1,5 Billionen Euro, die Deutschland aufgrund der vergleichsweise niedrigen Verschuldung seiner Meinung nach stemmen könne.[168]

MaßnahmenBearbeiten

Die deutsche Bundesregierung beschloss am 23. März 2020 sowohl Hilfspakete für kleine Unternehmen und Soloselbstständige im Wert von etwa 50 Milliarden Euro[169] als auch einen Schutzschirm für größere Firmen, die Teil eines Nachtragshaushalts im Wert von 156 Milliarden Euro sind. Dieser umfasst neben den Staatsschulden auch geplante Steuerausfälle durch die Krise. Dazu kommt ein Rettungsfonds im Volumen von 600 Milliarden Euro für mittlere und größere Unternehmen. Er besteht aus Kreditgarantien in Höhe von 400 Milliarden Euro, 100 Milliarden Euro für Staatsbeteiligungen an Unternehmen und 100 Milliarden, um einen leichteren Zugang für Überbrückungskredite der staatlichen KfW zu finanzieren.[170] Die Maßnahmen der Bundesregierung haben so einen Gesamtwert von etwa 750 Milliarden Euro.[171]

Nach dem Beschluss des historischen Corona-Maßnahmenpakets am 25. März im deutschen Bundestag und der bereits zwei Tage später in einer Sondersitzung erfolgten Zustimmung des Bundesrats[172] wurden die Soforthilfen Medienberichten zufolge stark nachgefragt: Bereits unmittelbar nach den Gesetzesbeschlüssen seien über 360.000 Hilfsanträge eingegangen. In Berlin musste das Hilfsprogramm des Senats bereits aufgestockt werden.[173] Dabei gab es auch Berichte über technische Probleme. So stand in Hamburg am 30. März zunächst noch kein entsprechendes Formular zur Verfügung. Nach Beseitigung der Probleme konnte es am späten Abend freigeschaltet werden.[174] FDP-Chef Christian Lindner kritisierte zudem eine „Unterstützungslücke“ bei Betrieben zwischen zehn und 250 Mitarbeitern.[175] In der zweiten Aprilwoche brachte die Bundesregierung infolgedessen ein Schnellkreditprogramm für mittelständische Unternehmen auf den Weg.[176]

Eine weitere Maßnahme war eine Gesetzesänderung, dass gewerblichen und privaten Mietern nicht gekündigt werden darf, wenn sie die Miete nicht bezahlen. Der Mietzins muss später nachgezahlt werden. Ähnliche Regelungen gibt es für Verträge bezüglich Energie, Wasser und Kommunikation.[177] Am 23. April 2020 wurden weitere Maßnahmen beschlossen. Dazu zählen eine Senkung der Mehrwertsteuer für die Gastronomie von 19 auf 7 % befristet für ein Jahr ab 1. Juli, eine stufenweise Erhöhung des Kurzarbeitergeldes, eine längere Bezugsdauer des Arbeitslosengeldes sowie steuerliche Entlastungen für kleine und mittlere Unternehmen.[178]

Der Wirtschaftsrat der CDU forderte eine Überprüfung klimapolitischer Vorgaben.[179]

Anfang Juni 2020 einigten sich SPD und CDU auf ein 130 Milliarden umfassendes Corona-Konjunkturpaket, das aus 57 Maßnahmen besteht.[180][181] Darunter fallen bspw. die befristete Senkung der Mehrwertsteuer für die Dauer von mindestens sechs Monaten ab Juli 2020, die Deckelung der Sozialversicherungsbeiträge bis einschließlich 2021 bei höchstens 40 % und Deckelung der EEG-Umlage auf 6,5 Cent pro Kilowattstunde.[181] Kritik am Konjunkturpaket kam aus der Automobilbranche. Branchenexperte Ferdinand Dudenhöffer bemängelte den hauptsächlich von der SPD durchgesetzten Verzicht auf eine Kaufprämie für moderne Verbrenner, da mit dieser etwa 300.000 Fahrzeuge mehr hätten verkauft werden können. Mit der Förderung für Elektroautos werde hingegen nur ein „Nischenmarkt“ bedient.[79]

Der Berliner Senat kündigte am 21. September 2020 weitere Unterstützungsmöglichkeiten, dieses Mal für Verbände und Vereine an, die unter Liquiditätsengpässen durch Corona litten und eine Reihe von Vorgaben erfüllten. 4,9 Mio. Euro würden dafür insgesamt aus dem Haushalt zur Verfügung gestellt.[182]

El SalvadorBearbeiten

FrankreichBearbeiten

Während der COVID-19-Pandemie in Frankreich wurden im April 2020 innerhalb eines Monats 800.000 Personen arbeitslos.[183] Die OECD prognostizierte für das Land für das Gesamtjahr 2020 ein Minus der Wirtschaftsleistung von mehr als elf Prozent, auch die französische Regierung geht davon aus.[184][183] Zudem soll sich das Staatsdefizit von drei auf 11,4 Prozent erhöhen, die Gesamtverschuldung auf mehr als 120 Prozent des Staatshaushalts steigen.[184]

Die französische Regierung rettete von der Pleite bedrohte Konzerne wie Renault und Air France-KLM mit Staatsgeldern. Weitere Firmen wie Einzelhandelsketten und Autozulieferer gelten jedoch als stark von der Insolvenz bedroht. Da der Lockdown in Frankreich schärfer war als etwa in Deutschland, standen hier mehr Unternehmen still, so etwa 75 Prozent der Baufirmen (Deutschland: 20 Prozent).[184]

41 Prozent der Franzosen gaben an, eine Verschlechterung ihrer wirtschaftlichen Situation zu spüren, viele Betroffene berichteten über gesundheitliche Folgen wie Depressionen.[184]

ItalienBearbeiten

JapanBearbeiten

In Japan, der viertgrößten Volkswirtschaft der Welt, fiel das Bruttoinlandsprodukt von Januar bis März auf das Jahr hochgerechnet um 3,4 %. Allerdings war die Wirtschaft bereits im Vorquartal um 7,3 % geschrumpft, vor allem wegen einer Mehrwertsteuererhöhung, durch die viele Käufe vorgezogen worden waren. Die Ausfuhren brachen im ersten Quartal 2020 um 6,0 % ein, der höchste Rückgang seit 2011. Für das laufende Quartal rechneten Volkswirte mit einem Minus bei der Wirtschaftsleistung von 22 %. Ein Konjunkturpaket von umgerechnet etwa einer Billion Euro sowie ausgeweitete Hilfsprogramme der Notenbank wurden angekündigt. Zur Finanzierung plante Ministerpräsident Shinzo Abe einen weiteren Nachtragshaushalt.[185]

NiederlandeBearbeiten

ÖsterreichBearbeiten

Im Zuge der ersten Fälle von COVID-19 in Italien kam es am 23. Februar zum Stoppen der Züge am Brenner, da zwei Verdachtsfälle durch die italienischen Bahnen an das österreichische Innenministerium gemeldet wurden.[186] Am 25. Februar wurden in Innsbruck die ersten Fälle des Coronavirus bekannt. Das Hotel Europa wurde abgeriegelt.

Der Ferienort Ischgl in Tirol trug entscheidend zur europaweiten Ausbreitung bei. Alleine 48 Prozent der ersten Infektionsfälle in Deutschland seien laut einer Studie von dem österreichischen Skiort ausgegangen.

Die ersten Beschränkungen des Reiseverkehrs wurden am 10. März wirksam. In der Pressekonferenz vom 11. März wurde bekannt gegeben, dass Veranstaltungen in geschlossenen Räumen ab 100 Personen, im Freien ab 500 Personen vorübergehend verboten werden.[187] Ab dem 16. März stieg infolge umfangreicher Geschäftsschließungen die Zahl der arbeitslosen Menschen binnen einer Woche um mehr als 115.000 an, ebenfalls die Zahl der Kurzarbeiter.[188]

Am 18. März wurden wirtschaftspolitische Maßnahmen von insgesamt 38 Milliarden Euro beschlossen: ein Soforthilfepaket über 4 Milliarden Euro, 9 Milliarden Euro für Garantien und Haftungen zur Kreditabsicherung, 15 Milliarden Euro für Branchen, die „besonders hart“ getroffen werden, und 10 Milliarden Euro für Steuerstundungen. Ein Teil der Gelder ist für einen Härtefallfonds geplant, um sofort an Ein-Personen-Unternehmen und Kleinstunternehmer ausgezahlt zu werden.[189]

PanamaBearbeiten

SpanienBearbeiten

SchweizBearbeiten

  • Am 20. März 2020 hat der Bundesrat zur Abfederung der wirtschaftlichen Folgen der Ausbreitung des Coronavirus ein umfassendes Maßnahmenpaket in der Höhe von 32 Milliarden Franken beschlossen. Zusammen mit den bereits am 13. März beschlossenen Maßnahmen stehen derzeit 42 Milliarden Franken zur Verfügung.[190][191] Von der Finanzhilfe sollen alle von der Krise Betroffenen profitieren: Firmen, Selbstständige, Kulturschaffende, Fest- und Temporärangestellte. Finanzminister Ueli Maurer ließ keinen Zweifel, dass der Bund die Wirtschaft um jeden Preis stützen will: „Wenn es mehr Geld braucht, stellen wir diese Beträge zur Verfügung“. Die Maßnahmen sind das größte Wirtschaftshilfspaket der Schweizer Geschichte.[192] Mit 20 Milliarden Franken des Massnahmenpakets will der Bund zusammen mit 300 Banken die Schweizer KMUs vor dem Kollaps bewahren. Die mit Bundesbürgschaft versehenen zinslosen Kredite bis 500.000 Franken können online über EasyGov.swiss beantragt werden und werden den Firmen von ihrer Hausbank ausbezahlt.[193][194] Die entsprechende Verordnung trat am 26. März 2020 in Kraft.[195] Am 3. April hat der Bundesrat beschlossen, das Bürgschaftsprogramm für COVID-Überbrückungskredite aufzustocken. Aufgrund der großen Nachfrage erhöhte er die bestehenden Verpflichtungskredite um 20 Milliarden auf insgesamt 40 Milliarden Franken.[196][197]
  • Stand 7. April 2020 sind schweizweit bereits Gesuche für Kurzarbeit von 1,5 Millionen Personen eingegangen. Dies entspricht rund 30 % der Erwerbstätigen. Im Tessin sind rund 45 % der Erwerbspersonen von Kurzarbeit betroffen. Jeden Werktag verlieren 1900 Personen in der Schweiz ihren Job. Die Arbeitslosenquote ist im März von 2,5 auf 2,9 % gestiegen.[198]
  • Gemäß Informationen des Staatssekretariats für Wirtschaft (SECO) vom 11. April 2020 hat sich die Lage der Schweizer Wirtschaft wesentlich stärker verschlechtert als zu Beginn der Coronakrise erwartet. Der Schweizer Wirtschaft fielen bisher 25 % der Produktivität weg. Je nach Branche sind verschieden große Verluste der Produktivität zu verzeichnen, beim Gastgewerbe über 80 %, beim Detailhandel und der Transportbranche 50 bis 60 %.[199]
  • Am 23. April teilte das SECO seine neuen, stark nach unten korrigierten Konjunkturprognosen 2020 mit. Die Bundesökonomen gehen davon aus, dass das BIP im laufenden Jahr um 6,7 % sinken wird. Dies entspricht rund 90 Milliarden Franken an Wirtschaftsleistung. Das wäre eine ähnlich starke Rezession wie während der Erdölkrise von 1975/76.[200]

SüdafrikaBearbeiten

SyrienBearbeiten

USABearbeiten

In den Vereinigten Staaten war die Arbeitslosenquote im März gegenüber Februar von 3,5 auf 4,4 % angestiegen. Allerdings gingen in die Monatsstatistik nur Werte bis zum Anfang März ein.[201] Seitdem wurden mit Stand 14. Mai 36,5 Millionen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe erfasst.[202] Für April wurde die Arbeitslosenquote mit 14,7 % bekanntgegeben (wobei allerdings nur Zahlen bis zur Monatsmitte erfasst sind), der höchste Stand seit dem Zweiten Weltkrieg. Die tatsächliche Arbeitslosenquote könnte jedoch höher liegen, da etwa acht Millionen Menschen als „abwesend aus nicht näher benannten Gründen“ gemeldet wurden, diese Zahl lag zuletzt bei etwa 620.000.[203] Im Mai 2020 wurde ein von Analysten unerwarteter Rückgang der Arbeitslosigkeit in den USA auf 13,3 Prozent bekanntgegeben. Durch eine Lockerung der Sanktionen kam es zu Neueinstellungen, die Zahl der Beschäftigten außerhalb der Landwirtschaft stieg statt eines erwarteten Rückgangs um acht Millionen um 2,5 Millionen Menschen an.[204]

Volkswirte schätzen, dass die US-Wirtschaft im ersten Quartal um bis zu 10,8 % zurückgegangen ist. Das entspräche dem stärksten Rückgang seit 1947. Der Umsatz im Einzelhandel brach so stark ein wie seit Beginn der Statistik 1992 nicht mehr,[205] im März um 8,3 % und im April um 16,4 %. Im Vorjahresvergleich betrug der Rückgang im Einzelhandel im April 21,6 %. Dabei brachen insbesondere die Erlöse bei Möbeln, Elektronik und Bekleidung ein, letztere um 90 %.[206] Auch die Industrieproduktion verzeichnete im März mit minus 5,4 % im Monatsvergleich den stärksten Rückgang seit 1946.[207] Im April folgte dann ein weiterer Rückgang im Monatsvergleich um 11,2 %, der stärkste Einbruch seit dem Erhebungsbeginn im Jahr 1919. Die Autoproduktion brach um 70 % ein, auch der Bergbau war betroffen.[208] Ebenso betraf die Krise die Bauwirtschaft. Nach einem Rückgang bereits im März fiel die Zahl der Wohnungsbaubeginne im April 2020 im Vergleich zum Vormonat um 30 %, die Zahl der Genehmigungen sank um 20,8 %.[145] Die Verkehrs- und insbesondere die Luftverkehrsbranche der USA verzeichneten ebenfalls starke Rückgänge. US-Präsident Donald Trump kündigte bereits im März ein 50 bis 60 Milliarden Dollar starkes Hilfspaket für die Luftfahrtbranche des Landes an und sagte zu, den bereits zuvor angeschlagenen Flugzeughersteller Boeing retten zu wollen.[129]

Bedingt durch die Pandemie stellten bekannte Unternehmen wie J. C. Penney oder die Hertz Autovermietung Insolvenzanträge.[209][210]

Der FED-Präsident Jerome Powell verkündete am 18. Mai, dass er einen 30-prozentigen Rückgang der Wirtschaft im zweiten Quartal für möglich halte. Des Weiteren prognostizierte er einen Anstieg der Arbeitslosenquote auf 20 bis 25 %.[211][212] Die Prognose zur Arbeitslosigkeit trat jedoch angesichts eines unvorhergesehenen Rückgangs im Mai zunächst nicht ein.[204]

MaßnahmenBearbeiten

Die USA legten ein Konjunkturprogramm im Wert von zweieinhalb Billionen Euro (2,9 Billionen Dollar) auf.[213]

Vereinigtes KönigreichBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Geprägt vom Internationalen Währungsfonds (IWF/IMF): so z. B. Gita Gopinath: The Great Lockdown: Worst Economic Downturn Since the Great Depression. blogs.imf.org, 14. April 2020, abgerufen am 14. April 2020 – The Great Depression ist die Weltwirtschaftskrise der 1920er/1930er Jahre.
  2. a b Martin Ganslmeier: Wirtschaftskrise: Altmaier hofft auf schnellen Aufschwung. tagesschau.de, 25. März 2020, abgerufen am 30. März 2020.
  3. James Griffiths, Steve George: Coronavirus outbreak: Latest news and live updates. CNN, 24. Januar 2020, abgerufen am 24. Januar 2020 (englisch).
  4. Actions for pneumonia 2020. In: mcdonalds.com.cn. Abgerufen am 24. Januar 2020.
  5. Coronavirus: Potsdamer Schülerin in Klinik eingeliefert – Hier alles im Live-Ticker. Abgerufen am 29. Januar 2020.
  6. Starbucks closes 2,000 China outlets due to virus. In: BBC News. 29. Januar 2020, abgerufen am 29. Januar 2020.
  7. Rob Davies: McDonald's shuts 300 restaurants in China as coronavirus spreads. In: The Guardian. 29. Januar 2020 (Online [abgerufen am 29. Januar 2020]).
  8. Neuer Corona-Verdacht in Potsdam – Lufthansa streicht alle China-Flüge. In: FOCUS Online. Abgerufen am 29. Januar 2020.
  9. FAZ: Apple sperrt China-Filialen zu. Abgerufen am 1. Februar 2020.
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